Showing posts with label Mechernich. Show all posts
Showing posts with label Mechernich. Show all posts

Monday, May 18, 2026

Geplante Ausfahrt der A1 bei Satzvey (Eifel) – ein Irrwitz?

Ich las den „WochenSpiegel Schleiden“ vom 13.05.2026 und auf S. 14 den Artikel „Autobahnanschluß Nummer vier rückt näher“ [1]. Auf dem Luftbild (über Satzvey etwa in Richtung SO) sieht man die A1 und die Unterführung der L11 und viele Felder, viel Grün, kaum aber läßt sich der Golfclub Burg Zievel identifizieren [2]. Wenn man sich bei die geplante Ausfahrt auf Google Maps ansieht, kann man schon den Eindruck bekommen: da hat aber jemand ziemlich gut an der Golfanlage vorbei fotografiert [3]. Indes weiter zum Artikel: „Das Konzept passe genau zu den verkehrspolitischen Zielen: Innenstädte und Ortslagen zu entlasten, den Umstieg vom Auto auf die Schiene erleichtern und die vorhandene P&R-Anlage sowie den Bahnhaltepunkt sinnvoll einbinden.“ Tja, wie schön sich doch Politiker ihre Projekte reden können.

Die geplante Ausfahrt Satzvey liegt etwa 3 km von der Ausfahrt 111 (Wißkirchen) und etwa 5 km von der Ausfahrt 112 (Mechernich) entfernt. Das wären dann 3 Ausfahrten auf 8 km Autobahn. Zwischen Ausfahrt 110 und 111 liegen etwa 4,5 km und zwischen 112 und 113 liegen etwa 9 km. Hier kann ich überhaupt keinen Grund für eine weitere Ausfahrt entdecken.

Wie sieht es mit Entlastungen des Verkehrs aus? Der Artikel von Thorsten Wirtz in der Kölnischen Rundschau gibt darüber Auskunft [4]. Man erwarte eine Entlastung in Satzvey um täglich 1800 Kraftfahrzeuge. Toll! Nein, gar nicht so toll, denn z.B. die Ortsdurchfahrt Antweiler steigt von 3500 auf 6500 Kfz täglich. Die Fraktionsgemeinschaft von SPD, FDP und Linken befürchtet eine Verlagerung der Verkehrsprobleme Satzveys. Ich könnte mir vorstellen, daß die L61, die neben Katzvey verläuft, ebenfalls ein höheres Verkehrsaufkommen haben dürfte, aber dazu habe ich keine Berechnungen gefunden.

Kommen wir zur Satzveyer Bahnstation, diesem Knotenpunkt der Verkehrsplanung, der vom RB24 je Fahrtrichtung zweimal pro Stunde angefahren wird. Wer soll denn dazugewonnen werden? Was ist mit den Bahnhöfen Kall (RE22 und RB24), Mechernich (RE22 und RB24) oder Bad Münstereifel (S23)? Aber vielleicht sehe ich das zu pessimistisch, denn Wirtz berichtet, daß eine Verlegung der Satzveyer Bahnstation und der Bau einer großen Park-and-Ride-Anlage zum Gesamtkonzept der Stadtverwaltung gehöre. Was halte ich von diesem Konzept? Im Englischen hat man dafür extra einen Ausdruck gepägt: „Bullshit!“ Umbau der Satzveyer Bahnstation? das heißt wieder einmal mehr SEV – Schienenersatzverkehr. Da wir gerade beim Bus sind – warum nicht gleich auch einen Busbahnhof dorthin planen?! Ich wundere mich, daß dies in das Gesamtkonzept der Stadtverwaltung nicht eingepflegt wurde.

Als Kosten für einen neuen Autobahnanschluß Satzvey wurden 8,2 Millionen Euro genannt; da ist der Umbau Satzveyer Bahnstation allerdings nicht enthalten! „An den Gesamtkosten der geplanten Autobahnanbindung ist die Kommune nach derzeitigem Stand nicht beteiligt, diese werden zwischen Bund und Land aufgeteilt.“ [5] Das ist ist aber schlau gedacht. 

Einer meiner Brüder meinte, daß dieses Projekt einige Sumpfweiden aufwerten könnte, die man für den Ausbau der Abfahrt und zur Verlegung des Bahnhofes benötige. Eine durchaus berechtigte Ansicht. Ich tendiere mehr zur besseren Anbindung des Golfplatzes an die Autobahn als einer der wesentlichen Gründe für das Projekt. Beide Hypothesen sind natürlich nicht belegbar.

Björn Wassong, Fraktionsvorsitzender der CDU, wird zum Einsatz von Stadt, Verwaltung und Politik für den neuen Anschluß zitiert: „Wir finden das großartig.“ Das kann sogar für den Einsatz zur Förderung des Projektes stimmen. Das Projekt selbst finde ich grottentief schlecht und überflüssig. Vielleicht kann Nummer vier wieder in die Ferne rücken, aber ganz weit.



Links und Anmerkungen:
[1] Den Artikel kann man aktuell noch einsehen: 
https://wi-paper.de/show/8aba4c6de6ac/epaper 
[2] https://www.gcburgzievel.de/  
Auf Google Maps las ich: „Eine ausgezeichnete und gepflegte Anlage und ein sehr gutes Clubhaus Restaurant.“
[3] https://www.google.com/maps/place/50%C2%B037'10.6%22N+6%C2%B042'57.5%22E/@50.6200435,6.7169964,3277m/data=!3m1!1e3!4m4!3m3!8m2!3d50.619621!4d6.715959?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDUxMy4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D 
[4] Thorsten Wirtz: Neue A1-Zufahrt soll im Burgdorf Satzvey für Entlastung sorgen. [07.05.2026, 06:02 Uhr]
https://www.rundschau-online.de/region/euskirchen-eifel/mechernich/mechernich-neue-a1-zufahrt-soll-in-satzvey-fuer-entlastung-sorgen-1276341  
[5] https://www.mechernich.de/detail/nummer-vier-rueckt-naeher 

.
 

