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Monday, October 26, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 45. KW 26.10.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


45. KW 
Ulf Stolterfoht: [engelstrompete:]


Reichlich gefährlich -: vor dem Genuß von EngelsTrompete kann man nur eindringlichst warnen, da die Pfanze nur eine geringe „therapeutische Breite“ aufweist. Führt deshalb ungewollt auch mal zum Tode. 

Die „Schwarze Pille“ führte zu einer HochdruckKrise und zu einem geplatzten Aneurysma. Hirntot eingeliefert. „Er hatte eine Vision“, wurde uns übermittelt. „Man müsse die Rotation der Erde anhalten, um das Elend auf der Welt zu beenden.“ 

Weißes Blatt -: auch die Blüte der EngelsTrompete ist weiß oder manchmal auch ein wenig gelblich, so wie das Papier von alten Scharteken. 

Salbei -: ich habe immer noch nicht nachgeschaut, wie es um das Rauchen von Salbei steht. Da ich das vor mittlerweile fast 2 Jahren geschrieben hatte, habe ich natürlich mal nachGeschaut. Es ist der AztekenSalbei (Salvia divinorum), auch Götter- oder WahrsageSalbei genannt, der interessanterweise aus der Sierra Mazateca im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca stammt, den ich auch einmal besucht hatte, also jedenfalls Oaxaca. Es ist jedoch mittlerweile verboten, ihn anzupflanzen und in Verkehr zu bringen. Denn er enthält  terpenoide Salvinorine, die halluzinogen wirken. Aber das kann man alles auf Wikipedia [1] nachlesen. 

„bense - wer ist das?“ -: und ich überlegte sofort, ob mich der BriefWechsel mit Arno Schmidt genügend interessieren würde, um ihn mir zu kaufen. Wer Max Bense war, weiß Wikipedia [2]. 

sprachlabor -: ich arbeite einmal im Psycho-OP an der offenen Psyche … 

Mit dem Olymp ist das wie mit Wolke 7 -: laß es besser sein [3].  

Du, ach du 
    du, ach du 
Dein 
SchutzEngel 
Hat 
Unterricht 
Bei 
Einem 
KamikazeFlieger [4] 
Genommen 
Extra Dispens 
    Für 
Dich allein


45. KW
Kommentar: Michael Braun


Anti-bürgerliche Kultur -: bestimmt aber auch nicht so viel anders als Ost-Berlin zu dieser Zeit, als man auch alle möglichen RauschDrogen suchte, die von der Natur zur Verfügung gestellt wurden, und sie natürlich versuchte. Ziemlich sicher auch die Engelstrompete.

Ethnologisch ist nicht korrekt. Es ist nicht die Völkerkunde sondern die Volkskunde. Der Volkskundler Will-Erich Peuckert [5] hatte HexenSalbe im SelbstVersuch ausprobiert und dokumentiert, übrigens in Anwesenheit eines RechtsAnwaltes.

TM -: Transzendentale Meditation. 

TM Brueterich -: was brütet er aus? Oder ist es das politische Pendant zum schnellen Brüter?   

WiderStand
    manchMal ist
ZuViel
WiderStand
In
Den
Revolutionären
WiderStandsNestern
Und
Manches
WiderStandsKüken
Fällt
Zu
Boden
VerGeblich mit
    Seinen
Flügelchen schlagend





Links und Anmerkungen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Azteken-Salbei 
[2] „Max Otto Bense (* 7. Februar 1910 in Straßburg; † 29. April 1990 in Stuttgart) war ein deutscher Philosoph, Schriftsteller und Publizist. Er trat durch Arbeiten zur Wissenschaftstheorie, Logik, Ästhetik und Semiotik hervor.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Bense 
Impressives Werk! 
[3] Auch ein Max, Max Herre:
https://www.youtube.com/watch?v=7VCbxcyKTT0 
Aber ich meinte natürlich: Philipp Dittberner & Marv - Wolke 4
https://www.youtube.com/watch?v=C9HL-2IhZKg 
„Weil wir auf Wolke sieben viel zu viel verpassen“
https://genius.com/Philipp-dittberner-wolke-4-lyrics 
[4] Das RechtschreibeProgramm schlug Kamikazepfleger vor.
[5] Will-Erich Peuckert (1895-1969) war ein deutscher Volkskundler, Hochschullehrer und Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Will-Erich_Peuckert 

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Saturday, October 10, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 43. KW 10.10.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


43. KW 
Angelus Silesius: Ohne Warumb


Erinnert mich an das Gedicht „Self-pity“ von D.H. Lawrence: „I never saw a wild thing / sorry for itself.“ [1] 

Rose 
    Rose, du 
Schöne 
Rose
Du 
Blühst 
So 
Fern 
Und 
Nie 
Betrachtest 
Du 
Dich 
Im 
Spiegel 
Ach, schon 
    Fallen 
Deine Blätter 

Die Rose als Gegenentwurf zum Selfie.

Die Rose fragt nicht, ob man ihre Schönheit sieht, aber ihre Schönheit dient, befruchtet zu werden.

