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Sunday, March 22, 2026

PostAnschriften und PostAuslieferung

 


Als ich in Taiwan studierte, erinnerte ich mich an einen netten Aufenthalt im Norden der Republik Irland, in direkter Nähe von Lough Eske. Dort hatte ich ein Ehepaar getroffen, die Bed & Breakfast angeboten hatten. Als ich mich im WohnZimmer umsah, stieß ich auf ein Gedicht, das der HausEigentümer selber geschrieben hatte, es hatte mich fasziniert. So kam ich auf die Idee, ob er mir nicht eine Kopie senden könnte. Von den beiden wußte ich allerdings nur die Vornamen und eine Adresse hatte ich auch nicht. Ich schrieb die beiden Vornamen auf den Umschlag und machte für die Post eine Zeichnung von Lough Eske und wo ungefähr das Haus stand inmitten der Landschaft. Die Post ist angekommen und ich habe das Gedicht aus Irland nach Taiwan geschickt bekommen! 

Später hatte ich in Deutschland ähnlich Erlebnisse und sie bezogen sich auch auf China. Da kamen mehrfach inkorrekte Adressen an. Einmal war es besonders abenteuerlich. Da stand mein chinesischer Name, Köln ohne Postleitzahl, aber die Straße (Herschelstraße) war korrekt, wenn auch ohne Nummer. Die Sendung ist bei mir angekommen. 

Ich hatte in der Folge die Idee, daß nur die alte Post und die persönlich Beziehung zum Postboten das möglich machte. Nein, das stimmt so nicht. Es ist auch heute noch möglich. Ich habe gerade einen Brief bekommen, der eigentlich kaum die Chance hatte, anzukommen. Als Straße steht da Heistener Straße, aber es ist die Heisterter Straße. Ich habe schon oft die Adresse korrigieren müssen. Außerdem war auf diesem Brief auch der Ort falsch. Man schickte den Brief nach Kall-Heinsberg, aber der Ortsteil heißt nun mal Diefenbach. Wahrscheinlich war die richtige Postleitzahl ausschlaggebend. Trotzdem ich revidiere mein Urteil. Die Post ist besser als ihr Ruf. Und sie ist ganz sicher besser als die Deutsche Bahn. 
 




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Saturday, December 27, 2025

Moos, vom Felsen abgeschabt

 


Als Meister On-sen gefragt wurde, ob sich die BuddhaNatur vor oder nach dem Nirvana erkennen ließe, antwortete er: „Wenn Regen fällt, netzt er die Blätter und rinnt doch zu Boden.“
Als Meister Toda-ichi dies hörte, erwiderte er: „Man kann aus Regen keine SchneeBälle formen.“
Meister On-sen: „Zugegeben, jeder SchneeMann trägt dieBuddhaNatur nur für eine Weile.“

Einmal fragte ein älterer Schüler den Meister On-sen: „Wenn die Blüten vom Baum auf den MoosTeppich unter ihm fallen, ist das dann ein Bild der Ewigkeit oder nur die Erinnerung daran?“ Schnell fegte der Meister die Blüten zusammen, um sie zu verbrennen.
Und Meister Toda-ichi verSuchte verGeblich Veuer zu machen.

Als Meister On-sen zur Ewigkeit befragt wurde, nahm er dann doch den Müll und bracht ihn vor die Tür.
Meister Toda-ichi kam mit der Sutren Sammlung hinterHer.

Als Meister On-sen an einer Sonnenuhr vorbeiGing sagte er: 
Tick Tack, Tick Tack. Tick Tack".
Meister Toda-ichi: „Dabei hatte ich vergessen die SandUhr aufzuziehen.“

Meister On-sen hielt einen beMoosten Stein in die Höhe und sagte: 
Dieser Stein kam den Berg heruntergerollt und ist doch mit Moos bedeckt.“ Hatte jemand eine Frage gehört?
Meister Toda-ichi: „Ziemlich geduldig, ich meine den Stein.“

Auf die Frage: „Haben Zombies BuddhaNatur“ sog Meister On-sen hörbar den Atem ein. Er nickte kurz und nickte dann ein.
Meister Toda-ichi: „Selbst die Schlafenden werden geweckt.“

Ein Schüler fragte Meister On-sen: „Wie alt ist die Ewigkeit?“ Meister On-sen: „Einfach. Laß mich nachrechnen. Die Ewigkeit wurde zusammen mit mir geboren.“
Meister Toda-ichi: „Er ist so eitel! Er macht die Ewigkeit bestimmt wieder jünger als sie ist.“

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Tuesday, December 24, 2024

Auf der Suche nach dem grauen Döschen mit den GardinenRöllchen

 

Man kann es nicht sehen, aber gerade hat es angefangen zu schneien -
und das am 24.12.2024!


Ich war wieder einmal auf der Suche [1]. Die Geschichte beginnt allerdings anders, denn der Bauhof hatte hier für Unordnung gesorgt, Nein für Ordnung gesorgt, indem die Mannen des Bauhofs ein Gehölz nieder geschnitten hatten, worüber ich berichtet hatte [2]. Jetzt lag mein BadeZimmerFenster völlig offen zur Straße hin, so daß mich Bruder und Schwägerin, als sie abends aus Köln kamen, im BadeZimmer sahen. Also mußte eine Gardine her. Ich hatte ein entsprechendes Teil aus PVC [3] wohlfeil erworben und mußte nun GardinenRöllchen dran basteln. Da fing die Suche an. Ich hatte sie für eine andere Gardine erst so vor 2 Jahren benötigt und dann natürlich das Döschen wieder unvorsichtigerweise irgendWohin fort gepackt; ich war so im Rausch, daß das GardinenAufhängen geklappt hatte, daß ich den Rest der Aktion nicht mehr wahrgenommen hatte. Ich hätte es mir denken können, daß ich das graue Döschen später nie wieder finden würde.

Aber ich suchte zunächst im Erdgeschoss und zwar dort, wo es normal denkende Menschen lagern würden, so daß man das Döschen bei Bedarf von GardinenRöllchen rasch zur Hand hätte. Danach suchte ich im Keller und im ersten Stock – kein Fenster dort hat Gardinen! Schließlich sogar auf dem Dachboden, den ich gleichzeitig auch mal wieder lüftete, obwohl es dort kalt und zugig ist. Ich konnte ihn auch dort nicht finden.

Schließlich bin ich zur Bruder und Schwägerin [4] gegangen und die sagten, wir haben hier zwar keine Gardinen, aber vielleicht haben wir doch noch ein paar Röllchen und schauten sie erst mal in einem Kistchen nach, wo so Kerzen,  BindFäden, UnterlegScheiben für Möbel und alles Mögliche lustig durchEinander lagen, aber Nein, keine GardinenRöllchen. Mein Bruder suchte weiter im Nähkästchen, wo sie eigentlich gar nicht hingehören, und wo auch keine waren. Und da kam mir die Idee, wo ich noch nicht nach geschaut hatte. In der Kiste, in der das SchuhPutzZeug ist. In die hatte ich nämlich auch die jetzt überflüssigen MundNaseMasken hineinGesteckt. Wo Masken nicht hingehörten, da könnte ich doch auch das graue Döschen mit den GardinenRöllchen gelagert haben. Und da waren sie auch. Kurz darauf hing die Gardine im Bad.

Was lehrt mich diese Geschichte? Es ist kann noch so unWahrscheinlich sein, daß etwas irgendWo hingeKommen wäre, daß es nicht dort auch hingeKommen ist.  



