Tuesday, July 15, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 39. KW 15.07.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


39. KW
Hauke Hückstädt: The German Schöngeist and I 
für Michael Hofmann


Eine Spiegelung im SchauFenster von drei Frauen auf dem BürgerSteig und zwei Männern in einem Auto -: von den SchauFensterPuppen beGafft und von mir.

Man kann einen ZiegelStein so lange reiben, wie man mag, es wird doch kein Spiegel daraus. 

Das unterScheidet die BeSchaffenheit von Gedichten und ZiegelSteinen -: die einen kann man werfen und die anderen werfen einen um. 

Wenn der geBrannte Ziegel für die geBrannte TonTafel steht, dann verbirgt sich daHinter eine WahnSinnsIdee -: die geBrannte TonTafel konnte nicht mehr verÄndert werden und überDauert zudem JahrTausende. 

Je schneller du spurtest, desto länger bleibst du in der Luft, desto kürzer beRührst du deinen Schatten.    

Schatten 
    einTreten in 
Den 
Schatten 
Des 
Hauses 
Und 
Dein 
Schatten 
Tritt 
Vor dir 
    Ein 
Ins Haus


39. KW
Kommentar: Henning Ziebritzki


BackStein -: Hamburger Flet nicht zu vergessen, der Turm zu Babel etc. pp.  

BackSteinWunder -: das Baltikum ist voll von solchen Wundern. Und natürlich Lübeck. 

Ziegel 
 wir haben 
Die 
Städte 
Aus 
Roten 
Ziegeln 
Mit 
PlattenBauten 
ÜberZogen
Und 
Die Patina 
    ÜberTüncht 
Mit LangWeiligkeit  





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Monday, July 14, 2025

Bananen im Schrebergarten

 


Es gibt Menschen, die halten den Klimawandel für ein Märchen. Andererseits sind sie bereit, an Aria 51, die Illuminaten oder Chemtrails zu glauben. Ich habe gerade in Köln Zeichen des Klimawandels festgestellt, denn in den Kleingärten in Köln-Holweide werden mittlerweile Bananen angebaut. Ich hatte früher einmal die Idee, im Bereich des Höhenfeldersees, es handelt sich um eine alte Kiesgrube, Dattelkerne in den Sand zu pflanzen, damit dort Dattelpalmen wachsen. Dummerweise habe ich das nicht getan; einmal ganz abgesehen davon, ob es überhaupt erlaubt ist. Aber vielleicht werden doch noch Dattelhaine dort entstehen. Ich erinnere mich, daß wir eine Dattelpalme auf dem Dachgarten der Eltern hatten, die haben wir aber einmal im Jahr in die Waschküche getragen und dann  im Frühling wieder hoch. Mittlerweile meine ich, daß Dattelpalmen in Köln auch gut überwintern könnten. Und vielleicht erlaubt der Klimawandel in der Zukunft auch in der etwas rauheren Eifel, Bananen anzupflanzen. 




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Sunday, July 13, 2025

Altargesteck für den 4. Sonntag nach Trinitatis 12./13.07.2025

 


Der heutige Sonntag ist der vierte Sonntag nach dem Trinitatis-Fest [1]. Die Kernaussage betrifft, wie friedliches Zusammenleben gelingen kann. Der Wochenspruch lautet: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ [2].  

Das Evangelium und Predigttext sind identisch und der Text ist bei Lukas zu finden und handelt „Vom Umgang mit dem Nächsten“: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.“ [3] Das ist die Stelle, an der vom „Splitter in deines Bruders Auge“ die Rede ist. Im Alten Testament ist von „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ die Rede; das war auf jeden Fall eine immense Verbesserung, denn es beschränkte den Schaden. Aber das bestimmt das Verhalten das anderen das eigene Verhalten. Später folgt der Wandel zum eigenen Verhalten, das so sein soll, wie man vom anderen behandelt werden will, so daß damit das Verhalten des anderen sich ändert. Nun aber wird gefordert, sein Verhalten an der Barmherzigkeit Gottes zu orientieren. Da wir bei der Barmherzigkeit sind, nicht nur anderen gegenüber sondern auch sich selber gegenüber sollte man barmherzig sein.

