Tuesday, January 6, 2026

Zwischen den Jahren – Gedichte / #KurzLyrik 06.01.2026

 


Siehe, es hocken
all meine Winter um dunkle Klaviere …
Lothar Klünner [1]

Nähen 
    so viel 
Wird 
Man 
Nicht 
ZusammenNähen 
Können
Was 
Gerade 
Zer-
  Schnit-
Ten 
Wird
Und auch 
    Kintsugi [2]
Wird nicht helfen

WinterPfütze 

    die geFrorene 
Pfütze 
Auf 
EinMal 
Ist 
Es 
Trocken 
Unter 
Dem 
Wasser
Denn 
Es 
Bildet 
Eine Kuppel 
    Über 
Dem SchlagLoch 

Gelb und Blau 

    so viele 
Gelbe 
Blüten 
Unter 
Dem 
Blauen 
Himmel 
Und 
In der 
    Ukraine 
Herrscht Krieg 

Knabe 
Es lag der Knabe
VerWundet im Sand 
Samt seiner RegenBogenFlagge
Noch atmete er
Seine Mutter lief herbei
Weinend
Wie auch sonst [3]

Weg 
    ich ging 
Diesen 
Weg
Der 
Immer 
Weniger 
Wurde 
Aus 
Stein 
Wurde
Sand 
Und aus 
    Sand 
Wurde Ewigkeit 

Fluchten
    die einen 
Flüchteten 
Vor 
Dem 
Regen 
Unter 
Den 
Stein [4]
Die Anderen 
    Vor 
Der Sonne 

Schritte 
    die ersten 
Schritte 
In 
Diese 
Welt 
HinEin 
Machen 
Andere 
Für 
Dich 
Wie 
Auch 
Die letzten 
    Aus 
Dieser hinaus 

Aus der Nacht 
    mit jedem 
Schritt 
Aus der 
Nacht 
Aus den 
Träumen 
Wird 
Kälter 
Der 
Morgen 
Bis uns
    Die 
Sonne blendet

Aus dem Traum 
    in den 
Träumen 
Fehlen 
Dir 
Stift 
Und 
Papier 
Weshalb [5]
Es
So 
Wenig 
Erinnerungen
Aus dem 
    Gelebten 
Traum gibt 

Die Toten
    die Toten 
Baden 
In 
Der 
Schwärze 
Der 
Nacht
Nur
Wenn 
Der 
See 
Genauso 
Schwarz 
Ist 
Sie
Sehen 
Nur Dunkelheit
    Und 
Fürchten das Licht 






Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Lothar Klünner [1a]: Jede Nacht. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 3. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 462. 
[1a] Lothar Klünner (1922-2012) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer aus dem Französischen, wie Texte und Gedichte von René Char, Paul Éluard, Guillaume Apollinaire, Iwan Goll.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_Kl%C3%BCnner 
Sein Grab ist in Berlin-Friedenau und dort wurde meine Mutter geboren. 
[2] Kintsugi 金継ぎ von Gold und 継ぎ flicken; also diese mit goldhaltigem Lack geflickte Keramik 
https://de.wikipedia.org/wiki/Kintsugi 
[3] Ich hatte „Wimmernd / Wie immer“ anstatt „Weinend / Wie auch sonst“ verworfen.
[4] Vielleicht auch: Haus, UnterStand, Schirm.
[5] Hier habe ich auf „wes½“ verzichtet.

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Monday, January 5, 2026

Sammelsurium (298) 05.01.2026

 



„Weithin gelagertes Weiß
drüberhin, endlos,
die Schlittenspur des Verlornen.“
Paul Celan [1]












RückSchau
526 n. Chr. [2]

Tod von Theoderich dem Großen, König der Ostgoten – die nie besser dargestellt wurden als bei Asterix & Obelix –, der in der deutschen Sage von Dietrich von Bern weiterlebt.