Links und Anmerkungen:
[1] Ich suche ständig Dinge, da ich schlecht Ordnung halten kann. Hier sind zwei Geschichten dazu:
Der Reisepass, die Glühbirne und der Abfluss des Waschbeckens
https://rheumatologe.blogspot.com/2018/02/der-reisepass-die-gluhbirne-und-der.html
Der verlorene Schlüssel oder als ich einmal wanderte
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/der-verlorene-schlussel-oder-als-ich.html  
[2] Das Gehölz im Nordwesten von Diefenbach
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/12/das-geholz-im-nordwesten-von-diefenbach.html   
[3] So etwas stellt man in China her. Ich verspreche, die Gardine nicht in den Mund zu nehmen und Kinder nicht in die Nähe zu lassen.
[4] Wahrscheinlich dachte ich an die phänomenale Phähigkeit meiner Schwägerin, Dinge zu finden. Siehe hier (eine weitere SuchGeschichte mit Happy End):
Der verlorene Schlüssel
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/08/der-verlorene-schlussel.html


 
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Thursday, December 19, 2024

K. und das RuderBoot

 


K. wacht mitten auf dem Ozean in einem RuderBoot auf. Er ist in eine Decke gehüllt. Es ist kurz vor SonnenAufgang. Das Licht ist noch schwach, aber er kann erkennen, daß er Wasser und etwas zu essen und ein Blatt hat, auf dem ein Text steht, den er jedoch noch nicht erkennen kann. Er ißt, denn er ist hungrig und er trinkt. Da wird es auch heller und er kann die Anweisungen lesen. Er müsse nichts weiter tun, als den ganzen Tag der Sonne entgegen zu rudern. Damit hat er die Sonne hinter sich und er rudert in die Richtung der Sonne. So ist es angenehmer. Er braucht nicht immer zu rudern, aber die Pausen dürfen nur kurz und wenig sein. K. läßt sich darauf ein, er rudert, wie er es gelesen hat. Als der Tag zu Ende ist, wundert er sich, wo er auf dem riesigen Ozean wohl gelandet sein mag. Er hat keine Insel entdecken können. K. versucht zu berechnen, wohin ihn dieser Tag gebracht haben könnte, aber er versteht zu wenig von Mathematik, Geodäsie, Astronomie und was alles da sonst noch eine Rolle spielt. Es kommt z.B. darauf an, auf welchem Breitengrad er ist, an welchem Tag; nun das letztere weiß er noch ungefähr. Es ist mitten im Sommer auf der NordHalbkugel. Hmh, ist er überhaupt auf der NordHalbkugel? Das kann er ja diese Nacht erspähen. Den ganzen Tag schien die Sonne, kein Wölkchen am Himmel, aber jetzt in der Nacht ist alles bedeckt. K. kuschelt sich in seine Decke, nachdem er den Rest seines Essens verzehrt hatte und schläft ein. Kurz vor dem MorgenGrauen wacht er wieder auf, es stehen wieder Essen und Wasser bereit. Das Blatt mit den Anweisungen ist jedoch verschwunden. Er ißt und trink. Und rudert. Und rudert. ZwischenDurch denkt er daran, daß er doch einmal eine Geschichte gelesen hatte, die sich auch mit dem Problem der Sonn' entgegen beschäftigt hatte. Es war eine Geschichte von Arno Schmidt. Wem sonst? Wem sonst fällt so etwas ein. Der aber hatte die Lösung nicht veröffentlicht. Und K. hatte nicht nachgelesen, denn bestimmt hatte es jemand herausgefunden und das würde ihm doch jetzt weiterhelfen. Würde. Vielleicht. Aber er rudert und rudert und irgendWo ist er am Abend an seinem BestimmungsOrt, mitten auf dem Meer. Er ist müde, ißt noch ein wenig, trinkt ein wenig, kuschelt sich in seine Decke und schläft ein. Und so geht es weiter Tag um Tag. Und einmal meint er am Horizont eine Insel oder zumindest einige Wolken zu entdecken. Und er versucht dahin zu fahren, aber da weicht er ja vom Kurs ab. Das Boot treibt ihn gnadenlos wieder zurück auf den Kurs der Sonne entgegen. Die Abweichung hatte bewirkt, daß er am nächsten Morgen auf sein Essen verzichten muß. Nichts geschieht ohne Konsequenzen. Allerdings ist Wasser da, er trinkt das Wasser gieriger als sonst. K. rudert und rudert, immer der Sonne entgegen. Da gibt es wieder Nahrung neben dem Wasser. Und wieder eine Zeit später meint er, ein anderes RuderBoot zu sehen. K. hat keine Möglichkeit, sich dem Ruderer zu nähern oder ihm ein Zeichen zu geben. Auch der andere scheint der Sonne entgegen zu rudern. Aber interessanterweise entfernen sich die beiden Boote von einander, bevor sie sich etwa auch nur ein Zeichen geben können. Was soll K. also auf diesem Ozean in diesem RuderBoot? IrgendWann dämmert es K., daß der einzige Zweck darin besteht, in diesem RuderBoot der Sonne entgegen zu rudern.  

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Tuesday, September 10, 2024

K. und die Pyramide

K. wacht auf. Er befindet sich in totaler Dunkelheit. Nein, nicht ganz, denn er sieht  irgendWo einen schwachen LichtSchimmer, ein flackerndes Licht. K. tastet sich in Richtung des Lichtes an kühlen Wänden entlang. Die Luft ist stickig. Immer näher kommt er an das Licht heran. Dann sieht er eine Fackel in einer Halterung. K. nimmt die Fackel und leuchtet in alle Richtungen. So findet er heraus, daß er sich in der  GrabKammer einer Pyramide befindet. Der Sarkophag ist geschlossen, aber es liegen viele GegenStände herum. Dann hört er etwas wie ein Stampfen. K. geht in die Richtung des Stampfens. Dort sieht er eine Gruppe Priester in altägyptischen Gewändern. Die Priester sprechen nicht. Sie gehen nur schweigend ihren Weg. Wahrscheinlich verstünde er ihre Sprache auch nicht. Sie laufen mit Fackeln umHer und er läuft ihnen hinterHer. IrgendWann merkt K., daß sie im Kreis gehen, nicht in einen exakten Kreis, aber sie gehen immer wieder den gleichen Weg. Schließlich dämmert es K.: diese Priester treten falsche Wege aus, damit die GrabKammer, aus der er gekommen war, verborgen bliebe. Wo aber liegt der Weg hinaus aus dieser Pyramide? Dafür müßte er woAnders hingehen. Aber hatte er dafür genügend Licht? Würde die Fackel reichen? Er könnte ja einmal versuchen, in einen der Korridore zu gehen, die nicht von den Priestern ausgetreten werden. Dann geht er diesen Korridor entlang. Ist da nicht ein Luftzug? Es ist, als ob ihn die Hoffnung anwehe.   
IrgendWann wird er müde, legt sich auf den Boden, wacht auf, ißt, und geht weiter. Er bemerkt gar nicht, daß er jetzt auch ein altägyptisches Gewand trägt. Er geht weiter. K. sieht Spuren, es sind seine eigenen Spuren und er geht weiter auf ihnen. Nach einiger Zeit sieht er eine Gruppe von Priestern hinter sich. Schweigend gehen sie weiter, denn der falsche Weg muß ausgetreten werden.

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Monday, July 29, 2024

K. und das FleischKlopfen

 


Warnung!!!
Nicht für schwache Gemüter geeignet! Lesen auf eigene Gefahr!


K. findet sich in einer riesigen Stadt wieder. NirgendWo steht ein Baum. NirgendWo ist ein Mensch. NirgendWo ist ein Tier. NirgendWo fährt eine Bahn. NirgendWo fährt ein Bus. NirgendWo steht ein Auto. „Nichts Niemand Nirgends Nie“. Die Stadt ist eine BetonWüste. Und K. ist allein. Die Straßen sind teilweise gerade, oder manchMal sind sie auch krumm. Sie sind wie ein SchachbrettMuster und sie sind verwinkelt. ManchMal steht HochHaus an HochHaus, dann sieht K. niedrige Häuser, manchMal EinfamilienHäuser, dann MehrfamilienHäuser. Und K. irrt durch diese Stadt. Nie sieht er ein HinweisSchild. Die Straßen haben keine Bezeichnungen. Er wandert zielLos durch diese Stadt. Und dann sieht er eine offene Tür. Er geht hinein. Die Zimmer stehen alle leer und die Luft ist noch abgestanden, als wäre die Tür gerade erst geöffnet worden. In der Küche findet er seine Aufgabe. Dort ist ein Brett mit einem Stück Fleisch und daNeben liegt ein FleischKlopfer. K. hat die Aufgabe, dieses FleischStück möglichst platt zu klopfen, ohne es völlig zu zerStören. Dann muß er weiterZiehen. Er geht geradeAus. Nach einiger Zeit kommt er zu einem Haus, bei dem die HausTür offen steht. Dort geht er hinein. K. findet dort ein Bett, einem Stuhl und einen Tisch. Sonst gibt es keine Möbel in diesem Haus. Tisch und Stuhl sind roh gezimmert und auf dem Bett liegt nur eine Matratze, es gibt weder Decke noch Kissen. Auf dem Tisch steht eine Schale mit einer Suppe. Die Suppe ist sämig, dickFlüssig; frisches Gemüse schwimmt in der Suppe. Bei dieser ersten Suppe sind es Möhren, Erbsen und Kartoffeln. Daneben liegt ein Kanten Brot; nicht frisch, aber auch nicht hart. Er ißt seine Suppe, er ißt sein Brot. Im BadeZimmer steht ein Krug mit Wasser, das er trinkt. Dann legt er sich hin auf das Bett und schläft sofort ein. Am nächsten Morgen steht er auf. K.  geht wieder durch die Stadt – zielLos. Und nirgendWo geht er zweimal lang, immer ist alles neu. Tage-, ja wochenLang geht er durch die Stadt. Nie sieht er einen Menschen. Und klopft das Fleisch jeweils in dem einen Haus, geht weiter und findet irgendWann ein anderes Haus, in dem er ißt und schläft. ManchMal geht er tageLang nur geradeAus. Und wenn er genug geLaufen ist, findet er die Küche mit dem Brett, dem Fleisch und dem Klopfer. ManchMal ist es ein EinfamilienHaus, manchmal ist es ein HochHaus. Dann geht K. tageLang im ZickZack durch die Stadt, aber nichts ändert sich. Nie sieht er einen Menschen, so gerne hätte er mit jemandem gesprochen. So geht es eine längere Zeit.  Dann aber kommt K. zu einem Stück Fleisch, das schon ein anderer geklopft hatte. Und der hatte den Buchstaben Z mit Blut neben das FleischStück geSchrieben. K. erfüllt seine seinen Auftrag und schlägt auch noch einige, wenige Male auf das Fleisch ein. Und dann geht er weiter. Er findet wieder sein Bett, seine Suppe, die sämige Suppe; diesMal mit Kohl und KicherErbsen. K. überlegt nun, was er selber tun kann. Wenn er das Fleisch geklopft hat, zeichnet er ein K. neben das FleischStück auf das Brett. Einige Zeit vergeht. Dann und wann sieht er ein Z neben einem beArbeiteten Stück Fleisch, auf das er weiter klopft. Nun kommt er auch an FleischStücke, auf denen schon die Fliegen sitzen. Aber trotzdem weiß er, daß er auf das Fleisch einSchlagen muß. K. schlägt auf das Fleisch ein und die Fliegen stieben auf. Er schlägt ein paarMal und hinterLäßt ein K. ManchMal dauert es eine Weile, bis er ein Z findet. Nie findet er ein FleischStück, das er selbst beArbeitet hat. Nach einiger Zeit fällt ihm auf, daß er schon lange Zeit kein Z mehr gesehen hat. Er sieht immer häufiger schon sehr verWestes Fleisch, aber er sieht kein Z mehr. Und immer fauler wird das Fleisch; immer häufiger kommt es vor, daß Fliegen von dem Fleisch aufFliegen, noch bevor er klopft.  Dann sieht er auf einmal einen anderen BuchStaben. Schließlich geht es K. auf, woraus die Suppe besteht.

