Die verderblichen Blitze mahlen,
die Feuertrommel erfüllt die Luft,
es pauken die grimmigen Wogen
bis zum Jüngsten Gericht!
Ahmad Schamlou [1]
die Feuertrommel erfüllt die Luft,
es pauken die grimmigen Wogen
bis zum Jüngsten Gericht!
Ahmad Schamlou [1]
RückSchau
1410 n. Chr. [2]
Polen besiegt bei in der Schlacht bei Tannenberg den Deutschen Orden. Johannes Hus wird vom Erzbischof von Prag gebannt. KaffeeAnbau und Kaffeegenuß gelangen von Abessinien (heute korrekt: Äthiopien) nach Arabien.
Wind
Der heftige Wind lies das schwere ZeltDach flattern und schlagen, um noch mehr Lärm dem Inferno hinzu zu fügen. Der Boden hielt die Heringe nicht und auch wir würden bald dem Wind, den Heringen und anderen ZeltTeilen folgen. Bei aller Romantik -: ich wünsche mir wieder Trockenheit und daß der Wind auch einmal schlafen möge.
Tyrann
Der Tyrann fürchten die Worte im Buch. Aber wenn das Buch keine Worte enthält sondern Dynamit, das nimmt er dann doch mit.
Die gute Fee
Die gute Fee hat einen im Tee und gibt drei Wünsche aus. Was ist, wenn ich mir wünsche, ohne rot zu werden: „Erfüll mir jeden Wunsch!“???
RatSchläge
∙ Schwimm dich frei, aber geh' nicht ins Wasser.
∙ Brenne für etwas, aber nicht auf dem ScheiterHaufen.
∙ Laß deine Fantasie fliegen, aber laß dich nicht vom Sturm wegwehen.
∙ Spiele im Sand, aber nicht mit dem Sand der Zeit.
Das Beste des GürtelTiers
Was geschieht mit dem Besten des GürtelTiers? Und sag nicht -: daraus machen Sie Gürtel.
Leben
Leben heißt der Erinnerung eine FortSetzung geben. Jedem Tag eine neue Wendung geben.
KugelSchreiber
Ich schreibe ungern mit KugelSchreibern, aber das läßt sich nicht vermeiden. Aber nun zum Thema -: man zückt den KugelSchreiber und macht sich eine Notiz, das ist völlig wirkungslos. Wenn man jedoch ein schwarzes NotizBuch aufSchlägt, den Füller aufSchraubt und sich dann den Namen buchStabieren läßt, bevor man ihn aufSchreibt, die Tinte trocknen läßt … -: was für eine Wirkung!
Es könnte sein, dß ich etwas Ähnliches einmal bei Kishon [3] gelesen habe, aber das schlage ich jetzt nicht nach, obwohl … vielleicht lese ich doch noch einmal in seinen Büchern, aber es sind sicherlich 8-10 Bücher.
Die letzte Metro
Die letzte Metro [4], der letzte Bus, der letzte Flug, sehr hollywoodMäßig, theatralisch … obwohl … ich war 2008 mit Freunden in Peru und Bolivien [5]. Und der letzte Halt war La Paz. Es herrschte schon eine etwas angespannte Lage, aber wir dachten, sonntags gibt es keine Revolution und fühlten uns sicher für unseren Abflug. Ich mußte morgens schon um 03:00 Uhr aufstehen und bin Von einem Polizisten, die 5 m bis zum Taxi begleitet worden. Ich fuhr mit dem Taxi durch die menschenLeere Stadt, als wir höher kamen, sahen wir mal einen HolzKlotz oder FelsBlock auf der Straße. Der Fahrer war in engem Kontakt mit anderen TaxiFahrern, das ging aus den aus dem Gespräch hervor. Schließlich kamen wir auf die Straße, die nach El Alto, also hoch zum Flughafen führen sollte und dort war alles voller FelsBrocken, Steinen, Ästen, umgesägten LaternenMasten, aber wir kamen noch durch. Dann stoppten wir bei den MautHäuschen, deren Scheiben eingeschlagen waren. Dort standen Schilder mit der Aufschrift „Keine DurchFahrt“. Aber da waren noch zwei weitere Taxen. Es wurde kurz beraten und dann sagte einer der Taxifahrer: „Das haben sicherlich die Leute dahin gestellt, die hier alles kaputt geschlagen haben.“ Wir fuhren also weiter und kamen schließlich am Flughafen an, wo uns ein Polizist die Schranke öffnete und wir hineinfahren konnten. Ich habe da problemlos eine Stunde später eingecheckt und bin dann auch abgeflogen. Meine Freunde flogen 6 Stunden später und die sind schon nicht mehr so problemlos nach El Alto hoch gekommen. Es war kein DurchKommen und die TaxiFahrer haben sie nur bis zu der Straße nach El Alto gebracht. Dort gingen sie dann zu Fuß weiter und zwei Jungs oder junge Männer haben ihnen die Koffer hochgezogen, während die MilitärPolizei über sie hinwegschoß, damit niemand etwas auf sie werfen konnte. Sie kamen auch in den Flughafen rein, aber es