Tuesday, September 9, 2025

Öffentliche Toiletten

 


Kurz vor meiner letzten Reise (Kanada) meinte Mauritius Kloft „Hier läuft was schief“ und es ging um öffentliche Toiletten [1], ein Thema, das mich auf Reisen besonders interessiert, denn dann wird es für mich sehr aktuell, weshalb ich den Satz „Wo ist die Toilette?“ in Sprachführern für äußerst wichtig erachte. Aber was meinte denn  Mauritius Kloft? „Wer in Deutschland unterwegs ist, lernt schnell: Der wahre Luxus ist nicht etwa schnelles WLAN, sondern eine saubere, zugängliche Toilette.“ Ich werde mich einmal bequemen müssen über gelungene Toiletten-Lösungen aus dem Ausland zu berichten, ich habe mich in der Vergangenheit zu sehr mit den misslungenen beschäftigt.
Kloft spricht auch die soziale Teilhabe beim Besuch von Toiletten an, wie ältere Menschen, Familien mit Kindern, Menschen mit Behinderung, Wohnungslose und dabei sind Frauen deutlich benachteiligter.

Vor einigen Tagen war ich nach einem Essen in Flamersheim unterwegs zur Wachendorfer Kapelle [2]. Da ich in Flamersheim ungünstig geparkt hatte, kam ich in Wachendorf als letzter an und hechelte der Verwandtschaft hinterher. Ich sah noch ein Hinweisschild zu einer Trocken-Toilette in 400 m Entfernung und dachte noch, könnte günstig sein. Besuch der Kapelle – wie immer ein Erlebnis, aber darüber will ich nicht im Rahmen einer Erörterung von Toiletten berichten – und dann gingen wir zurück zum Parkplatz. Da stellte ich fest, daß der Toiletten-Eingang zugenagelt, nein korrekter zugeschraubt war. Gut, es bestand bei mir keine Dringlichkeit, aber ich dachte -: typisch! Da läuft jemand 400 m und die Toilette kann nicht benutzt werden. Und 400 m zurück! Die sind ja viel schlimmer. Hin voller Hoffnung, zurück -: laßt alle Hoffnung fahren, nur laß keinen fahren.

Als ich am Parkplatz ankam stellte ich fest, daß ich ziemlich genau neben einem kleinen Gebäude gehalten hatte, ich dachte an einen Geräteschuppen des Fußballplatzes. Es stellte sich heraus, daß es sich um ein WC handelt, das in einen Container gebaut worden ist. Sehr sauber, für M und F getrennt. Tja, auch typisch deutsch! 

Kommern, an der anderen Seite von Mechernich, hat ebenfalls vorzeigbare Toiletten, die allerdings kostenpflichtig sind. Die stehen innerhalb des Ortes und richten sich an Touristen, die mit Auto angereist sind, also auch zahlen können. In Wachendorf sind die Toiletten frei, aber sie sind außerhalb des Ortes und wenn man die Büsche auf dem Weg zur Kapelle retten will, dann ist das die richtige Lösung.

Trotzdem, was auf dem Land klappt, sollte nicht von den Problemen der Städte ablenken.






Wednesday, March 19, 2025

Die Pfarrkirche St. Cyriacus in Weyer (Eifel)

 


Weyer ist ein Stadtteil von Mechernich und liegt in der Nordeifel [1]. Der Ort hat etwas 750 Einwohner. Die Besiedlung reicht bis in vorhistorische Zeit über die Kakushöhle, die besichtigt werden kann. Um den Ort herum finden sich sich Teile der römischen Wasserleitung, insbesondere auch Quellfassungen. Im Jahr 871 wird der Ort erstmalig urkundlich erwähnt. In Pfarrkirche St. Cyriacus fand man 1991 bei Renovierungsarbeiten einen gut erhaltenen Matronenstein, über den ich bereits vor etwa fünf Jahren schon einmal geschrieben habe [2]. Ich hatte damals schon einmal auf Frau Sophie Lange aus Nettersheim verwiesen, die sich über Jahrzehnte mit der Geschichte der Eifel und ihren Sagen beschäftigt hatte und auch darüber ausführlich geschrieben hat. Sie ist vor etwa zwei Jahren verstorben, aber man kann ihre Homepage weiterhin besuchen. Sie stellte auch richtig [3], daß keine unterirdischen Gänge von der Kakushöhle [4] oder den Mannenberg-Höhlen [5] zu St. Cyriacus existieren, wie man im Volksmund immer wieder erzählt bekam.




Die Pfarrkirche St. Cyriacus wurde um 1187 das erste Mal erwähnt und gehörte zum Kloster Steinfeld [6]. Sie befindet sich über einem fränkischen Gräberfeld [7]. Ich nehme aber an, daß es bereits ab dem 9. Jahrhundert dort eine Kapelle gegeben hatte, da der Ort zur Abtei in Prüm gehörte [8]. Im 12. Jahrhundert wurde dort eine dreischiffige romanische Pfeilerbasiklika mit Querschiff und vorgesetztem Westturm errichtet, die 1187 urkundlich belegt ist. Davon ist der Westturm erhalten geblieben, wobei für 1788-1794 eine Renovierung des Turmes vermutet wird. „Um 1500 vollzog sich in zwei Bauphasen der Umbau zu einer niedrigen spätgotischen Hallenkirche mit dreiseitigem Chorschluss“. Welche weiteren Arbeiten zwischen Ende des 18. Jahrhunderts bis Ende des 20. Jahrhunderts erfolgten ist unklar. 1991 fanden Renovierungsarbeiten statt, wie bereits oben erwähnt. 2002 wurde die Innenausstattung verändert (Altar und Stehpult). Das Kircheninnere ist reichhaltig mit Rokokokartuschen und einem Tabernakelaltar (ebenfalls 18. Jahrhundert) ausgestattet.




Über die Fenster ist zu einem Fenster etwas zu sagen, die anderen sind geometrische Kompositionen von einem unbekannten Künstler, von der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. auf etwa 1961 datiert. Das Fenster über dem Eingangsportal „Christus der Gute Hirte“ ist allerdings sehenswert, es stammt aus der Zeit um 1900, auch für dieses Fenster ist der Künstler unbekannt [9].

Die Cyriacus-Glocke aus dem Jahr 1584 mit dem Schlagton gis ist die älteste Glocke und überstand mehrere Jahrhunderte und auch die beiden Weltkriege, denn damals wurden Glocken häufig eingeschmolzen. Laut einer Inschrift wurde sie von Heinrich van Collen gegossen. Neben der Inschrift gibt es noch ein Zierband und drei Reliefe mit Bibelszenen – ob man die Glocken besichtigen kann, ist eher unwahrscheinlich. Zwei weitere Glocken stammen aus dem Jahr 1949.