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Monday, July 15, 2024

Varsdunack – die bekannte finnische Spezialität


Varsdunack ist eine finnische Spezialität. Sie kennen sie nicht? Dann muß ich diese Wissenslücke schließen, aber auch ich habe diese Fleisch-Fisch-Spezialität bislang nicht gekannt; ich bin eben Langzeit-Vegetarier. Was für ein Wort ist das eigentlich? Es sieht überhaupt nicht wie ein Wort der finnischen Sprache aus; er sieht eher Schwedisch aus. In Finnland gibt es eine große schwedische Minderheit, so daß ein schwedisches Wort auch möglich wäre. Ich hatte meinem Bruder und der Schwägerin versprochen, einmal nachzuschauen, ob es nicht Varsdunack gäbe. Jedenfalls so erinnerte ich mich. Die beiden waren im Vorjahr in Helsinki gewesen und haben dann von dieser Spezialität geschwaärmt und mir auch eine Büchse mit schwarzer Umhüllung – sehr edel – gezeigt.

Ich war in Helsinki bereits in zwei Supermärkten verschiedener Ketten gewesen, konnte es jedoch nicht finden. Ich saß schon in einer der grünen Oasen des Radfahrer-/Fußgänger-Grabens, der sich in ost-westlicher Richtung durch Helsinki zieht. Ich hatte nicht mehr viel Zeit. Ich hatte es mir ja aufgeschrieben und da stand noch Stockmann. Über Stockmann aber hatte eine Mitreisende aus Berlin am Morgen gesprochen: „Das ist ein Warenhaus  wie das KaDeWe“. Und so dachte ich, daß ich dort noch vorbeischauen sollte.

Ich landete als erstes in der Parfüm-Abteilung und erinnerte ich mich an eine Begebenheit, die schon Jahrzehnte zurückliegt. Da bin ich in Köln im Kaufhof auch in der Parfüm-Abteilung gelandet und war völlig überwältigt von den Gerüchen – manche würden ja Düfte sagen – dort, so daß ich eine Verkäuferin ansprach und sie fragte,wie Sie es in diesem Durcheinander von Gerüchen aushalten könnte. Sie hatte mich sehr verdutzt angesehen, aber dafür hatte ich jetzt in Helsinki überhaupt keine Zeit, denn bald sollte zur Abfahrt mit der Fähre gehen.

Also Supermarkt / Feinkost ist wahrscheinlich im Untergeschoss untergebracht. Ich hatte einen Weg nach unten gesehen, landete aber in der U-Bahn; dann bin ich zu einem Lift und da war ich plötzlich auf dem Parkdeck P3, denn der Supermarkt sollte auf Ebene -2 sein, aber dieses Stockwerk gab es im Aufzug nicht. Auf -1 stieg ich aus und da war eine Elektronik-Abteilung. Also wieder hoch bin anderswo runter. Erneut Elektronik – der Schweiß stand mir auf der Stirn, aber da sah ich ein Hinweisschild und es gab eine Treppe nach unten und ich landete endlich im Supermarkt (The Eagle has landed.). Ich ging durch die unendlichen Gänge der Kost und Feinkost, der Frisch-Theke und ich fand mein Varsdunack nicht. Endlich sah ich eine Warenverräumerin und ich fragte sie,  wo denn Varsdunack stünde. Sie guckte etwas verwundert, legte den Kopf schräg und dann hatte sie eine Idee und zeigte mir das Regal mit den FischKonserven. Hurra! dachte ich, da könnte es sein. Ich wußte ja, wie die  Konserve aussah -  sie war schwarz. Und siehe da -: ich fand vier Dosen Varsdunack, wobei drei davon angestoßen waren. Nun lag die Überraschung bei mir, denn die Konserve trug nicht den Namen Varsdunack sondern Vorschmack. Mir dämmerte, daß ich mein eigenes Gekritzel fasch gelesen hatte. Aber was hatte dann die Warenverräumerin aus Varsdunack gemacht? Wahrscheinlich hielt sie es für: „Where's the tuna?“

Aber auch Vorschmack ist ein seltsames Wort. Vorschmack (Vorspeise) kommt aus dem Althochdeutschen, aber das Gericht selbst entstammt derosteuropäisch-jüdischen Küche (Yiddish forshmak).  Der finnische Präsient Mannerheim liebte es. [1] Die Konserve enthält u.a. Rindfleisch, Hering und Hammelfleisch. Übrigens nicht zu verwechseln mit Surströmming [2].




Links (und Anmerkungen):
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Vorschmack und https://en.wikipedia.org/wiki/Vorschmack  
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Surstr%C3%B6mming


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Friday, June 14, 2024

Fahrräder, Blumen, Blumengestecke

 



Ich hatte heute einen Tweet von Martin Weiss @martinoweiss gesehen mit Bildern von Ai Weiwei (艾未未), wie er zum ersten Mal im Leben Kaffee trinkt [1]. Ich wollte schon Ai Weiwei (@aiww) etwas schreiben wie: ”我很难想象有人在西方呆了这么久而不喝咖啡。我不想质疑这个,这让我感到惊讶。“ Und habe das gerade auch gemacht [2]. Ich zögerte, weil dieser Anstupser doch viel mehr bedeutet, jedenfalls für mich.

