Friday, January 9, 2026

Demenz und Risikofaktoren Vers. 2.0

Einleitung
Ende 2024 las ich einen interessanten Artikel [1], der auf einen anderen Artikel [2] zurückging, und sich mit Risikofaktoren für Demenz beschäftigte. Zu diesen Artiklen hatte ich mich schon einmal schlauer gemacht und die Version 1.0 hier veröffentlicht [3]. Zu den bereits bekannten Risikofaktoren 1. bis 12. sind noch 13. und 14. hinzugekommen.

Dies ist als erste Ergänzung die Version 2.0. Ich habe in den letzten Jahren eine ganze Menge über diese Problematik gelesen, aber es kann auch sein, daß ich einige Details noch nicht so genau weiß, wie ich es mir wünschte. Ich schreibe hier keine wissenschaftliche Arbeit, so daß ich wie bei einem Computer Programm daran verbessern kann und langsam weiter in die Tiefe gehen möchte, damit sich aus der Kenntnis der Risikofaktoren auch Präventionsmaßnahmen entwickeln lassen.


Links und Anmerkungen / Einleitung:
[1] Fast die Hälfte der Demenz-Fälle wären vermeidbar: 12 plus 2 neue Risikofaktoren – was jeder tun könnte und wo es noch hakt - Medscape - 5. Aug 2024.
[2] Gill Livingston et al.: Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission. The Lancet, Volume 404, Issue 10452, 572 – 628.
[3] Für Version 1.0 siehe hier:
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/12/demenz-und-risikofaktoren-vers-10.html 


1. Geringe Bildung
Der erste benannte Faktor ist eine geringe Bildung. Das aber ist eher ein politisches Problem, denn es ist wichtig, daß bereits in der Kindheit Bildung erfolgt, je früher, desto besser. Mehr Bildung bedeutet nämlich auch, andere Risikofaktoren im weiteren Leben zu verbessern. Darüber hinaus muß man sein Leben lang lernen. Wer meint, alles gelernt zu haben, wird es später schwieriger haben, und eher eine Demenz entwickeln. 
Ich entsinne mich an eine Lektüre im Französisch-Unterricht, deren Titel ich vergessen habe, aber es ging darum, daß die Protagonistin noch alle Bücher der Schulzeit besaß und sie auch (immer wieder) las. Das Problem war, daß sie nie über die Bildung der Schule hinauskam.
Wenn man die Schule oder Lehre abgeschlossen hat, man studiert und sein Diplom (Abschlußprüfung) bekommen, dann folgen im Berufsleben weitere Lernprozesse. Man beschäftigt sich mit neuen Inhalten, die gar nichts mit dem Beruf selbst zu haben. 
Wie war es bei mir selbst? Das kann ich am besten beurteilen! Kindergarten, evangelische Volksschule, Konfirmandenunterricht, Sportverein, Übungsleiter, Studium Sinologie, Ethnologie und Japanologie, Sprachstudium in Taiwan, Studium der Medizin, Praktika in Taiwan, Facharztausbildung, Kongressbesuche, Ausbildung zum Rheumatologen, dann die Zusatzbezeichnung Physikalische Medizin, Radiologie, Transfusionswesen, Hygieneausbildung, Studienkoordination, berufsbegleitendes Studium (Theologia curae), Ausbildung zum Leiter der Ethikkommission, Genetische Beratung und Brandschutzübungen. Manche Abschlüsse beinhalteten auch, daß man sie später erneuern mußte. Für Mediziner gilt, da Wissenschaft im Fluß ist, alle fünf Jahre nachzuweisen, daß man eine bestimmte Anzahl an  Fortbildungen bzw. Fortbildungsstunden besucht hat. Insgesamt heißt es aber, daß man niemals mit dem Lernen fertig ist. Und das darf mit der Berentung nicht aufhören!
Dann muß man ohne äußeren Anreiz dafür sorgen, daß man sich weiterbildet. Man kann ein Instrument oder eine fremde Sprache lernen. Man kann bei seinem Hobby dazulernen. Man kann zum Beispiel Reisen, denn Reisen bildet, wie es so heißt, und von schönen Bildungsreisen berichteten Johann Wolfgang von Goethe oder Heinrich Heine. Vor einigen Monaten beschäftige ich mich mit Arabisch, da ich nach Saudi Arabien gereist bin. Jetzt bin ich wieder mit Japanisch beschäftigt.
Bildung hat in verschiedenen Kulturen deutlich unterschiedliche Wertschätzungen. Ich erinnere mich an eine Untersuchung aus den USA, die Einwanderer aus Asien mit der lokalen Bevölkerung verglichen hat. Die Kinder der Einwanderer (hier meist aus China, Japan, Korea) hatte einen Ort, an dem sie ohne Störung Hausaufgaben machen konnten, die anderen machten sie, wenn überhaupt, neben dem Fernsehen, in der Küche. Bildung hat eben je nach Hintergrund einen anderen Wert. Vielleicht kann das heißen, daß man für mehr Wertschätzung der Bildung sorgt.

