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Monday, April 6, 2026

Altargesteck zu Ostermontag 2026

 


Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch das Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grüner Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Johann Wolfgang Goethe [1]


Die ersten beiden Zeilen sind wohlbekannt, von wem sind sie nur? Gut, das steht da oben, aber ich wollte nicht versäumen, einen Trick mitzuteilen. Wenn man es nicht genau weiß, dann sind es oft Goethe oder Schiller. Und was hat es mit Ostern zu tun? Davon später mehr.

Warum gibt es eigentlich den Ostermontag als Feiertag? Ostern wurzelt im jüdischen Pessach, aber für Christen erinnert Ostern an die Auferstehung des Christus. Da hätte eigentlich der Ostersonntag genügt, den man schon seit dem 2. Jahrhundert gefeiert hat. Aber denken wir zunächst an die jüdische Wurzel – das Pessach-Fest dauert (immer noch) eine Woche an [2]. Die frühen Christen ließen sich in der Osternacht taufen – deshalb gibt es heute noch das Taufgedächtnis zu Ostern – und trugen das weiße Taufkleid die nächste Woche. So kann man in den Ostermontag eine Erinnerung daran interpretieren. aber eine bessere Erklärung ist die Vertiefung der Osterfeierlichkeiten, da es sich bei Ostern um das wichtigste christliche Fest handelt. Der Ostermontag ist eng mit dem Gang zweier Jünger nach Emmaus verbunden, denn die gingen am Tag nach der Auferstehung von Jerusalem nach Emmaus [3]. Und daher ist der Ostermontag mit dem Osterspaziergang verbunden. Die von Johann Wolfgang Goethe zitierte Passage, wird oft als „Osterspaziergang“ in Form eines Gedichtes abgedruckt, aber es handelt sich um einen Monolog von Faust, der an einem Ostersonntag mit seinem Famulus Wagner einen Spaziergang macht (die Szene heißt „Vor dem Tor“).

Der Wochenspruch hat sich seit gestern nicht geändert und lautet: „Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ [4] Widerspricht  sich da die Bibel? Wir meinen ja häufig, Widersprüche in der Bibel zu entdecken. Hat die nicht Petrus? Nein. Petrus hat die Schlüssel zu Himmelreich versprochen bekommen. „Ich will dir die Schüssel des Himmelreichs geben“ [5].

Gehen wir einmal die Texte durch, die in „Das Kirchenjahr – Evangelischer Sonn- und Feiertagskalender“ für den Ostermontag vorgeschlagen werden.
· Lesung aus dem Alten Testament: Das große Freudenmahl. „Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist.“ Der gesamte Text stammt aus dem Buch Jesaja [6]. 
· Epistelesung: Die Verwandlung der Gläubigen und der Sieg über den Tod. Die Stelle kann man im 15. Kapitel des ersten Briefes an die Korinther nachlesen [7]. „Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht Jes 25,8: »Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?«“ (Verse 54.55] Vielleicht ist es etwas enttäuschend, wenn man es mit [6] vergleicht. Und wenn man es mit einem Vers aus Hosea vergleicht, wird es auch nicht besser [8].
· Lesung aus dem Evangelium: Die Emmausjünger – steht im Lukasevangelium [9].
· Predigttext: Jesu Erscheinung vor den Jüngern – der steht im Anschluß an die Geschichte mit den Emmausjüngern [10]. „Als sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist.“

Lukas weiß eine lange und spannende Geschichte über die Emmausjünger zu erzählen. Markus erzählt die Geschichte in zwei Versen: „Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie aufs Feld gingen. Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch denen glaubten sie nicht.“ [11] Die beiden Jünger, von denen einer Kleopas heißt, gehen von Jerusalem nach Emmaus, das sind etwa 12 km. Zu ihnen gesellt sich der Auferstandene, den sie aber nicht erkennen, und erklärt ihnen, was in und vor Jerusalem geschehen ist. Erst als er bei der gemeinsamen Mahlzeit das Brot bricht, gehen ihnen die Augen auf. Da aber verschwand der Christus. Als sie aber erkannt hatten, wer da mit ihnen gegangen war, kehrten sie sofort zurück nach Jerusalem, um es den anderen Jüngern zu berichten.

