Friday, October 9, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 09.10.2026

 



der Weberknecht an der Steinwand
beschreibt
die morgen verpfändete Stille.
Manfred Peter Hein [1]


Harz 
    hinter dem 
Knorrigen 
Baum 
Der 
Einsam 
Steht 
Ein 
Kahles 
Feld 
GenauSo 
Einsam 
Und daHinter 
    Schwanken 
Die Berge 

Wind 
    laß den 
Wind 
ZuNächst 
Dein
Haar 
ZerZausen 
BeVor 
Er sich 
    Den 
Büschen zuWendet  

Lieder
Immer leiser hauchen wir 
Unsere melancholischen Lieder 
In die Abendbrise 
Die vom Meer herWeht 
Die schiffBrüchigen Wolken 
Lassen sich vom Wind mitNehmen 
Wohin auch unsere Lieder verWehen   

VorMittag 
    zwischen einer 
RegenSchauer
Dem 
Wind 
Und 
Treibenden 
HerbstBlättern 
EntWickelt 
Sich 
Der VorMittag -:
    Kriecht 
Leidend herum
   
Bücher 
Als sie wieder begannen
Bücher zu verBrennen
Hilflos, wie wir waren
BeGruben wir die Bücher
Besser still verModern 
Als auf dem ScheiterHaufen 
Bei GeJohle zu verBrennen 

Fallen 
    alles fällt 
Die 
Perseiden 
Im 
Sommer 
Die 
Blätter 
Im 
Herbst 
Und 
Manchmal 
Auch die 
    Eltern 
Im Alter


Verdacht
Das Gras ist welk geworden 
Die Bücher haben StockFlecken 
Und ich habe keinen Spiegel mehr 
Ach ja -: so ist es auch gut

WeinKönigin
Schluck um Schluck
Alle prosten mir zu
Denn ich bin WeinKönigin
Es ist zum Weinen
Mir brummt der Schädel
Denn ich bin WeinKönigin [2] 

VorHölle 
    kurz vor 
Der 
Hölle 
Ist 
Die 
Hoffnung 
Nass 
Von 
Tränen
Aber 
Da trocknet 
    Sie 
Auch wieder 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Manfred Peter Hein [1a]: Kulisse. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 10. Jahrgang 1963. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 293. 
[1a] Manfred Peter Hein (1931-2025) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer, der ab 1958 in Finnland lebte [1aa]. Ich lernte ihn über die Anthologie „Auf der Karte Europas ein Fleck“ [1ab] kennen.
[1aa] https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Peter_Hein 
[1ab] Manfred Peter Hein: Auf der Karte Europas ein Fleck. Gedichte der osteuropäischen Avantgarde. Ammann Verlag, Zürich 1991. ISBN: 3-250-10116-8
[2] Das Gedicht kann, ja darf ich nicht jemandem widmen. 

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Thursday, October 8, 2026

Sammelsurium (317) 08.10.2026


Auf deinen Sarg leg ich,
als Schaufel des Totengräbers,
die offene Hand: den Mond.
Julian Przyboś [1]

RückSchau

1209 n. Chr. [2]

Baubeginn des Magdeburger Doms, der als erster gotischer Bau in Deutschland gilt, Fertigstellung der Westtürme 1520 – das ist deutlich schneller als der Kölner Dom. Beginn der Albigenserkriege. Die Albigenser gehörten zu den Katharern, wovon das Wort Ketzer kommt. 

Ein Stückchen Glück 

In einem öffentlichen Bücherschrank sah ich „Jeden Tag ein Stückchen Glück, mein Tagebuch“ [3]. Ich dachte, nimm's besser mit, sonst füllt es noch jemand aus, dem eine Psychotherapie besser helfen würde. Es gibt:
    ∙  Tage zum Ankreuzen
    ∙  Datum
    ∙  6 Auswahlmöglichkeiten an Wetter
    ∙  Tagesrückblick in 12 Kategorien zum Ankreuzen
    ∙  So fühle ich mich heute mit 10 Herzen zum Ankreuzen oder ausmalen
    ∙  Achtsamkeit & Zeit für mich
    ∙  Meine heutigen 2 Momente
    ∙  wundervolle Erlebnisse & bleibende Eindrücke
    ∙  Ich bin dankbar für
    ∙  Das nehme ich mir für morgen vor. 
Krankhaft finde ich diese Idee, circa 80 Tage umfasst das Tagebuch. Das wiederum ist erstaunlich zurückHaltend. Wahrscheinlich weiß man, daß entweder die Übung abGebrochen wird oder man einen Therapeuten gefunden hat.