Auf einige Jahre begrenzt
Das Leben der Menschen ist begrenzt. Im 5. Kapitel der Genesis wird von den 969 Jahren Lebenszeit Methusalah berichtet, aber auch die spätere Begrenzung auf 120 Jahre. Das Schicksal des Italieners Sammy Basso [3], der an Progerie litt, einer genetishen Erkrankung, die Betroffene schneller altern läßt. Sammy erreicht fast ein Viertel der 120 Jahre und hatte damit das höchste Alter erreicht, daß bislang jemand mit dieser Erkrankung erreicht hat. Das erinnerte mich an den Science Fiction Film „Logan's Run“ aus dem Jahr 1976, der in Deutschland unter dem bescheuerten Titel „Flucht ins 23. Jahrhundert“ lief [4]. Die Menschen leben unterirdisch ein sorgloses Leben, aber dieses Leben ist auf 30 Jahre begrenzt. Die LebensUhr von Logan wurde vorgestellt, aber das führt hier nicht weiter. 120 Jahre wird bisweilen in der Wissenschaft als eine Art von Obergrenze des menschlichen Lebens benannt. Wer aber erreicht denn 120 Jahre? Vielleicht aber ist eine höhere Begrenzung von 120 Jahren tröstlicher als die 30 Jahre, die Sammy Basso vor Augen standen.

Wieder so ein Zufall? 
„katerina hat ihren linken tanzschuh verloren“ lese ich gerade in einem Gedicht ohne Titel von h.c. artmann [5]. Und habe gerade über Katerina und Arturo aus einer Geschichte im Film „Overboard“ [6] geschrieben 

28 Gramm 
28 Gramm soll die Seele wiegen, aber gefunden hat man sie nicht. 

KlimaWandel 
Morgen früh werden die Dämme brechen und das Meer ergießt sich über die  Ebene. Aber wir machten das Klima zu einer GlaubensFrage -: kaum zu glauben.

BuchenHecke

Neben der mannsHohen alten BuchenHecke mit den schon dicken Stämmen war der Weg steinig und unEbEn. Ich ging ihn trotzDem zwischen Frost und Sonne. Die Bienen waren aus den Stöcken verSchwunden, der Teich mit Eis überzogen. Nur ein Auto in der Ferne und ein Häher etwas näher. 

Karussell 
Nie fuhr ich Karussell [7], nie saß ich auf einem EinHorn, ist das schade nun) Ich dachte immer nur an das EinHorn aus meinen Träumen, und das lief ganz ohne Karussell. 

EinKauf im SuperMarkt
Das Leben ist ein Einkauf im SuperMarkt, man schaut sich um, die Zeit vergeht, man zahlt mit dem Leben und hängt sich den KassenBon an den großen Zeh. 

Diefenbach
Es dürfte sich herumGesprochen haben, daß ich in Diefenbach lebe.
Fun fact: Es gibt in der ersten Staffel der Serie "Fargo" [8] einen Hinweis auf Diefenbach. Sams Witwe Gina Hess will das Haus verkaufen und auf das Hinweisschild des Maklers schießen die mißratenen Söhne mit Armbrüsten. Der Immobilien-Makler heißt Diefenbach.

Ohne „erst wenn, dann“ 

Viele Menschen leben in einem „erst wenn diese oder jene Voraussetzung erfüllt ist“, „dann kann ich endlich dieses oder jenes sein oder tun“. Nein! Mach es sofort!  






Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Paul Celan: Heimkehr. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 3. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 301.
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 344. 
[3] Sammy Basso (1995-2024) war ein Biologe, litt und forschte zur Progrerie, die auch als Hutchinson-Gilford Syndrom bekannt ist. 
https://en.wikipedia.org/wiki/Sammy_Basso  
[4] „Logan’s Run“ ist ein US-amerikanischer Science Fiction Film aus dem Jahr 1976 mit Michael York und Peter Ustinov.  
https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_ins_23._Jahrhundert  
[5] Aus einem Gedicht ohne Titel. In: h.c. artmann: ein lilienweißer brief aus lincolnshire. gedichte aus 21 jahren. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978. S. 393.
[6] Text war bei FB NaWriHaiMo zu lesen:
overboard
katerina and arturo
again overboard
Katerina and Arturo are from a story being told in the 1987 movie „Overboard“ [6a]. In the end the protagonists jump into the ocean referring to this stoty by yelling these names.
[6a] „Overboard“ ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1987 mit Goldie Hawn und Kurt Russell in den Hauptrollen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Overboard_%E2%80%93_Ein_Goldfisch_f%C3%A4llt_ins_Wasser 
[7] Ich mochte schon als Kind nicht den RummelPlatz. Und einem WeihnachtsMarkt kann ich auch nichts abgewinnen.
[8] „"Fargo" ist eine US-amerikanische Krimiserie, kreiert und geschrieben von Noah Hawley.“ Die Serie startete 2014, der Film ist aus dem Jahr 1996 [8a].
https://de.wikipedia.org/wiki/Fargo_(Fernsehserie)  
[8a] Im Film ist ein weiterer Hinweis auf Diefenbach, aber den habe ich nicht gesehen.
PS. Ein wenig vom Frühling träumen ...

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Sunday, January 4, 2026

Altargesteck am 2. Sonntag nach dem Christfest 2026

 


Mit dem zweiten Sonntag nach dem Christfest [1] kommen wir wieder in der Realität an und insbesondere ist mit dem 03./04.01.2026 das neue Jahr auch schon nicht mehr so neu; wir wünschen uns noch ein „Frohes / Gesundes / Gesegnetes Neues Jahr“ („Darf man doch noch sagen?!“). Der Weihnachtsbaum wird meistens schon abgeschmückt, das fällt in die St. Knuts Zeit, wie es uns die Werbung eines schwedischen Möbelhauses so manches Mal erklärt hat, aber bis zum 13. Januar oder dem 2. Februar (Mariä Lichtmess) wartet kaum noch jemand. Der Baumschmuck wird, so weit wieder verwendbar, verstaut, damit er nicht verstaubt. Aber ist dieser zweite Sonntag nach dem Christfest wirklich so etwas Alltägliches? Ich meine nicht.   

Der Wochenspruch lautet: „Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ [2] Das wird mit der Lesung aus dem Evangelium aufgegriffen. Da bis Ostern nicht viel Zeit bleibt, gibt es in der Lesung aus dem  Evangelium einen Zeitsprung, und zwar um ca. ein Jahrzehnt. Nach der Geburt, Beschneidung, der Flucht nach Ägypten und Rückkehr, behandelt Lukas die Geschichte vom „zwölfjährige Jesus im Tempel“ [3]. Die Familie besuchte Jerusalem zum Passafest und bei der Rückreise wurde die Abwesenheit des Sohnes bemerkt. Ich dachte als erstes an Rabeneltern, denn ihnen fällt erst nach einem Tag auf, daß der Sohn zurückgeblieben ist, einen Tag zurück nach Jerusalem und dann suchen sie in Jerusalem drei Tage lang. Wie viele Einwohner hatte Jerusalem damals? Vielleicht 50.000 Einwohner. Ich finde -: keine Top-Leistung! Aber um das „traute, hochheilige Paar“ geht es in der Geschichte gar nicht. Sie sind nur Statisten. Man fand Jesus im Tempel, wie er mit den Lehrern diskutierte. „Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten.“ Und das zu recht, denn er ist 12 Jahre alt und die Bar Mitzwa findet erst mit 13 Jahren statt. Mit Bar Mitzwa bezeichnet man im Judentum die religiöse Mündigkeit [4]. Gut, dafür hätte dann gereicht, wenn er mit 13 aus der Tora vorgelesen und nicht mit den Lehrern diskutiert hätte. 