Die Orgel stammt aus dem Jahr 1830 und wurde von den Gebrüdern Müller aus Reifferscheid erbaut [10]. Die Restaurierung im Jahr 1972 erfolgte durch die Orgelbaufirma Weimbs in Hellenthal.  Die Orgel besitzt elf Register, zwei Manuale und Pedal.

Über Cyriakus wissen wir wenig, aber er wurde wahrscheinlich um 300 von Papst Marcellinus zu Diakon Diakon um 303 im Rahmen der  Christenverfolgung in Rom enthauptet [11]. Vielleicht hatte er als Exorzist oder Arzt eine Tochter von Kaiser Diokletian geheilt, wurde deshalb eine Weile verschont, dann aber über den Mitkaiser Maxiian gefangen und dann zunächst mit Öl übergossen und dann enthauptet. Vielleicht kam es deshalb auch nicht zur Legendenbildung eines Cephalophoren [12], wie es Dionysius [13] war. St.  Cyriakus wurde als einer der 14 Nothelfer „gegen böse Geister, Besessenheit, Versuchung und Skrupel angerufen“. Seine Gebeine wurden 847 nach Neuhausen bei Worms überführt, allerdings wurde die Kirche dort mehrfach in Kriegen zerstört. Die Gebeine wurden später auf verschiedene Kirchen als Reliquien verteilt.




Neben St. Cyriakus, dem Heiligenhäuschen am Fuß des Brehberges, den Resten der Weyerer Burg und der Kakushöhle sowie der römischen Eifelwasserleitung gibt es allerlei zu besichtigen. Nehmen Sie sich die Zeit dafür.



Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Weyer_(Mechernich)
[2] Der Matronenstein von St. Cyriakus und nochmals Matronenkult
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/08/der-matronenstein-von-st-cyriakus-und.html
[3] https://www.sophie-lange.de/matronenkult-und-kultplaetze/kultpfade-und-unterirdische-gaenge/index.php
[4] Ein Besuch der Kakushöhle lohnt sich
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/05/ein-besuch-der-kakushohle-lohnt-sich.html
[5] Die Mannenberghöhlen bei Nettersheim
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/09/die-mannenberghohlen-bei-nettersheim.html
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Cyriacus_(Weyer)
[7] https://www.weyer-eifel.de/index.php?option=com_content&view=article&id=106&Itemid=105 Vorsicht! Esoterik!
[8] Das ist allerdings eine Hypothese, für die ich bislang keinen Beleg gefunden habe.
[9] https://glasmalerei-ev-web.de/pages/b2846/b2846.shtml
[10] https://organindex.de/index.php?title=Mechernich/Weyer,_St._Cyriakus
[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Cyriacus_(Heiliger)
[12] https://de.wikipedia.org/wiki/Cephalophore Cephalophoren „sollen sie nach ihrer Enthauptung noch ihren Kopf aufgehoben und damit eine gewisse Strecke zurückgelegt haben“. Also ganz anders als Klaus Störtebeker.
[13] St. Dionysius in Keldenich
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/08/st-dionysius-in-keldenich.html  
St. Dionysius in Keldenich - Revisited
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/10/st-dionysius-in-keldenich-revisited.html

.

Friday, October 28, 2022

Communio-Kapelle in Mechernich


Die Communio in Christo unterhält Pflegeeinrichtungen in Mechernich. Die Gründerin der Gemeinschaft ist Mutter Marie Therese (1927-1994), Gründungsjahr 1977. In einer anderen Kirche sah ich einmal einen Flyer zu ihr ausliegen [1]. Es handelte sich um einen Auszug aus dem Buch „Worte der Hoffnung“ [2] . Herausgeber ist Diakon Manfred Lang, in der Gegend bekannt als Manni, denn er schreibt im Wochenspiegel die Kolumne „Manni kallt Platt“ [3].

Die Communio-Kapelle ist auf einer quadratischen Fläche errichtet worden. Man geht wie in einem Schneckengang, allerdings immer 90° nach rechts und gelangt dann zu einer Pieta. Die Kapelle entstand auf Wunsch von Bewohnern und Angehörigen der Langzeitpflegeeinrichtung und des Hospizes Stella Maris. „Für die Architektur des puristischen, würfelförmigen Bauwerks zeichnet der Kölner Architekt Kaspar Kraemer verantwortlich“ [4]. Die Grundfläche mißt 12x12m, wobei die Zahl an die 12 Apostel erinnern soll. Der Kubus mißt 6x6x6m, wobei die Zahl 6 an die sechs Tage der Schöpfung erinnern soll. Der Kubus soll an das Allerheiligste im Jerusalemer Tempel erinnern, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Die gelungene Schlichtheit ist ebenso in der Bruder-Klaus-Feldkapelle (Architekt Peter Zumthor) [5]zu sehen, die etwa 5 km Luftlinie entfernt steht. Die Pietà wurde von der Bildhauerin Maria J. Fernandez (Maria J. Ortiz de Fernandez) geschaffen; sie stammt aus Chile und lebt auf der Burg Engelsdorf (Engelsdorf / Aldenhoven) leben [6].

Der Kubus erinnerte mich an die Kaaba in Mekka, die allerdings 11,03x12,62x13,10m mißt. Die Kaaba ist schwarz und die Umgebung ist weiß – und die Pilger:innen tragen weiße Gewänder. Der Kontrast bei der weißen Communio-Kapelle kommt durch den grünen Rasen zustande. Grün im liturgischen Sinn steht für Hoffnung und Wachstum, während Weiß die Farbe des Lichts ist.

Mehr Einzelheiten bieten die Artikel unter [4] und [6].
Die Communio-Kapelle erreicht man am besten über den Kiefernweg (Parkmöglichkeit) und die Adolf-Meyer-Straße.




Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/11/st-georg-der-georgsritt-und-mehr.html
[2] Mutter Marie Therese: Worte der Hoffnung. Hrsg. Manfred Lang. Würzburg 2021, Echter Verlag GmbH. ISBN 978-3-429-05594-3.
[3] https://www.wochenspiegellive.de/themen/thema/manni-kallt-platt/artikel/kleine-und-grosse-toen
[4] https://www.mechernich.de/tourismus-freizeit/sehenswert/kirchen-kapellen-schloesser-burgen/communio-kapelle-in-mechernich
[5] Z.B. hier zu sehen: https://rheumatologe.blogspot.com/2012/12/auferstehungskirche-koln-buchforst.html und hier: https://rheumatologe.blogspot.com/2017/07/kapelle-diefenbach.html
[6] https://www.communio.nrw/de/sozialwerk-communio-in-christo-ev/andachtskapelle-der-communio-in-christo.html
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Kaaba

.