Der Gottesdienst für den Ostermontag fand in der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd (EvA) statt [12]. Die Lilien blüten weiß, wie auch anders, in der liturgischen Farbe des Festes. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Sieglinde Schneider (Sopran) [13] und Kantor Werner Harzheim, die den Gottesdienst zu einem musikalischen Erlebnis werden ließen.
 
 



Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Johann Wolfgang Goethe: Faust. Eine Tragödie. In: Gesammelte Werke in sieben Bänden. Herausgegeben von Bernt von Heiseler. Dritter Band: Faust · Versepen. Im Bertelsmann Lesering, Bielefeld 1962. S. 32.
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Pessach 
[3] https://kirchenjahr-evangelisch.de/ostermontag/ 
[4] Offb 1,18 
[5] Mt 16,19
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.25 Jes 25,6–9
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1CO.15 1. Kor 15,50–58
[8] „Sollte ich sie aus der Hölle erlösen und vom Tod erretten? Tod, wo ist deine Seuche; Hölle, wo ist deine Pest? Meine Augen kennen kein Mitleid.“ 
https://www.bibleserver.com/LUT/Hosea13 Hos 13,14
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.24 Lk 24,13–35 
[10] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.24 Lk 24,36–45
[11] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.16 Mk 16,12-13
[12] Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd
https://eva-gepflegt.de/ueber-uns/ 
[13] https://de.wikipedia.org/wiki/Sieglinde_Schneider 

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Wednesday, September 20, 2023

Wiederaufbau Gemünd im September 2023

 



Es war mir gar nicht so bewußt, daß wieder ein Jahr vergangen ist. Ich hatte im letzten Jahr über Gemünd und den Wiederaufbau berichtet und das kam mir vor wie Juli 2023 [1]. Für die Idee, das Voranschreiten des Wiederaufbaus von Gemünd zu betrachten, war vielleicht die Aussage eines früheren Baukirchmeisters ausschlaggebend, daß an der katholischen Kirche St. Nikolaus bereits so viel an Wiederaufbau erfolgt sei und an der evangelischen Kirche nicht, was ich so nicht nachvollziehen konnte, da ich erst zwei Tage vorher den Ort besucht hatte.

Wie steht es also mit dem Wiederaufbau von Gemünd? Macht es Unterschiede, ob man den Wohnort, den Kurort oder den Sprengel meint? Ich kann vorausschicken, daß im Vergleich zum Vorjahr schon viel passiert ist. Man sieht nicht mehr so viele Handwerker, aber es sind doch noch erschreckend viele Ladenlokale oder Hotels zu sehen, die anstatt Glas die Schaufenstern mit Pressholz verschlossen haben. Und es steht sehr in Frage, ob auch alle Hotels oder Pensionen wieder aufmachen.




Wie sieht es aus mit Gemünd als Kurort? Da ist allerdings schon Einiges getan worden, so daß es wieder Gäste gibt. Aber der Kurort, den Gemünd früher darstellte, ist noch lange nicht wieder da. Brücken müßten noch wieder instand gesetzt werden oder Wege am Ufer der Urft sind weiterhin gesperrt.

In der Fußgängerzone sind noch nicht alle Ladenlokale mit Geschäften besetzt. Außerdem sind dort Physiotherapie- oder Ergotherapiepraxen eingezogen. Die Fußgängerzone dient dem Wohnort wie dem Kurort. Die Frage ist, welche Mischung optimal ist, denn es kann nicht um die bloße Belegung der Ladenlokale gehen. Wobei ich mir auch widersprechen muss, denn so wie die Fußgängerzone heute ist, wirkt sie nicht mehr wie eine Geisterstadt, denn den Eindruck hatte ich früher einmal. Was könnte Kurgäste von einer Fußgängerzone erwarten? Vielleicht sind das eher kleine Geschäfte mit Geschenkartikeln, Lokale und ähnliches. Die Frage ist allerdings, ob das sich solche Geschäfte schon wieder lohnen.