Ich denke 10 Jahre zurück, denn da legte Ai Weiwei jeden Tag einen Blumenstrauß in den Korb und stellte ein Foto davon auf Twitter [3]. Die Redaktion Onetz bezeichnete es „auch irgendwie ein Kunstwerk“ [4]. Christiane Peitz zu roten Lampions, die Ai Weiwei damals aufgehängt hatte: „Das ist die Methode Ai Weiwei, der sich gern auf Marcel Duchamp beruft.“ [5] Das hätte ich, mit dem heutigen Wissen einige Zeilen später gesetzt, nämlich nach: „Vor dem breiten Tor steht auch das Fahrrad mit den Blumen im Korb: noch eine Protestnote, noch eine Performance, die einzige Ausstellung des Konzeptkünstlers, die China zur Zeit duldet.“ Hierin stecken zwei Versäumnisse, die dem ansonsten lesenswerten Artikel gut getan hätte. Einerseits der Hinweis auf das Roue de Bicyclette von Marcel Duchamp (2013) [6]. Aber ich will mich nicht schlauer hinstellen als Frau Peitz, denn 2017 schrieb ich: „Im städtischen Kern des Dorfes Lank sieht man ein Fahrrad mit einem Korb voll Blumen. Das erinnert an die Aktion von Ai Weiwei, der jeden Tag, den er das Land nicht verlassen darf, auf Twitter ein Foto von einem Rad mit einem Blumenstrauß postet.“ [7] Ich hatte erst vorige Woche auf Fahrrad als spontanes Kunstwerk in Köln-Holweide [8] hingewiesen: „Der Müll gehört dazu, wie die Pflanzen, die das Rad wie die Schlagen der Laokoon-Gruppe umschlingen und natürlich auch der Rost. Zum KunstWerk wird es durch das Foto.“

Ich meine, daß Frau Peitz auch auf die Hundert-Blumen-Bewegung (
百花运动) hinweisen sollen, denn ich glaube kaum, daß damals dieses Ereignis im Vorfeld des „Großen Sprungs nach vorn“ der Volksrepublik China von Ai Weiwei hätte erwähnt werden können. Die Blumen sollten verschiedene Denkschulen symbolisieren, aber schließlich wurde die Bewegung gestoppt, da sie außer Kontrolle zu geraten schien [9], wie dies dann vollens bei der Großen Proletarischen Kulturrevolution (无产阶级文化大革命) geschah.

Ich hatte mich 2017 von Ai Weiwei inspirieren lassen, für Blogposts zu Gottesdiensten das Altargesteck als Aufhänger zu benutzen. Auch Altargestecke können Kunstwerke sein. Die Welt ist voller Kunst, wenn man nur genau hinschaut.



Links und Anmerkungen:

[1] „This is a historic photo-documentary: you can see Ai Weiwei (@aiww
- who earlier today gave an 'artist talk' @SalzburgGlobal) tasting the first (!) cup of coffee of his life. His reaction? "This tastes wonderful".We could have told him earlier 😎 ☕“ https://x.com/martinoweiss/status/1801352132274122966
[2] Es bedeutet etwa: „Ich kann mir nur schwer vorstellen, daß man so lange im Westen sich aufhält, ohne Kaffee getrunken zu haben. Ich will dies nicht in Frage stellen, es wundert mich nur.“
https://x.com/Rheumatologe/status/1801677281263571264 Dazu noch:[10] ansehen.
[3] https://www.sueddeutsche.de/kultur/kunst-ai-weiwei-und-das-fahrrad-willkuer-und-unrecht-in-china-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140404-99-03976  
[4] https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/vermischtes-de-welt/blumen-im-fahrradkorb-d1642127.html
[5] https://www.tagesspiegel.de/kultur/blumen-oder-ich-bin-ja-noch-da-5161462.html
[6] https://gesellschaft-museum-ludwig.de/initiativen-und-preise/erwerbungen/erwerbung/1398/roue-de-bicyclette Das Original von 2012 ist auf dem Müll gelandet, die Replik in Köln stammt aus dem Jahr 1964.  https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrrad-Rad Wer eine ältere Replik sehen will, muss nach New York reisen, denn „The Sidney and Harriet Janis Collection,
Museum of Modern Art“ hat die Replik aus dem Jahr 1951, die sogar als die älteste gilt.  
[7] https://rheumatologe.blogspot.com/2017/05/meerbusch-lank-oder-meerbusch-albanien.html Mit Bild des FahrRades in Meerbusch.
[8] Sammelsurium (256) 08.06.2024 https://rheumatologe.blogspot.com/2024/06/sammelsurium-256-08062024.html Mit Bild des FahrRades in Köln-Holweide.
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Hundert-Blumen-Bewegung
[10] Gerade schrieb ich vorhin. Und da schellte das Telefon, denn Bruder und Schwägerin saßen in Mechernich fest, da der SEV (Schienen Ersatz Verkehr) zusammengebrochen war. Abenteuer Deutschland – die Fahrt mit der DB.


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Briefmarken oder KirschbaumBlätter sammeln

 



In der Urzeit der Menschheit liegt bereits das Sammeln. Die MenschenGruppen werden als Jäger und Sammler beschrieben, wobei sie wahrscheinlich mehr sammelten als jagten. Allerdings jagt mancher Sammler heute bestimmten Artefakten hinterher und tut dies mit den Instinkten der alten KulturFormen. Was macht den Unterschied zwischen den vorzeitig herunter gewehten Blättern eines KirschBaums und den BriefMarken aus? Man kann in beiden Kunst entdecken. Beide bestehen aus Zellulose. Beide sind bunt. Für die hübschen KirschbaumBlätter gibt es keinen Michel-Katalog [1]. Die gebundene Ausgabe ‏des Michel-Katalogs umfaßt 1184 Seiten und kostet 79,00€.

Wir können wie der UrMensch Beeren, Holz, Kräuter sammeln, oder Regenwasser in der Tonne für den Garten, oder wir sammeln, Kunst, Münzen oder Briefmarken. Unter den verschiedenen UnterFormen des Sammelns listet der Duden (Auswahl) [2]:
    nach etwas suchen und das Gefundene zu einer größeren Menge vereinigen, um es zu verbrauchen, zu verwerten
    Dinge, für die man sich interessiert, zusammentragen, um sie (wegen ihres Wertes in größerer Anzahl, wegen ihrer Schönheit o. Ä.) [in einer bestimmten Ordnung] aufzuheben
    [im Laufe der Zeit] an einer bestimmten Stelle zu einer größeren Menge zusammenkommen lassen
    innere Ruhe suchen [um sich einer Person oder Sache zuwenden zu können] – Halt! Stopp!!! Abschweifung, hier sich wir schon bei sich sammeln

Der Duden schreibt „wegen ihrer Schönheit“, was sicherlich für die Blätter des KirschBaumes wie die Briefmarken zutrifft. Aber da steht auch „wegen ihrer Wertes“. Trifft dies nun nur für die BriefMarken zu? Wir werden sehen.

Wir haben als Kinder BriefMarken gesammelt und mein erstes Album hatte mir mein GroßOnkel Harry aus Hamburg geschenkt, denn der ist zur See gefahren und hatte aus allen möglichen Ländern Brief nach Hause geschickt und die Marken wurden gesammelt. Ich fand den Gedanken an ferne Länder interessanter als die Marken. Die Marken dienten mehr, einen Bezug zu den Ländern zu bekommen. Später reiste ich mehr. Ich meine, daß wir drei Brüder unsere Marken unserem Vater überlassen hatte, denn der war BriefmarkenSammler, mit Michel-Katalog, wenn auch nicht jährlich in der gebundenen Ausgabe. Von dieser Sammlung ist kaum etwas übrig geblieben, einer meiner Brüder hat das, was von Wert war, rechtzeitig verkauft. Aber eine paar Alben mit sehr gewöhnlichen, sprich wertlosen Marken im monetären Sinn habe ich doch noch und das Album von GroßOnkel Harry ist auch noch vorhanden.

Die meisten BriefMarken haben heute keinen Wert mehr. Sie galten früher einmal als die WertAnlage des kleinen Mannes. Die Zahl der Sammler sinkt. Im Prinzip sterben die Sammler. „Der Berliner Händler Georg Kröger [...] hat noch 30 feste Kunden – der jüngste von ihnen ist 60 Jahre alt.“ [3] Mit dem Aussterben der Sammler aber sinkt die NachFrage und damit der Wert.

Und damit werden BriefMarken wie zu dem, was KirschbaumBlätter, wenn sie sich farblich geändert haben, immer schon waren, nämlich kleine, bescheidene KunstWerke, die man sammeln kann, weil man ihnen einen Wert beimißt, der absolut nichts mit Geld zu tun hat. Dann kann man sich an Formen und Farben des KirschbaumBlattes erfreuen, oder das KunstWerk der BriefMarke goutieren oder auch das alte Album von GroßOnkel Harry hervorHolen, um die KindheitsTräume von fernen Ländern aufLeben zu lassen.