Thursday, October 27, 2022

„It's Tea Time!“


Dem WochenSpiegel liegt monatlich das „Live magazin“ bei [1], das ich gewöhnlich durchblättere, um zum Kreuzworträtsel zu gelangen [2] – jetzt ist es raus! Diese Rätsel haben den Charme des – im Rheinland sagt man – Zurechtgefrickeltem. Aber da gelangte ich erst später hin, denn erst einmal sah ich auf dem Umschlagsblatt die Überschrift „It's Tea Time!“ und eine Frau, die eine Tasse in der linken (?) und ein Buch in der rechten (?) Hand hält und aus einem Fenster hinaus schaut. Warum liest sie nicht in dem Buch, dachte ich mir. Ist der Text auf Kyrillisch geschrieben? Nein, der Text ist in Spiegelschrift – da kann man verstehen, daß sie aus dem Fenster schaut.

Auf S. 4 und 5 steht dann der Artikel, der zwei Teeläden vorstellt [3]. „Da wird gefragt: „Trinkst du Tee oder Kaffee?“ – aber warum geht nicht beides?“ Aus gutem Grund! Ich bin ziemlich experimentierfreudig, aber Tee und Kaffee … in einer Tasse?

„Echter Tee wird immer aus der Pflanze Camellia Sinensis gewonnen ...“. Im Prinzip: ja. Aber es gibt verschiedene Camellia-sinensis-Varietäten und vielleicht hat die Camellia sinensis var. assamica sogar die größere Verbreitung, wobei allerdings Hybride gezüchtet wurden und man vier Varietäten unterscheidet.

Pu-Erh-Tee wird als „der einzig wirklich fermentierte Tee“ beschrieben. Bei Grünem Tee „wird die Fermentation durch Pfannenröstung oder unter Wasserdampf gestoppt“. Wie paßt das zusammen? So erst einmal nicht. Das Wort Fermentieren wird bei Tee leider auch für das Oxidieren angewendet und darin liegt der Fehler, deshalb hat Frau Kauder Recht, denn Pu-Erh-Tee [4] entsteht erst durch die Fermentation von Mikroorganismen. Bei allen anderen Teesorten sind Verarbeitung und Oxidation für die Unterschiede verantwortlich. Weißer Tee ist am wenigsten bearbeitet, Grüner Tee ist kaum oxidiert, Gelber Tee (auch den gibt es) ein wenig oxidiert, Oolong und ähnliche Tees „halb-oxidiert“ und Schwarzer Tee ist „vollständig“ oxidiert. Die Begriffe „halb-oxidiert“ und  „vollständig“ oxidiert sind als Appoximationen zu werten.

„Zu den Dauerbrennern … zählen „Earl Grey“ und „Ostfriesentee“.“ Zu beiden habe ich auch schon  geschrieben – Earl Grey Tee [5] und Ostfriesentee [6].

Ich wünsche den Teeläden in Euskirchen, Mechernich und Gemünd viel Erfolg.


 

Links und Anmerkungen:
[1] Live magazin, Ausgabe Kreis Euskirchen, November 2022
[2] a.a.O. S. 19. Kennen Sie die „Stadt bei Oslo“ mit vier Buchstaben? Nein? Der Ort Grue ist gemeint und liegt ca. 130 km von Oslo entfernt; immerhin 4548 Einwohner leben dort [2a]. Schwieriger war schon „Greiforgan der Elefanten“ mit vier Buchstaben. Tja: Arve ist die Lösung – hätten Sie's gewußt? Oder „Kiefernart“ mit sieben Buchstaben – das ist natürlich: Ruessel.
Kreuzworträtsel und nicht Kreuzwortsrätsel, dabei heißt es doch auch Adsventskalender.
[2a] https://en.wikipedia.org/wiki/Grue,_Norway
[3] Der Teeladen – Schönes zum Tee;  Dreiborner Straße 35, 53937 Schleiden (das ist für Einheimische Gemünd!). Tee-Traum Ulrike Kauder; Berliner Straße 8, 53879 Euskirchen (liegt für mich etwas abseits). Und da wir beim Auflisten von Adressen sind, es gibt auch noch: Tee & Kaffee … pur!, Bahnstraße 48, 53894 Mechernich.
[4] Pu'er Tee und das Buch zum Tee von Martina Seifen https://rheumatologe.blogspot.com/2022/07/puer-tee-und-das-buch-zum-tee-von.html und Abnehmen mit Pu-Erh Tee? https://rheumatologe.blogspot.com/2013/03/abnehmen-mit-pu-erh-tee.html Ich sollte das Thema  Pu'er Tee / Pu-Erh-Tee nochmals aufgreifen.
[5] Noch einmal zu Earl Grey Tee https://rheumatologe.blogspot.com/2022/02/noch-einmal-zu-earl-grey-tee.html
[6] Tee in Ostfriesland https://rheumatologe.blogspot.com/2022/02/tee-in-ostfriesland.html

.

Tuesday, September 27, 2022

Kapelle oder Feldaltar St. Barbara in Mechernich

 

Von hier aus (Kreisverkehr) sind es etwa 300 m

Eigentlich wollte ich in Mechernich vom Krankenhaus die Weierstraße in Richtung Süden fahren, aber die war gesperrt. So fuhr ich in Richtung Norden, da kommt man nach Kommern, und im Kreisverkehr (Schimmelsweg / Nordspange / Mechenicherweg) sah ich einen Hinweis auf die Kapelle St. Barbara. Ich fahre da sonst nie lang, aber siehe, es hatte doch ein Gutes. Ich habe mir die Kapelle angesehen. Man kommt dort vorbei, wenn man die EifelSchleife Kommerner Fachwerkidylle wandert [1].