Sie ist auch nicht ohne Warumb, denn das Warum liegt im Schöpfer. 

So wie die Rose ist die Welt ohne Mensch.  

Christiani Rosencreutz: „Auff meinen Hut steckt ich vier rohter Rosen: damit ich under dem Hauffen durch solche Zeichen könte desto eh gemerckt werden.“ [2]


43. KW
Kommentar: Volker Sielaff


Blühen -: last hundert Blumen blühen und das Ende der Kampagne, aber im Prinzip sehe ich es entgegen der Realität auch so. 

Liegt schon im Blühen das VerBlühen? Nein, im Blühen gibt es nur das Jetzt und da verblüht nichts, denn das kommt im NachHer. Für die Rose gibt es nur Das Betrachten im Jetzt. VorHer und nachHer ist sie eine grüne, stachelige Pflanze. 

RosenBlüte
    das ver-
Trocknete 
Gesicht 
Der 
RosenBlüte 
Schwindet 
Blatt für 
    Blatt 
Im MorgenTau  






Links und Anmerkungen:
[1] Das Buch [1a] und das Gedicht spielten auch eine Rolle in dem Film „G.I. Jane [1b] mit Demi Moore, die dafür die Goldene Himbeere [1c] bekam.
[1a]D. H. Lawrence: Selected Poetry. Selected and introduced by Keith Sagar.
PenguinBooks, London 1986. ISBN: ‎978-0140585407. 
[1b] „Die Akte Jane (Originaltitel: G.I. Jane) ist ein US-amerikanischer Film des britischen Regisseurs Ridley Scott aus dem Jahr 1997. Hauptdarsteller sind Demi Moore und Viggo Mortensen.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Akte_Jane 
[1c] „Die Goldene Himbeere für die schlechteste Schauspielerin wird seit 1981 jährlich vergeben.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Himbeere/Schlechteste_Schauspielerin 
[2] Christiani Rosencreutz (eher: Johann Valentin Andreae [2a]): Chymische Hochzeit. Anno 1459. Lazarus Zetzner, Straßburg 1616.
[2a] Johann Valentin Andreae (1586-1654) war ein deutscher Theologe, Schriftsteller und Mathematiker. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Valentin_Andreae  
[3] This footnote is intentionally left blank, as always. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Tuesday, September 29, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 42. KW 29.09.2026



Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


42. KW 
Ulrich Koch: Die feinere Zeit


Wenn der Sand durch den Mund gelaufen ist
Endet die Zeit
Die Schritte sind verhallt
Die Grube ist geschlossen
Das letzte Hemd hat keine Taschen [1]

Laß doch Zucker [2] durch den Mund laufen, auch der Tod verdient Süße. Wenn das Kind stehen bleibt, sind seine Schritte nicht mehr zu hören. Oder vielleicht hört es auf das Echo des Daseins.

Wenn Sand durch den Mund läuft, denken wir vielleicht zu schnell an die SandUhr. Vielleicht kostet man von der Zeit. Vielleicht Breitet sich der Sand als Staub über eine Ebene aus. Vielleicht … 

Sand, über den wir gelaufen sind, und nun rinnt er dahin. Und dann in uns oder wir in ihm bis aller rote Staub sich wieder senkt. 

„lausch seinen / eigenen Schritten …“ -: nicht doch dem Echo der eigenen Schritte oder denen eines anderen? Will nicht schon das Kind die Einsamkeit im Universum überwinden?! 

Schritte
    auf dieser
Insel
Also
Hast
Du
Deine
Schritte
In
Den
Sand
GeSetzt
Wenn
Du
FortGehst
Wird Niemand
    Sie
Wieder beTreten 

Den eigenen Schritten kann man nur lauschen, wenn man geht, sonst wird es zum Koan und dafür ist das Kind zu jung. 


42. KW
Kommentar: Michael Braun


Die Vergänglichkeit hindert uns am Genuß der Gegenwart. 

Zeit
    sanft gleitet 
Die 
Zeit 
Immer 
VorWärts 
Und 
Nichts 
Bringt 
Sie 
ZuRück
Aber 
ManchMal 
Lohnt 
Der Blick 
    Auf die 
Fallenden SandKörner

Das leere Hemd wird entsorgt, da der Träger nicht mehr da ist. 

Mit dem Tod benötigen wir keine geschärften Sinne mehr für diese Welt. Aber was für Sinne sind für die andere notwendig? Wahrscheinlich keine anderen.

EntKommen aus der Diktatur der linearen Zeit. Also doch Zen-Buddhismus oder die Erlösung im ZeitSozialismus.





Links und Anmerkungen:
[1] Manche schon und man fragt sich -: warum?
[2] A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein / ISKCON) wurde aufrecht sitzend in Zucker begraben. Ich lernte ihn und Hans Conrad Zander 1974 kennen, als  Zander für den STERN (Ausgabe 28/1974) den kritischen und auch viel beachteten Artikel „Der Gott, der Geld und Haare frißt“ schrieb.
[3] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Saturday, September 26, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 41. KW 26.09.2026



Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


41. KW 
Marcus Roloff: hieronymus im gehäus


Gedenke, Mensch, der Zeit! -: ich werde das StundenGlas drehen und jeweils eine Glocke anschlagen. Ich werde gleich einmal die Batterie der Uhr im BadeZimmer wechseln. 