Links und Anmerkungen:
[1] MICHEL-Redaktion: Deutschland 2023/2024 Schwaneberger Verlag GmbH, Germering 2023. ISBN: ‎978-3954024438.
[2] https://www.duden.de/rechtschreibung/sammeln
[3] https://www.test.de/Briefmarken-So-finden-Sie-heraus-was-geerbte-Sammlungen-wert-sind-5128885-0/


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Monday, May 27, 2024

Warum die Taube auf dem Dach doch die bessere Option ist

 


Ich war am frühen Morgen Einkaufen und Tanken. Dafür war ich ziemlich früh aufGestanden und hatte so ziemlich die letzte Hose bekommen, die es ab heute geben sollte. Der Preis dafür waren Trägheit und Müdigkeit und so bin ich noch einmal kurz eingeschlafen, anstatt zu lesen.
In einem Traum war ich in einem Zimmer und jemand sagte etwas über Go-Karts. Im NebenRaum, die Jalousien waren halb unten, stand ein Gefährt für Kinder in einem pastellenem Türkis. Das sollte ein Go-Kart sein? Aber der Mann sagte, ich solle mitKommen und ging durch eine TerrassenTür in den Garten. Also folgte ich ihm nach in en Garten und der Traum verblaßte. Ich versuchte in den Traum zurück zu gelangen. Ich schaute durch einen Ring, der von ZeigeFinger und Daumen der rechten Hand gebildet wurde, nach vorn, aber mein Arm bewegte sich auch nach vorn und das Bild im Ring wurde immer kleiner. Dann hörte ich ein ratterndes Geräusch, als ob die Kinder in der NachbarWohnung spielten oder vielleicht die Nachbarin von der anderen Seite an der Tür klopfte. „Aber warum schellt sie denn nicht?“ Mit diesem Gedanken war ich wieder wach und stand auf, da ich nachSehen wollte, was die Nachbarin will. Da sah ich, daß eine Taube durch die offene BalkonTür ins Zimmer gekommen war. Ich hatte allerdings Glück, denn als sie mich sah, flog sie hinaus und überdies hatte sie in ihrem Schrecken nichts im Zimmer vergessen.
Tauben und Spatzen sind jetzt völlig egal, es ist doch klar, daß die Taube auf dem Dach die bessere Option darstellt.


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Monday, May 13, 2024

Das Grußwort oder „The Turn of the Screw“ [1]

 




Donnerstag (Christi Himmelfahrt) wurde ich gefragt: „Kannst du nicht das Grußwort des Presbyterium an die Konfirmierten am Sonntag übernehmen?“ Ich sagte nicht unüberlegter Weise zu, sagte jedoch „Aber sicher“, denn ich hatte dies noch nie zuvor gemacht.

Nun fragte ich, ob jemand aus dem Presbyterium eine Datei hätte, denn man muss das Rad nicht neu erfinden. Zwei Personen wollten mir einen Text senden und die zwei haben auch Texte gesendet. Was sich dann entwickelte, hatte etwas von „The Turn of the Screw“, denn der Druck wuchs.

Der Freitag war locker (wie die Schraube bei mir), ich hatte den Text erhalten, ausformuliert und umgearbeitet. Warum hatte ich ihn jetzt nicht als fertig angesehen und per Email aufs Handy geschickt? Dafür muss man wissen, daß ich vier Email-Adressen habe: eine Ekir-Adresse, die ich kaum benutze, da die Anmeldung dermaßen umständlich ist, die für meinen PC und getrennt davor noch eine, die ich nur auf dem Handy benutze. Die vierte habe ich auf Web.de – für Experimente.

Samstag hatte ich einen weiteren Text erhalten und eingearbeitet. Da wollte ich in den 1. Stock gehen, wo mein Drucker steht. Wollte. Zunächst beschäftigte mich das Polarlicht der letzten Nacht. Ich hatte Licht gesehen, aber es auf eine Wolke über Kall zurückgeführt. Für die nächste Nacht war wieder Polarlicht angesagt, das man bis weit in den Süden sehen können sollte. Als mögliche Vorbereitung hatte ich einen Link an meine Handy-Email-Adresse verschickt.

Nun hätte ich wirklich zum Ausdrucken nach oben gehen sollen, aber einige Ideen und Tätigkeiten traten dazwischen
∙ die frisch gepflanzten Tomaten mußten noch gegossen
∙ die frisch gesetzten Zwiebeln habe ich auch noch gegossen
∙ den Hopfen entwirrt
∙ mich in den Garten gesetzt
∙ schließlich noch Gras ausgerissen, wo es nicht hingehörte.
Dann bin ich in den 1. Stock gerannt, denn die Zeit lief mir davor, frische Unterhose und T-Shirt nach dem Duschen … unbedingt!

Als ich aus der Eifel nach Köln fuhr, da fiel mir ein, daß ich keinen Ausdruck gemacht hatte. Kurzer Schreck (die Schraube wurde angezogen) und ich dachte: „Egal, du hast ja die Email!“ Abends beim Gottesdienst habe ich abgesprochen, daß mir die Datei ausgedruckt wird.

In meinem Kölner Apartment stellte ich fest, daß ich mir die Datei nicht geschickt hatte. Wieder ein Schreck und die Schraube bekam eine weitere Umdrehung. Allerdings hatte die freundliche Presbyterin beide Adressen bedient, so daß ich die Datei nochmals umarbeiten konnte; einige Teile mußte ich dann aus der Erinnerung beisteuern. Dann der nächste Schreck: das Handy verweigert, daß die Datei in sein Verzeichnis kopiert wird. Wieder eine halbe Umdrehung des Schraube. als TXT-Datei ließ es sich kopieren und dann auch verschicken.

Nach diesen Anstrengungen habe ich das Buch „Lebendig begraben“ [2] zu Ende gelesen.  Ein Rezensent meinte, daß es auf jeden Nachttisch gehöre; hätte ich einen -: selbstverständlich. Allerdings wäre es kein Buch für meine Mutter gewesen.
 
Vielleicht könnte ich doch noch das Polarlicht sehen. Ich fuhr zum Höhenfelder See, stakste im Dunkeln über Stock und Stein, querfeldein, dann zu einer Ebene. Die hatte ich vor Jahren schon bei Tageslicht auf anderem Weg erreicht. Selbst die Mondsichel war zu hell. Immerhin war das aschfahle Licht des Mondes zu bewundern. Überdies konnte ich noch die ISS und eine Sternschnuppe sehen. Zurück ging ich auf einem Tierpfad um abzukürzen, der aber im Dornengestrüpp endete, 5-10 m vor dem Weg den ich suchte. Es war kein Durchkommen (die Schraube wurde weiter gedreht), ich mußte zurück und ging dann durch ein Wäldchen zum Eingang.

Mittlerweile war es Sonntag und ich hatte ganz schön viele Schrammen trotz Jeans abbekommen. Ich erlaubte mir noch ein Bier.

Am Sonntag fand ich mich frisch geduscht in der Christuskirche ein [3]. Der Ausdruck der TXT-Datei war klein aber lesbar. Ich änderte noch einige Dinge per Hand und der Vortrag verlief reibungslos. Ich will es einmal so sagen -: das Ergebnis heiligt alle Müh- und Drangsale.


Das ist in etwa die Gegend beim Höhenfelder See,
allerdings vor Jahren aufgenommen und natürlich bei Tageslicht.



Links und Anmerkungen:
[1] „The Turn of the Screw“ (Das Drehen der Schraube) [1a] ist eine Novelle von Henry James [1b], die erstmals 1898 erschienen ist. Es handelt sich um eine düstere Geschichte, die am besten dem Genre Schauerroman zuzuordnen ist. Keine Angst, hier kommt keine Schauergeschichte, oder doch? Um das klar zu stellen, bei mir ist keine Schraube locker, denn die Schraube wurde immer fester zugedreht.
[1a] Mehr dazu: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Turn_of_the_Screw
[1b] Henry James lebte von 1843 bis 1916. Sein Vater war z.B. mit Henry David Thoreau [1c], Ralph Waldo Emerson und Nathaniel Hawthorne [1d] befreundet.
[1c] Hier hatte ich mehr über ihn berichtet: Das WinzHaus – Zen und Walden https://rheumatologe.blogspot.com/2024/02/das-winzhaus-zen-und-walden.html
[1d] Nathaniel Hawthorne lebte von 1804 bis 1864 und ist bestimmt über den Roman „Der scharlachrote Buchstabe“ bekannt. https://de.wikipedia.org/wiki/Nathaniel_Hawthorne
[2] Jan Bondeson: Lebendig begraben. Geschichte einer Urangst. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002. ISBN: 3455093647.
[3] Und das steht hier: https://rheumatologe.blogspot.com/2024/05/altargesteck-fur-den-1112052024-exaudi.html



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Thursday, May 2, 2024

ALDI Süd und „Eins teilt sich in Zwei“

 



Wenn ich beim Discounter einkaufe, dann eher bei ALDI Süd als bei Lidl, Penny oder weiteren. ALDI Süd hat früh an den Bedarf von Vegetariern und Veganern gedacht, an EnergiePolitik, an Tierwohl und ähnliche Dinge. Und jetzt teilt man die Kassen. Ich hatte die Veränderung in einigen ilialen kürzlich bemerkt und nun bei t-online [1] und SpiegelOnline [2] Vorbehalte entdeckt, die auch mir durch den Kopf gingen.