Die Kapelle St. Barbara wird auch Feldaltar St. Barbara genannt. Man schaut hinter der Kapelle nach Norden und sieht Kommern, in der Ferne die Braunkohle-Elektrizitäts-werke, in 55 km nördlich liegt die Kirche St. Barbara in Grevenbroich, 10 km nordöstlich die Kapelle St. Barbara von Firmenich. Und da es Bergwerksgebiet ist, wird man noch häufiger dem Namen St. Barbara begegnen; selbst hier zwischen Diefenbach, Krekel und Sistig [2]. St. Barbara in Grevenbroich kann man sicherlich nicht sehen, aber bei gutem Wetter wäre der Kölner Dom sichtbar – aktuell läßt das Wetter aber auch das nicht zu.

Eine schöne Aussicht nach Kommern

Der Zoom über Kommern hinweg, verbessert es nicht wirklich.


Das Mechernicher Bleibergwerk wurde 1957 geschlossen und 1958 wurde die St. Barbara-Bruderschaft Mechernich von 1958 e.V. mit damals 32 Mitgliedern gegründet, die dann die Kapelle auf dem Schimmelberg erbaut und dem Gedächtnis aller Grubenopfer und der verstorbenen Bergleute gewidmet hat [3].


Die Heilige Barbara bringt nicht nur den Kindern Süßigkeiten zur Weihnachtszeit sondern ist seit auch Schutzpatronin der Bergleute. An der Wand der Kapelle steht:  „St. Barbara, - / Beschützerin im tiefen Schacht / gib auf unsere Schritte acht -“ [4]. Barbara von Nikomedien (heute İzmit) war eine Märtyrerin des 3. Jahrhundert. Weil sie Christin geworden war und zudem in einem Badehaus als Jungfrau leben wollte, hat sie ihr Vater (Dioscuros) eigenhändig enthauptet, wonach er – so die Legende – vom Blitz erschlagen wurde [5]. Dioscuros, wenn man bedenkt, daß δι όσκουρ durch Dunkelheit bedeutet, … Für die Barbara-Verehrung gibt es Zeugnisse aus dem ausgehenden 14. und dem frühen 16. Jahrhundert. Die 1723/24 vom Ortspfarrer gegründete Barbara-Bruderschaft von Tarnowitz (Oberschlesien) hatte viele Nachfolger in der Region, besonders als begonnen wurde, Sprengarbeiten unter Tage durchzuführen. 



Die Anlage wird von der St. Barbara-Bruderschaft Mechernich weiterhin gepflegt. Rechts neben der Kapelle steht ein Förderwagen. Links in der Kapelle sieht man eine Urkunde, rechts die bereits zitierte Inschrift. In der Mitte ist eine Statue der Heiligen Barbara, umrahmt von Blumen.

Nichts, wie hin!

 



Links und Anmerkungen:
[1] https://regio.outdooractive.com/oar-nordeifel-tourismus/de/tour/wanderung/eifelschleife-kommerner-fachwerkidylle-stadt-mechernich-/41287967/
[2] Wegekreuz, über das ich noch nicht geschrieben habe – da wird es wohl Zeit … der Arnika-Qeg führt daran vorbei. https://rheumatologe.blogspot.com/2020/03/der-arnika-weg-wandern-in-der-sistiger.html
[3] https://www.mechernich.de/tourismus-freizeit/sehenswert/kirchen-kapellen-schloesser-burgen/st-barbara-kapelle-mechernich und https://www.st-barbara-bruderschaft-mechernich.de/
[4] Ich hätte ja geschrieben: „St. Barbara, Beschützerin im tiefen Schacht, / gib auf unsere Schritte acht.“ Aber ich meine, daß hier nicht der richtige Platz für Haarspaltereien ist.
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_von_Nikomedien


.

Saturday, September 24, 2022

Die Kapelle St. Johannes Baptist von Roggendorf (Mechernich)


    Ich fahre recht häufig durch Roggendorf zwischen Köln und Diefenbach, insbesondere im Winter, da man auf dieser Strecke schneller aus der verschneiten Höhe kommt. Bislang blickte ich mehr auf die evangelische Kirche, ein schöner Backsteinbau mit hohem Turm. Jetzt mußte ich aber nicht durch den Ort (B266) sondern östlich am Ort vorbei (Bleibachstraße) nach Mechernich. Und da sah ich die Kapelle St. Johannes Baptist von Roggendorf, die schon von außen mit gelbem Klinker besticht. Wikipedia schreibt dazu, eher prosaisch: „Es handelt sich um eine Backsteinbasilika mit Querhaus und Vierungsturm. Die Joche des Mittelschiffes sind rechteckig, ebenso das Chorjoch. Die Apsis ist halbrund.“ [1] Die Kapelle gehört zu der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Barbara (Mechernich). Auf der Rückfahrt von Mechernich-Zentrum parkte mein Auto in der Nähe der Kapelle. Ich habe sie mir dann nur von außen ansehen können, denn sie war verschlossen. Man kann den Innenraum jedoch im Rahmen der noch stattfindenden Messen besuchen [2]. Die Messen finden etwa alle 14 Tage statt und sind etwa auf das Sommerhalbjahr beschränkt. Ende Oktober wird die letzte Messe stattfinden, aber vielleicht wird wieder die Krippe aufgestellt.


    Bereits im Jahr 1669 stand dort eine Kapelle, die aber baufällig wurde und 1890 (Wikipedia) oder bereits 1885 (Kölner Stadt-Anzeiger) durch eine neue Kapelle ersetzt wurde. Federführend für den Neubau war der Kapellenverein, der jetzt auch weiterhin existiert, allerdings sterben die alten Mitglieder und neue sind schwer zu finden, weshalb man schon vor etwa zwanzig Jahren versuchte, Geld für den Erhalt durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen zu bekommen [3]. Das Geld Ende des 19. Jahrhunderts kam in erster Linie von einem Bergwerksunternehmer, nämlich Karl Kreuser, der allerdings vor Ende der Bauarbeiten verstorben ist (1884).

    Kommen wir nochmals zur Vorgeschichte meines Besuches in der Kapelle zurück. Ich hatte die Kapelle von außen gesehen. Am 10.09.2022 feierte Diefenbach das 20. Jubiläum der Marien-Kapelle [4] und da sprach ich Pater Wieslaw Kaczor (SDS) an, der mir riet, mich mit Herrn Thomas Filz in Verbindung zu setzen. Thomas Filz erbaute zusammen mit Johann Filz sowie Jörn Hück die bereits erwähnte Krippe. Herr Filz verwies mich an Herrn Schürmann und der lud mich zur Messe am folgenden Tag ein. Jetzt wird man sich fragen, wozu der ganze Aufwand? Um das Innere der Kapelle zu sehen, denn dort kann man den Roggendorfer Schnitzaltar sehen.