„licht von schräg“ -: ich muss unBedingt eine Birne im Keller ausWechseln. 

„kürbis & ausgehut“ -: sicherlich urbe et orbis [1] gemeint. Nein, natürlich nicht, es ist der Streit zwischen Hieronymus und Augustinus, der auf der Übersetzung Kürbis (Septuaginta) beharrte, während Hieronymus sagte, daß es nicht Kürbis sondern Efeu sei (da es kein entSprechendes Wort gab) [2]. Heute wird in Jona 4,6-10 die Übersetzung RizinusStrauch benutzt.

„ziegenhalbleder“ -: Weisheitslehre mußte auf Pergament gedruckt sein, sonst nimmt sie doch niemand ernst.

„kalvarienkreuz“ -: „Spot an!“

Golden 
    ich liebe 
Den 
Goldenen 
Schnitt
Mit 
Dem 
Die
Sonne
Die 
ButzenScheiben 
DurchDringt
Und 
Das 
Grau des 
    KupferStichs 
Mit dem AD

WeisheitsLehre
    wenn Du
Ganz 
Leer
Wirst
Und
Die
Vielen
Worte
Der
Weisheit
Studierst
Wird
Schon eine
    Lehre
Draus werden


41. KW
Kommentar: Michael Braun


„Poetischer Geodät“ -: ist das etwas anderes als ein mutender Poet? 

„Sein Hieronimus“ -: war der Hl. Hieronymus nicht eher bereit zum Aufbruch ins Innere? 

„Im toten Winkel“ des goldenen Schnittes ist, wo man vom goldenen Schnitt nicht mehr hin kann, nicht hin sehen kann. 

Ausgehhut -: warum denke ich direkt an den Aluhut? [3]

Der mäandernde Weg, auf dem sich der WünschelRutenGänger bewegt, vielleicht auch mit Φ zu beschreiben, selbst wenn er nichts findet. So bleibt doch seine Spur. 

Wo aber liegt der goldene Schnitt in der Lyrik? Zeige mir Φ in einem Gedicht und ich höre schon auf schon auf zu φragen und zu φordern. Zu Φ bzw. dem  goldenen Schnitt habe ich einmal ein interessantes Buch gelesen [4].

Hieronymus und der goldene Schnitt -: da denke ich eher an Hieronymus Bosch. Oder aber auch an die Pfarrkirche St. Hieronymus in Dahlem [5] und das Bild „Der Heilige Hieronymus im Gehäus“ von Stefan Lochner [6].

TotenSchädel
    der Toten-
Schädel
Wie
Von
Hamlet
ErHoben
Noch
Immer
Blitzen
Aus
Den
Leeren Höhlen
    Die
Feurigen Augen 

WünschelRute
    nur an 
Der 
WasserAder 
Schlägt 
Sie 
Nicht 
An
Aber 
DaFür 
Macht 
Der 
Lauf 
Mit der 
    WünschelRute 
Was her [7]






Links und Anmerkungen:
[1] Ich hatte einmal eine Email an urbe@orbis.## geschickt und bekam sogar eine RückMeldung.
[2] Hier ist auch ein Bild des Kupferstichs von Albrecht Dürer (Der heilige Hieronymus im Gehäus) zu sehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_heilige_Hieronymus_im_Geh%C3%A4us# 
[3] Ich möchte jetzt albern sein. Ich hätte auch an Billy Mos [3a] „Ich kauf' mir lieber einen Tirolerhut“ denken können. 
[3a] Billy Mo (eigentlich Peter Mico Joachim) stammt aus Trinidad (1923-2004) war ein Jazz-Trompeter und Schlagersänger.
https://de.wikipedia.org/wiki/Billy_Mo  
[4] Priya Hemenway:  Der geheime Code. Die rätselhafte Formel die Kunst Natur und Wissenschaft. Evergreen, Köln 2008. ISBN: 978-3-8365-0708-0. 
[5] Da schrieb ich zum Hl. Hieronymus [5a]:
„Hieronymus (um 348/349 bis 420) war kein Märtyrer, dafür aber pflegte er eine rigoristische Askese und war einer der wichtigsten Kirchväter. 367, also vor seiner kirchlichen Karriere, besuchte er Trier, Mosel und Rhein. Er ist für große Teile der Vulgata (also der Übersetzung ins Lateinische) verantwortlich. Als er nach Rom kam, erwarteten ihn dort „asketisch lebender römische Aristokratinnen, zu dem unter anderem Marcella, Lea, Fabiola, Paula und deren Töchter Eustochium und Blaesilla gehörten“ [5b]. Vielleicht doch ein Guru?! Ich zeige hier das Fenster mit seinem Bild [dafür muss man 5a aufrufen], aber wahrscheinlich ist „Der Heilige Hieronymus im Gehäus“ von Stefan Lochner (vor 1440) bekannter. Übrigens schreibt er in dem Fenster gar eifrig auf Papier (gabs damals übrigens noch nicht) und steht mir in Undeutlichkeit der Schrift nicht nach.“
[5a] Die Pfarrkirche St. Hieronymus in Dahlem (Eifel) 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/12/die-pfarrkirche-st-hieronymus-in-dahlem.html   
[5b] https://de.wikipedia.org/wiki/Hieronymus_(Kirchenvater)     
[6] https://www.meisterdrucke.de/kunstdrucke/Stefan-Lochner/605864/Heiliger-Hieronymus-in-seinem-Studierzimmer.html 
[7] Hatte ich im letzten Jahr geschrieben und veröffentlicht [7a], aber es paßt ganz gut hierher.
[7a] FreitagsGedichte / #KurzLyrik 08.08.2025 (VerSpätete NotAusgabe) 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/08/freitagsgedichte-kurzlyrik-08082025.html  