Die Epistel steht im Römerbrief und mahnt uns: „Vergeltet niemandem Böses mit Bösem.“ Und: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ [4] Paulus zitiert in der kurzen Stelle gleich zweimal das Alte Testament, einmal aus dem Buch der Sprüche und einmal aus dem 5. Buch Mose: „Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.“ Das war schon vor ca. 3000 Jahren sehr tröstlich, daß wir uns nicht um Rache zu kümmern brauchen; Gott hält uns den Rücken frei für Versöhnung und Vergebung. Wir können uns in diesem Zusammenhang an die elfjährige Maria Goretti erinnern, die in der römisch-katholischen Kirche heilig gesprochen wurde. Maria wurde Opfer eines Vergewaltigungsversuchs am 05.07.1902; sie wehrte sich und der 16jährige Täter stach 14mal mit einer Ahle [5] auf sie ein. Bevor sie am 06. Juli verstarb, hatte sie dem Täter, Alessandro Serenelli, vergeben. Auch die Mutter von Maria vergab ihm, als er 26 Jahre später aus der Zwangsarbeit entlassen wurde. Marianne Bachmeier erschoß den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter; die Öffentlichkeit hatte eher ihr denn ihm vergeben. Alessandro Serenelli aber scheint wirklich bereut zu haben und ging als Gärtner in ein Kapuzinerkloster.

Das Altargesteck in der Versöhnungskirche war unverändert zur Vorwoche und deshalb etwas angetrocknet. Das war aber nicht so tragisch, da sich wieder nur eine sehr kleine Gemeinde um das Taufbecken geschart hatte. In Kall konnte man sich an einem sehr gelungenen Gesteck erfreuen und ich meinte, Elemente aus der japanischen Kunst des Blumensteckens zu entdecken, da Kirschlorbeer und Stechpalme benutzt wurden. Aber vielleicht kam mir das so vor, da ich gerade ein Buch über Ikebana (生け花) gelesen hatte [6].



Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/4-sonntag-nach-trinitatis/ 
[2] Gal 6,2
[3] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.6 Lk 6,36–42 
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ROM.12 Röm 12,17–21 
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Goretti 
[6] Ishimoto Tatsuo: Japanische Blumenkunst. Knaurs, München 1960. 
生け花, auch いけばな geschrieben, bedeutet „lebendige Blumen“ - über diesen Begriff könnte man schon philosophieren. 

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Friday, July 11, 2025

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 11.07.2025

  


少婦城南欲斷腸,
征人薊北空回首。
燕歌行并序
。
高適
。
Die jungen Frauen in der südlichen Stadt sind untröstlich.
Die Grenzwächter im nördlichen Ji sehnen sich vergeblich nach der Heimat.
Lied von Yan, mit einem Vorwort
Gao Shi 

BusFahrt 
    in diesem 
Bus 
In 
Die 
Ewigkeit 
Treffen 
Wir 
Die 
Wieder
Die 
Wir 
VerSäumten 
Zu 
Treffen 
Und freuen 
    Uns 
Dennoch alle

Zur Seite 
    wir treten 
Lieber 
Zur 
Seite 
In 
Den 
Schatten 
Da
Wo 
Wir nur 
    Uns 
Selbst beGegnen 

Flügel 
    der Flügel 
Ist 
PechSchwarz 
Und 
Glänzend
Meist 
Spielt
Man 
Auf 
Den 
Weißen 
Tasten 
Manche 
Flügel 
Sind 
Weiß
Da 
Spielt 
Man mehr
    Auf den 
Schwarzen Tasten 