Tränen & Regen 
Man meint Regen und Tränen unterScheiden zu können. Tränen sind salzig, Regen ist es nicht, es sei denn Du läufst am Strand spazieren. Und wer weiß denn, ob wenn man so viel wie eine RegenSchauer weint, die Tränen nicht auch salzFrei werden. So ein Weinen kann bekanntlich sehr befreiend wirken. Nach Regen kommt SonnenSchein – sagt der VolksMund. Die Sonne glänzt auf der gesäuberten Welt. Sie lacht. Und nun Du!

Ł - ein sakraler Buchstabe? 
Ist das polnische Ł/ł ein sakraler Buchstabe, denn es erinnert mich an das orthodoxe Kreuz (Schrägstrich)? Natürlich ist es das nicht! Denn erstens ist es kein L, sondern ein W und zweitens haben die Polen nichts mit der Orthodoxen Kirche zu schaffen. Sie sind römisch-katholisch. Aber sie hätten ihre Sprache besser mit kyrillischen Buchstaben darstellen sollen, was aber ein ganz anderes Thema ist. Ach ja, das Ł/ł wird wie englische wh ausGesprochen. Zum Whiehern!

Zur Ruhe kommen 
Ich lese häufig „zur Ruhe kommen“ und da wollen Leute „die Seele baumeln lassen“, andere versuchen mit Gewalt die Erleuchtung zu erlangen, einige vergessen über das Suchen das Finden. Was aber ist, wenn sich perfekte Momente in Ruhe anEinAnderReihen und eine GänseHaut die andere abLöst? Dann ist man zur Ruhe gekommen, der Sturm schweigt und die Füße spüren den Boden.

Das Museum in Punta Arenas

Ich las das Gedicht „Was zu lernen war“ von Eva Corino [4] und dachte an das Museum in Punta Arenas; es handelt sich um das Museo Salesiano Maggiorino Borgatello, wie mir Google heraussuchte [5]. Punta Arenas ist eine Stadt, die gegenüber von Feuerland liegt. Ich hatte dieses Museum bei meiner ersten FeuerlandReise besucht. Da hatte Einer der Patres Insekten gesammelt, wahrscheinlich über Jahrzehnte und man sah die Bezeichnungen in schwarzer Tusche, wie sie immer zittriger wurden. Aber während es bei Eva Corino um das Glück des Entdeckens geht, das man als Kind hat, war es bei dem Forscher wichtiger, Exemplare zu sammeln, zum Beispiel die Varianz von Käfern zu erfassen, wo beginnt eine neue Spezies? Und auch das kann Glück sein.  

Mälar
„mit Knoten und Dolle mit Mälarsee und Stockholm“ (Friederike Mayröcker) [6], „Der Ton war gemischt am Mälarsee“ [7] oder doch die New Seekers [8]? 

Scherben [Shards]:

Carrara – Carrera  
Masoret – Masochist 
HahaUsen – schmUsen 
Stadtoldendorf – Stadt und Dorf