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Saturday, September 12, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 40. KW 12.09.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


40. KW 
Berndt Jentzsch: Dicht am Boden


Ach, der Herr Dichter hatte doch schon aus dem Bett gefunden. 

„Dicht am Boden“ und „auf allen Vieren“ -: vielleicht so eine Art Yoga oder die fünf Tibeter. 

„Dicht am Boden“ soll man sein, wenn sich im Raum Rauch entWickelt hat und möglichst auf allen Vieren den Raum verlassen, weil man sonst vielleicht die Welt verläßt. 

Dem Springen der Lämmer die Echternacher SpringProzession in Luxemburg entgegen setzen?  

Ich erinnere mich an das Springen der Lämmer auf den Weiden von Texel.



39. KW
Kommentar: Ulrich Koch


„Dicht am Boden“ -: wenn es zu RauchEntwicklung im FlugZeug kommt, soll man auch dicht am Boden zum NotAusgang des FlugZeugs kriechen. 

Überschaubar wie das Essen im 3 Sterne Restaurant. 

„Hoffnungen begraben“ -: nein, aber das Herz wird an der Biegung des Flusses begraben. 

Ich käme nicht auf die Idee, in diesem Gedicht die Dialektik von Unschuld &  Sünde zu suchen, um es zu verstehen, aber doch noch in der Konkordanz [1] von Schuld & Sühne über das Symbol des Lammes, den „Stairway to Heaven“ zu finden. 

„Ein Ende der Lektüre … nicht abzusehen“ -: ich lese seit Jahren circa einmal pro Jahr die „Straelener Manuskripte 1-10“ [2] und entdecke jedes Mal neue Aspekte. So haben der Herr Koch und ich doch etwas gemein.  

„Kriechen, auf dem Boden, schlangengleich, den Mund im Staub.“ Herr Koch stuft das Kriechen tiefer ein als auf allen Vieren. Ich sehe auf allen Vieren den Kopf in HundeHöhe und erst beim Schlängeln den Mund im Staub. Koch spielt wahrscheinlich auf den Sündenfall an: „Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang.“ [3] Oder vielleicht auch nicht.






Links und Anmerkungen:

[1] Ich bemerke es gerade -: Konkordanz – mit Herz und Tanz.
[2] Straelener Manuskripte 1-10: Erstveröffentlichungen zeitgenössischer Poesie des Auslands 1984-1990. Herzberg, Judith / Csoori, Sandor / Tuwhare, Hone uvm. Straelener Manuskripte Verlags - GmbH, Straelen 2000. ISBN: 3891070462.
[3] 1. Mose (Genesis) 3,14 (Luther 2017)
[4] This footnote is intentionally left blank. https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Tuesday, September 1, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 39. KW 01.09.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


39. KW 
Sabine Scho: glacier


„ … der umge- / kippte saft …“ -: merkwürdig, ich dachte zuNächst an Saft, der anGefangen hatte zu gären, dabei ist das Glas umGekippt und der Saft färbte das TischTuch oder so ähnlich. 

Ob der umGekippte OrangenSaft im Schnee so ausSieht wie Urin -: wer weiß, wer weiß?   

Blau des Gletscher

    mit dem
Blau
Des
Gletschers
VerSuchst
Du
Die
Frucht
Der
Liebe
Zu
Nähren
Das muß
    Doch
SchaffBar sein

Curaçao 
    ob Papiamento
In
Blau
GeSchrieben
Wird
Und
BlauMeisen
Zwischen
Den
Palmen
HerumFliegen
WerWeiß?
Ich war
    Noch
Nicht dort


39. KW
Kommentar: Martina Hefter


NeonBar -: muß es in etlichen GroßStädten gegeben haben. In Köln jedenfalls gab es sie. 

Changieren -: nicht nur die Farbe von Stoffen changiert, das gibt es auch bei chemischen Reaktionen, vielleicht auch bei Drinks. 