AntWort 
    zu wissen
Wann 
Die 
AntWort
Auf 
Eine 
Frage 
Nur 
Schweigen 
    Sein 
Kann 

ErTrinken
    dieses süße 
ErTrinken 
In 
Worten 
Der 
Liebe 
Und 
LiebKosungen
Das 
AufTauchen 
Und 
HineinGleiten
Unter 
Weißen 
Segeln 
In den 
    Ozean 
Der Nacht

BahnHof 
    dieser Bahn-
Hof 
Hat 
Einen 
WarteBereich
Einen 
BahnSteig
Gleise 
Und 
Alles
Was 
Dazu 
GeHört
Aber 
Er 
Wurde 
Nicht 
GeBaut
DaMit ein 
    Zug 
Dort hält 

Wespe 
    die sterbende 
Wespe 
Dachte 
Nicht
Daran 
Jemanden 
Zu 
Stechen
Aber 
Jemand 
Trat 
Auf 
Sie 
Und 
Stach 
Sich 
In den fuß 
    Ein 
Gnädiger Tod 

Mendoza
    der trübe 
Tag 
Unter 
Den 
Platanen
Deren 
Schatten 
Sonst 
So 
Wohl 
BeKommen 
Ist
Aber der 
    Wein 
Funkelte tinto

Spatzen 
    Spatzen lassen 
Sich 
In
Erratischen
FlugFiguren 
Hinab 
Zur 
GaragenEinfahrt 
Und picken 
    Ameisen 
Vom Boden

WanderWege 
    die Wander-
Wege 
Durch 
Die 
Schwärze 
Der 
Nacht 
Sind 
Frisch markiert 
    Worden 
In Schwarz

Schnee
    der Schnee 
ÜberZieht 
Die 
Landschaft 
Mit 
Einer 
Frischen 
Decke
Bleibt 
Eine 
Weile 
Dort 
Altert
Taut 
VerSchwindet 
Und 
ManchMal 
Läßt 
Er Spuren 
    Seines 
DaSeins zurück 

Wind 
    der Wind 
Läuft 
Über 
Den 
See 
LeichtFüßig 
Tritt 
Er von 
    Welle 
Zu Welle 

Stille Leere
Es ist die Stille 
Die Pause
Die der Musik 
Raum zum Schweigen gibt
Es ist die Leere 
Eines Raumes
die den Objekten 
die Freiheit gibt
Sich zu gestalten 

Liebe 
    als sie 
Ihre 
Hände 
ErGriffen 
Hatten 
Während 
Der 
Explosion 
Der 
AtomBombe 
Waren 
Ihre 
LebensLinien 
Vereint für 
    Einen 
AugenBlick 






Gao Shi (高適) lebte von etwa 704 bis 765 und war Dichter, Politiker und General der Tang-Dynastie. Er ist auch als einer der Vier Grenzdichter bekannt. Zwei seiner Gedichte erscheinen in der Anthologie Dreihundert Tang-Gedichte (唐詩三百首), aber die Sammlung Komplette Gedichte der Tang-Dynastie (全唐诗) enthält etwa 200 seiner Gedichte. 2016 erschien in Shanghai ein Buch mit 129 seiner Gedichte. Titel: 高文,王刘纯: 高适岑参选。上海古籍出版社 2016。ISBN: ‎978-7532580262。
Yan (燕) ist das Zeichen für Schwalbe, aber im Gedicht bedeutet es eine Region im alten Liaoning und Nord-Hebei. Ji (薊) ist ein Bezirk in der Provinz Hebei.