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Julian Przyboś [1a]: Nacht. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 10. Jahrgang 1963. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 249.
[1a] „Julian Przyboś (* 5. März 1901 in Gwoźnica Dolna/Powiat Strzyżowski; † 6. Oktober 1970 in Warschau) war ein polnischer Lyriker der Krakauer Avantgarde, Essayist und Übersetzer.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Przybo%C5%9B 
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 516-517.
[3] Jeden Tag ein Stückchen Glück, mein Tagebuch. Korsch Verlag, Gilching 2021. ISBN. 978-3-7318-5945-1.
[4] Eva Corino: Keine Zeit für Tragödien. Berlin Verlag, Berlin 2001. ISBN: 3-8270-0389-X. S. 9.
[5] „Das Museo Salesiano Maggiorino Borgatello ist ein privates Regionalmuseum in Punta Arenas, das 1893 gegründet wurde und damit das drittälteste Museum Chiles ist.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Museo_Salesiano_Maggiorino_Borgatello  
[6] Friederike Mayröcker: Ein Lesebuch. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979. ISBN: 3-518-37048-0. S. 72.
Friederike Mayröcker (1924-2021) war eine österreichische Schriftstellerin.
https://de.wikipedia.org/wiki/Friederike_Mayr%C3%B6cker 
[7] Eine Vignette zu paranormalem Unsinn 
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/08/eine-vignette-zu-paranormalem-unsinn.html  
Hier ist noch eine RichtigStellung notwendig:
Der Parapsychologe Hans Bender (1907-1991) [7a] mit dem Schriftsteller und Akzente-Herausgeber Hans Bender (1919-2015) [7b].
[7a] https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Bender_(Psychologe)  
[7b] https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Bender_(Schriftsteller) 
[8] Es geht um den Song „Beg, steal or borrow“ von den New Seekers [8a], vor dem ich ausdrücklich warne, den ich aber von der B&B Vermieterin her kenne, denn sie trällerte den Song jedesmal mit, wenn er im Radio lief, aber schließlich war ich auch zum Englisch lernen in Shanklin (I.o.W.).
[8a] https://www.youtube.com/watch?v=QyxJeV8OLjI 

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Wetter und entzündlich-rheumatische Erkrankungen

 


Ich hatte vor etwa 13 Jahren über Wetter und entzündlich-rheumatische Erkrankungen geschrieben [1] und nun kam das Thema im Bekanntenkreis wieder einmal auf. 

Es ist nicht ungewöhnlich, daß Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen über eine Zunahme von Symptomen bei bestimmten Wetterbedingungen berichten. Einige meiner (damaligen) Patienten fühlten anhand ihrer Symptome, daß es bald regnen würde. Andere Patienten mit rheumatoider Arthritis berichteten, daß Kälte, feuchte Witterungsbedingungen oder Luftdruckänderungen ihre Symptome, wie Schmerzen, Steifigkeit oder Gelenkschwellungen, verschlechterten.
Die Ergebnisse von Studien zu den Auswirkungen des Wetters auf die rheumatoide Arthritis sind hingegen sind damals nicht schlüssig gewesen und dem werde ich gleich nachgehen, ob das immer noch so ist.
Ich hatte aus konsekutiven Anamnesen damals Äußerungen zum Wetter genommen und analysiert.
Ich endete mit folgendem Text:
Beim Wetter scheint besonders regnerisches und kaltes Wetter Gelenkschmerzen und Steifigkeit zu erhöhen. Aber es trifft nicht auf alle gleichermaßen zu. Wahrscheinlich fühlen sich auch nicht Erkrankte weniger gut als Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Ich nehme an (Hypothese), dass die Empfindlichkeit gegenüber Wettereinflüssen durch die Erkrankung verstärkt wird – leider kann ich das nicht mit einer Studie belegen. Für mich trifft es eine Patientin am ehesten: „Es gibt eine Wohlfühltemperatur. Es darf nicht zu heiß und nicht zu kalt sein.“ Und ich darf ergänzen: feucht sollte es auch nicht sein.

Ich habe jetzt eine Literaturrecherche in PubMed durchgeführt und nicht viel gefunden; berichtenswert sind nur wenige Publikationen.

Eine Metaanalyse führten Chao Hu und weitere durch [2]. Sie analysierten 16.503 Patientendaten aus acht Studien. Sie kamen zu folgendem Ergebnis (Übersetzung): „Bestimmte meteorologische Faktoren, Temperatur und Luftdruck, können die Symptome von rheumatoider Arthritis geringfügig beeinflussen. Diese Erkenntnisse können zu einer individualisierten Behandlung beitragen und zukünftige Forschung zu Umwelteinflüssen bei Autoimmunerkrankungen leiten.“ Welche individualisierte Behandlung wird nicht gesagt. 