2. Traumatische Hirnverletzungen
Ich sah damals ein kurzes Video, in dem jemand versuchte, eine Flasche an seinem Schädel zu zerbrechen. Das klappte nicht und irgendwann ist er bei diesen Versuchen bewußtlos zusammengebrochen. Das ist ein ziemlich vermeidbares Schädelhirntrauma, aber ich glaube kaum, daß die Autoren dieser Studie zur Risikofaktoren, dies im Auge hatten. Vielmehr geht es darum, Unfälle, die mit einem Schädelhirntrauma einhergehen, zu vermeiden. Nicht ungesichert eine Leiter besteigen, sich im Verkehr defensiv verhalten, in Risikobereichen (Beispiel Bau) Schutzhelm tragen, Handläufe benutzen, Stolperkanten entschärfen, beim Radfahren oder Reiten Helm tragen, bei Sturm nicht in den Wald gehen und Ähnliches mehr. 
Aber es kann auch heißen, daß man Boxen nur noch mit Kopfschutz erlaubt, oder MMA oder Kampfsport mit Tritten zum Kopf ganz verbietet. Kopfball beim Fußball?

3. Bewegungsmangel
„Einfach mehr bewegen“ geht am Thema vorbei. Das ist zwar auch gemeint, aber wir alle wissen, wie schnell man sich zu wenig bewegt und wie schwer es ist, aus dem Stuhl aufzustehen, um sich Bewegung zu verschaffen. Das muß nicht immer Sport sein. Man nicht den nächsten sondern einen etwas entfernteren Parkplatz wählen, Treppen steigen anstatt den Aufzug benutzen,  Spaziergänge oder Wanderungen machen, eher das Fahrrad als das Auto benutzen. Auf dem Land hat man es in der Regel einfacher, man geht vor die Tür und schon ist man Wald und Flur. Angebote mit Sport sind natürlich sinnvoll, zum Beispiel die Gymnastikgruppe oder ein Lauftreff, die Walking Gruppe (mit und ohne Stöcke, also auch „ich mache jetzt Nordic Walking ohne Stöcke“). Oder Tanzen -: ich zum Beispiel kann überhaupt nicht tanzen, aber Tanzen wäre auch eine gute Maßnahme gegen den Bewegungsmangel, da es auch die Koordination schult.