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Thursday, July 10, 2025

K. und das Museum

    K. findet sich in einem Keller wieder. Er liegt auf einem FeldBett. Ein Tisch und ein Stuhl verVollständigen das Mobiliar. DaNeben schließt sich ein sehr kleiner Raum mit WC, Dusche und WaschBecken an. K. benutzt die Toilette und setzt sich an den Tisch. Dort steht ein FrühStück oder besser eine MahlZeit bereit. Da der Raum keine Fenster aufweist, kann K. nur vermuten, daß es sich um den Morgen und das FrühStück handelt. Auf jeden Fall ißt und trinkt K. die MahlZeit, die man für ihn vorGesehen hat. Dann liest er die Anweisungen. Schließlich nimmt K. die Karte vom Tisch, die ihm als Schlüssel dienen wird.
    K. erkundet seine Umgebung, wie es ihm in den Anweisungen naheGelegt worden war. Er gelangt zu einem altModischen LastenAufzug, bei dem man die Tür manuell von oben herunterZiehen muß, um den AufZug schließen und fahren zu können. Er fährt langsam in das ErdGeschoß.
    Im ErdGeschoß ist das Entrée eines Museums, dessen Namen K. nun auch in SpiegelSchrift an der FensterWand des EinGangs lesen kann. Der EinGang ist verschlossen und K. kann den EinGang mit der Karte nicht öffnen. Er schaut sich um und sieht Kasse und Garderobe sowie einige AusstellungsRäume.
    Es gibt weitere StockWerke mit vielen AusstellungsRäumen. Die Räume haben eins gemein -: überall leere Wände mit Haken bzw. anderen VorRichtungen, um Bilder aufzuHängen. Es gibt SitzBänke und sogar Stühle für die AufSicht, aber in keinem Raum kann K. eine andere Person entDecken. K. geht zum EinGang zurück und kann auf der Straße andere Personen sehen, aber sie reagieren nicht auf sein Winken und das Klopfen an die Scheibe. Sie gehen am Museum vorbei. Dann schaut sich jemand einen SchauKasten an und blickt in das Museum durch die Scheibe, aber auch durch K. hinDurch.
    Nun heißt es aber für K. frisch ans Werk. Er hat Anweisungen für eine AusStellung, wozu auch Plakate und Kataloge gehören, die er im Foyer anBringt beziehungsweise abLegt. Wo aber sind die Bilder? Die Anweisung für die AusStellung enthalte Angaben über den Ort im Magazin, wo die Bilder gelagert werden und wohin K. sie bringen und aufHängen soll. Die SchlüsselKarte öffnet und schließt nur den AufZug und nicht die Treppe zum Magazin, während K. die Treppen zu den AusstellungsRäumen benutzen kann. Also fährt K. wieder mit dem AufZug in den Keller und geht zum entSprechenden Raum des Magazins. Er nimmt einen quietschende TransportWagen mit und kann mit seiner Karte die AlarmAnlage ausSchalten. Für diese AusStellung arbeitet K. einige Tage. Er bewegt sich zügig, aber die Fahrten mit dem AufZug dauern sehr lange. Er wird unterSchiedlich fertig. Wenn das TagesPensum erreicht ist, kann er das Magazin nicht mehr öffnen. Dann geht er in das kleine Zimmer, nimmt sein AbendBrot ein und legt sich schlafen.
    K. hofft, seine Arbeiten bis zum Termin zu schaffen und er wird genau zur Vernissage fertig. Aber er sieht kein Publikum und dann ist auch schon die 
Finissage. K. muß nun die Bilder zurück ins Magazin bringen. Es geht überRaschender Weise etwas schneller. Dann folgt auch schon die nächste
AusStellung.
    Um was für AusStellungen handelte es sich nun? Beispielsweise um solche wie diese:
Wilhelm Leibl und die Farbe Schwarz. 
Liebermanns Rasenbleiche. Die verschwundene Wäscherin.
Girolamo Troppa (1637-1710). Der Zeichner. Ein Phantom.
Edvard Munch, Max Klinger und das Drama der Geschlechter.
Sternstunden niederländischer Barockkunst.
Susanna - Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo.