Eine Studie von E.M. Savage und weiteren stammt aus dem Jahr 2014 [3]. Sie untersuchten die Krankheitsaktivität mittels Entzündungsparametern und dem DAS-28 bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis gegen Wetterbedingungen. Sie kamen zu folgendem Ergebnis (Übersetzung): „In dieser Studie war die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis (gemessen mittels DAS-28) sowohl bei sonnigerem Wetter als auch bei geringerer Luftfeuchtigkeit signifikant niedriger.“ Ich hatte, s.o., Ähnliches vermutet; ich danke für die Bestätigung.

Von der dritten Studie, sie stammt aus dem Jahr 1997, weiß ich nicht mehr, ob ich sie damals gefunden hatte. Die Studie von D. Drane und weiteren [4] hat Daten, die in Jahren 1985-1987 erhoben worden waren, 1997 publiziert. Die Ergebnisse waren mager (Übersetzung): „Auf der Grundlage dieser Ergebnisse scheint das Wetter nur einen minimalen Beitrag zu Schmerzen und Steifigkeit bei Frauen mit rheumatoider Arthritis zu leisten.“

Ich bin noch die Veröffentlichungen der EULAR Kongresse der letzten zwei Jahre durchgegangen; jeder Band mit den Abstracts umfaßt etwa 2500 Seiten [5]. Ich fand 2026 das Wort Wetter (weather) zweimal erwähnt:
„However, weather tryptophan could restore Tfh/Tfr imbalance in RA remains unclear.“ Das war ein Tippfehler, es hätte whether heißen müssen. Und:
„No planned travel outside the study region during the study (to account for any variations in weather)“. Das bringt uns auch nicht weiter.

Bei sonnigem, warmen und nicht zu feuchtem Wetter fühlen wir uns alle und erst von Rheumatoider Arthritis oder anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen geplagten Menschen besser. Neue Erkenntnisse, die Therapieänderungen nach sich ziehen könnten, habe ich auch 13 Jahre später nicht finden können. 




Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2013/10/wetter-und-entzundlich-rheumatische.html 
[2] Hu C, Wu J, Luo Y, Zhu Y, Chang R, Qian S, Ding X. Association between weather conditions and rheumatoid arthritis: A systematic review and meta-analysis. Autoimmun Rev. 2026 Jan;25(1):103941. doi: 10.1016/j.autrev.2025.103941. Epub 2025 Oct 11. PMID: 41083015. 
[3] Savage EM, McCormick D, McDonald S, Moore O, Stevenson M, Cairns AP. Does rheumatoid arthritis disease activity correlate with weather conditions? Rheumatol Int. 2015 May;35(5):887-90. doi: 10.1007/s00296-014-3161-5. Epub 2014 Oct 24. PMID: 25342437. 
[4] Drane D, Berry G, Bieri D, McFarlane AC, Brooks P. The association between external weather conditions and pain and stiffness in women with rheumatoid arthritis. J Rheumatol. 1997 Jul;24(7):1309-16. PMID: 9228130. 
[5] EULAR European Congress of Rheumatology / EULAR 2025
11–14 June 2025 in Barcelona
EULAR European Congress of Rheumatology / EULAR 2026
3–6 June 2026 in London

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Wednesday, October 7, 2026

Die römisch-katholische Herz-Jesu-Kirche in Poniatów, Wałbrzych

 


Die Herz-Jesu-Kirche (Polnisch: Kościół Najświętszego Serca Pana Jezusa) in Poniatów (Seitendorf) ist eine römisch-katholische Pfarrkirche [1]. Poniatów ist  Stadtteil von Wałbrzych (Waldenburg) [2].

Wałbrzych liegt in Niederschlesien und Poniatów (das bedeutet Seitendorf und so hieß der Ort auch früher) wurde 1973 eingemeindet. Seitendorf wurde 1945 polnisch und es kamen zwangumgesiedelten Polen aus dem Osten, denn dort war polnisches Gebiet an die Sowietunion gefallen. Der Ort wurde erstmals 1305 im Breslauer Zinsregister erwähnt. Mich interessierte der Ort seit der Kindheit, weil meine Großmutter daher stammte, aber die war bereits kurz nach dem 1. Weltkrieg nach Berlin gezogen. Darüberhinaus aber interessierte mich der Streit um die Tür zur Backstube einer Tante. Das war allerdings nicht der Grund für die Reise, denn erstens steht das Haus nicht mehr und zweitens sind Wałbrzych und das umgebende Land selbst eine Reise Wert. Die Fürstin Daisy von Pless (1873–1943) liebte sie die romantische Landschaft um das Schloß Fürstenstein, das wie zufällig nur ein paar Kilometer von Poniatów entfernt liegt.