An der katholischen Kirche ist eindeutig viel getan worden. Aber sind die Wände vielleicht doch zu schnell verputzt und gekalkt worden? Ich könnte mir vorstellen, daß es im Gemäuer immer noch Nässe gibt. Und auch das Gerüst im Innern der Kirche zeigt, daß die Arbeiten noch längst nicht abgeschlossen sind.


Bei der evangelischen Kirche sieht die Situation ganz anders aus, da gab es unrealistische Angebote zur Sanierung. Die Frage muss auch lauten, ob bei schwindenden Mitgliederzahlen die Trinitatisgemeinde einen Wiederaufbau überhaupt stemmen kann. Das weiß ich nicht und das ist etwas, was vom neuen Presbyterium zu entscheiden ist, denn aktuell ist Wahlphase bzw. Anfang 2024 wird es ein neues Presbyterium geben, das sich über Möglichkeiten für den Teil der evangelischen Gemeinde in Gemünd Gedanken machen muß, um dann zu Entscheidungen zu kommen.

Über zwei Jahre nach der Flut weist Gemünd immer noch viele Schäden auf. Ich wünsche dem Ort, daß er wieder so schön wird, wie er einmal war. Dafür sind Projekte wie KIF 2022 [2] und KIF 2023 [3] notwendige Lichtblicke, die verhaltenen Optimismus erlauben.




Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2022/06/gemund-jetzt-und-ein-paar-jahre-vor-der.html
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2022/07/kif-2022-in-gemund.html
[3] https://rheumatologe.blogspot.com/2023/09/kif-2023-kunst-im-flu-2023-in-gemund.html


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Monday, May 1, 2023

Der Maibaum von Diefenbach


Nach dem Kapellenfest und Geburtstagsfeiern als Dorffesttag im letzten Jahr [1], feierten wir die Ankunft des Mais in Diefenbach mit einer Wanderung, einer abenteuerlichen Fahrt mit geteiltem Essen und dem Schmücken und Aufstellen des Maibaums. „Der Wettergott hatte es gut mit uns gemeint“, findet man häufig in solchen Berichten, wie ich ihn gerade schreibe, aber nein, es muss heißen: nach den regnerischen und sehr kalten Tagen vor dem Fest hatten wir strahlend blauen Himmel mit Sonnenschein und später etwas Quellbewölkung.

Diefenbach liegt am Kuttenbach, der in der Sistiger Heide entspringt und nach etwa fünf Kilometern zwischen Urft und Sötenich, etwa unterhalb der Stolzenburg, in die Urft mündet. Walther von der Vogelweide hörte die Wasser rauschen („Ich hôrte diu wazzer diezen“), aber wir hörten heute nicht so hin, sondern besahen uns die Reparaturarbeiten an der Bachunterquerung in der Dorfmitte nach den beiden Unwettern vor etwa zwei Jahren [2]. Nun wird es wieder schön aussehen, aber den Querschnitt hat man belassen und so wird die nächste Flut auch ähnliche Schäden haben. Wir – mehr als die Hälfte der Einwohner Diefenbachs - wanderten am Bach entlang und die Natur hat die Schäden, die ich beschrieben hatte [2], schon wieder repariert. Da ist die Natur schneller als die Politik. Wir machten eine Pause an der Wanderhütte zwischen Steinfeld und Rinnen, die im Jahr 2001 von der Ortsgruppe Sötenich aufgestellt worden war [3]. Und von dort liefen wir weiter über die Brücke des Wanderwegs von Steinfeld nach Rinnen über der Kuttenbach zur St. Hermann Josef Quelle und dann nach Urft bis kurz vor das Haus Dalbenden.