hieß, der Flughafen wäre geschlossen. Da aber sah mein Freund irgendwo hinten auf einem GepäckBand noch einen Koffer verSchwinden. er Eilte hin und innerhalb von einigen Minuten waren sie auf diesem Flug. Es war der letzte Flug aus La Paz für etwa eine Woche. Sie sind also mit der letzten Maschine weggeflogen. Ein interessantes Detail war noch, daß diese Maschine von der israelischen Botschaft gechartert worden war. Das heißt, es gibt es auch im AlltagsLeben, naja AlltagsLeben ist etwas überTrieben, Situationen, in denen man die letzte Möglichkeit wahrnehmen kann. Übrigens kam niemand meines Wissens für etwas über eine Woche (?) aus der Stadt, da auch die Straßen blockiert waren.
Form & Inhalt
„der
Himmel
ist
klarer
als
sonst“ [6]
Diese Form entspringt dem Schreiben mit einer SchreibMaschine, denn es wird jeweils die Zeile vorgeschoben, aber nicht der Wagen zum ZeilenAnfang zurückGeführt. So hat das Medium der Fixierung des Gedichts (also das WerkZeug) die Form bestimmt. Ich wollte es nur einmal gesagt haben.
Zettel
Ich schreibe viel auf Zettel, denn das Gehirn ist großartig im EntMüllen und gießt schnell das Kind mit dem Bade aus, das heißt, Gedanken könnten verloren gehen. Deshalb schreibe ich viel auf Zettel.
Winter
Noch etwa sieben Wochen bis zum Nadir der Sonne, jetzt steht sie noch so hoch, daß die Büsche im Wind Schatten auf den Tisch werfen. Bald aber fällt wieder Schnee.
Scherben [Shards]:
Beschreibung ∙ Bezeichnung ∙ Bemalung ∙ Beschäftigung ∙ Begriffslosigkeit
Die letzte Metro [4], der letzte Bus, der letzte Flug, sehr hollywoodMäßig, theatralisch … obwohl … ich war 2008 mit Freunden in Peru und Bolivien [5]. Und der letzte Halt war La Paz. Es herrschte schon eine etwas angespannte Lage, aber wir dachten, sonntags gibt es keine Revolution und fühlten uns sicher für unseren Abflug. Ich mußte morgens schon um 03:00 Uhr aufstehen und bin Von einem Polizisten, die 5 m bis zum Taxi begleitet worden. Ich fuhr mit dem Taxi durch die menschenLeere Stadt, als wir höher kamen, sahen wir mal einen HolzKlotz oder FelsBlock auf der Straße. Der Fahrer war in engem Kontakt mit anderen TaxiFahrern, das ging aus den aus dem Gespräch hervor. Schließlich kamen wir auf die Straße, die nach El Alto, also hoch zum Flughafen führen sollte und dort war alles voller FelsBrocken, Steinen, Ästen, umgesägten LaternenMasten, aber wir kamen noch durch. Dann stoppten wir bei den MautHäuschen, deren Scheiben eingeschlagen waren. Dort standen Schilder mit der Aufschrift „Keine DurchFahrt“. Aber da waren noch zwei weitere Taxen. Es wurde kurz beraten und dann sagte einer der Taxifahrer: „Das haben sicherlich die Leute dahin gestellt, die hier alles kaputt geschlagen haben.“ Wir fuhren also weiter und kamen schließlich am Flughafen an, wo uns ein Polizist die Schranke öffnete und wir hineinfahren konnten. Ich habe da problemlos eine Stunde später eingecheckt und bin dann auch abgeflogen. Meine Freunde flogen 6 Stunden später und die sind schon nicht mehr so problemlos nach El Alto hoch gekommen. Es war kein DurchKommen und die TaxiFahrer haben sie nur bis zu der Straße nach El Alto gebracht. Dort gingen sie dann zu Fuß weiter und zwei Jungs oder junge Männer haben ihnen die Koffer hochgezogen, während die MilitärPolizei über sie hinwegschoß, damit niemand etwas auf sie werfen konnte. Sie kamen auch in den Flughafen rein, aber es hieß, der Flughafen wäre geschlossen. Da aber sah mein Freund irgendwo hinten auf einem GepäckBand noch einen Koffer verSchwinden. er Eilte hin und innerhalb von einigen Minuten waren sie auf diesem Flug. Es war der letzte Flug aus La Paz für etwa eine Woche. Sie sind also mit der letzten Maschine weggeflogen. Ein interessantes Detail war noch, daß diese Maschine von der israelischen Botschaft gechartert worden war. Das heißt, es gibt es auch im AlltagsLeben, naja AlltagsLeben ist etwas überTrieben, Situationen, in denen man die letzte Möglichkeit wahrnehmen kann. Übrigens kam niemand meines Wissens für etwas über eine Woche (?) aus der Stadt, da auch die Straßen blockiert waren.