    Es handelt sich um ein Triptychon, das um 1500 im Rheinland entstand und 1891 von der Witwe Karl Kreusers für die Kapelle gestiftet wurde [5]. Der Flügelaltar mißt 2,35 × 2,80 m. Im Mittelfeld steht Maria Königin mit dem Christuskind [6]. Sie steht auf einer Mondsichel mit Gesicht, … - die Beschreibung kann man vollständig auf Wikipedia nachlesen. Über dem Baldachin steht auf Lateinisch: „Regina coeli laetare Alleluja / Quia Quem meruisti portare Alleluja / Resurrexit sicut dixit Alleluja / Ora pro nobis Deum Alleluja“ [7].

    Wikipedia: „Maria ist, typisch für die Verkündigungsszene, neben einer Lilie (Madonnenlilie), dem Symbol für die Jungfräulichkeit, dargestellt. Diese steht erstaunlicherweise in einer chinesisch anmutenden Vase, die nicht aus Europa um 1500 stammen kann. Das Motiv des Drachen könnte darauf hinweisen, dass es sich um eine Abbildung einer Mingvase handelt.“ Die Blau-Weiß-Keramik gibt es in China bereits seit der Tang-Dynastie; zur Reife gelangte diese Technik aber erst in der Ming-Dynastie (1368-1644). Ich habe mir diesen Teil des Triptychons nicht ansehen können, denn dafür müßte der Flügelalter geschlossen sein.



    Hinter dem Altar kann man einige Fenster der Firma Botz und Miesen erkennen, die leider nicht zu datieren waren. Die ornamentalen Fenster, etwa um 1900 entstanden, Künstler unbekannt, die mich besonders interessiert hätten, waren mehr für Gottes Auge. Man kann sie sich aber auf der Seite der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. ansehen [8].

    Die Kapelle ist Johannes dem Täufer geweiht, wie auch eine weitere Kirche, die zur GdG St. Barbara (Mechernich) gehört. Ich hatte über St. Johann Baptist in Ripsdorf berichtet [9]. Und es gibt auch eine Kirche St. Johann Baptist in Roggendorf / Thenvoven [10], die Orte gehören zu Köln Worringen. Man könnte aber auch Google nach Paulus als Namensgeber evangelischer Kirchen suchen lassen.

    Die Messe war Padre Pio geweiht. Das war nun ein merk-würdiger Zufall, da ich vor einem Jahr in Sardinien zufällig eine Messe besucht hatte, die in einem Ort in den Bergen (Aritzo) stattfand, und ebenso Padre Pio gewidmet war [11].

    Ich hoffe, daß ich Interesse für die Kapelle St. Johannes Baptist von Roggendorf (Mechernich) und dem Roggendorfer Schnitzaltar wecken konnte. Ich wünsche dem Kapellenverein viel Erfolg beim Erhalt der Kapelle.





Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Roggendorf_(Mechernich)  
[2] Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Barbara (Mechernich) https://gdg-barbara-mechernich.bistumac.de/index.html   
Pfarrbrief für Oktober 2022: https://gdg-barbara-mechernich.bistumac.de/export/sites/region-eifel/gdg-st-barbara-mechernich/.galleries/Pfarrbriefe/GdG-Bote-Oktober-2022.pdf  
[3] https://www.ksta.de/kaffee-und-kuchen-zwischen-altar-und-kirchenbank-14467368?cb=1662748319483& Das wäre mittlerweile nicht mehr problemlos möglich, denn da könnte es Ärger mit dem Finanzamt geben.
[4] 20 Jahre Marien-Kapelle in Diefenbach https://rheumatologe.blogspot.com/2022/09/20-jahre-marien-kapelle-in-diefenbach.html
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Roggendorfer_Schnitzaltar  
[6] Gerne hätte ich geschrieben: „Im Mittelfeld spielt Maria Königin mit dem Christuskind“, um weitere Massen für den Schnitzaltar zu begeistern, aber es wäre doch unangebracht.
[7] Das kann man übersetzen mit: „Freue dich, Königin des Himmels Alleluja / Für den du würdig warst, ihn zu tragen Alleluja / Der ist auferstanden, wie er es gesagt hat Alleluja / Bitte Gott für uns Alleluja“.
[8] https://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2968/b2968.shtml
[9] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/12/st-johann-baptist-in-ripsdorf.html
[10] https://www.pankratius.info/Kirchen/st.-johann-baptist/
[11] Aritzo und San Michele Arcangelo https://rheumatologe.blogspot.com/2022/04/aritzo-und-san-michele-arcangelo.html Der betreffende Text lautet: „Ich erreichte die Kirche am späten Nachmittag / frühen Abend und dort hatte eine Messe stattgefunden, die Padre Pio gewidmet war [11a]. Ich hatte großes Glück und schloss mich der Messe an. Padre Pio (Heiliger Pius von Pietrelcina / italienisch: Pio da Pietrelcina) lebte von 1887 bis 1968. Er war „ein italienischer Franziskaner-Kapuziner, Mönch, Priester, Stigmatist und Mystiker“ [11b], der 1999 selig- und 2002 heiliggesprochen von Papst Johannes Paul II wurde. Alle Teilnehmer erhielten ein Bild von Pater Pio (wie eine Kreditkarte) mit der ersten Zeile seines Gebets: „Il Signore ti benedica, ti guardi, volga la sua faccia verso di te; ti dia misericordia e ti dia pace.“ [11c]“
[11a] San Pio da Pietrelcina santa messa alle ore 18.00 in Chiesa
https://www.facebook.com/443379642895272/photos/a.444199442813292/1021535801746317/    
[11b] https://en.wikipedia.org/wiki/Padre_Pio
[11c] „Möge der Herr dich segnen, über dir wachen und dir sein Angesicht zuwenden, dir Barmherzigkeit schenken und dir Frieden schenken.”

.