In der Lesung aus dem Alten Testament ist „die frohe Botschaft von der kommenden Herrlichkeit“ Thema [5]. Der Prophet schwärmt: „Ich freue mich im Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, ...“. Das ist auch der Predigttext. Das Buch Jesaja ist eigentlich ein Buch aus drei Teilen, die etwa 200 Jahre auseinander liegen. Die Kapitel 56-66 bezeichnet man als Tritojesaja, griechisch für den dritten Jesaja [6]. Als Entstehungszeit nimmt man 521 bis 510 v. Chr. an. Die Israeliten sind aus dem Babylonischen Exil zurück in Jerusalem. Die Rückkehr ist nicht so wie erwartet. Denn Jerusalem liegt verwüstet. Der Prophet aber die Heimkehrer wieder aufzurichten. Er spricht in Wachstumsmetaphern. Alles kann wieder in neuer Pracht erblühen. Wie lesen wir im vierten Kapitel des Evangeliums nach Lukas? Es ist diese Stelle, die Jesus bei seiner ersten Predigt in Nazareth aufschlägt und vorliest [7]. „Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.“ Das mit der Freude dauerte dann noch einige Zeit. 


Wenden wir uns den Altargestecken zu. Wenn die KüsterInnen Urlaub habe, dann muss man Abstriche machen. Wenn dann allerdings in der Versöhnungskirche ein völlig vertrockneter Christstern auf dem Altar steht, dessen Blätter die Farbe Krematoriumsrot angenommen hatte und der beim Ikebana-Wettbewerb „Tod im Bambuswald“ hätte teilnehmen können, dann ist das nicht mehr tragbar. Wir haben ganz darauf verzichtet. In Kall war der Adventskranz noch zu sehen, aber den hatte man in Köln beereits entsorgt. Also dem Gottesdienst hat es dann nicht geschadet.
Das Altargesteck in Kall bestand aus einem schönen, aber nicht weiter auffälligem Rosenstrauch mit verschieden roten Rosen und einer gelben Rose. Es bestand kein Bezug zur liturgischen Farbe. Auf dem Boden standen weiße Blüten, einigen sah man an, daß sie nicht mehr ganz frisch waren, aber es waren auch noch gute Blüten dabei. Leider hatt Küsterin Schüer Urlaub, denn sie hätte daraus noch etwas Beonderes erstellen können. Ich will aber nicht zu sehr kühmen, denn die roten Blüten paßten zu den roten Kerzen des Adventskranzes.




 
Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).
 


Saturday, January 3, 2026

Photographische Aufnahmen aus der Black Box Nr. 04 vom 03.01.2026

 


Aktuell habe ich mir von den photographischen Aufnahme [1] noch einmal eine von Anfang der 1950er Jahre aus der Kolonie Abendruh herausgesucht, denn diese Aufnahme schließt an die Black Box Nr. 03 [2] an. Aber mehr wende ich mich den Aufnahmen von Ausflügen der Familie nach Werder zu. Mein Vater schrieb in seiner Familien-Chronik zu den 1930er Jahren darüber, hier nochmals der Text [3]. Werder liegt von der Wohnung der Großeltern etwa 30 km Luftlinie entfernt. Die Obstbaumblüte um April / Mai herum war schon lange Anlaß für das Baumblütenfest. Diese Tradition wurde durch den 2. Weltkrieg sowie die nachfolgende Teilung Deutschland unterbrochen. Mitte bis Ende der 1930er Jahre hatte Werder etwa 10.000 Einwohner [4].

Die Nummerierung der Bilder ist von oben nach unten.

Bild Nr. 1:
Das ist eine echte photographische Aufnahme, die meine Mutter nicht gesehen haben kann, denn sonst wäre sie weggeworfen worden. So aber ist sie in der Black Box gelandet. Die Aufnahme ist wegen Gegenlicht teilweise überbelichtet und teilweise sind Köpfe verwackelt [5]. Ja, eigentlich sind nur die Eltern und Großeltern nicht verwackelt. Links sitzen Helga und Alexander Fuß, Freunde der Eltern, dann steht dort der Großvater, wem mögen die beiden nächsten verwackelten Köpfe gehören (?), und schließlich ganz links die Großmutter. Die Aufnahme ist auf 1950 datiert.