Viele Menschen zahlen mit Karte und da haben sich RationalisierungsStrategen überlegt: kostet Zeit, da kann man in zwei KartenTerminals Arbeitszeit sparen, also wird ein WarenBand zum Einscannen zu zwei WarenAusgaben und Terminals. Ob das so gut ist?

Mir ging zunächst “Eins teil sich in Zwei” von Mao Zedong (
毛泽东), rückführbar über Lenin auf Hegel, kurz durch den Kopf, um dann über das Daodejing (道德经) nachzudenken: Das Dao brachte Eins hervor; Eins brachte Zwei hervor; Zwei brachte Drei hervor; Drei brachte alle Dinge hervor [3]. Oder die Dichotomie in 0 und 1 und daraus läßt sich der ComputerCode entwickeln: 001010111010101. Aber das führte zu nichts, außer der Erkenntnis: irgendEtwas stimmt nicht.

Diese Aufteilung führt löst die Wertschätzung auf, einerseits der Mitarbeiter und andererseits der Kunden. Bei der alten Lösung wird auf Begrüßung UND Verabschiedung geachtet, jetzt kann die Verabschiedung wegfallen, da die Mitarbeiterin mit zwei Kunden gleichzeitig beschäftigt ist. Das mag vom Kunden nur unterschwellig wahrgenommen werden, aber für die Mitarbeiterin frustrierend sein. Außerdem muß sie darauf achten, daß die Kunden auch bezahlen, denn das kann aus Vergeßlichkeit und nicht aus Böswilligkeit passieren. Das neue KassierSystem führt eindeutig zu höherer ArbeitsBelastung und Stress.

Bei allem Rationalisieren sollte die Ratio [4] nicht zu kurz kommen. Hallo ALDI Süd -: ich halte das neue KassierSystem für eine fehlerhafte Entscheidung.


Links und Anmerkungen:
[1] https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_100395928/aldi-sued-fuehrt-neue-doppelkassen-ein-mitarbeiter-beklagen-probleme.html  
[2] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/aldi-sued-warum-die-neuen-doppelkassen-fuer-frust-sorgen-a-625e6ac7-4396-41e3-9bf1-96f7f73313d7  
[3]
道生一,一生二,二生三,三生万物。https://ctext.org/dao-de-jing/ens
[4] In der Bedeutung Vernunft, vernünftiges Denken; allerdings kann ratio im Lateinischen auch Rechnung bedeuten.

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Monday, April 29, 2024

Veganes Angeln ohne AngelSchein?

 


Als ich heute vom Einkaufen in Hellenthal zurück nach Diefenbach fuhr, ging es mir urplötzlich durch den Kopf: veganes Angeln. Ich dachte eigentlich, als ich vor etwa anderthalb Jahren über veganes Angeln geschrieben hatte, daß ich das Thema abgehandelt hätte [1], aber jetzt hatte ich einen GedankenBlitz: Veganes Angeln ist doch Angeln ohne AngelSchein! Das müßte doch ein AlleinstellungsMerkmal sein. Und dann habe ich aber doch noch einmal genauer nachgedacht, denn mir schwante, daß mit mir die Phantasie durchgegangen war. Angeln in Deutschland ohne AngelSchein? Das geht nicht! Und überhaupt -: der AngelSchein heißt mitnichten und mitneffen Angelschein sondern FischereiSchein [2]. Man könnte doch die Gemeinden nicht dieser bequemen  EinnahmeQuelle berauben. Auch für veganes Angeln benötigt man einen AngelSchein beziehungsweise eben den FischereiSchein. Dafür müßte man die wichtigsten Begriffe im AngelSport lernen, die man in einem der Lexika für AngelSportBegriffe im Internet nachlesen kann [3]. Außerdem lernt man etwas über TierSchutz. Mit dem FischereiSchein können dann vegane und omnivore Angler friedlich nebeneinander sitzen und angeln. Wahrscheinlich muß man noch eine DIN Norm für rein vegane FischTeiche erstellen [4].  

Und noch etwas anderes hatte ich überhaupt nicht bedacht. Der vegane AngelSportler braucht natürlich eine Ausrüstung. Denn das kann man sich ja auch nicht vorstellen, daß da jemand einfach einen Stock mit einer Schnur ins Wasser hängt. Nein, da muß schon eine professionelle Ausrüstung her, die veganen Ansprüchen genügt. Oder könnten Sie sich vorstellen, daß man in der Natur aus dem Auto aussteigt oder noch besser aus dem Bus oder der Bahn und dann einfach los wandert, ohne Ausrüstung, ohne Walking Sticks? Nun gut, beim Walken können Sie ja immer noch sagen: „Ich mache Nordic Walking, aber ohne Stöcke!“ Ziemlich sicher wird man Sie schief ansehen und deshalb braucht der vegane Angler eben seine Ausrüstung [5].

Ich sehe die veganen FliegenFischer in WatHosen in Bächen stehen und ihre Flyfishing Rute auswerfen. Wenn dann die Forelle vorbei schwimmt und das wasserdichte Handy raus zieht, um die nächste Psychiatrische Anstalt anzurufen, ist das nur zu verständlich. Während die Forelle noch die TelefonNummer sucht, kommt so viel Werbung „Gratis! Würmer - Fliegen – Köder“, so daß die Forelle sich überlegen muß, wo der Haken dabei ist. Über dieses Nachdenken vergißt sie den veganen FliegenFischer vollständig. Aber der FliegenFischer geht leer aus, denn: „Da schoss in froher Eil / Die launische Forelle / Vorüber wie ein Pfeil“ [6].

Wenn der vegane Angler mit „Petri heil!“ begrüßt wird, darf er mit „PETA dank!“ antworten.



Links und Anmerkungen:
[1] „Warum ist noch niemand vorher darauf gekommen? In einen Teich, in dem keine Fische sind, kann man eine Angel (ohne Köder!) hineinhängen und angeln, ohne daß ein Tier Schaden nimmt. Wahrscheinlich gibt es auch Angler, denen Köder aufziehen, Fische töten und ausnehmen viel zu ekelhaft sind und deshalb gerne vegan angeln würden. Das Faszinierende am Angeln ist das ruhige, schweigsame, meditative Sitzen mit der Angel in der Hand und nicht der Akt des Tötens. Ich hoffe, daß bald das vegane Angeln zum Mainstream gehört.“
Vollständig: https://rheumatologe.blogspot.com/2022/12/veganes-angeln.html
[2] „Der Fischereischein, … , umgangssprachlich auch Angelschein, ist ein aufgrund öffentlich-rechtlicher Vorschriften (Fischereirecht, Tierschutzrecht) erforderlicher Nachweis der persönlichen Sachkunde, ...“
https://de.wikipedia.org/wiki/Fischereischein
[3] Z.B.: Die wichtigsten Begriffe im Angelsport
https://www.sportlexikon.com/angelsport-begriffe
[4] Wahrscheinlich wird man sich an der DIN 19700 orientieren müssen.
[5] Disclaimer: Der Autor hat keinerlei Zuwendungen seitens der Industrie für diesen Artikel entgegen genommen. Für diesen Artikel kamen keine Tiere zu Schaden.
[6] Aus: „Die Forelle“ von Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791), zitiert nach: https://www.zgedichte.de/gedichte/christian-friedrich-daniel-schubart/die-forelle.html  


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Wednesday, April 24, 2024

Der verlorene Schlüssel oder als ich einmal wanderte

 



„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ heißt es [1]. Doch Halt! Das ist noch zu früh. Gestern (23.04.2024) war ein Morgen „wie Gott ihn schuf“, blauer Himmel und güldene Sonne, geschaffen also für eine Wanderung, z.B. ins Holzwarche Tal. Ich kochte Tee und machte mich fertig und nicht viel später war ich auch schon auf dem Weg. Ich hatte mir den Parkplatz Miescheiderheide ausgesucht. Der liegt nun, trotzdem er Teil der Bundesstraße 265 ist, ziemlich in der Einöde an der belgisch-deutschen Grenze. Ich wandelte auf verbotenem Pfad durch den Wald, aber nein, ich ging so für mich hin. Die Sonne taute den Reif, Graupeln, Schnee oder auch Eis von Gras, Blaubeerbüschen und Bäumen.

Dann mußte ich einmal etwas schneller gehen, weil ich hinter mir in der Ferne Stimmen vernahm, aber dann war wieder nur Vogelgesang und der Wind in den Wipfeln zu hören. Ich kam hinunter ins Tal mit der glucksenden Holzwarche, aber über so ein Erlebnis hatte ich bereits berichtet [2]. Ich kam „Am dicken Baum“ vorbei, wo man ein Kreuz errichtet hat. Hätte ich gewußt, was der Tag so bringen würde, und wäre ich katholisch, dann hätte ich sicherlich der Mutter Gottes ein Gebet verehrt. Fröhlich ging es vorbei an einem WinzHaus, nämlich einer Hütte, die ich gerne fotografierte.