Von Urft aus fuhren wir nach Gemünd, das war der noch wenig abenteuerliche Teil der Fahrt. In Gemünd hatten wir im Brauhaus [4] reserviert. Ein Teil unserer Gruppe aß bereits, andere waren noch bei den Getränken und warteten, daß ihre köstlichen Speisen kredenzt würden, aber da bemerkte ich einen stechenden Geruch, wie Teerfarbe, die von der Sonne erhitzt wurde, denn ich saß an einem Fenster, durch das die Sonne schien. Dann wurde der Geruch stärker und ich dachte, durch eines der offenen Fenster käme Rauch von einem Maifeuer herein geweht. Aber es brannte in der Küche. Ein Mitglied unserer Gruppe, der in der Freiwilligen Feuerwehr ist, half bei den ersten Löschversuchen, aber gleichzeitig wurde die Feuerwehr alarmiert. Die Inhaberin Ulrike Geuenich und ihr Team haben vorbildlich das Lokal evakuiert. Und schon kam auch der Brandmeister und dann Löschzüge, Rettungswagen und Polizei. Während wir uns das Spektakel auf den Bänken draußen anschauten, kamen doch Leute vorbei, die davon redeten, die Küche sei explodiert. So entstehen Gerüchte. Nein, da war nichts explodiert. Es hatte gebrannt. Und die Diefenbacher hoffen, daß man den Schaden schnell reparieren kann, denn das Brauhaus hat erst seit etwa zwei Monaten wieder geöffnet, da die Behebung der Flutschäden sich anderthalb Jahre hingezogen hatte. Wir wünschen der mutigen Wirtin und ihrem Team viel Glück!

Es wurde dann umdisponiert und wir fuhren nach Steinfeld. Als ob der Brand noch nicht Abenteuer genug war, verpaßte der Busfahrer die Abfahrt hinter Urft nach Steinfeld und mußte beim Parkplatz zwischen Urft und Bahrhaus – da wo ungefähr der Weg zum früheren Ausweichsitz der Landesregierung NRW gelegen ist – wenden, und so kamen wir schließlich im Gasthaus in Steinfeld an, in dem man teils sehr hungrige Menschen verköstigte.




Später in Diefenbach wurde der Maibaum [5] geschmückt. Die Volkskunde hat einige Theorien zur Entstehung des Brauchs, aber ob es sich um alten germanischen Ritus handeln könnte, wird stark bezweifelt. Für die Eifel und Aachen scheint der Brauch immerhin im 13. Jahrhundert bereits belegt zu sein. Ich sehe in dem frühlingshaften Bunt eine gewisse Nähe zu den Gebetsfahnen in Bereich des Himalaya [6]. Vielleicht schenkt man der Landschaft so etwas mehr Achtung. Das waren allerdings nicht Diskussionen im Anschluß an das Schmücken und Aufstellen des Maibaums. Wir saßen dann, als es kälter wurde, um ein Feuer. Und wer es sich nicht vorstellen kann, der kann einen Asterix & Obelix Band hervorholen und sehen, wie das Dorf am Ende feiert [7] – bei uns allerdings ohne geknebelten Barden und ohne Wildschweinbraten.


Links und Anmerkungen:

[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2022/09/20-jahre-marien-kapelle-in-diefenbach.html
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/07/diefenbach-und-kuttenbach-wanderung.html
[3] https://www.eifelverein-soetenich.de/index.php/bildergalerie/geschichte  
[4] https://www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/schleiden-gemuend/gemuender-brauhaus-eroeffnet-anderthalb-jahre-nach-der-flut-wieder-487962  und https://www.gemuender-brauhaus.com/  
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Maibaum
[6] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/05/maibaum-und-gebetsfahnen.html und
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/04/pray-flags-in-bhutan.html
[7] https://image.geo.de/30121342/t/2Z/v5/w1440/r0/-/gelage-fuer-berlin-paris-asterix-und-obelix-png--68429-.jpg