4. Rauchen
Ich glaube, es hat sich mittlerweile herumgesprochen, daß Rauchen ungesund ist und viele Menschen rauchen bereits nicht mehr. Verglichen mit anderen Ländern liegt Deutschland im mittleren Bereich, aber es rauchen doch mehr Menschen, als das sinnvoll wäre. Etwa ein Viertel der Bevölkerung raucht; man sieht einen Trend nach unten. Ich habe mich bereits als Rheumatologe gegen das Rauchen ausgesprochen [1]. Vielleicht wundert man sich jetzt, warum ein Rheumatologe etwas gegen das Rauchen hätte, beim Onkologen könnte man es eher verstehen. Aber es hatte sich herausgestellt, daß nicht nur die Entzündungsaktivität durch  Rauchen zunimmt und damit Gelenke und andere Gewebe geschädigt werden, sondern es konnte auch nachgewiesen werden, daß gewisse Medikamente, und zwar im Hochpreisbereich, schlechter wirksam sind bei Rauchern. Während der Covid Pandemie hatte ich mich gegen das Rauchen ausgesprochen, da es Husten fördert und mit dem Husten sehr viel mehr Viren sehr viel weiter verteilt werden [2], als das sonst der Fall wäre. Also mit dem Rauchen aufhören, dafür gibt es Programme [3] und ich möchte es jedem Raucher empfehlen. 


Links und Anmerkungen / 4. Rauchen:
[1] Rauchen bei Rheumatoider Arthritis und TNF-alpha-Inhibitoren 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/07/rauchen-bei-rheumatoider-arthritis-und.html 
[2] Pflicht zum Mund-Nase-Schutz und Verbots fürs Rauchen – sofort 
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/10/pflicht-zum-mund-nase-schutz-und.html  
[3] Körperliche Abhängigkeit / „Eine körperliche Abhängigkeit von Tabak entwickelt sich schnell, denn Nikotin greift direkt in den Stoffwechsel des Gehirns ein.“ https://rauchfrei-info.de/informieren/rauchen-gesundheit/tabakabhaengigkeit/koerperliche-abhaengigkeit/ 


5. Übermäßiger Alkoholkonsum
Im Prinzip müßte man jeden und nicht nur den übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden, denn eine noch so geringe Dosis führt zu Schädigungen, von denen die Demenz eine darstellt. Aber Alkohol führt auch zu anderen Problemen. Zum Beispiel schätzt man unter Alkoholeinfluss Gefahren schlechter ein, was viel eher zu einer traumatischen Hirnverletzung führen kann. Unfälle ohne Schädelhirntrauma können im späteren Verlauf des Lebens ebenso eine Demenz fördern. 20 g reiner Alkohol bei Männern und 10 g bei Frauen sind schnell erreicht; das entspricht einer Flasche Kölsch (0,5 l) für Männer. 
Das Thema „Gehirn und Alkohol“ hat die Deutschen Hirnstiftung auf dem DGN-Kongress [Deutsche Gesellschaft für Neurologie] angesprochen [1]. Der Artikel räumt mit dem Vorurteil auf, daß Abstinenzler schlechter dastehen als moderate Trinker; in der Gruppe der Abstinenzler landen in Studien auch die Ex-Alkoholiker. Wenn man die rausrechnet, dann steigen sämtliche Erkrankungne auch bei den wenig Trinkern. 
Schädigungen entstehen durch den Mangel an Vitamin B1 (Thiamin), denn der Alkoholkonsum unterbindet die Aufnahme des Vitamins im Darm, aber auch die Verwertung in den Körperzellen wird vermindert. Alkohol (Ethanol) wird zu Acetaldehyd, einem Nervengift verstoffwechselt, das zum Absterben von Nervenzellen führt. Dazu kommt eine Entzündungsreaktion, denn entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) überwinden die Blut-Hirn-Schranke und wirken dort neurotoxisch. Da die Leber geschädigt wird, fällt vermehrt Ammoniak an, der ebenfalls das Gehirn schädigt. Des weiteren gibt es eine alkoholinduzierte Polyneuropathie. Die gibt es auch bei anderen Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus.