Martina Hefter so: „Obwohl der Curaçao auch ohne mich eine Farbe hat, ist etwa türkis erst dadurch, dass ich ihn anschaue.“ Also ich kann den Blue  Curaçao so lange anschauen, wie ich will, er bleibt blau für mich. Wikipedia: „Heute stehen mit Blue Curaçao gefärbte Cocktails sinnbildlich für die Trinkkultur der 1980er Jahre; ein bekanntes Beispiel ist der von Charles Schumann 1978 kreierte Swimming Pool.“ [1] Oder der Blue Lagoon Cocktail [2]. Und daß in Gedicht wie Kommentar ein OrangenLikör mit OrangenSaft gemixt wird, kommt mir ebenfalls merkwürdig vor.

Blaues Licht
    aus dem 
Bild
Des 
Gletschers
Strahlt
Blaues 
Licht
Wie
Aus
Dem
Cocktail
Dann
Noch
Das blaue 
    Licht
Von Rambo





 


Monday, August 10, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 38. KW 10.08.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


38. KW 
Olaf Velte: Swinemünder Chaussee


Pferdchen -: das klingt eher nach OstPreußen und weniger nach Swinemünde für mich. 

Grodek -: Trakl. 

BlauBeeren -: da denke ich an eine PostKarte der ersten Frau meines GroßVaters, wie sie „in die BlauBeeren gegangen ist“ in OstPreußen. Aber das liegt circa 110 Jahre zurück. 

TraumGlatt -: hat etwas von aalGlatt. 

Blaubeeren wohlfeil -: wie lange dann noch bis zu den Pfifferlingen wohlfeil? 

Bei jedem Lesen-: weiter östlicher als Swinemünde  
 
FernSicht 
    ich blicke 
Gen 
Norden 
Über 
Den 
Horizont 
Und 
Den 
NordPol 
Hinweg
Und 
Lasse 
Den Blick 
    Erst 
Am Äquator ruh'n  
 
Vor dem nächsten WeltKrieg 
    der alte
Große 
RuckSack 
Von 
GroßVater 
Ist 
Noch 
Da -:
Olivgrün
Wenn wir 
    Wieder 
Schmuggeln müssen 

38. KW
Kommentar: Marcus Roloff


Geschichte berichtet viel von Helden, Eroberungen, aber der Zerfall, die TrümmerBerge sind oft viel eindringlicher. 

Das Thema „45“, die Stunde Null, das liegt in einigen Monaten 80 Jahre zurück; länger als manches MenschenLeben. 

Hunger 
    die Speisen-
Karte 
Des 
Restaurants 
Zeigt 
Nach 
Dem 
Dritten WeltKrieg 
Nur 
Noch 
Ein Gericht 
    Das 
Heißt Hunger  

Die Menschheit schafft TrümmerBerge, aber auch Archäologie und GeschichtsWissenschaft. Abgesehen von der Poesie.

  




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Monday, June 29, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 37. KW 29.06.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


37. KW
Jan Wagner: paul gerhardt: „der mann wird einem baume gleich“


„... und die wände / der schlafenden beschreiben ...“ -: ein SchattenBanksy
 
HerbstBaum 
    der Baum 
Wartet 
Im 
Regen 
Auf 
Den 
Sturm
Der 
Ihm 
Die 
Blätter 
Raubt
Nachts 
Steht 
Er 
Da
Bis der 
    Schnee 
Ihn kleidet 

„bevor er ausschlägt“ -: sehr konservativ; ich meine: bevor der Same keimt,  „... hat er schon das rauschen / von laub im ohr“.

Während der Regen die letzten grünen Blätter poliert, wird einer dunklen Gestalt von anderen DunkelMännern die Fresse poliert und kein Polier ist mit dabei. 

Paul Gerhardt: Wie schön ist's doch, Herr Jesus Christ -: ein KirchenLied, das nicht im Evangelischen Gesangbuch steht.

Jan Wagner -: Sonett – aabb cddc efe gfg  
 

37. KW
Kommentar: Michael Braun


Metamorphose -: ich denke laufend, im Garten würde nichts wachsen oder sich ändern, aber wenn nicht zwei bis drei Jahre alte Bilder betrachte, dann sehe selbst ich, wie Änderung im Garten arbeitet. 

„ hände – wände“ -: ich ließe rauschen – raschen, schreit – Schritt, Laterne – Schwärme, Kinder – Rinde, klettern – Blätter, Regen – entgegen als unsaubere Reime zu. 

Den Baum Gerhardts mit den Ents vergleichen?  

Nacht
    nun ziehen
Wir 
Uns
In
Die 
Toten
Winkel
Der
Nacht
ZuRück
In
Denen
Auch
SternenGlanz
Nur matt
    Noch
Uns erscheint

Ulmen
    von den 
Ulmen 
Her 
Weht 
Wind 
In die Nacht
Und 
Die 
Echos
Deiner Schritte 
    ErSchrecken
Nur dich 





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Sunday, June 14, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 36. KW 14.06.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


36. KW
Hans Thill: Uns fehlen (Deleuze)


„die Gefangenen des Tintentropfens“ -: und was ist mit den Gefallenen des TintenTropfens? Ist der TintenTropfen nicht noch mightier than the pen? 

