Friday, November 19, 2021

LYRIK-Taschenkalender 2015 08. KW 19.11.2021

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2015 herausgegeben und zusammen mit Henning Ziebritzki alle am Taschenkalender beteiligten Autoren und Kommentatoren mit je einem Gedicht vorgestellt. Er ist mir jetzt wieder in die Hände gefallen. Auch dieser Kalender lädt ein zum Annotieren und Assoziieren, zum Erstellen von GegenEntwürfen. Vielleicht so auch ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2014/2015 und 2020/2021.


08. KW
Marion Poschmann: vage Einsichten


vage Einsichten -: wage Einsichten? Oder vielleich vag(inal)e Einsichten, wenn ich einmal Arno Schmidts EtymTheorie bemühen darf.

Grauer Gegenstand -: immer dieses Grauen.

Ich habe nur zweimal RiesenSeifenBlasen gesehen: einmal in Mendoza (Argentinien) und einmal in Köln. Ich hatte beide Male nicht die Assoziation von Stille in der schillernden, changierenden und sich verFormenden Welt der SeifenBlasen.

Ein Badewahn (und auch ein BackWahn) gefällt mir besser als ein Bhagwan.

SpiegelBilder lassen sich nur mit Quietschen waschen.

Tag
    da liegt
Der
Tag
AufGebahrt
Zum
public viewing
Und
Nebel
Steigen
Und lassen
    Finsternis
ZuRück


08. KW
Kommentar: Henning Ziebritzki


Die Grenze zwischen SeifenBlase und Welt ist nur wenig dünner als die Grenze zwischen Mensch und UmWelt – welche ist nun vulnerabler? SeifenBlasen platzen eher. Aber im LSD-Rausch kann sich die Frage erGeben, ob die Lehne des Stuhls, auf dem man sitzt, Teil des Selbst ist.

Was wäre Dichtung, wenn sie nicht versuchte, an scheinbar klaren Grenzen Unschärfe aufZuzeigen?!

Welt
    wo ende
Ich
In
Dieser
Welt?
Bin ich
Teil
Dieser
Welt
Oder
Eine
Eigene
Welt
In
Der
Sich die
    Andere
BeWegt

Nebel
    es ist
Dieser
Nebel
Der
Immer
Dort
Beginnt
Wo
Man
Klare
    Konturen
VerMutet


 



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