Tuesday, June 7, 2022

Invasion von der Weide

Auf der Wiese (links), rechts ist die Pferdekoppel zusehen


Heute Morgen wunderte ich mich nach dem Aufstehen, als ich die Kühe, die auf der Weide oberhalb der Pferdekoppel stehen, plötzlich in Richtung Weg trabten. Ich dachte noch, daß die Nachbarn mit dem Hund dort vorbei gekommen wären, denn der Weg gehört zu einer ihrer Runden [1]. Dann ging ich in die Küche und wollte etwas auf den Kompost bringen.


Da sah ich die kleine Herde von Rindviechern, wie sie auf der Wiese oberhalb meines Grundstücks weideten. Die Kühe aber gehören einem Agronomen aus dem Nachbardorf und die Wiese gehört den Nachbarn von mir gegenüber und wird für die Produktion von Heu für die eigenen Kühe genutzt. Ich klingelte bei den Nachbarn und noch während wir uns unterhielten, kamen die Rinder den Feldweg neben meinem Grundstück herunter, verteilten sich auf verschiedenen anderen Wiesen und im Garten der Nachbarn.


Und dann sah auch die Straße kurz so aus, daß man sie für „Mord mit Aussicht“ hätte nutzen können. Der Bauer vom Nachbardorf war schnell da und es dauerte nicht lange, da waren die Kühe auch wieder mit Kraftfutter auf die Weide im Nachbardorf gelockt.



Ich hatte etwas Ähnliches auf Feuerland erlebt. Ich war am Lago Fagnano. Am Morgen des zweiten Tages dort schaute ich auf den See und Puente Yuco und dann sah ich auch eine Herde von Kühen, die außerhalb eines Zaunes grasten. Während ich darüber nachdachte, kam ein alter, kleiner, offener Diesellaster die Hänge zum See herunter. Und plötzlich liefen die Kühe zu zwei kleinen Öffnungen im Zaun und durch diese auf ihre Weide. Dort legten sie sich hin – ruminierend, als wäre nichts geschehen. Der Lastwagen hatte nichts mit diesen Kühen zu tun, aber ich interpretiere es so, daß die Kühe den Bauern im Kleinlaster vermuteten und nicht auf der verkehrten Seite des Zauns erwischt werden wollten [2].




Rinder werden eher als dumme Tiere angesehen, die nur Gras fressen und wiederkäuen. Das stimmt nicht! Wenn man sie läßt, dann sieht es ganz anders aus. Sie haben soziale Strukturen. Sie regeln zum Beispiel Geburtshilfe. Und sie können sich dem Menschen auch intelligent entziehen, wie wir das 2011 mit Yvonne, der Waldkuh, erlebt haben [3]; immerhin dauerte es über drei Monate, bis man sie wieder eingefangen hatte.



Links und Anmerkungen:
[1] Eine kurze Erwähnung findet sich hier: https://rheumatologe.blogspot.com/2021/07/sammelsurium-195-17072021.html („Der Hund muß an die frische Luft!“)
[2] Vollständiger, etwas abweichender Text auf Englisch: https://rheumatologe.blogspot.com/2020/08/a-herd-of-naughty-cows-at-lake-fagnano.html
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Yvonne_(Hausrind) Lesenswerter Artikel mit allerlei Hintergrundinformationen. Und die Geschichte ging besser aus als die von Bruno, dem Bären https://de.wikipedia.org/wiki/JJ1.

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