„die Tiere, die es tun“ -: „You and me, baby, ain’t nothin’ but mammals, / So let’s do it like they do on the Discovery Channel“ von der Bloodhound Gang [1]. 

Das Wasser der Tränen ist längst verdunstet, zurück bleibt nur ein bitteres Salz. 

Tomaten -: auf den Augen [2].

Zeit
Es ist nur Zeit
Die aus den Uhren tropft 
Mit jedem Tick & Tack 
Es ist nur Sand
Der aus den StundenGläsern rinnt
VerRinnt & einGeht
In Berge aus Zeit 
Es ist die Kamera
Die nur MomentBilder aufZeichnet 
Um sie dann 
In einem Film 
Wieder zusammenZuFügen 
Die Mühle dreht sich 
Immer weiter 
Und die Zeit? 
Läuft nicht rückWärts 
Nur der Film 
Kann rückWärts laufen

Zeit
    der tropfende 
Wasserhahn 
Mißt 
Mir 
Die 
Zeit
Denn 
Ich 
Habe 
Keine 
SandUhr 
Und nachts 
    Steht 
Die SonnenUhr still
 

36. KW
Kommentar: Michael Braun


Bei vielen Menschen ist Wissen kaum und HalbWissen nur wenig vorHanden. Das NichtWissen ist für sie keine Kategorie, weil sie es für Wissen halten. 

Ja, Ja – die Quantenphysik! Die beschäftigt sich mit Quantenphysik aber nicht mit Biologie. Allerdings -: „Wie lässt sich anders schreiben, als darüber, worüber man nicht oder nur ungenügend Bescheid weiß?“ Dann also so wie Politiker oder das Volk, wenn es auf Social Media losgelassen wird. Oder wie im Weißen Haus -: eine Sprecherin ließ verkünden, man wolle Mitglieder der Warren Commission zum Tod von John F. Kennedy befragen. Nur -: das letzte Mitglied verstarb für etwa 20 Jahren.

GeSchickt 
    du hast 
GeSchickt 
Deine 
Zweifelnden 
Augen 
Hinter 
Einer 
Brille 
VerSteckt 
Aber 
Die 
Zweifelnde 
Mine
Bleibt weiter 
    In 
Deinem GeSicht  
 




Links und Anmerkungen:
[1] Die Bloodhound Gang ist eine 1992 gegründete US-amerikanische Band aus Trappe, Pennsylvania.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bloodhound_Gang 
[2] Ich denke dabei unwillkürlich an: „Bohnen in die Ohr'n“ [2a], ein Lied von Gus Backus [2b] aus dem Jahr 1966. Manchmal ist das Gedächtnis ein Fluch. Und natürlich: „Da sprach der alte Häuptling“.
[2a] https://www.youtube.com/watch?v=TV6zNf4TfzI  
[2b] Donald Edgar „Gus“ Backus (1937-2019) war ein US-amerikanischer Musiker und Schlagersänger. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gus_Backus 
[3] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 


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Tuesday, June 2, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 35. KW 02.06.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


35. KW
Bertolt Brecht: Erinnerung an die Marie A.


Ich schrieb aktuell schon ein Haiku zu PflaumenBlüten (
毎日新聞) und die kurze Geschichte vom Bäumchen, das gefällt wurde. Und nun -: „Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen“. 

Vielleicht, bei so viel Liebe, sind die PflaumenBäume von selbst abgehauen. 

Die weiße Wolke, die von oben kam, was anderes als ein Bild von Gott.

Eine Zeit, PflaumenBäume zu pflanzen, eine Zeit PflaumenBäume abzuhauen. 

„Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen“ -: nun, ich habe sie nur gestutzt.   

Wolken 
    die weißen 
Wolken 
Am 
Blauen 
Himmel 
Sie 
Kommen 
Aus 
Der 
Ferne 
Und 
Sie 
Schweben 
Weiter 
Für 
Einen 
Augenblick nur 
    Gehören 
Sie uns 

Wolken
    die weißen 
Wolken 
Ziehen 
An 
Diesem 
FrühlingsTag
Ihre 
Schatten 
Über die 
    Noch 
Niedrigen Wiesen  


35. KW
Kommentar: Ann Cotten


Welcher Herr Braun mag hier gemeint sein? Etwa der Herausgeber? 

Herr Braun -: wie John Doe oder Max Mustermann. 

Und wo kommen die Kraniche her in diesem logorrhoischen Kommentar? 

Erwähnt nicht Brecht den Mond in seinem Gedicht und steht der Mond nicht für verrückt (la lune / lunatic). Andererseits ist „Moonstruck“ eine schöne Komödie mit Cher, immer noch.

Mond
    ach Mond
Du
Darfst
Doch
Nur
Bei
NeuMond
In mein
    Zimmer
Scheinen  

Ann Cotten saß beim Schreiben ihres Kommentars in Oran (Wahran /
وهران), also in Algerien – herzlichen Glückwunsch dazu. Algerien hatte ich damals nicht besucht, nur Tunesien, allerdings dort auch Kairouan (القيروان). Wenn man die Große Moschee von Kairouan sieben Mal im Rahmen einer PilgerReise besucht, ist das gleichwertig mit einer PilgerFahrt nach Mekka (مكة).