Bild Nr. 2:
Diese Aufnahme ist auf 1937 datiert und zeigt die Großeltern, meinen Vater, und Tante Mielchen nebst Onkel Otto. Auch wenn es sich um ein monochromes Bild handelt kann ich mir die Blüten ausmalen. So völlig anders als im Garten war es dort nicht. Ich nehme an, daß die nähe der Havel und der Aufstieg zur Bismarckhöhe [6] letztlich den Aussschlag gaben.


Bilder Nr. 3 und 4:
Diese Bilder sind 1938 in Werder entstanden. Vater war damals 13 Jahre alt und trug zu diesem Anlaß keinen Matrosenanzug. Wer aber außer den Großeltern mit vor der Partie war, das weiß ich nicht. Aber immerhin waren Obstsaft und -wein sowie ein Blütenmeer mit dabei.





Links und Anmerkungen:
[1] Die „photographischen Aufnahmen“ sind alte Fotos, die keinen Platz gefunden hatten, bis ich sie in eine sehr schöne japanische Keks Schachtel gesteckt und lange Zeit vergessen hatte. 
[2] Photographische Aufnahmen aus der Black Box Nr. 03 vom 31.12.2025
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/12/photographische-aufnahmen-aus-der-black_31.html 
[3] Mein Vater schreibt in seiner Familien-Chronik zu den 1930er Jahren:
„Jedes Jahr ging's mit der Bahn nach Werder [4] zur Baumblüte. Wir waren dann nach einem Spaziergang zu irgendeinem See immer bei einer "Stamm"-Obstgarten-Familie im Obstanbaugebiet, die auf ihrem Grundstück Tische und Bänke unter den blühenden Obstbäumen aufgestellt hatten und neben etwas Eßbarem natürlich auch ihre Obstweine feilgeboten haben, die bei verschiedenen später auch mächtig ihre Wirkung zeigten. Den Abschluß bildete dann ein Besuch auf der Bismarckhöhe oberhalb von Werder, wo bei Musik immer ein großer Rummel war, bevor es dann mit der Bahn wieder nach Hause ging.“
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Werder_(Havel)  
[5] Es regt mich immer wieder auf, daß die Menschen nicht einen Augenblick ruhig verharren können, denn ich fotografiere lieber ohne Blitz. Da hat die Technik mittlerweile bei Handy sog. Bewegungsaufnahmen. Aber trotzdem!
[6] So ähnlich geht es bestimmt Kölnern, wenn es um den Drachenfels geht, den ich schon länger wehmütig vom Auto oder der Straßenbahn ansehen, aber doch schon länger nicht besucht habe.

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Friday, January 2, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 02.01.2026



Ich will weitergehen
Am Saume des Meers
steht der Tor,
und der Wind flüstert ihm zu:
Das Salz der See
kann nicht dumm werden.
Ernst Meister [1]


En revue 
    die Jahres-
Rückblicke 
En revue 
En passent 
Ennuyant 
Wo 
Doch 
Nur
Wenige 
AugenBlicke 
ErWähnt
Und 
Dann in 
    ZeitLupe  
Laufen sollten

Sänger
    ich summe 
Mein 
Lied 
So 
Laut 
Ich 
Kann
Denn 
Seine Worte 
    Will [2]
Niemand hören

Schnee von gestern 
    der Schnee 
Von 
Gestern 
Ist 
WegGetaut
Aber deine 
    FußSpuren 
Sind geBlieben

WolfsMond 
    der Wolfs-
Mond 
Schaut 
Durch 
Die 
Kahlen
Bäume 
Und 
Aus 
Der 
Ferne 
Heult es 
    Aus 
Dem WolfsMund

VerZeihung
    ich trete 
Auf 
Die 
SteinPlatten 
Wenn 
Ich 
Meines 
Weges 
Gehe 
Und 
Es  
Ist 
Doch ihr 
    Weg 
-: Verzeihung 

Der Hopfen windet sich um den Birkenzweig. 
Wir beide sitzen darunter. 