Thursday, November 18, 2021

Friedhöfe als Lebensraum für Fauna und Flora

 


Ich interessiere mich für Friedhöfe, aber auch alternative Bestattungsformen. Kürzlich hatte ich auf eine Beobachtung neben der Kirche St. Georg in Kallmuth hingewiesen [1]. Und nun twittert das ZDF über Friedhöfe mit Nachhaltigkeit bzw. als Refugium für bestimmte Tiere [2]. Und der NABU berichtete: „Überall dort, wo der Mensch seine Ordnungsliebe zügelt, gedeiht das Leben: Streifenfarn krallt sich in Bruchstein-mauerwerk, ein wärmender Pelz aus Moosen und Flechten bedeckt verwitternde Grabplatten, Bachstelze und Haus-rotschwanz nisten in den Nischen kleiner Kapellen und in die Mausoleen haben sich Fledermäuse einquartiert.“ [3]
Einer meiner Freunde (Autor) spaziert gerne über den Südfriedhof in Köln. Dieser bietet ein sehr großes Gelände, Ruhe beim Nachdenken und ist frei von Hunden.

„Neuere Anlagen seien oft viel zu aufgeräumt“, um Tieren einen Aufenthaltsort zu bieten. Das erinnert mich an ein Buch von Masanobu Fukuoka, der darin beschreibt, wie das zu ordentliche Ausbringen von Reisstroh verhindert, daß etwa neue Pflanzen durchbrechen können, oder daß kleine Spinnen in dem Gewirr der Halme ihre Netze bauen können, um so Milben zu vernichten, die dann die Pflanzen nicht mehr befallen können [4].



Größere Friedhöfe erfüllen Anforderungen, um Raum für Tiere zu bieten; als Beispiel kann ich den Ostfriedhof in Köln-Dellbrück nennen, ein Waldfriedhof, auf dessen Gelände auch Hügelgräber liegen [5]. Er hat eine Größe von 580.800 qm.

Der Friedhof von Kallmuth wird nach Ideen von Robert Ohlerth (Ortsbürgermeister) und Christian Habrich von der Mechernicher Friedhofsverwaltung umgestaltet. Neben Bäumen und Bänken sollen „statt englischem Kurzrasen in Kürze Wildblumen für Bienen, Hummeln & Co. wachsen und gedeihen“. Und ein Insektenhotel steht auch bereits. Man überlegt, in der Leichenhalle wie in einem Kolumbarium eine Urnenwand anzulegen.


Ich sehe jedenfalls in Kallmuth einen Anfang, der auch für andere Gemeinden interesssant sein kann.


Links, Anmerkungen etc.:

[1] „Auf dem angrenzenden Friedhof hat man einen ökologische Streifen, auf dem Wildblumen wachsen und ein Insektenhotel steht. Halte ich für sinnvoll.“
https://rheumatologe.blogspot.com/2021/11/st-georg-der-georgsritt-und-mehr.html
[2] https://twitter.com/ZDF/status/1461305206059245570
[3] https://www.nabu.de/wir-ueber-uns/infothek/mitgliedermagazin/archiv/04865.html
[4] Masanobu Fukuoka: Der große Weg hat kein Tor. Nahrung – Anbau – Leben. Pala-verlag, Darmstadt 1990 bzw. 1994 (2. Auflage), Original 1975. ISBN: 3-923176-71-6. „Fukuoka Masanobu (jap. 福岡正信; * 2. Februar 1913; † 16. August 2008) war zunächst Mikrobiologe und wurde dann Bauer.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Masanobu_Fukuoka  
[5] https://www.stadt-koeln.de/artikel/06161/index.html
[6] http://www.kallmuth-st-georgsritt.de/index.php/vereine/ortskartell-kallmuth/253-friedhofswald-kallmuther-friedhof – leider nicht datiert.
 
.


Saturday, November 13, 2021

St. Georg, der Georgsritt und mehr

 



St. Georg hat mich schon eine Weile interessiert. Die katholische Kirche liegt in Kallmuth, das zu Mechernich gehört. Kallmuth ist nicht mit Hengasch zu verwechseln, obwohl „Mord mit Aussicht“ hier gedreht wurde. Die Gegend um Kallmuth ist reich an Funden aus der Römerzeit und die Wasserleitung nach Köln verläuft in der Nähe des Ortes (Klausbrunnen); ein Ritter von Kallmuth ist für das Jahr 1285 beurkundet [1]. Die Burg mit der Kapelle standen bereits um das Jahr 1200, wurden allerdings im 30jährigen Krieg niedergebrannt. „1888 wurde der alte Turm in den neoromanischen Neubau der Kirche St. Georg, einer dreischiffigen Pfeilerbasilika mit Halbkreisapsis, einbezogen.“ [2] Die Pieta stammt aus dem Jahr 1475; sie und der Namenspatron sind Anlaß zu Wallfahrten und dem Georgsritt. Die Kirche ist Wallfahrtskirche zur schmerzhaften Mutter und zum heiligen Georg.



Georg wurde unter Diokletian im Jahr 305 zum Martyrer, allerdings ist seine Person historisch nicht so sicher, daß die römisch-katholische Kirche ihn aus dem Heiligenkalender strich, aber später wieder einfügte [3]. Erst im 12. Jahrhundert erhielt er das Attribut des Drachentöters. Er gehört zu den 14 Nothelfern. Da ist er z.B. gegen Krankheiten aktiv, wie Hautkrankheiten, Herpes labialis, Pest, Syphilis. Und für gutes Wetter ist er auch zuständig. Bei den Berufsgruppen seiner Zuständigkeit finden sich: Wanderer, Ritter und Ritterorden, Sattler und Schmiede, und natürlich die Reiter.

St. Georg - links oben an der Wand ein Georgs-Kreuz

Ich kam jetzt beim Recherchieren auf die Mosaikkarte von Madaba in Jordanien – die Kirche mit dem Mosaik heißt ebenfalls St. Georg, von der ich hier nur ein Bild zeigen will, denn ich möchte darüber im Rahmen eines Reiseberichtes schreiben; und führt selbst bei meiner Art von weit schweifenden Assoziationen zu weit weg von Kallmuths Kirche St. Georg.

Bei 11:00/12:00 Uhr kann man Heilige Stadt Jerusalem lesen (HΑΓΙΑΠΟΛICΙΕΡΟΥCA)

Mir hatten es beim ersten Besuch bereits die Fenster angetan. Sie sind von der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts erfaßt worden [4]. Verschiedene Fenster, wie das von St. Georg, sind um 1900 entstanden; der Künstler ist nicht bekannt. Auch die ornamental gestalteten Fenster mit Kreisen und stilisierten Blättern sind sehenswert.



