Friday, March 10, 2023

FreitagsGedichte / #Kurzlyrik 10.03.2023

 



Diese Gefühle leben in Träumen noch,
So traurig und vergangen wie schon zuvor.
Die schöne Zither
Li Shangyin
此情可待成追憶,
只是當時已惘然。
錦瑟
李商隱

 

Laternenpfähle
    einst wurden
Die
LaternenPfähle
Vor
El Alto
UmGelegt
Jetzt hängen
    Diebe
An ihnen

Veränderung
    in einer
Welt
Die
Sich
Stetig
Ändert
VerSuchen
Wir
Alte Pfade
    Weiter
Zu benutzen

Grau
    liegt die
Graue
Welt
Im
Starken
SchneeFall
Oder liegt
    Sie
Weit dahinter?

Rauch
    aller Rauch
Aus
Den
Schloten
Und
FreudenFeuern
ScheiterHaufen
Barbecues
Streben
Nach
Oben
Und fallen
    Zurück
Auf uns

SchneeGlöckchen
    SchneeGlöckchen
Sollten
Fröhlich
Sein
Aber
Sie
Stehen
Traurig wie
    Die
Trauerweiden

Pollen
    Pollen er-
Obern
Die
Stadt
Zurück
Denn
Sie
Finden
Die Häufchen
    Staub
Zum wachsen

Pappeln
    wenn der
Wind
Durch
Die
Pappeln
Streicht
Und
Sie
Sich
Bewegen
Wie
Beim
Tanz
Dann tanze
    Doch
Mit ihnen

Sterben
    wenn wir
Jemanden
Sterben
Sehen
Schweigen
Wir betreten
Wohingegen
Wir
Doch
Besser
Ein
Lied mit
    Ihm
Singen sollten

Menschen
    die Beine
In
Hosen
In
Rücken
Unter
Mänteln
Unter
Fällen
Sie
Eilen
Vorbei
An mir
    Wie
Die Zeiten

TraumLand
Der Morgen verWehrt mir
Die EinReise ins TraumLand
Gut
Bleibe ich noch
Eine Weile im NiemandsLand
Da kann mir niemand was
Wenn ich zurück fahre ins
TraumLand
Wo die Macht der Dämonen endet






Li Shangyin (李商隱) lebte von ca. 813 bis 858 und war der letzte bedeutende Dichter der Tang-Zeit. Er ist mit 24 Gedichten in der Kompilation 300 Gedichte der Tang-Zeit vertreten.  Martin Gimm, mein alter Professor am Ostasiatischen Seminar der Universität zu Köln, hat einmal etwas über ihn veröffentlicht: "Li Shangyin (812-858): Vermischte Epigramme. Eine Auswahl aus dem Zazuan." [In: Wolf Baus, Volker Klöpsch, Otto Putz, Peter Pörtner (Hg.): Hefte für ostasiatische Literatur, Nr. 24/Mai 1998, S. 13–21.]
Ich habe mich an dieser Übersetzung schwer getan. Normalerweise finde ich die Übersetzungen von Günther Debon nicht so gut, aber diese hier finde ich bemerkenswert.
"Der Dinge Form, sie müßte bleiben,
einst in Erinnerung gefaßt.
Allein, im nächsten Augenblick
ist jedes Ding verblaßt."
Günther Debon: Herbstlich helles Leuchten überm See. Chinesische Gedichte aus der Tang- Zeit.
Piper, München Zürich 1989. ISBN: 3-492-11098-3. S. 68.


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