Die Herz-Jesu-Kirche ist innen eine schlichte Saalkirche, die aber einigen Schmuck an den Wänden trägt. Von außen imponiert ein gotischer Baustil, denn die Kirche wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet und dann Mitte des 16. Jahrhunderts umgebaut. Die Wehrmauer trägt Schießscharten. Ein steinernes Portal stammt aus dem Jahr 1520.

Die Kirche besitzt eine Orgel der Firma Schlag & Söhne. Das Instrument verfügt über 7 Register sowie eine pneumatische Spiel- und Registertraktur, wie sie das Polnische Virtuelle Orgelzentrum (Polskie Wirtualne Centrum Organowe) beschreibt [3]. Allerdings wird dort auch berichtet, daß diese Orgel aktuell aufgrund eines gerissenen Balgs nicht bespielt wird. Die Orgelfirma  Schlag & Söhne baute und restaurierte von 1831 bis 1923 über 1000 Orgeln und war überregional bzw. sogar international bekannt. Der Sitz des Unternehmens lag in Schweidnitz (Świdnica) [4]. Poniatów (Seitendorf) liegt nur etwa 8 km von Schweidnitz (Świdnica) entfernt und so war mir dieser Ort auch ein Begriff. 

Ein Fenster stammt aus dem Jahr 1987 und zeigt IHS (Jesus, der Retter der Menschen), das Heiligste Herz Jesu (unendliche Liebe) und das Kreuz als Symbol für Leiden, Tod und Auferstehung Christi.





 
 

Wednesday, September 30, 2026

Haiku for National Haiku Writing Month – September 2026 Second Half


National Haiku Writing Month has been founded by the well known haiku poet Michael Dylan Welch. The goal is to write at least one haiku a day. National Haiku Writing Month is in its 14th year. [1] I enjoy writing to the prompts on Facebook. Here are some interesting links: [2]. Our prompter this month is Debbie Guzzi, who has done so for the first time [3]. Thanks a lot for prompting, Debbie! I enjoyed your prompts very much.

the rosy feathers 
of the flamingos 
no comment needed 
~ Feathers [4]

the rosy feathers
of the flamingos
it's in the brine 
~ Feathers

no kids on the lake  
swimming with red arm floats 
too much quietness 
~ Floats [5]


no wasps 
on the fallen plums 
to be or not a windfall 
~ Windfall

the squirrels are busy 
burying acorns 
I trim the oaks 
~ Acorn [6]

calling 
the house whisperer 
ivy and ghosts 
~ Wisper

howl ∙ howl
the storm is passing 
o starry night 
~ Howl

the western wind 
howls in the trees 
the wolves keep quiet 
~ Howl

rolling clouds 
roaring thunder 
ready for reading 
~ Roar 

at the sun eclipse 
nature turns into 
a roaring silence 
~ Roar

equinox gives 
more time to sun and fire 
for an afterglow 
~ Glow

no potato fire 
burning this year 
because of root voles 
~ Burning

no potato fire 
burning this year 
due to root voles 
~ Burning

the tits knock 
on my terrace door 
the birdfeeder is empty 
~ Birdfeeder [7]

on a blanket 
looking at peanut's linus 
and woodstock's ''''''' 
~ Blanket

brittle scarecrows 
time to move into the shed 
there's hope for them 
~ Brittle

kintsugi 
for broken hearts 
tears and a shoulder 
~ Broken

sepia photograph 
in a broken frame 
they were young, once 
~ Broken

all berries 
turn into winter berries 
in a rum pot 
~ Winter Berries

with golden sickles 
the druids are cutting 
mistletoe 
~ Mistletoe [8]