Die Wallfahrt geht traditionell zum „Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Maria in der Pfarrkirche zu Callmuth“, wie es ein ausliegender Flyer zeigt. Der Flyer zeigt ein altes Wallfahrtgebet in Frakturschrift, darin heißte es u.a.: „O so laß denn, hl. Gottesgebärerin, schmerzhafte Mutter Maria, den Gnadenbrunnen Deiner mütterlichen Güte über mich sich ergießen ...“. Für einen moderneren Flyer hat man die Skulptur an einen anderen Ort gestellt und professionell fotografiert; vielleicht während der Rstaurationsarbeiten, denn die Restauratorin empfiehlt, Blumen (wahrscheinlich wg. der Feuchtigkeit und Insekten) nicht zu nah bei der Skulptur auszustellen. Für die Herkunft des Gnadenbildes gibt es auch eine Legende, aber die kann man dierekt auf der Seite von Sophie Lange nachlesen [5]. Auf dem moderneren Flyer findet sich auch das „Kallmuther Wallfahrtslied“ mit Noten.

Als ich so die Flyer betrachte, fällt mir auch ein Auszug aus dem Buch „Worte der Hoffnung“ von Mutter Marie Therese [6] in die Hände. Herausgeber ist Diakon Manfred Lang, hier bekannt als Manni, denn er schreibt im Wochenspiegel die Kolumne „Manni kallt Platt“ [7].


Obwohl der Tag des heiligen Georg am 23. April ist, findet der Georgsritt traditionell am 1. Mai statt. In einem Flyer wird auf das Jahr 1666 verwiesen, in dem bereits eine Reiterprozession stattgefunden haben soll. Neu ins Leben gerufen wurde der Georgsritt im Jahr 1953. Als Rekordbeteiligung werden für 1978 mehr als 300 Reiter und 3.000 Pilger angegeben. Zwischen 50 und 100 Pferden zählte man in den Jahren 2015/2016 – immerhin [8].

Auf dem angrenzenden Friedhof hat man einen ökologische Streifen, auf dem Wildblumen wachsen und ein Insektenhotel steht. Halte ich für sinnvoll.



Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kallmuth
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Georg_(Kallmuth)
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_(Heiliger)
[4] http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2845/b2845.shtml
[5] https://www.sophie-lange.de/kakushoehle-geschichte-und-sagen/sagen/der-wahre-gnadenort-kallmuth-oder-weyer/index.php
[6] Mutter Marie Therese: Worte der Hoffnung. Hrsg. Manfred Lang. Würzburg 2021, Echter Verlag GmbH. ISBN 978-3-429-05594-3
[7] https://www.wochenspiegellive.de/manni-kallt-platt/artikel/en-broeatsch-an-de-muul-72189/
[8] https://eifelon.de/mechernich/kallmuth/mitstreiter-fuer-traditionellen-st-georgsritt-gesucht.html


.


Thursday, October 8, 2020

Römischer Aquädukt in Vussem



Der Aquädukt in Vussem (gehört zu Mechernich) ist ein weiterer Baustein auf dem Weg des Wassers aus der Eifel nach Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensis) zu römischer Zeit. Die Wasserleitung spannte sich mit dem Aquädukt dort über ein Tal, durch das der Veybach fließt [1]. Übrigens gehört der Veybach heute zu den Wasserläufen, die mit Blei und anderen Schwermetallen verseucht sind, denn um Mechernich herum findet sich die größte Bleierzlagerstätte Europas [2]; „ ... aus dem Burgfeyer Stollen [werden] über Wind und Wasser Schwermetalle als Lösungsfracht in den Veybach verdriftet“ [3].




Die Aquäduktbrücke war bis zu 10 m hoch und spannte sich mit (wahrscheinlich) 13 Bögen über 80 m Länge über das Tal hinweg. Leider sind bei der Anlage des Sportplatzes zwei Pfeilerfundamente achtlos zerstört worden, erst danach wurde der Bereich archäologisch untersucht. Der Brückenteil wurde 1959 rekonstruiert und 2011 saniert. Interessanterweise war das Gefälle des Aquäduktes stärker, damit das Wasser hier schneller fließen konnte, um die Gefahr eines Einfrierens im Winter zu minimieren [4].



Die Besichtigung ist lohnenswert. Man kann den Aquädukt über den Römerkanal-Wanderweg erreichen oder auch auf den Parkplatz des bereits erwähnten Sportplatzes fahren. Der Weg von der B477 ist in Vussem ausgeschildert. 
 

 


Saturday, September 5, 2020

Fachwerkskapelle St. Margaretha in Vussem (Eifel)



Und wieder die Hl. Margaretha. Ich hatte erst Anfang der Woche über die Pfarrkirche St. Margareta in Frohngau geschrieben [1]. In Vussem gibt es eine Fachwerkskapelle mit dem Namen St. Margaretha. Übrigens gibt es dann in Bad Münstereifel auch noch eine Kirche mit dem Namen St. Margareta. Ach ja – und die Saalkirche ein paar hundert Meter heißt auch St Margareta. Sind Sie verwirrt? Keine Angst – ich bin ja da. Die Saalkirche steht am Rosenweg, direkt am Veybach [2].

Über die
Fachwerkskapelle St. Margaretha in Vussem findet sich herzlich wenig im Netz – ich finde das schade. St. Margaretha wurde 1804 erbaut, war aber schon Mitte des 19. Jahrhunderts zu klein, aber erst kurz vor dem zweiten Weltkrieg wurde die Saalkirche gebaut. Die Kapelle ist nur von außen zu besichtigen. Ich fand keine Angaben auf jemanden, der um die Kapelle herum einen Schlüssel hätte. Schade auch das.

Ich werde aber in der Zukunft versuchen, die Margaretenkirchen in der Umgebung zu besuchen.



PS. Hier noch, was ich zuvor über Margareta herausgefunden hatte: „Margareta wurde Ende des 3. Jahrhunderts geboren, war eine geweihte Jungfrau, wieß deshalb ihren Richter, der sie begehrte, zurück, wurde gefoltert, aber die Fackeln konnten sie nicht verletzen, so dass sie enthauptet wurde (305). Sie gilt als eine der 14 Nothelfer, vor allem für Schwangere und Gebärende. Nach einer anderen Überlieferung wurde sie von einem Drachen verschlungen, der aber auf ihr Schlagen des Kreuzzeichens hin zersprang, so dass sie häufig mit Drachen, aber auch mit einem kleinen Kreuz dargestellt wird.“




Links und Literaturangaben:


.