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Friday, July 9, 2021

Methotrexat (MTX) und Kaffee

 

In der neuesten Ausgabe von BDI aktuell stand ein Artikel, in der Prof. K. Krüger, Rheumatologe in München, zitiert wurde [1]. Im Artikel steht: „Bei Übelkeit, einer der häufigsten Nebenwirkungen des sehr gut verträglichen MTX, ist wegen einer wohl lindernden Koffein-Wikung Kaffee einen Versuch wert.“

Ich dachte an zwei Dinge: 1. Probieren auf jeden Fall, 2. wie sicher ist der Hinweis vom Kollegen Krüger? Ich hatte vorher noch nichts davon gehört. Früher hatte ich hier auf dem Blog schon über eine Verbesserung der Verträglichkeit von MTX geschrieben [2]; „[j]eder Tipp, um Nebenwirkungen zu lindern und den Menschen auf dem Medikament halten zu können, ist ein wahrer Segen“.

Und nun die frohe Botschaft: es gibt eine Studie [3]. In seiner Studie untersuchte A. Malaviya die Wirkung von Koffein auf die Symptome einer Methotrexat-Intoleranz bei Patienten mit rheumatoider Arthritis. Koffein (Kaffee/dunkle Schokolade) linderte die Symptome der MTX-Intoleranz bei 55 % und teilweise bei 13 % der Patienten. 14,2 % mochten weder Kaffee noch dunkle Schokolade, da im nördlichen Teil Indiens hauptsächlich Tee getrunken wird und nicht Kaffee. Vielen Dank Anand Narayan Malaviya und Klaus Krüger!

Ich hätte keine Bedenken, Teetrinkern zu empfehlen, es einmal zu versuchen; allerdings wurde gerade das nicht getestet. Dunkle Schokolade und Kaffee haben einen leicht höheren Gehalt an Koffein, wenn man die Produkte mit Tee vergleicht. Wichtiger ist aber, daß die Polyphenole im Tee (z.B. das Epigallocatechingallat) das Koffein binden und es erst im Darm freilassen, d.h. die Kinetik ist anders als etwa beim Kaffee. Es kann durchaus sein, daß die schnellere Aufnahme von Koffein aus Kaffee die Übelkeit seitens Methotrexat besser verhindert.


Links und weitere Angaben:
[1] Bianca Bach: Wer weiß. Wie's geht, kann bei RA mit Methotrexat beginnen. BDI aktuell, Juli/August 2021, S. 11.
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2015/05/methotrexate-and-hydrating.html
und auf Deutsch: https://rheumatologe.blogspot.com/2016/07/methotrexate-und-wasserung.html
[3] Malaviya AN. Methotrexate intolerance in the treatment of rheumatoid arthritis (RA): effect of adding caffeine to the management regimen. Clin Rheumatol. 2017 Feb;36(2):279-285. doi: 10.1007/s10067-016-3398-3. Epub 2016 Sep 6. PMID: 27596742.  https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27596742/

PS. BDI – ich war einmal beim Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. in Köln in den 1970iger Jahren, um ein Buch von Arno Schmidt einzusehen. Ich kam mir vor wie der Reporter in Citizen Kane. Aber dieser BDI ist nicht gemeint sondern der Berufsverband Deutscher Internisten.


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Saturday, January 26, 2019

Muckefuck


Ich dachte gestern an Muckefuck und heute hätte ich mir fast die Herkunft des F-Wortes ansehen können, wenn denn mein PC dafür freigegeben wäre. Aber bleiben wir bei Muckefuck. Mucke ist Musik und Fuck ist äh, ja, eben nicht f*ck.

Muckefuck bezeichnet bisweilen dünnen Kaffee, aber meist Ersatzkaffee, z.B. aus Zichorien Wurzeln. Mucke geht auf Mucken oder Mulm zurück und fuck auf faul. Mulm bezeichnet zerfallene, verfaulte Pflanzenteile und auch Humusboden.

Fange ich jetzt an, Muckefuck zu trinken? Nein, keine Chance! Ich trinke kalten Kaffee wg. des Koffeins.