Links and Annotations:
[1] National Haiku Writing Month https://www.facebook.com/NaHaiWriMo  
[2] „To help with haiku fundamentals, please have a look at "Becoming a Haiku Poet" at https://www.graceguts.com/essays/becoming-a-haiku-poet. Please review the "Haiku Checklist" at https://www.graceguts.com/essays/haiku-checklist. I also recommend to read: https://www.nahaiwrimo.com/why-no-5-7-5 
[3] https://www.nahaiwrimo.com/meet-the-prompters/debbie-guzzi 
[4] Veronica Marjon Van Bruggen wittily remarked: “one not-needed comment: shrimps?” In the haiku I wanted to avoid the scientific explanation (no comment needed), as there are so beautiful. Flamingos filter brine shrimps as food, which contain astaxanthin for instance, a carotenoid, which is also abundant in krill (I have written about krill on my blog [4a] ). And about ten years ago I've written about flamingos, too [4b]. Thanks! Shrimps evoke a culinary picture, but how about this alternative version? [4c]
[4a] https://www.blogger.com/blog/posts/1428969590789818099?q=Krill 
[4b] Flamingos at Laguna Chaxa in the Salar de Atacama 
https://rheumatologe.blogspot.com/2016/11/flamingos-at-laguna-chaxa-in-salar-de.html 
[4c] Now, you have to return to the above
[5] In a discussion with Rick Dadarrio we talked about floats that were made of glass (in the 1960ies and now more of plastic) and though sometime you found them on the beach of the North Sea, most people bought them. The floats and other items from the sea were fastened to a net and draped on a wall of the "basement party room". 
[6] The day before yesterday a squirrel buried – not an acorn but a walnut – two meters next to me; they usually don't come this close.
[7] The birdfeeder belongs to my brother, but as he and my SIL are in Cologne every week for a couple of days and moreover the birdfeeder is on my site, the tits were somehow right to knock at my door. 
[8] In case you don't believe me: 
https://en.wikipedia.org/wiki/Asterix_and_the_Golden_Sickle 

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Tuesday, September 29, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 42. KW 29.09.2026



Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


42. KW 
Ulrich Koch: Die feinere Zeit


Wenn der Sand durch den Mund gelaufen ist
Endet die Zeit
Die Schritte sind verhallt
Die Grube ist geschlossen
Das letzte Hemd hat keine Taschen [1]

Laß doch Zucker [2] durch den Mund laufen, auch der Tod verdient Süße. Wenn das Kind stehen bleibt, sind seine Schritte nicht mehr zu hören. Oder vielleicht hört es auf das Echo des Daseins.

Wenn Sand durch den Mund läuft, denken wir vielleicht zu schnell an die SandUhr. Vielleicht kostet man von der Zeit. Vielleicht Breitet sich der Sand als Staub über eine Ebene aus. Vielleicht … 

Sand, über den wir gelaufen sind, und nun rinnt er dahin. Und dann in uns oder wir in ihm bis aller rote Staub sich wieder senkt. 

„lausch seinen / eigenen Schritten …“ -: nicht doch dem Echo der eigenen Schritte oder denen eines anderen? Will nicht schon das Kind die Einsamkeit im Universum überwinden?! 

Schritte
    auf dieser
Insel
Also
Hast
Du
Deine
Schritte
In
Den
Sand
GeSetzt
Wenn
Du
FortGehst
Wird Niemand
    Sie
Wieder beTreten 

Den eigenen Schritten kann man nur lauschen, wenn man geht, sonst wird es zum Koan und dafür ist das Kind zu jung. 


42. KW
Kommentar: Michael Braun


Die Vergänglichkeit hindert uns am Genuß der Gegenwart. 

Zeit
    sanft gleitet 
Die 
Zeit 
Immer 
VorWärts 
Und 
Nichts 
Bringt 
Sie 
ZuRück
Aber 
ManchMal 
Lohnt 
Der Blick 
    Auf die 
Fallenden SandKörner

Das leere Hemd wird entsorgt, da der Träger nicht mehr da ist. 

Mit dem Tod benötigen wir keine geschärften Sinne mehr für diese Welt. Aber was für Sinne sind für die andere notwendig? Wahrscheinlich keine anderen.

EntKommen aus der Diktatur der linearen Zeit. Also doch Zen-Buddhismus oder die Erlösung im ZeitSozialismus.





