Albero, Alexander und Dietrich von Kerpen erhielten 1162 von Reinald von Dassel, dem Erzbischof von Köln, die Erlaubnis für ein Kloster, das sie für adelige Jungfrauen nach der Augustinusregel zu errichten planten. Tja, wohin sonst mit den adligen Juffern, da es keine Drachen mehr gab. Rainald von Dassel [5] war von 1159 bis 1167 Erzbischof von Köln und hatte die Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln überführt. Ein genialer Schachzug, denn Köln hatte seither einen starken Zustrom von Pilgern erlebt. Köln hatte nicht nur Dassel sondern auch Dusel.
Die Baugeschichte und der Kirchenbau selber sind sehr genau in den hier genannten Quellen beschrieben, es fallen dort Begriffe wie: Kreuzgratgewölbe,
Fünfachtelschluss, Ochsenauge, Gurtbögen, Eckpilaster … keine Angst, ich werde jetzt kein Gedicht daraus machen.
Leodegar war Bischof von Autun [10] und einer der führenden Gegner des Hausmeiers Ebroin, der im weiteren Verlauf Autun belagerte. Leodegar gab sich in dessen Hände, um die Bischofsstadt zu retten. Er wurde geblendet und ihm wurde die Zunge herausgerissen (etwa 675). Dann wurde er verbannt, aber 677 ließ Ebroin den Prozess erneut aufleben, um ihn 678 oder 679 zu enthaupten. Das Leodegarlied umfasst 40 Strophen zu 6 Versen und in ihm heißt es, daß Leodegar bei der Hinrichtung die Füße abgeschlagen wurden. Was für eine Geschichte über diesen Märtyrer, Patron der Kirche / Kloster für adelige Fräulein.
Jetzt habe ich mich doch noch etwas hollywoodmäßig hinreißen lassen. Aber wenn es Sie jetzt erst recht reizt, die Kirche zu besuchen, dann sage ih dazu: Tolle Idee, machen Sie es. Machen Sie es bald, bevor die A1 die Landschaft zerteilt.
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Niederehe
[2] Das Blockhaus und die Lage hatten schon ihren Charme. Es liegt direkt am Naturschutzgebiet, im Osten sind Wälder. Das Haus zeigte heftige Spuren, daß in ihm gelebt worden war. Das Grundstück war in hohem Maße vernachlässigt. Das fing direkt beim Eingangstor auf, das fast aus den Angeln fiel. Die Trittsteine waren teilweise zerbrochen. Die Treppe zum unteren Eingang war gefährlich schief. Der niedrige Holzzaun zwischen Wiese und Abhang war morsch. Eine Art Feuchtbiotop war mit Algen überwuchert. Am Abhang standen zwei Bäume, bei denen die Kronen abgesägt wurden, eine davon hing noch am Baum. Zum Nachbargrundstück nach Osten ist der Zaun (vom Nachbarn) zusammengebrochen. … Und das geht so weiter. Unter dem Grund scheint man Bergbau betrieben zu haben. Aus den Felsen ragten Moniereisen. Oberhalb des Grundstücks liegt eine ebene Fläche mit einem Fußballplatz und einem abgesperrten Bereich, wo der Boden versackt war. Zuletzt noch: die A1 wird dort bald entlangführen; mehr dazu hier: https://www.a1-lueckenschluss.de/default-7b24a12dcc-1.
[3] Wir fuhren dreimal an dem Häuschen vorbei mit den 13 Parkplätzen. Es handelte sich um den Eifelgrill. 50 qm sind nicht üppig, wenn der Rest stimmt. Meine Schwägerin Barbara hat sich 30 Sekunden in dem Häuschen aufgehalten und roch noch nach Stunden nach Frittenfett. Das sah alles nicht so gut aus, aber schließlich habe ich doch ein Haus in Diefenbach gefunden (eines der Bergdörfer, die zu Kall gehören).
[4] Da ist zunächst der Wikipedia-Artikel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Niederehe
und dann noch:
https://www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/uexheim-kloster-niederehe.html
https://www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/uexheim-kloster-niederehe/geschichtlicher-abriss.html
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Rainald_von_Dassel
[6] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V.
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b8889/b8889.shtml
[7] Pfarrkirche St. Johann Baptist in Kronenburg
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/10/pfarrkirche-st-johann-baptist-in.html
[8] https://organindex.de/index.php?title=%C3%9Cxheim/Niederehe,_St._Leodegar
[9] J.S. Bach: FUGA A 3 SOGGETTI - Die Kunst der Fuge – Gerd Zacher:
https://youtu.be/BD-Q5o79scM
[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Leodegar_von_Autun
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