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Friday, March 30, 2018

Entwarnung: Kaffee ist gesund





Ich hatte schon etwas vor der Nachricht über die Kennzeichnungspflicht von Kaffee als krebsauslösend in Kalifornien [1] von der Entwarnung gelesen, denn es gibt auch über positive Aspekte beim Kaffee zu berichten [2].

In einer Metaanalyse zu 200 Studien wird bei Kaffee eine Risikoreduktion bei verschiedenen Erkrankungen beschrieben. Als Dosis werden 3-4 Tassen Kaffee täglich angegeben. Die Kaffeetrinker hatten ein geringeres Sterberisiko als die Kaffee-Abstinenzler.

Prof. Dr. Eliseo Guallar (Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Baltimore) geht davon aus, dass sich Kaffeetrinker nicht gesundheitlich schaden, aber Ärzte sollten Patienten nicht zum Kaffeetrinken auffordern, um Krankheiten zu verhindern.

Prof. Dr. Johannes Georg Wechsler (Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie / Präsident des Bundesverbands der Ernährungsmediziner) rät: „Wer gerne Kaffee trinkt, darf das in Maßen gerne weiter tun“.

Die Forscher halten eine randomisierte, kontrollierte Studie zum Kaffeekonsum für wünschenswert aber nicht realistisch.

Was rate ich?
Wer gerne Wasser trinkt, der trinke weiter Wasser.
Wer gerne Tee in Maßen trinkt, der trinke weiter Tee in Maßen.
Wer gerne Kaffee in Maßen trinkt, der trinke weiter Kaffee in Maßen.


Links:

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Warnung: Kaffee kann Krebs auslösen



Elihu Berle, Richter in Los Angeles (Kalifornien) fordert von der „Kaffeehauskette Starbucks, auf ihren Kaffee-Produkten künftig vor Krebsgefahren zu warnen“ [1]. Starbucks und andere Unternehmen der Branche hätten nicht darlegen können, dass die Gefahr, die von einer chemischen Verbindung ausgehe, die beim Rösten von Kaffee entstehe, zu vernachlässigen sei, erklärte Richter am Mittwoch in Los Angeles.
Die NGO [Nichtregierungsorganisation] CERT [Council for Education and Research on Toxics], die unter anderem über Giftstoffe aufklärt, hatte bereits 2010 Starbucks und rund 90 Unternehmen der Branche verklagt, denn Kaffee enthält den beim Röstvorgang entstehenden Stoff Acrylamid. Acrylamid gilt als krebserregend, und demnach ist nach kalifornischem Recht ein Warnhinweis erforderlich. Allerdings sind die Befunde nicht so eindeutig [2,3]. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt: „Bei den industriell hergestellten Lebensmitteln sollte der Acrylamidgehalt insbesondere in den hochbelasteten Produktgruppen weiter minimiert werden. Als Regel für die häusliche oder gastronomische Zubereitung gilt weiterhin „Vergolden statt Verkohlen“, da der Acrylamidgehalt mit zunehmendem Bräunungsgrad ansteigt.“

Mit der Rechtsauffassung von Richter Berle müssten nachfolgende auch andere Nahrungsmittel gekennzeichnet werden, denn Acrylamid entsteht beim Backen, Braten, Grillen, Frittieren, Rösten, etc., wobei die Temperatur ein Rolle spielt, denn je heißer der Vorgang ist desto mehr Acrylamid entsteht. So müsste man auch Brot mit brauner Kruste, Knäckebrot, Kartoffelchips, Pommes frites, Lebkuchen, Spekulatius, Kartoffelpuffer, Crunch-Müsli, und auch Muckefuck sowie weitere mit dem Risiko-Label versehen.

Mit dieser Methode kann man Lebensmittelschutz übertreiben und ad absurdum führen. Überlegen Sie, wie viele Lebensmittel dick machen können. Wenn alle die Aufschrift „Kann zu Fettsucht führen“ tragen müssten, was wäre dann wirklich erreicht?

Es schadet bestimmt nicht, darauf zu achten, den Acrylamidgehalt in der Nahrung zu verringern, aber dazu bedarf es keiner Aufdrucke. Und übrigens, frisch gebrühter Kaffee ist heiß, sogar brühend heiß – aber muss man das mittels eines Aufklebers mitteilen müssen?


Links: 
[1]
[2]

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