Ich kam erneut zum Parkplatz Miescheiderheide und wollte nach 9-10 km Wanderung rasten. Ich legte den Rucksack mit allen möglichen Schlüsseln, Wertsachen, Kamera, Handy in Kofferraum und nahm nur die Thermoskanne mit dem Tee mit, schlug die Kofferraumtür zu und setzte mich an einen Tisch.
Da die Sonne angenehm schien, legte ich den Pullover ab und hatte nur noch eine dünne Jacke über dem T-Shirt. Ich genoß meinen Tee am Tisch [3] und bemerkte nach einer Weile, daß mein Auto aufblinkte. Ich wunderte mich, aber nicht lange, denn als ich die Thermoskanne in den Kofferraum legen wollte, stellte ich fest, daß ich mich ausgesperrt hatte.

Was tun? Ich mußte meinen Ersatzschlüssel holen. Ich hatte das Auto erst im Vorjahr gekauft. Die Auslieferung erfolgte ohne Ersatzschlüssel, denn der wurde noch gesucht, aber schließlich doch nicht gefunden. Ich hatte extra für so einen Fall einen Extraschlüssel anfertigen lassen. Darauf beruhte nun meine Hoffnung. Allerdings mußte ich aus der Einöde erst einmal nach Diefenbach kommen. Ich traf einen hilfreichen Kölner, der vor einigen Jahren nach Brandenburg in den Hohen Fläming gezogen war. Gerade kam er zurück von  einem Europa-Urlaub mit dem Wohnmobil. Er hatte einen Termin mit einem Freund, aber auch Zeit genügend Zeit, mir die Fahrt anzubieten. Ich dachte, der beste Weg mit Wohnmobil ginge über Benenberg, denn ich war in der Früh über Sistig gefahren. Aber erst zu spät bemerkte ich die Benenberg-Schikane – jemand hatte die Ortsdurchfahrt gesperrt und die Umleitung ging über Unterschömbach, Oberschömbach und Hecken, also verlängerte sich die Strecke um etwa 7 km. Aber wir kamen in Diefenbach an.

Ich hatte natürlich auch keinen Hausschlüssel. Aber der Schlüssel vom Haus meines Bruder / meiner Schwägerin war bei befreundeten Nachbarn hinterlegt und die waren auch da. Ich holte den Schlüssel und nahm den eigenen Haustürschüssel aus dem Haus von Bruder und Schwägerin.

Nun begann die Suche nach dem Zweitschlüssel. Ich suchte im ganzen Haus und es erinnerte mich an die Suche nach dem Pass, denn einmal suchte die  befreundete Nachbarin ihren Reisepass mit Visum für die VR China und fand ihn – sie hatte mit Hilfe die ganze Nacht gesucht – in einer CD-Hülle [4]. Das gab mir die Hoffnung, daß ich den Schlüssel finden könnte. Ich ich selbst konnte ebenfalls Such-Erfolge aufweisen [5]. Irgendwann erinnerte ich mich an die Geschichte vom Betrunkenen, dem ein Polizist geholfen hatte, wie sie von Paul Watzlawick erzählt worden ist [6]. Ich konnte den Schlüssenl einfach nicht finden. Nun ich dachte mehr noch an Thomas Alva Edison [7], denn ich hatte hunderte Stellen gefunden, an denen sich der Zweitschlüssel nicht befand. Wahrscheinlich hielt ich es einmal für eine gute Idee, den Schlüssel in Köln zu deponieren (wer weiß wo?).

Wie ging es weiter – keine Angst, hier entsteht nicht der Fortsetzungsroman für eine Zeitung. Ich rief den Autohändler an, aber der meinte, sie könnten nur die Scheibe einschlagen; allerdings machte er mich auf die ADAC-Pannenhilfe aufmerksam. Darauf war ich nicht gekommen. Das war doch wirklich eine Panne – mein Auto fuhr nicht mehr. Ich rief den ADAC an und Hoffnung keimte auf.

Ich mußte zurück zur Miescheiderheide und dahin wollte auch der brandenburger Kölner. Diesmal fuhren wir nicht über Benenberg („Gehen Sie nicht über Benenberg“ stand auf der Spielkarte). Wir nahmen den Weg über Sistig. Der Kölner erzählte vom festgefahrenen Auto am Strand, wie er versuchte, wieder und wieder mit den gleichen Mitteln, das Auto freizubekommen, bis er eine Pause machte und danach etwas Neues ausprobierte - Watzlawick läßt grüßen – und ich erzählte dann vom Iran [8].

Nach der Verabschiedung wartete ich voller Hoffnung auf den ADAC, vielleicht 1/2 Stunde. Dann kam ein junger Mann, der … ich beschreibe nicht genau wie … an den Griff im Inneren des Autos kam, aber die Tür ging nicht auf. Von außen mit einer Art von Ersatzschlüssel ging es ebenfalls nicht. Der Spezialist müsse kommen, aber der könne erst abends kommen. Ich sagte ihm, daß ich warten würde und dann war ich wieder allein [12].

Ich blieb nicht lange allein. Ein rotes Auto hielt, ließ den Motor laufen und blieb mitten auf der Fahrspur stehen. Ich ging weiter auf und ab. Da dämmerte es mir. Der Mann wartete darauf, daß ich losfuhr. Den Gefallen hätte ich ihm gerne getan. So aber mußte er unverrichteter Dinge abfahren. Aber damit habe ich bestimmt Belgien einen Gefallen getan.

Es wurde ein Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Es wurde kühl und ich hatte nur die dünne Jacke. Drohende Wolken waren aufgefahren und ich hoffte, daß weder die Graupel- noch die Regen- oder die Schneeschauern, die der Wetterbericht in Aussicht gestellt hatte, kommen würden. In der Kälte (bekleidet wie ich war, darf man 5° C so nennen) ging ich auf und ab, vielleicht zwei Stunden lang, aber dann kam der Spezialist. Neue Hoffnung! Aber auch er  scheiterte zunächst, denn hinten ließ sich kein Fenster öffnen. VW hätte mittlerweile eine besonders gute Diebstahlsicherung. Dann aber hatte er die zündende Idee, die Zündung zu betätigen und das klappte -: Sesam, öffne dich! Alle Türen ließen sich wieder öffnen. Ich las früher einmal „Alle Türen offen“ von Peter-Paul Zahl; so fühlte ich mich gerade [9].  

Abends war ich wieder zurück. Ich brauchte nicht auf dem Parkplatz Miescheiderheide übernachten. Ich war sehr dankbar für die Hilfen, die ich bekommen hatte, von:
~ dem brandenburger Kölner
~ den befreundeten Nachbarn
~ dem Pannendienst des ADAC
Ich hatte die Hoffnung nie aufgegeben. Früher einmal hatte ich von Ernst Bloch „Das Prinzip Hoffnung“ [10] gelesen. Ich werde es sicherlich noch einmal lesen, aber soeben habe ich Lust bekommen, „Die Theologie der Hoffnung“ von Jürgen Moltmann [11] zu lesen, während der Wind über die Höhe der Miescheiderheide weht und Graupel-, Regen- oder Schneeschauern dorthin bringen mag.


Links und Anmerkungen:
[1] „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist 2002 für den NDR gedreht worden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Hoffnung_stirbt_zuletzt  
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2022/04/die-narzissen-der-holzwarche.html
[3] Abwarten und Tee trinken wäre auch ein Titel gewesen.
[4] Reisepässe https://rheumatologe.blogspot.com/2021/10/wo-ist-nur-der-reisepass.html
[5] https://rheumatologe.blogspot.com/2018/02/der-reisepass-die-gluhbirne-und-der.html
[6] Unter einer Straßenlaterne sucht nachts ein Betrunkener seinen Schlüssel. Schließlich hilft ihm ein Polizist, den ihn nach einer Weile fragt, ob er sicher sei, den Schlüssel hier verloren zu haben. Der Betrunke: „Nein, nicht hier, dort hinten, aber da ist es zu finster.“ Vollständige Geschichte in: Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein. Bertelsmann, Gütersloh 1983. S. 27.
[7] Ein Mitarbeiter sprach nach dem 1.000sten mißglückten Versuch vom Scheitern. Edison erwiderte: “Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne jetzt 1000 Wege, wie man keine Glühlampe baut.“ https://gesa-oldekamp.de/mut-gehoert-dazu/
[8] https://rheumatologe.blogspot.com/2024/03/iran-lost-in-desert.html
[9] Peter-Paul Zahl: Alle Türen offen. Gedichte.  Rotbuch, Berlin 1977. Steht nicht bei den Gedichten, muß in Köln bei den Büchern über Politik stehen.
[10] Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1959. Ernst Bloch (1885-1977) war ein deutscher Philosoph. https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Bloch  
[11] Jürgen Moltmann: Die Theologie der Hoffnung. Kaiser, München 1964. 7. Auflage 1968. Jürgen Moltmann (geb.1926) ist ein evangelischer deutscher Theologe [11a]. „Mensch“ von Jürgen Moltmann [11b] war Pflichtlektüre des berufsbegleitenden Studiengang „Theologia Curae“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster, den ich 2008 abgeschlossen hatte.
[11a] https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Moltmann  
[11b] Jürgen Moltmann: Mensch. Kreuz, Stuttgart 2005.
[12] Nachträgliche Assoziation: „Allein, Allein“ von Polarkreis 18 –  https://www.youtube.com/watch?v=-SHwn6O25CY
PS. Mittlerweile hat sich herausgestellt, daß der verlorene oder besser gesagt verlegte Schlüssel doch in Diefenbach, im Haus meines Bruders und meiner Schwägerin versteckt lag.
 

