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Wednesday, January 18, 2017

Fußreflexzonen-Pflaster


Fußreflexzonen-Pflaster - die gibt es noch nicht und wird es hoffentlich auch nie geben, da ich jetzt gerade hier die Idee für diesen Schwachsinn aufgestellt habe; denn alle Dummheit, die denkbar ist, wird auch durchgeführt.

Ich hatte bereits mehrfach über die Foot patches geschrieben, wie z.B. hier (1) oder hier (2). Oder ich habe über die Fußreflexzonenmassage geschrieben (39. „Die Reflexologie beruht auf einer absurden Theorie und es wurde nicht nachgewiesen, dass sie den Verlauf einer Krankheit beeinflusst.“ [Quackwatch]

Bisher ist noch niemand auf die Idee gekommen, diese beiden überflüssigen Methoden zu verbinden. Es gibt dann ein Fußreflexzonen-Pflaster, das genau auf den Fuß geklebt werden muss, denn an den verschiedenen Stellen sind unterschiedliche Stoffe in das Pflaster eingebracht worden, damit ganz spezifisch die Gifte aus den einzelnen Organen eliminiert werden können. Das wird teuer – das kann ich Ihnen versprechen.

„Das ist unmöglich!“ werden Sie sagen und damit haben Sie Recht. Natürlich ist das unmöglich, aber ein windiger Geschäftsmann hätte dummerweise auf so eine Idee kommen können, um vielen Menschen Enttäuschungen zu bereiten bzw. das Geld aus der Tasche zu ziehen. 

Bleiben Sie wachsam gegen Abzocke! 

Ups! Da bin ich jetzt mit meinen Fußreflexzonen-Pflaster ganz schön ins Fettnäpfchen getreten. So etwas wird bereits verhökert.
Ich lese z.B.:
„Die Fußreflexzonen - unser zweites Herz
Die Fußsohlen des Menschen gelten in Asien als das "zweite Herz des Körpers". Denn an der Fußsohle sind alle Organe mit ihren Reflexpunkten vertreten. Die Traditionell Chinesische Medizin kennt dieses Prinzip seit 5000 Jahren und betrachtet die Fußsohlen auch als "Spiegel des Körpers" sowie als "dritte und vierte Niere".“ Ja, was denn nun Herz oder Niere? 5000 Jahre sind ziemlich hochgegriffen. Etwas über 2000 Jahre ist wahrscheinlicher (4). Die TCM kennt keine Reflexpunkte. Sie kennt Meridiane (besser gesagt
經絡 oder Flussbahnen, denn dort soll das Qi fließen) und Therapie- oder Akupunkturpunkte (穴位). Ich lese über die Vorzüge von „organischem Germanium“, allerdings warnen Behörden und nicht die Pharmaindustrie vor dem Verzehr von Germanium (5), weshalb es auch nicht in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig ist.

Bei aller Wellness! Bleiben Sie kritisch! 

Links:  


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U


Monday, December 17, 2012

Super-Turmalin-Entgiftungspflaster - die Zweite


Was flattert mir nun ins Haus? Ein ganz neues Schreiben, das mir auch ein Super-Entgiftungspflaster anpreist, aber diesmal aus den Niederlanden und diesmal sehr auf Exotik getrimmt.


Bitte lesen Sie zu den Intaltsstoffen unter: http://rheumatologe.blogspot.de/2012/12/super-turmalin-entgiftungspflaster.html



Schauen wir uns einmal die chinesischen bzw. japanischen Schriftzeichen genauer an. Um die Familiensaga der Familie Yoshinaka (wissen Sie noch, wer das war? Richtig, der Offizier, der Mariko und den Anjin-san in Shogun begleitete) sind immer drei Zeichen aneinandergereiht - 强送葙, so in etwa kräftiger Versandkarton. Und dann noch das – Yoshinaka ist überhaupt kein Familienname! Hier z.B.: http://en.wikipedia.org/wiki/Minamoto_no_Yoshinaka


Interessant auch, dass die „Familie“ Yoshinaka bereits 1673 einen Fotografen hatte ... Merken Sie etwas, man will Sie verscheissern.


Die tollen Zeichen neben den beiden Füßen und zwischen den Kirschblüten stammen aus einer Liste von Zeichen, die keinen Sinnzusammenhang hat.
Der rechte (schwarze) Fuß hat die Zeichen für Rind und hell (牛明), der linke (weiße) Fuß trägt die Zeichen Kraft und Winter (力冬). Man hat sich wahllos im Zeichensalat bedient.