Links und Anmerkungen / 5. Übermäßiger Alkoholkonsum:

[1] „Sich das Gehirn wegsaufen“  vom 29. Oktober 2024:
https://www.dgn.org/artikel/sich-das-gehirn-wegsaufen-leider-mehr-als-nur-ein-spruch  


6. Bluthochdruck
Bluthochdruck ist ein behandelbarer Risikofaktor. Für Demenz, aber auch für andere Erkrankungen wie zum Beispiel Schlaganfall, Nierenversagen, Herzinfarkt. Aber den Bluthochdruck kann man selten mit Hausmitteln behandeln, sondern muß in der Regel Medikamente einsetzen. Weniger Alkohol führt zu einem geringeren Blutdruck. Weniger Gewicht führt ebenso zu einer  Blutdrucksenkung. Körperliche Betätigung kann ebenso den Blutdruck senken. Das heißt also, daß sich verschiedene der Risikofaktoren untereinander beeinflussen. Der Extrakt der Süßholzwurzel in Lakritz erhöht in Abhängigkeit der Dosis den Blutdruck. 
Beim Salzkonsum geht es je Studie in Richtung „macht nichts aus“ oder „sollte reduziert werden. Kochsalz ist chemisch gesehen Natriumchlorid und Natrium ist der entscheidende Faktor. Natrium hat als Gegenspieler Kalium. Historische Ernährung war natriumärmer und kaliumreicher als unsere aktuelle Ernährung [1]. Es gibt genügend Studien, die bei Natriumreduktion eine Reduktion des Blutdruck nachgewiesen haben. 
Weniger Salzen und kein Nachsalzen könnte eine Strategie sein. Verzicht auf kochsalzreiche Nahrungsmittel und Érsatz durch kaliumreiche Nahrungsmittel; Gemüse z.B. ist reich an Kalium. 


Links und Anmerkungen / 6. Bluthochdruck:
[1] https://medical-tribune.ch/news/medizin/4000155657/kochsalz-reduktion-koennte-millionen-todesfaelle-verhindern/ 


7. Adipositas
Übergewicht ist ein weiterer Risikofaktor. Und wer übergewichtig ist, hat auch ein höheres Risiko für Diabetes und für Bluthochdruck. Und wer übergewichtig ist, der hat auch häufig Probleme, sich zu bewegen. Das heißt also, wenn man das Gewicht angehen will, dann wäre es ganz gut, wenn man sich körperlich bewegt und nicht nur versucht, Kalorien zu reduzieren, nur weil man sowieso anmerken muß, daß das alleinige Reduzieren von Kalorien nicht der Weg ist, der zum dauerhaften Erfolg führt. Übrigens Alkohol hat viel leere Kalorien. So dass auch die Reduktion von Übergewicht mit dem Verzicht auf Alkohol Einhergehen kann. Ich habe mich eine Weile mit Diäten und Gewichtsreduktion  beschäftigt. Viele Diäten sind schlicht Murks [1] und im Prinzip sinnvolle Diäten scheitern meist auf Dauer, jedenfalls ist das Ergebnis von Studien bescheiden [2]. Im Internet kommen noch falsche Internetseiten hinzu, die vorgeben zu informieren, aber das nicht tun, da sie nur Werbung machen [3]. Erfolgreich ist man mit einer Verhaltensänderung, die zur dauerhalten Reduktion von Kalorien führt.


Links und Anmerkungen / 7. Adipositas:
[1] Diäten aus Illustrierten 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/diaten-aus-illustrierten.html 
Abnehmen mit der Fatburner-Diät 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/05/abnehmen-mit-der-fatburner-diat.html  
Was ist dran an Metabolic-Balance? 
https://rheumatologe.blogspot.com/2013/03/was-ist-dran-metabolic-balance.html  
Bratkartoffel-Diät - Schlanke Kohlenhydrate 
https://rheumatologe.blogspot.com/2013/03/bratkartoffel-diat-schlanke.html  
Ruck, zuck Bikini-fit? / Crash-Diäten 
https://rheumatologe.blogspot.com/2014/03/ruck-zuck-bikini-fit-crash-diaten.html 
[2] Führt tageweiser Wechsel von Fasten und normaler Kalorienzufuhr zu schnellerem Gewichtsverlust? 
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/fuhrt-tageweiser-wechsel-von-fasten-und.html 
Abnehmen, Diät und Erfolg 
https://rheumatologe.blogspot.com/2015/07/abnehmen-diat-und-erfolg.html 
[3] Fake homepages on fad diets / Falsche Internetseiten zu Diäten 
https://rheumatologe.blogspot.com/2014/02/fake-homepages-on-fad-diets-falsche.html 