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Thursday, October 27, 2022

„It's Tea Time!“


Dem WochenSpiegel liegt monatlich das „Live magazin“ bei [1], das ich gewöhnlich durchblättere, um zum Kreuzworträtsel zu gelangen [2] – jetzt ist es raus! Diese Rätsel haben den Charme des – im Rheinland sagt man – Zurechtgefrickeltem. Aber da gelangte ich erst später hin, denn erst einmal sah ich auf dem Umschlagsblatt die Überschrift „It's Tea Time!“ und eine Frau, die eine Tasse in der linken (?) und ein Buch in der rechten (?) Hand hält und aus einem Fenster hinaus schaut. Warum liest sie nicht in dem Buch, dachte ich mir. Ist der Text auf Kyrillisch geschrieben? Nein, der Text ist in Spiegelschrift – da kann man verstehen, daß sie aus dem Fenster schaut.

Auf S. 4 und 5 steht dann der Artikel, der zwei Teeläden vorstellt [3]. „Da wird gefragt: „Trinkst du Tee oder Kaffee?“ – aber warum geht nicht beides?“ Aus gutem Grund! Ich bin ziemlich experimentierfreudig, aber Tee und Kaffee … in einer Tasse?

„Echter Tee wird immer aus der Pflanze Camellia Sinensis gewonnen ...“. Im Prinzip: ja. Aber es gibt verschiedene Camellia-sinensis-Varietäten und vielleicht hat die Camellia sinensis var. assamica sogar die größere Verbreitung, wobei allerdings Hybride gezüchtet wurden und man vier Varietäten unterscheidet.

Pu-Erh-Tee wird als „der einzig wirklich fermentierte Tee“ beschrieben. Bei Grünem Tee „wird die Fermentation durch Pfannenröstung oder unter Wasserdampf gestoppt“. Wie paßt das zusammen? So erst einmal nicht. Das Wort Fermentieren wird bei Tee leider auch für das Oxidieren angewendet und darin liegt der Fehler, deshalb hat Frau Kauder Recht, denn Pu-Erh-Tee [4] entsteht erst durch die Fermentation von Mikroorganismen. Bei allen anderen Teesorten sind Verarbeitung und Oxidation für die Unterschiede verantwortlich. Weißer Tee ist am wenigsten bearbeitet, Grüner Tee ist kaum oxidiert, Gelber Tee (auch den gibt es) ein wenig oxidiert, Oolong und ähnliche Tees „halb-oxidiert“ und Schwarzer Tee ist „vollständig“ oxidiert. Die Begriffe „halb-oxidiert“ und  „vollständig“ oxidiert sind als Appoximationen zu werten.

„Zu den Dauerbrennern … zählen „Earl Grey“ und „Ostfriesentee“.“ Zu beiden habe ich auch schon  geschrieben – Earl Grey Tee [5] und Ostfriesentee [6].

Ich wünsche den Teeläden in Euskirchen, Mechernich und Gemünd viel Erfolg.


 