    K. faßt nach einigen Monaten zusammen. Die AusStellungen existieren für niemanden außer ihn. Oder hat er etwas nicht erFaßt? Es gibt für ihn keinen Ausgang. Es gibt auch keine Möglichkeit für K. eine Nachricht zu übermitteln. Insgesamt gibt es keinen Grund zur Klage. Alles funktioniert, selbst der TransportWagen mit den quietschenden Rollen.
    K. plant seinen AufEnthalt im Museum. Er ist ein Robinson, nur nicht auf einer insel sondern im Museum. Wie Robinson Crusoe arrangiert K. sich mit seinem Leben. Er wird die AusStellungen aufBauen und wieder AbBauen. Er wird sich die Kunst anSehen und die Kataloge lesen. Sonst allerdings gibt es nichts. Trotzdem findet er, es besser getroffen zu haben als Sisyphos, der bekanntlich ein glücklicher Mensch war.

Anmerkung:
Diese Ausstellungen des Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud (Köln) gab es wirklich.

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Wednesday, July 9, 2025

Sammelsurium (283) 09.07.2025

 


RückSchau
1325 [1]

Odorico di Porderone bringt die erste Nachricht über Lhasa, die Hauptstadt Tibets, nach Europa. Übrigens gab es einen Dalai Lama erst im 16. Jahrhundert.

Auf Kipp 
Die US-Amerikaner und viele andere Nationen kennen nicht das Konzept  Fenster auf Kipp. Aber mal ehrlich, wann stand das letzte Mal ein Fenster auf Kipp?

WiederSehen 
„Ach, du bist das! In meiner Erinnerung hatte ich dich ganz vergessen.“ Wie sehr ich mich freue, dich wiederZusehen und jetzt bist du auch wieder zurück in meiner Erinnerung. 

Gedichte & Zettel
Gedichte sind wie Zettel, die man mit möglichst einem SchlagWort beSchriftet und die dann von ModeratorInnen an eine PinnWand geheftet werden. Kurz, präzise, keine Romane.  

KunstWerk 
InteressanterWeise ist es nur dem KunstWerk egal, was über es gedacht wird. 

Perspektive 
… und gehen über den Wolken, nicht um hinUnter zu schauen, sondern in die Ferne. 

Wissen um das ewige Leben
Beim Ausschalten des Computers / Roboters weiß der ja auch nicht, ob er wieder einGeschaltet werden wird.   

Argonauten
Haben die Argonauten auf der langen Fahrt über das Schwarze Meer SeemannsGarn geSponnen oder dichtete man erst später von ihren Taten.  

Bettler 
Ich möchte einmal mich wie ein Bettler vor einen SuperMarkt setzen mit einem Schild: „Ich brauche nichts im Moment, ich sitze nur so da“.  [Ehrlich, ich traue mich nicht. Was, wenn es einen wirklichen Bettler gäbe, den ich damit beleidigen würde?]

Hinterm Zaun  
Ich stehe nach dem Regen im SonnenSchein. Die grüne Wiese dampft und graue wie weiße Wolken ziehen vorbei. Der Wind raschelt in den Bäumen,  besonders den häßlichen Fichten (ach, da rauscht er mehr), aber auch in der herrlichen Weide wie dem Ahorn. DaNeben spüre ich die Ruhe, in der die Natur liegt.

Die drei Mädchen
Ich traf einmal drei Mädchen an der BahnStrecke in Colombo (Wellawatta), die in der Nähe des Strandes lag. Sie bettelten mich an, aber sie waren nicht wirklich Bettlerinnen. Ärmlich gekleidet, ja, und barfuß gingen sie an der maroden BahnLinie entlang. Sie waren fröhlich. Ich hatte kein KleinGeld. Es war mein erster Tag in Sri Lanka überhaupt bei meinem ersten AufEnthalt dort. Mich verWunderte, daß sie nicht entTäuscht waren, weil es kein Geld gab. Und irgendWie, vielleicht waren die Muster der Kleidung ausschlagGebend, erinnerte ich mich an eine MitSchülerin in der VolksSchule -: Rosemarie. Die war etwas zurückgeblieben und kam dann auch in die Sonderschule. VerRückt, wie so, was im Gehirn verLinkt ist.  