8. Diabetes
Die Blutzuckerkrankheit und ein erhöhtes Körpergewicht beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Schnell wirksame Kohlenhydrate wie Zucker oder bestimmte Stärken lassen den Blutzuckerspiegel sehr rasch ansteigen. Wenn der Körper noch im Stadium des Hyperinsulinismus ist, das heißt, daß vermehrt das Hormon Insulin ausgeschüttet wird, dann fällt der Blutzuckerspiegel sehr schnell wieder ab und man hat wieder Hunger. Deshalb kann man vor dem manifesten Diabetes schon eine ganze Menge präventiv tun, damit er sich nicht entwickelt. Hier sind die Limonaden-/ Colagetränke zu erwähnen, die Diabetes und Adipositas fördern. Man kann, wenn man übergewichtig ist, sich wenigstens einmal im Jahr bei seinem Hausarzt vorstellen, um den Blutzuckerspiegel oder auch das HbA1c messen zu lassen. Wird eine Blutzuckerkrankheit festgestellt, dann sollte man sie behandeln. Manche Medikamente wirken gleichzeitig gegen Adipositas, ein netter Nebeneffekt. Bewegung verbraucht Energie und kann damit den Zuckerspiegel senken. Aber dies besprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt. Wenn sie an einer Blutzuckerkrankheit leiden, stellt die Behandlung auf jeden Fall eine gute Investition gegen die Demenz dar.

9. Hörminderung
Durch Hörminderung nimmt man seine Umwelt nicht mehr so wahr, wie man das besser tun sollte. Man beschäftigt sich mit weniger Dingen, man lernt weniger neue Inhalte, man gerät schneller in eine soziale Isolation. Und deshalb ist es sinnvoll, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen [1].
Die Presbyakusis, also die altersbedingte Hörminderung, betrifft fast jeden Menschen. Zu Beginn kann Betroffenen das vielleicht gar nicht auffallen. Man kann auf Anzeichen achten wie Probleme beim Hören, Nachfragen müssen, Geräte lauter stellen, selber lauter sprechen.
Lärmschutz. Egal, ob es sich um den Arbeitsplatz oder privat handelt, kann man versuchen, laute Geräusche zu vermeiden oder abzumindern. Man kann Gehörschutz tragen, auch Ohrstöpsel könnten sinnvoll sein. Die Intensität mindert sich mit dem Quadrat der Entfernung. Je weiter weg man von der Lärmquelle ist, desto besser ist es für das Gehör. Bei Radio und anderen  Quellen von Musik etc. kann man die Lautstärke reduzieren. Mittlerweile hat es sich sogar bei Rockmusikern herumgesprochen, daß Hörschutz sinnvoll ist. Man kann Feuerwerk, Werkstätten und Baustellen (Preßlufthammer) meiden [2]. Ein Knalltrauma ist oft vermeidbar; man muß ja nicht mit Schußwaffen umgehen. Man sollte sich nach Lärm eine Ruhepause gönnen. Deshalb ist ein Waldspaziergang eine gute Maßnahme (eigentlich immer).
Hörtests. Regelmäßige Hörtests können den Zeitpunkt einer Hörminderung besser erfassen, als einem das selber oder der Umgebung auffallen würde. Man sollte nicht warten, bis man schon einen deutlichen Hörverlust hat. Man kann sich etwa vom Hörgeräteakustiker oder natürlich vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt beraten lassen. Über 65jährige werden häufig von Hörgeräteakustikern spontan angeschrieben, um einen Hörtest machen zu lassen, das ist natürlich nicht eigennützig, aber insgesamt doch hilfreich.
Wahrscheinlich halten auch Maßnahmen, die für die mentale Fitness gedacht sind, das Gehör in einem besseren Zustand, weil die Verarbeitung von Tönen sich bessern kann. Ich überlege gerade, ob das bewußte Zuhören bei leisen Geräuschen, wie z.B. hochfrequentes Vogezwitschern, nicht vorbeugend wirksam sein kann.
Gesunde Ernährung. Wahrscheinlich helfen Gemüse, Obst und Vollkorn, Reduktion von Kochsalz und Zucker indirekt, weil sie die Gefäßgesundheit und damit die Durchblutung verbessern bzw. erhalten.
Mehr Bewegung. Durch mehr Bewegung wird auch die Durchblutug der Ohren erhalten.
Nicht Rauchen – siehe: 4. Rauchen.
HNO-Arzt und Hausarzt. Nicht nur zur Kontrolle des Hörfähigkeit, sondern auch sonst aufzusuchen, z.B. bei verstopften Hörgängen, bei Entzündungen (z.B. Mittelohrentzündung). Impfungenen gegen Masern oder Mumps zum Beispiel. Ggf. Alternativen zu Medikamenten, die Einfluß auf die Hörfähigkeit haben.
Auszeiten/Ruhezeiten vom Lärm, z.B. in der Natur, nehmen.