Mekka
    die Seele
Öffnet
Sich
Und
VerSchließt
Sich
Wieder
ImmerHin
So
Nah
Kommt
Man
An
Mekka herAn
    Und
Nicht weiter






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Tuesday, May 19, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 34. KW 19.05.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


34. KW
Paul Celan: [Dein] / [Schechina]


Im St.-Elisabeth-Hospital in Meerbusch-Lank spuckte einmal eine der SchreibDamen einen PflaumenKern aus dem Fenster und daraus wuchs ein Baum. Recht schön anzusehen [1]. Er überLebte, weil er dem Rasen nicht zu nahe gekommen war, für eine Weile, aber dann schon mit nennenswertem Stämmchen wurde er gefällt, denn er stand zu nahe am Haus. Niemals gibt es die richtige Entfernung – zu irgendetwas ist man immer zu nahe.  

Die Bohne
    die Bohne 
Wächst 
An 
Ihrer 
Stange 
Und 
Schaut 
Auf's 
Gras 
Hin-
    Ab 
Und 
Doch 
Der Schnitter 
    Kommt 
Zu beiden

Uns führt der Blick zum Grabe hin -: und doch nicht weiter, selbst wenn wir im Grabe liegen – dann blickt es sich nicht mehr.

Gott wächst sich nicht zu, aus allem Tod schafft er Neues. Deshalb gibt es den Phoenix aus der Asche. 

Im Tod -: Nein, einmal anders. Muß Gott nicht sterben können, um vollKommen zu sein und gehört azu nicht auch die Auferstehung? So mußte  Gott Mensch werden. Gott ist nicht tot (Nietzsche), er ist aufgestanden 

Im Tod -: Im Tod sind wir gleich. Aber davor waren wir es nicht und so ist es auch richtig – fast. Denn ein wenig näher zur Mitte würde allen helfen. 

Gott
    was ist 
Das 
Für 
Ein 
Gott
Der 
In 
Jedes 
FettNäpfchen 
Tritt? 
Den Menschen 
    ZuGewandt 
Ist er


34. KW
Kommentar: Michael Speier


Es gibt Menschen, die haben ihren Alltag mystisch gestalten können, aber auch sie scheitern an der Realität. 

Gott in der Trinität hat mit dem Sohn direkten Anteil an den Menschen und mit dem Heiligen Geist direkten Anteil an jedem Winkel seiner Schöpfung. 

Das Numinose nimmt an einem Teil. Nur da es uns verändert, verändert es die Welt. Nichts ÜberNatürliches wirkt im physischen Universum direkt. 

„Alltag und Mystik werden ineinandergeblendet“ -: Wie wäre es andersherum, da? Alltag und Mystik, Esoterik und Exoterik immer gemeinsam existieren?

„Das rasche Wachstum der Bohnen“ -: in meinem Garten verhindern das die Schnecken. Bohnen, die Blätter der Kartoffel und insbesondere Estragon mögen sie. Dafür mögen die Ameisen die jungen Kirschblätter. Die ersten sind  schleimig und die zweiten harte SklavenHalter [2].  



Der PflaumenBaum ist leider nicht zu sehen, denn er versteckt sich 
hinter der HängeBuche. Ich konnte nicht ahnen, 
daß später einmal ein Foto von ihm nützlich wäre.


Links und Anmerkungen:

[1] Davon habe ich leider kein Foto gemacht. Auf dem Bild steht der kleine PflaumenBaum hinter der HängeBuche versteckt.
[2] Ob es sich um die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) handelt, sei dahinGestellt.
[3] This footnote is intentionally left blank. https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 
 
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Monday, May 11, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 33. KW 11.05.2026

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


33. KW
Franz Josef Czernin: auch dämmerung


auch dämmerung (a.d.) -: auch Dichtung (a.D.), ziemlich gute sogar; regt mich heute aber nicht weiter an. Schade, da ich mich gerne an eine Begegnung mit Franz Josef Czernin erinnere. 

In der Finsternis hilft alles Bellen nicht, nur Hoffnung. 

bahn um bahn, zahn um zahn, zug um zug -: Xahn um Xahn (Western) [1]. 

noch mehr dämmerung 

auf der kirchweih 
es dämmerte schon
die burschen schon angetrunken 
die mägde sich dreh'n 
die einen holten die bullen 
aber zwei sind ein paar
das karussell dreht weiter
so ist halt das leben – 
wunderbar   

Krähen 
    da waren 
Krähen 
In 
Einem 
Bild 
Von 
Breughel
Und 
Ich 
Habe 
Sie 
GeSehen
Bevor sie 
    Weg-
GeFlogen sind


33. KW
Kommentar: Henning Ziebritzki


Kurz und knapp kommentiert und dennoch erschöpfend. 

Gebell -: nicht sichtbare Hunde, also im Off? Können wir sicher sein, daß da reale Hunde bellen oder ist es der Einsatz von einem Tonband oder der Matrix selbst? 