Form & Inhalt
„der
Himmel
ist
klarer
als
sonst“ [6]
Diese Form entspringt dem Schreiben mit einer SchreibMaschine, denn es wird jeweils die Zeile vorgeschoben, aber nicht der Wagen zum ZeilenAnfang zurückGeführt. So hat das Medium der Fixierung des Gedichts (also das WerkZeug) die Form bestimmt. Ich wollte es nur einmal gesagt haben.
Zettel
Ich schreibe viel auf Zettel, denn das Gehirn ist großartig im EntMüllen und gießt schnell das Kind mit dem Bade aus, das heißt, Gedanken könnten verloren gehen. Deshalb schreibe ich viel auf Zettel.
Winter
Noch etwa sieben Wochen bis zum Nadir der Sonne, jetzt steht sie noch so hoch, daß die Büsche im Wind Schatten auf den Tisch werfen. Bald aber fällt wieder Schnee.
Scherben [Shards]:
Beschreibung ∙ Bezeichnung ∙ Bemalung ∙ Beschäftigung ∙ Begriffslosigkeit
Inn – Auss
Innsbruck – Aussbruck
Innsbruck – Aussbruck
Entenleiche - Entelechie [7]
… und wirft sein Ohr den Hunden zum Fraß vor.
Standphotos – Strandpotos [8]
Der Kor(mor)an fischt. Das Ev(angel)ium auch.
.
Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Ahmad Schamlou [1a]: Das Märchen von den Töchtern des Mütterchens vom Meer. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 11. Jahrgang 1964. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 261-268.
[1a] Ahmad Schamlou (احمد شاملو) (1925-2000) war ein persischer Dichter.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Schamlou
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 634-635.
[3] Ephraim Kishon (אפרים קישון) (1924-2005) war ein israelischer Journalist, Schriftsteller und Film- und Theaterregisseur ungarischer Herkunft. Bekannt wurde er durch seine Kurzgeschichten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ephraim_Kishon
[4] „Die letzte Metro“ (Originaltitel: Le Dernier Métro) ist ein französisches Filmdrama von François Truffaut aus dem Jahr 1980 mit Catherine Deneuve und Gérard Depardieu in den Hauptrollen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_letzte_Metro
[5] Ich dachte gerade, daß ich darüber schon einmal geschrieben hätte, habe es aber nicht gefunden und deshalb lasse ich es stehen.
[6] Rolf Dieter Brinkmann [6a]: Standphotos. Gedichte 1962 - 1970. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1980. ISBN: 3-498-0-0461-1. S. 281.
[6a] „Rolf Dieter Brinkmann (eigentlich: Rolf-Dieter Brinkmann; * 16. April 1940 in Vechta; † 23. April 1975 in London) war ein deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Dieter_Brinkmann
[7] Ich weiß, man spricht nicht von einer Entenleiche. Aber nur wegen der Verwechslungsgefahr. Gib einmal Entenleiche bei Google ein. Die Entenleiche aber trägt das Ziel (Telos), also den Tod, in sich. QED.
[8] a.a.O.
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