Links und Anmerkungen / 9. Hörminderung:
[1] Zwei wesentliche Quellen für diesen Absatz:
[1a] https://www.gesundheitsinformation.de/wie-kann-man-schwerhoerigkeit-vorbeugen.html 
[1b] https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/organe/presbyakusis-so-laesst-sich-altersschwerhoerigkeit-vorbeugen/ 
[2] Als Kind war für mich Großonkel Seppl mit seiner Schwerhörigkeit interessant. Er hatte einen Telefonhörer mit einem Stecker für den Fernseher verbunden, damit er etwas besser verstand. Er hatt in den 1950er Jahren in einer Werft gearbeitet, bevor man den Lärmschurt eigeführt hatte.


10. Depression
Manchmal muß eine Depression medikamentös behandelt werden. Das ist etwas, das man mit einem geeigneten Arzt bereden sollte. Aber Medikamente sind häufig nicht die Therapie, sondern sie können dazu beitragen, eine Therapie durchführen zu können. Es gibt verschiedene psychologische Therapien, die Erfolg versprechend sind. Das gilt für die meisten aber nicht für alle Depressionen. Für die meisten Menschen gilt: der Weg aus der Depression führt über die Gesprächstherapie.

11. Soziale Isolation
Vieles kann zur sozialen Isolation führen, zum Beispiel das Alter oder Krankheiten, die zum Bewegungsverlust führen. Ich erinnere mich an einer meiner Tanten, die bereits über 80 Jahre alt war und von einem Teil des Ortes nicht mehr in den anderen kam, als die Kniegelenkarthrose sie am Gehen und Radfahren hinderte, sie kam nicht mehr zu ihren Freundinnen oder in den Altenklub. Sie hatte nach einem Kniegelenkersatz einen Großteil ihre soziale Kontakte zurückgewonnen. Welche Wege gibt es aus einer sozialen Isolation? Mir fallen ehrenamtliche Tätigkeiten, Anbindung an Kirche oder politische Gruppe, der Altenklub, Wandergruppen, Reisegruppen ein. Man muß nur suchen. 

12. Luftverschmutzung
Luftverschmutzung – und wahrscheinlich ist Feinstaub ein wesentlicher Faktor dabei – ist ein weiterer Risikofaktor; ich glaube, da könnte Herr Kachelmann  auch ein Wort zu sagen. Hier geht es um Entscheidungen auf politischer und persönlicher Ebene, nicht zur Luftverschmutzung weiter beizutragen, sondern sich aktiv dagegen zu wenden. Und in diesem Zusammenhang möchte ich an das aktuell anstehende Silvesterfeuerwerk erinnern. Feuerwerke haben eine erhebliche Belastung mit Feinstaub zur Folge. Das kann man vermeiden, das muß nicht sein.  