Links und Anmerkungen:
[1] Live magazin, Ausgabe Kreis Euskirchen, November 2022
[2] a.a.O. S. 19. Kennen Sie die „Stadt bei Oslo“ mit vier Buchstaben? Nein? Der Ort Grue ist gemeint und liegt ca. 130 km von Oslo entfernt; immerhin 4548 Einwohner leben dort [2a]. Schwieriger war schon „Greiforgan der Elefanten“ mit vier Buchstaben. Tja: Arve ist die Lösung – hätten Sie's gewußt? Oder „Kiefernart“ mit sieben Buchstaben – das ist natürlich: Ruessel.
Kreuzworträtsel und nicht Kreuzwortsrätsel, dabei heißt es doch auch Adsventskalender.
[2a] https://en.wikipedia.org/wiki/Grue,_Norway
[3] Der Teeladen – Schönes zum Tee;  Dreiborner Straße 35, 53937 Schleiden (das ist für Einheimische Gemünd!). Tee-Traum Ulrike Kauder; Berliner Straße 8, 53879 Euskirchen (liegt für mich etwas abseits). Und da wir beim Auflisten von Adressen sind, es gibt auch noch: Tee & Kaffee … pur!, Bahnstraße 48, 53894 Mechernich.
[4] Pu'er Tee und das Buch zum Tee von Martina Seifen https://rheumatologe.blogspot.com/2022/07/puer-tee-und-das-buch-zum-tee-von.html und Abnehmen mit Pu-Erh Tee? https://rheumatologe.blogspot.com/2013/03/abnehmen-mit-pu-erh-tee.html Ich sollte das Thema  Pu'er Tee / Pu-Erh-Tee nochmals aufgreifen.
[5] Noch einmal zu Earl Grey Tee https://rheumatologe.blogspot.com/2022/02/noch-einmal-zu-earl-grey-tee.html
[6] Tee in Ostfriesland https://rheumatologe.blogspot.com/2022/02/tee-in-ostfriesland.html

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Tuesday, July 26, 2022

KIF 2022 in Gemünd


Bei Kif denke ich erst einmal an Haschisch und Marokko [1]. Ich sah die Aufschrift KIF 2022 in Gemünd und zwar bei den Hinweisen auf die Collage, die an den neuen Uferbefestigungen im Bereich des Zusammenflusses von Urft und Olef in Gemünd angebracht worden sind. Nach der Flutkatastrophe im letzten Jahr war eine weitreichende neue Ufersicherung notwendig geworden. KIF steht für die Ausstellung „Kunst im Fluss“ für die der Künstler Jürgen A. Roder verantwortlich ist, alles „dreht sich alles um Collagen und Montagen“ [2].

Collagen von Jürgen A. Roder und Christian Stark
Olef-Teil und zwas da, wo noch ein Teil der alten Uferbefestigung erhalten blieb





In Gemünd werden 32 Collagen internationaler Künstler ausgestellt und dazu kommen noch einmal sieben in Schleiden. Insgesamt 39. Warum gerade 39 und nicht 42? Bestimmt nicht aufgrund der 39 Bücher des Alten Testaments der Bibel. Ich denke eher an den alten Kriminalfilm von Alfred Hitchcock „Die 39 Stufen“ [3] aus dem Jahr 1935.



Meine beiden Favoriten sind die Collagen „Japanese“ von Stéphanie Herremanns und „Under“ von Mónica Balcão. Den Titel „Under“ kann man gut auf die Situation während der Flut in Gemünd beziehen.


Man kann sich die open-air-Ausstellung kostenlos bis zum 2. Oktober 2022 ansehen. Eine sneak preview ist aber auch im Internet möglich [4], aber IRL (in real life) ist es doch schöner.


Links und Anmerkungen:

[1] „Kif“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/wb/Kif, abgerufen am 26.07.2022.
[2] https://www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/schleiden---gemuend/open-air-ausstellung---kunst-im-fluss--in-gemuend-zeigt-collagen-aus-aller-welt-39770326
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Die_39_Stufen_(1935)
[4] Internet-Katalog der Collagen: https://fliphtml5.com/lpbtl/ubjz/basic
[5] https://rheumatologe.blogspot.com/2022/06/gemund-jetzt-und-ein-paar-jahre-vor-der.html Gemünd voher/nachher.
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Thursday, June 23, 2022