Cherubim 
Ist der Job der Cherubim (göttliche TürSteher / Bouncer) nun lau oder langweilig? Wann war das letzte Mal, daß jemand vom Eintritt ins Paradies abGewiesen werden mußte? WahrScheinlich war der Tartar in Kafkas Parabel beSchäftigter.

SteinWurf 
Stein, der den Brunnen traf [2]-: na und?! Schlimmer wäre eine Scheibe und noch schlimmer ein Mensch.

RadFahrer 
Dieser moderne RadFahrer von Ferne betrachtet sah er aus wie Spiderman auf einem FahrRad.  

Idylle
In die vergangene Idylle geschaut -: MusikTruhe, SW-FernSeher mit einem Holzvorhang und verSchließbar, FensterKlappe [3], KohleOfen, EierKohlen, Briketts. Was für eine trostlose Idylle!  

Scherben
Die Seele läßt sich nicht am steinernen Herzen befestigen.
Aus der Lende das Elende -: el (Spanisch) Ende.  
TrinkHalle -: Walhalla für die nicht so erfolgReichen Krieger.   
Schattenfontänen - SchafottTränen





Links [4] und Anmerkungen:

[1] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 585.
[2] Steinwurf von Walter Höllerer. In: Transit / Lyrik der Jahrhundertmitte. Hrsg. von Walter Höllerer. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1956. S. 24/25. 
[3] Die FensterKlappe hielt nie völlig dicht, aber das war so unGeschickt nicht, wenn man mit KohleOfen im Zimmer heizte.
[4] Ganz schön link so ohne Links. 

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Tuesday, July 8, 2025

Hermann-Josef-Rast an der Abbiegung der Landesstraße 206 nach Urft



Nein, es heißt nicht: „Begrabt mein Herz an der Abbiegung der L206 nach Urft“, aber ich war genauso überrascht, als ich das Kreuz dort vor einigen Wochen entdeckte, als ich von Keldenich in Richtung Urft abbog. Ich habe gleich einmal angehalten, ohne zu wissen, was man dort hingestellt hatte.

Die Stelle wird im Bericht über die Einweihung als Brandenbusch [1] bezeichnet, aber der Hof Brandenbusch liegt auf der anderen Seite der L206 und wäre mit dem Hinweis auf die L22 besser bedient und dazu liegt sie an der Abbiegung zum Hövelshof. Wenn man also von der L206 in die L22 nach Urft abbiegt, sieht man Kreuz und Rastplatz auf der linken Seite (östlich).

Das Kreuz mit Hinweistafel bezeichnet einen Rastplatz der Hermann-Josef-Pilger, die von Urfey zum Grab des Heiligen Hermann-Josef in der Steinfelder Klosterbasilika seit weit über hundert Jahren wallfahren. Neben den Wallfahrern aus Urfey beteiligen sich auch Personen aus de zum Pastoralen Raum St. Barbara Mechernich gehörenden Pfarren Eiserfey, Kallmuth und Weyer. Dort stand früher schon eine Bank, die allerdings morsch geworden war und deshalb entfernt worden war. Wenn auch der Name Brandenbusch auf den Hof Brandenbusch hindeutet, so ist doch die Gemeinde Kall Eigentümerin des Lichtungsgrundstücks und erteilte die Genehmigung zum Aufstellen von Kreuz uns Sitzgelegenheit.

Da nur einmal im Jahr gepilgert wird, können sich Wanderer dort die meiste Zeit des Jahres ausruhen. Es gibt einen Rundwanderweg, von dem aus man einen Abstecher machen kann, bevor es weiter am Güntzentalerhof vorbei geht [2].