SonnenUhr 
    du liegst 
Und 
Schweigst 
Aber 
Die 
Sonne 
Ändert 
Dein Gesicht 
    Nach 
Und nach 

Schnee 
    der Schnee 
Am 
Boden
Der 
Winter 
Selbst 
Und 
Erst 
Die 
Blühenden 
SchneeGlöckchen
Sie 
Alle 
Lassen hoffen 
    Auf 
Den Frühling

Aus dem Kokon 
    du kannst 
Ja ver-
Suchen
Aus 
Deinem 
Kokon
Zu 
EntKommen 
Larve
Aber 
Du 
Kannst 
Es 
Nicht
Es 
Sei 
Denn
Du wärst 
    Ein 
Schmetterling 

Kurz vorHer 
    sieh, da 
Gleitet 
Jemandem 
Das 
Licht 
Des 
Lebens 
Aus 
Den 
Händen
Aber 
Wie 
Schön 
Noch einmal 
    Seine 
Augen strahlen

Aus der Mode 
    ja, völlig 
Aus 
Der 
Mode 
GeKommen
Macht 
Kaum 
Einer 
Mehr 
Aber 
Ich 
BeHerrsche 
Noch 
Die 
Kunst der 
    HerStellung 
Von SchrumpfKöpfen 

Winter
    der Winter 
Kommt 
Gerade 
An 
Mit 
Einer 
Nicht 
GeSchlossenen 
SchneeDecke 
Aber er 
    Überreicht 
Uns Eisblumen




Anmerkungen:
[1] Aus: Ernst Meister [1a]: Ich will weitergehen [1b]. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 3. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 436. 
[1a] Ernst Meister (1911-1979) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Meister_(Schriftsteller,_1911) 
[1b] Mit fast 70 Jahren Abstand bin ich mir nicht mehr so sicher, daß das Salz der See nicht dumm werden kann. Und übrigens, ich hätte „Am Saume des Meeres“ geschrieben.
[2] Wahrscheinlich hätte ich doch "darf" schreiben sollen.

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Thursday, January 1, 2026

Haiku on the Mainichi Shinbun (毎日新聞) in 2025

 


Some of my haiku have been published on the Mainichi Shinbun (毎日新聞). The haiku section is edited by Mr. Dhugal J. Lindsay, who started doing this after Mr. Isamu Hashimoto passed away in 2017 [1]. I am very grateful that I could share these haiku in 2025. If you also like to submit haiku to the Mainichi Sjinbun, please do so here [2].

February 13, 2025
the fog
is skating
on thin ice

February 13, 2025 
some fresh snow
not surviving
but the crocus does

May 13, 2025
at the traffic lights 
the fog joins me 
waiting 

June 6, 2025
waves roll 
on and off the cliff 
blooming heather 

June 17, 2025 
the old peach tree
is blooming again
back from hospital

July 7, 2025
rainstorm
on men and plants
all bow

July 25, 2025 
the sparrows discover
the freshly planted peas
must be god's plan

August 13, 2025 
not knowing
the name of the weeds
we tear out

August 26, 2025 
under the apple tree 
watching the tiny apples 
and you 

November 7, 2025 
colored leaves
some are falling
as the fog lifts

November 22, 2025
equinox 
at least day and night 
don't fight 





Links and Annotations:
[1] Isamu Hashimoto, longtime haiku editor for The Mainichi, died at 75 – 
https://mainichi.jp/english/articles/20170719/p2a/00m/0na/002000c 
[2] https://mainichi.jp/english/haiku/ 

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