Schauen Sie sich bitte einmal die Augen an. Es handelt sich nicht um ein linkes Auge im Abstand von 24 Stunden ein zweites Mal fotografiert, sondern das zweite Bild ist ein Kopie des ersten Bildes, nur hat man darin retuschiert, die Farben aufgehellt und von etwas weniger Rot nach mehr Blau verändert. Das hat noch nicht einmal sehr geschickt gemacht, denn man kann Änderung auch in der Iris sehen. Schauen Sie sich die Wimpern an, die sind völlig gleich auf beiden Bildern. Also so nicht!
Mir fällt noch auf: 4000 Jahre japanische Medizin. 1200-1400 Jahre wäre korrekter. Die Anfänge liegen im 7. Jahrhundert. Die Japaner kamen über Korea in Kontakt mit der der traditionellen chinesischen Medizin und entwickelten dann einen eigenen Ableger. Hiezu Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Traditionelle_Japanische_Medizin 

Wo müssen wir jetzt noch drauf schauen? Richtig, die Beschleunigungsformel. Wenn man innerhalb von 8 Tagen bestellt, bekommt man eine Lesebrille gratis. Hm, Lesebrille, sie ist hier mit 19,99 Euro ausgewiesen, aber ich bin mir sicher, solche Brillen schon für 2,50 Euro gesehen zu haben. Apropos Kosten. 50 Pflaster in der Intensivkur kosten 110 Euro.
Weiterer Text zu Detox-Pflastern:
http://rheumatologe.blogspot.de/2013/02/super-turmalin-die-dritte-conticare.html


24.07.2013

Ich habe wieder einmal Post bekommen. Diesmal hat es mir fast die Sprache verschlagen. Ich zeige Ihnen hier, warum dies so war.

Über den Unsinn mit den 4000 Jahren Medizingeschichte in Japan hatte ich schon berichtet, aber hier nun versucht man den Leser für dumm zu verkaufen.

Mein Blick fiel auf diesen Teil der vielen bunten Blätter:



Was kann man sehen? Zunächst einmal keine Japaner, denn das hier sind Chinesen. Wir sehen einen chinesischen Arzt, der den Puls einer Patientin fühlt. Das hat schon einmal nichts mit Food Patches zu tun. Und wenn man genau hinschaut und ein wenig Chinesisch versteht, dann kann man auch den Namen des Arztes sehen: 李時珍 (Li Shizhen). Li Shizhen ist ein bekannter Arzt, der in Ming Dynastie gelebt hat (geboren 1518, gestorben 1593). Er hat eine Materia Medica, das Bencao Gangmu (本草綱目) herausgebracht, das ich auch besitze. Es handelt sich um eine Zusammenstellung der Arzneien, die in der traditionellen chinesischen Medizin gebräuchlich sind. Hier ist die Vorderseite des Buches:


In der dritten Zeile von oben kann man den Namen des Herausgebers lesen und zwar von rechts nach links: "明。李时珍". Das Zeichen 明 steht für die Ming Dynastie.

Und hier ist eine Seite des Buches:



Zusammenfassend zeigt sich an diesem Beispiel, dass Unwissenheit ausgenutzt werden soll, denn solches Spezialwissen kann der durchschnittliche Käufer einfach nicht besitzen.

Mein Rat wiederum: Hände weg von den Fußpflastern.

Links:
Bild mit LiShizhen: http://www.zgyxyj.org/UploadFiles/2011-04/admin/2011041117014217145.gif  
Wikipedia Eintrag über Li Shizhen (auf Englisch): http://en.wikipedia.org/wiki/Li_Shizhen  



25.07.2013
Da ich eines der Pflaster als Gratisprobe bekommen habe, habe ich zwei Versuche durchgeführt.
Versuch 1:
Ich habe das Pflaster der Verpackung entnommen und mit drei Tropfen Wasser befeuchtet und danach auf der wasserdichten Verpackung aufgeklebt und 10 Stunden liegen gelassen. Hier ist das Ergebnis:


Nach der Theorie des Vertreibers soll dies nun der Beweis sein, dass etwas dem Körper entzogen worden ist. Allerdings klebte dieses Pflaster auf einer wasserdichten Folie und nicht auf einem Menschen (ich führe doch keine unerlaubten Menschenversuche durch!).

Versuch 2:
Die Versuchsanordnung 2 ist sehr viel einfacher:


Links ein unbenutzter und rechts ein benutzter Teebeutel. Das ist das Prinzip des Foot Patches. Der Tee im Pflaster färbt bei Kontakt mit Schweiß das Pflaster.

Fazit: warum sich nicht gleich Teebeutel unter die Füße kleben, das ist zwar genauso unsinnig wie die Foot Patches, aber ungleich preiswerter. :-)

19.08.2013
Ich hatte folgendes Schreiben bekommen:
"Laut foot-patch.de steckt dahinter die Firma MDA Direct Ltd. aus Großbritannien, mit deutscher Service-Adresse: Gesundheitsquelle, Postfach 3311, 88115 Lindau. 
Zuständig in Deutschland damit die Regierung von Schwaben: ..."
Damit wendete ich mich an das Sachgebiet 55.2 der Regierung Schwaben in Augsburg. Von dort kommt nun folgende Antwort:
"Sehr geehrter Herr Dr. Kirsch,
 wir danken Ihnen für Ihr Schreiben vom 05.08.2013 bezüglich der Super-Turmalin-Entgiftungspflaster . Wir werden der Angelegenheit nachgehen und das nötige veranlassen.
Mit freundlichen Grüßen
A.R."
Es ist sehr erfreulich, dass man sich der Angelegenheit annimmt.

Und hier noch zu Vitalpflaster Gold Food Patches:
http://rheumatologe.blogspot.de/2014/01/vitalpflaster-gold-foot-patches.html