Gemünd – jetzt und ein paar Jahre vor der Flut

Vor der Flut: altes Mauerwerk und alte Bäume

Nach der Instandsetzung: neue Mauern, Aussichtsplattform und junge Bäume


Ich habe Gemünd nicht oft besucht, aber heute bin dort nach längerer Zeit wieder einmal gewesen, denn ich mußte zur Postbank und die hat die Flut in Kall auf dem Gewissen. Nun ja, in Gemünd gibt es auch keine richtige Postbank, in der man Bankgeschäfte tätigen könnte, aber man konnte mir weiterhelfen. Fast ein Jahr ist herum und viel ist getan worden, aber viel ist eben noch nicht so, wie man es gewohnt war. Die Post liegt übrigens in der Urftseestraße, von der im WDR berichtet wurde: „Die Flut im Sommer hat die Urftseestraße in Gemünd besonders hart getroffen.“ [1]

In Gemünd fließen Urft und Olef zusammen [2], so daß man sich gut vorstellen kann, daß es dort Flutschäden kann. Ich hatte im vorigen Jahr über die Flutschäden in Diefenbach [3] berichtet. Der Kuttenbach fließt in die Urft. Diefenbach liegt nicht ganz 200 m höher als Gemünd, so daß man sich über das Gefälle gut die Kraft vorstellen kann, mit der das Wasser dort unten ankam. Gemünd liegt ca. 10 km Luftlinie von Diefenbach entfernt. Es hat 3800 Einwohner.

Überall im Ort sieht man Handwerker. Viele Schaufenster sind noch mit Spanpressplatten oder ähnlichen Übergangslösungen versehen. Ich sah aber auch einen Glaser mit großen Scheiben. Ich habe vor etwa acht Jahen Aufnahmen beim Zusammenfluß und auch von der Kirche der evangelischen Trinitatisgemeinde. Ich habe übrigens nicht jedes mal dort fotografiert. Die evangelische Kirche wie auch die katholische St. Nikolauskirche haben gelitten und in beiden wird restauriert. St. Nikolaus erinnerte mich im jetzigen Zustand, also ohne Bestuhlung an mittelalterliche Kirchen, wie sie in Filmen dargestellt wurden. Bei St. Nikolaus sieht man, wie hoch das Wasser stand. Wahrscheinlich muss das Mauerwerk auch noch weiter trocknen.

Auch wenn Schäden an der Uferbefestigung behoben und neue Bäume gepflanzt wurden, die Gefahr für das nächste Hochwasser ist damit nicht gebannt. Der Wochenspiegel berichtete vor einigen Monaten, daß eine Talsperre zwischen Hellenthal und Hollerath den Platißbach aufstauen [4] und regulieren soll. Denn der Teil von Hellenthal direkt hinter der aufgestauten Olef kam deutlich besser weg, als die tieferliegenden Teile, die von den Zuflüssen von Platißbach und Prether Bach überschwemmt wurden. Ich hatte im letzten Jahr Pegeldaten vom Platißbach gesehen, der vor dem großen Regen ca. 0,40 m betrug, dann innerhalb von einigen Stunden auf 0,80 m anstieg, um dann innerhalb von drei Stunden auf 2,80 m anzusteigen [5]. Ich hoffe jedenfalls, daß gehandelt und nicht nur diskutiert wird.

Evangelische Kirche vor der Flut

Evangelische Kirche nach der Flut


Aktueller Blick ins Innere der evangelischen Kirche


St. Nikolaus von außen - da ist der Schaden nicht mehr offensichtlich



Innen sieht man dann aber den Schaden

 

Links und Anmerkungen:
[1] https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/ein-halbes-Jahr-nach-der-flut-lage-in-stolberg-eschweiler-schleiden-eifel-100.html
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Gem%C3%BCnd_(Schleiden)
[3] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/07/diefenbach-und-kuttenbach-wanderung.html
[4] https://www.wochenspiegellive.de/schleiden/artikel/eine-talsperre-im-platissbachtal
[5] Leider finde ich die Daten des Pegels Platißbach nicht und habe sie aus dem Gedächtnis zitiert; ich hatte sie vor ca. 11 Monaten gesehen.


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