Imperative -: Arno Schmidt schrieb darüber [2]. Aber eher -: grimmig blicken und so weiter.  

Sprache 
    der Wind 
Spricht 
Alle 
Sprachen 
Der 
Bäume 
Aber 
Für unsere 
    Interessiert 
Er sich nicht  
 



Links und Anmerkungen:
[1] Ich weiß nicht mehr, um welchen Western es sich handelt, aber so kam es in der Synchronisation rüber. Wahrscheinlich Ender der 1960er oder Anfang der 1970er im Fernsehen, also ARD oder ZDF, gesehen.
[2] Arno Schmidt: Lesen ist schrecklich. Das Arno-Schmidt-Lesebuch. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Peter Rühmkorf. 
Haffmans Verlag, Zürich1997. ISBN: 3251800787. 
[3] This footnote is intentionally left blank. https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Monday, April 27, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 32. KW 27.04.2026

 

Beijing

Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


32. KW
Johann Wolfgang Goethe: Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten VIII.


Warum Chinesisch-Deutsch? 

„Schlanke Weiden“ und „Flut“ -: ich erinnere mich an ein Bild, das ich in Beijing (北京市) gemacht habe, Weidenzweige, die fast zum Wasser reichten. 

Licht steigt auf vom Horizonte 
Leuchtet sanft auf schlanke Wolken 
Schon sind alle Küh gemolken
Auf zum Weiden, ins Besonnte

Dort am Walde stehn noch Schleier
Zum Stalle hin eilt nun die Magd
Holt von dort zum Frühstück Eier
Frisch aus dem Bett heraus! Es tagt

Bald ist dahin der Zauber
Den man im Dorf vermutet 
Der Traktor ist schon sauber 
Bei Abfahrt wird getutet

„Dämmung senkte“ „Nähe fern“ -: ich meine eher, daß die Ferne näher wirkt,  wenn sich die Dämmrung senkt. 

Schwarze Spiegel – Stern – ruhender See  

MondLicht 
    das Mond-
Licht 
BeFeuchtet 
Die 
Wellen 
Auf 
Dem 
See
Aber 
Der 
Wind 
Weht Sand 
    In 
Die Augen


32. KW
Kommentar: Henning Ziebritzki


Unter Umständen meinte Goethe, die Naturbetrachtung, aber die ist nur Teil der chinesischen Dichtung. 

Das Erotische -: Weiden sind in China ein erotisches Symbol, aber war das Goethe bekannt? Wahrscheinlich schon – der alte Schwerenöter! 

„... kann man das gigantische Ausmaß der Restglut nur ahnden“ -: Ahnden oder ahnen – das ist wirklich eine Frage. 
 
NeuMond 
    der Neu-
Mond 
Stand 
Über 
Dem 
Nebel 
Im 
Tal 
Und 
Die Vögel 
    Schwiegen 
Wie ich


Parakrama Samudra, Sri Lanka



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Monday, April 13, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 31. KW 13.04.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


31. KW
Monika Rinck: Der Schlichter ist krank


„Meine Assistenten prügeln“ -: der Prügler in Franz Kafkas „Der Prozess“ hat eine ganz andere Präsenz.

„Oweh“ -: „weh unser guter kasper ist tot.“ [1] 

Ich bin nach 11 Tagen wieder hier angelangt, sonst schaffe ich das nicht in Monaten. Es scheint alles an Assoziationen durch zu sein. 

NachSchlagen und Schlägerei eher [Scherben]. 

„Zackbumm“ -: „Fakt bumm!“ sagte ein Mann in einem Interview nach jedem Satz. Es war vielleicht ein Zackbumm gemischt mit einem Faktum. Ich denke gerade an: „Fakten, Fakten, Fakten“ [2].    

Sprache 
  da rollt 
Sie 
Langsam 
Dahin
Wie 
Der
Klicker 
Eines 
Kindes 
Schillernd
Bis 
Sie 
Wieder 
Für eine 
    Weile 
Still steht 


31. KW
Kommentar: Ulf Stolterfoht


Mich zieht das Gedicht nicht in diesen „ungeheuren rhythmischen Sog“. 

„Ohne blinde Stellen und schwarze Löcher“ -: aber auch ohne seltsame Attraktoren (ChaosTheorie) [3].

„Magisch / makellos“ -: naja, auf jeden Fall aber keine Makulatur. 

„Wie man heute politische Gedichte schreiben kann“ (U.St.) -: Zackbumm (M. R.). 

Tja
    dann 
Wundern 
Sich 
Die 
Weisen 
Und 
Sprechen 
Leise 
In die 
    Welt 
Ihr -: Tja
 





Links und Anmerkungen:
[1] Hans Arp: Kaspar ist tot [Zweite Fassung]. In: Wulf Segebrecht (Hrsg.): Das deutsche Gedicht. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. S. Fischer, Hamburg 2005. ISBN: 3-10-074440-3. S. 346.
[2] Helmut Markwort (Focus): „Fakten, Fakten, Fakten – und immer an die Leser denken“.   
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Seltsamer_Attraktor 

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