13. Erhöhter LDL-Cholesterinwert 
Um einen erhöhten LDL-Cholesterinwert festzustellen, benötigen Sie eine Blutuntersuchung. Aber wenn der festgestellt ist, lohnt es sich, etwas dagegen zu unternehmen, aber das müssen Sie mit ihrem Arzt besprechen. Ein erhöhter LDL-Cholesterinwert ist zusammen mit Bluthochdruck, Adipositas und Diabetes ein weiterer Faktor, der die Gefäßgesundheit beeinflusst. Gesunde Gefäße führen zu besserer Durchblutung des Gehirns. Wir erinnern uns, daß etwa 20% des Herzzeitvolumen für das Gehirn zur Verfügung gestellt wird. Deshalb kommt diesem Risikofaktor auch so viel Wichtigkeit zu.

14. Sehverlust
Bei Sehverlust sollte sofort gehandelt werden. Das kann zunächst einmal die Korrektur einer Sehstörung sein, die zum Beispiel den Betroffenen daran hindert, zu lesen oder zu sehen. Denn wer die Welt plötzlich nicht oder nur eingeschränkt sieht, kann nicht oder nur weniger an ihr teilnehmen. Sinnvoll sind ebenso Maßnahmen zur Vermeidung der altersbedingten Makuladegeneration und natürlich die Vermeidung eines erhöhten Augenbinnendruckes, der zum Glaukom, also einem unwiederbringlichen Sehverlust führen kann. Hier sollten Sie sich rechtzeitig einen Termin beim Augenarzt geben lassen. 

Schlußbetrachtungen
Bei all diesen Risikofaktoren ist überhaupt nicht von besonderen Diäten oder Nahrungsergänzungsmitteln die Rede. Sind die wirkungslos? Wahrscheinlich ja, denn sonst hätten sie ja schon Gelegenheit genug gehabt, ihre Wirksamkeit nachweisen zu können wissenschaftlich nachweisen zu können, also nicht XYZ hat gesagt, bei mir hat es geholfen. Ich will gar nicht ausschließen, daß bestimmte Diätmaßnahmen sinnvoll sind, zum Beispiel Antioxidantien, aber nicht als Nahrungsergänzungsmittel, denn die dienen häufig als Argument, sich nicht um Risikofaktoren zu kümmern. „Ich habe ja etwas gemacht; da brauche ich die anderen Dinge nicht zu machen.“ Das ist die größte Gefahr bei diesen nicht wissenschaftlich fundierten Maßnahmen, die im Internet herumgeistern.  Deshalb gibt es auch keine Diätempfehlung aus dieser Studie heraus. Ich habe mich auch damit beschäftigt; Antioxidantien im Tee [1] und in der diätetischen Prävention von Alzheimer bzw. Demenz [2]. Es ist aber bereits wieder Zeit seit dieser Beschäftigung vergangen, so daß ich auch an dieser Stelle nachschauen werde, ob es neuere Studienergebnisse gibt. Auf jeden Fall möchte ich mich hier eindringlich gegen Nahrungsergänzungsmittel aussprechen. Einige diätetische Maßnahmen sind oben aber schon angesprochen worden.


Links und Anmerkungen / Schlußbetrachtungen:
[1] Tee und Antioxidantien 
https://rheumatologe.blogspot.com/2021/11/tee-und-antioxidantien.html 
[2] Prävention von Alzheimer / Demenz durch diätetische Maßnahmen 
https://rheumatologe.blogspot.com/2012/05/pravention-von-alzheimer-demenz-durch.html  

Ausblick:
Ab Version 3.0 wird es sinnvoll, die 14 Unterpunkte einzeln anzuhandeln. Wie der Zusammenhalt des Gesamtbetrachtung „Demenz und Risikofaktoren“ gewährleistet wird, weiß ich noch nicht.

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