Links und Anmerkungen:
[1] Manche schon und man fragt sich -: warum?
[2] A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein / ISKCON) wurde aufrecht sitzend in Zucker begraben. Ich lernte ihn und Hans Conrad Zander 1974 kennen, als  Zander für den STERN (Ausgabe 28/1974) den kritischen und auch viel beachteten Artikel „Der Gott, der Geld und Haare frißt“ schrieb.
[3] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Monday, September 28, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 28.09.2026 SonderAusgabe am Montag


von euren schultern ist die last genommen
ihr seid wie vögel und kinder
vergnügt euch.
Tadeusz Różewicz [1]


Mauer 
Wir saßen 
HINTER DER HOHEN MAUER 
Und kamen nicht 
HinAus in die Welt
Aber schlimmer noch 
Waren die Worte
Daß diese Mauer 
Uns nur schützen sollte 

PflaumenZeit 
    es ist 
Wieder 
PflaumenZeit
Die 
Pflaumen 
Sind 
Reif
Vorsicht
Sonst fallen 
    Sie 
Auf dich 

Herbst 
Die Parkbänke leeren sich 
Blätter schlurfen über den Boden
Die Spelunken füllen sich 
Und wir gehen im Regen zum EntenTeich
{Betrachten die Trauerweide
Wie sie uns zuwinkt}
Aber dann auch wir 
Auf Auf 
Und fröhlich 
In die feuchtWarme Luft der nächsten Taverne 
Wo die SchankWirtin mit dem SchankJungen wartet 
{Rentner und RentnerGedeck}  

LeuchtTurm
Das Licht des Leuchtturms 
Sucht den Horizont
Streicht über die Wellen
Kommt näher
Wir verstecken uns am Strand 
Und warten 
{wir warten und warten 
und warten
und warten}
Bis der Strahl verschwunden ist 
{nur sekunden}



PoleDancing 
    da schaue 
Ich 
Gern 
Zu 
Zwischen 
Zenith 
Und 
Nadir 
Machst 
Du 
PoleDancing
Während 
Sich 
Das 
Universum 
DaRum dreht
    Auch 
Ohne uns 

FallStricke 
    es sind 
Diese 
FallStricke
Wie 
Nur 
Die 
Nacht 
Sie 
Legen 
Kann 
Und 
Wir 
VerFangen uns 
    Immer 
Wieder daRin

ErWachen 
    es war 
Noch 
Sommer 
Und 
Mit 
Dem 
Nebel 
Als 
Plumeau 
Wachten 
Wir auf 
    Und hielten 
Uns umArmt 

September 
Schorfige Wolken 
Fallen weiß & grau 
In das ewige Blau
Und die narbigen
Schartigen Blätter 
Färben sich gelblich
Wie Hämatome
Bis sie zu Boden trudeln

Herbst 
    das heisere 
Bellen 
Des 
Stürmischen 
Windes 
Läßt 
Die 
DachSparren 
Klappern 
Wie 
Lockere 
Zähne 
Im 
Mund 
Eines 
Greises 
Aber nichts 
    Geht 
Heute verLoren

Ohren & Augen 
In den Ohren wüten 
Die Echos der Stille 
Und die Augen dringen 
In die Schwärze der Nacht  
Wir aber schlafen 
Den Schlaf der Gerechten 
Und träumen von 
Einer Untat nach der anderen

VerRinnen 
    da sprach 
Einer 
Vom 
VerRinnen 
Der 
Zeit 
Wo 
War 
Er 
Genau 
Als 
Die 
Zeit 
Tosend 
Zu 
Tal 
Stürzte 
Und alle 
    Mit 
Sich riß 

PhöNix 
    der PhöNix 
Stieg 
Auf
Nix 
Als 
Rauch 
Aus 
Dem 
Feuer 
Und 
Aus 
Der
Asche 
DaRauf aber 
    Warten 
Wir noch 





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Tadeusz Różewicz [1a]: Befreiung von der Last. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 10. Jahrgang 1963. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 243. 
[1a] Tadeusz Różewicz (1921-2014) war ein polnischer Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tadeusz_R%C3%B3%C5%BCewicz  
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk  

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