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Friday, August 19, 2016

Metaanalyse zeigt gleiche Wirksamkeit für NSAR und Opiate bei Kniegelenksarthrose



Schmerzen bei Arthrosen sind eine tägliche Qual für Patienten und ein tägliches Problem für Ärzte. Wenn die physikalischen Maßnahmen ausgeschöpft sind, werden Medikamente eingesetzt. Effektive Medikamente haben aber auch Nebenwirkungen. Da ist es gut zu wissen, welche Präparate oder Medikamentenklassen Vorteile haben und welche eher nicht. Opiate gelten schärfste Waffe der Schulmedizin gegen den Schmerz. Metaanalysen versuchen solche Fragen zu klären, indem die vorhandenen Studien ausgewertet und zusammengeführt werden. Nicht jede Studie eignet sich für solche Auswertungen. Die Studien müssen gewisse Qualitätsforderungen erfüllen.

S.R. Smith und Kollegen stellten eine Metaanalyse mit dem Titel: „Comparative pain reduction of oral non-steroidal anti-inflammatory drugs and opioids for knee osteoarthritis: systematic analytic review“ vor. 27 Therapiearme aus 17 Studien kamen zur Auswertung (9 für Celecoxib, einem COX-2-Inhibitor; 4 für nicht-selektive NSAR [Nicht-Steroidale Anti-Rheumatika] und zwar Diclofenac, Naproxen und Piroxicam; 11 schwach potente Opiate / Tramadol; 3 für hoch potente Opiate [Hydromorphon, Oxycodon]). Die statistischen Analysen zeigten keine Unterschiede für die verschiedenen Klassen der Medikamente. Patientengruppen mit höherem Anteil an Männern und höherer Schmerzstärke vor Therapiebeginn hatten eine stärkere Schmerzreduktion.

Aus der Studie folgt, dass Schmerzen bei Kniegelenks-arthrose individueller gestalten werden können. Opiate sind nicht erfolgreicher per se. Opiate bergen ein höheres Risiko für Stürze, so dass man dies berücksichtigen kann. NSAR haben andere Risiken. Die vorliegende Metaanalyse lässt sich nutzen, um die Risiken der Therapie mehr in die Therapieempfehlungen einfließen zu lassen.

 

Literaturangabe:
S.R. Smith et al.: “Comparative pain reduction of oral non-steroidal anti-inflammatory drugs and opioids for knee osteoarthritis: systematic analytic review”. Osteoarthritis Cartilage. 2016 Jun;24(6):962-72. doi: 10.1016/j.joca.2016.01.135. Epub 2016 Feb 1. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26844640

 

Wednesday, June 4, 2014

Hyaluronsäure ins Knie – „tendentiell negativ“


Die Presseagentur Gesundheit meldete am 30.05.2014: „Viele Studien, wenig Sicherheit: Einem geringen Nutzen der Injektion von Hyaluronsäure bei Kniearthrose stehen Schäden gegenüber. „Tendenziell negativ“, urteilt daher der IGeL-Monitor.“
Ich hatte mich hier auf diesem Blog schon häufiger zu Hyaluronsäure geäußert, insbesondere zu Hyaluronsäure als Nahrungsergänzungsmittel.
Der IGeL-Monitor (http://www.igel-monitor.de) hat sich nun an die Bewertung der Injektion von Hyluronsäure (also Präparate wie z.B. Synvisc®, Orthovisc®, Hyalgan®, Artz®, Hylan®) gewagt. Die Präparate sind meist als Medizinprodukte und nur teilweise als Medikamente im Handel. Medizinprodukte unterliegen anderen Maßstäben als Medikamente. Der IGeL-Monitor kommt in der Gesamtschau der unerwünschten Ereignisse, verbunden mit der Unsicherheit über die wahre Höhe möglicher Schäden, die schwerer ins Gewicht fallen als der Nutzen, zu der Bewertung „tendenziell negativ“.
Die Bewertung kann wissenschaftlich untermauert werden. D.T. Felson, Professor an der Boston University School of Medicine, hatte sich häufig bei den Kongressen der amerikanischen Gesellschaft für Rheumatologie (American College of Rheumatology) zu diesem Thema zu Wort gemeldet. Es sind leichte Effekte nachweisbar, aber selbst die sind durch den „publication bias“ (Verzerrung durch Publikation nur von nachgewiesenen Effekten) überbewertet.

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