The lost key or when I was hiking once

"Hope dies last" it is said [1]. But wait! That's still too early. Yesterday (April 23, 2024) was a morning "as God created it", blue sky and golden sun, made for a hike, e.g. into the Holzwarche valley. I made tea and got ready and not much later I was on my way. I had chosen the Miescheiderheide car park. Although it is part of the federal highway 265, it is pretty much in the wilderness on the Belgian-German border. I walked on a forbidden path through the forest, but no, I just went by myself [these are literary hints, I can't translate]. The sun thawed the frost, sleet, snow or even ice from the grass, blueberry bushes and trees.

Then I had to walk a little faster because I heard voices behind me in the distance, but then all I could hear was birds singing and the wind in the treetops. I came down into the valley with the gurgling Holzwarche rivulet, but I have already reported on such an experience [2]. I passed “Am dicken Baum” (“By the thick tree”), where a cross had been erected. If I had known what the day would bring and if I were Catholic, I would certainly have said a prayer to the Mother of God. I happily passed a tiny house, namely a hut, which I liked to photograph.

I came back to the Miescheiderheide car park and wanted to rest after 9-10 km of hiking. I put the backpack with all kinds of keys, valuables, camera, cell phone in the trunk and only took the thermos flask with the tea, slammed the trunk door and sat down at a table.
As the sun was shining pleasantly, I took off my sweater and only had a thin jacket over my T-shirt. I enjoyed my tea at the table [3] and after a while noticed that my car was flashing. I was surprised, but not for long, because when I went to put the thermos in the trunk, I realized that I had locked myself out.

What should I do? I had to get my spare key. I had only bought the car the previous year. It was delivered without a spare key, because they were still looking for it, but it was not found in the end. I had had an extra key made just for this kind of case. That was what I was hoping for. But I had to get from the wilderness to Diefenbach first. I met a helpful man from Cologne who had moved to Brandenburg in the Hoher Fläming region a few years ago. He had just returned from a European vacation in his camper van. He had an appointment with a friend, but also had enough time to offer me a ride. I thought the best way to get there with a camper van was via Benenberg, because I had driven via Sistig that morning. But it was too late when I noticed the Benenberg chicane - someone had blocked the road through town and the diversion went via Unterschömbach, Oberschömbach and Hecken, so the route was about 7 km longer. But we arrived in Diefenbach. Of course I didn't have a house key either. But the key to my brother/sister-in-law's house had been left with friends/ neighbors and they were present, too. I got the key and took my own front door key from my brother and sister-in-law's house. Now the search for the spare key began. I searched the whole house and it reminded me of the search for the passport, because once my friend/neighbor was looking for her passport with a visa for the People's Republic of China and found it - she had searched all night with help - in a CD case [4]. That filled me with hope that I could find the key. I myself was also successful in my search [5]. At some point I remembered the story of the drunk who was helped by a policeman, as told by Paul Watzlawick [6]. I just couldn't find the key. Well, I thought even more of Thomas Alva Edison [7], because I had found hundreds of places where the spare key was not. I probably thought it was a good idea to deposit the key in Cologne (who knows where?). What happened next - don't worry, this isn't going to be a serial novel for a newspaper. I called the car dealer, but he said they could only smash the window; however, he told me about the ADAC breakdown service. I hadn't thought of that. It really was a breakdown - my car wouldn't run anymore. I called the ADAC and hope began to grow. I had to go back to Miescheiderheide and the man from Cologne or from Brandenburg wanted to go there too. This time we didn't go via Benenberg ("Don't go via Benenberg" was written on the playing card). We took the route via Sistig. The man from Cologne told me about his car getting stuck on the beach and how he tried again and again to free the car using the same methods until he took a break and then tried something new - Watzlawick sends his regards - and then I told him about Iran [8]. After saying goodbye I waited full of hope for the ADAC, perhaps half an hour. Then a young man came who... I won't describe exactly how... got to the handle inside the car, but the door wouldn't open. It didn't work from the outside either, using a kind of spare key. The specialist had to come, but he couldn't come until the evening. I told him that I would wait and then I was alone again [12].

I didn't stay alone for long. A red car stopped, left the engine running and remained in the middle of the lane. I continued to walk up and down. Then it dawned on me. The man was waiting for me to drive off. I would have gladly done him that favor. But he had to leave without accomplishing anything. But I was definitely doing Belgium a favor.

It was a time of hope and fear. It was getting cold and I only had my thin jacket. Threatening clouds had gathered and I hoped that neither the sleet nor the rain or snow showers that the weather forecast had predicted would come. In the cold (dressed as I was, you could call it 5°C) I walked up and down for maybe two hours, but then the specialist came. New hope! But he also failed at first, because no window in the back could be opened. VW now has a particularly good anti-theft device. But then he had the brilliant idea of turning on the ignition and it worked -: Open Sesame! All the doors could be opened again. I once read “All doors open” by Peter-Paul Zahl; that's how I felt at the time [9]. I was back in the evening. I didn't have to spend the night in the Miescheiderheide car park. I was very grateful for the help I had received from:
~ the man from Cologne in Brandenburg
~ the friendly neighbors
~ the ADAC breakdown service
I had never given up hope. I had once read “The Principle of Hope” by Ernst Bloch [10]. I will certainly read it again, but I have just felt like reading “The Theology of Hope” by Jürgen Moltmann [11] while the wind blows over the heights of the Miescheiderheide and may bring sleet, rain or snow showers there.

Links and Annotations:
[1] “Hope dies last” was filmed for NDR in 2002.
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Hoffnung_stirbt_zuletzt
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2022/04/die-narzissen-der-holzwarche.html
[3] Wait and drink tea would also have been a title.
[4] Passports https://rheumatologe.blogspot.com/2021/10/wo-ist-nur-der-reisepass.html
[5] https://rheumatologe.blogspot.com/2018/02/der-reisepass-die-gluhbirne-und-der.html
[6] A drunk searches for his keys under a street lamp at night. Finally, a policeman helps him, who after a while asks him if he is sure he lost the key here. The drunk: "No, not here, back there, but it's too dark there." Full story in: Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein. Bertelsmann, Gütersloh 1983. P. 27.
[7] After the 1,000th failed attempt, an employee spoke of failure. Edison replied: "I have not failed. I now know 1000 ways not to build a light bulb." https://gesa-oldekamp.de/mut-gehoert-dazu/
[8] https://rheumatologe.blogspot.com/2024/03/iran-lost-in-desert.html
[9] Peter-Paul Zahl: All doors open. Poems. Rotbuch, Berlin 1977. Not listed with the poems, in Cologne it has to be listed with the books on politics.
[10] Ernst Bloch: The principle of hope. Suhrkamp, ​​Frankfurt am Main 1959. Ernst Bloch (1885-1977) was a German philosopher. https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Bloch
[11] Jürgen Moltmann: The theology of hope. Kaiser, Munich 1964. 7th edition 1968. Jürgen Moltmann (born 1926) is a Protestant German theologian [11a]. “Mensch” by Jürgen Moltmann [11b] was compulsory reading for the part-time “Theologia Curae” course at the Philosophical and Theological University of Münster, which I completed in 2008.
[11a] https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Moltmann
[11b] Jürgen Moltmann: Mensch. Kreuz, Stuttgart 2005.
[12] Subsequent association: “Allein, allein” by Polarkreis 18 – https://www.youtube.com/watch?v=-SHwn6O25CY
PS. It has since turned out that the lost, or rather misplaced, key was hidden in Diefenbach, in the house of my brother and sister-in-law.
PPS. I haven't edited for references in English, but you could easily check for an English entry using the German Wikipedia links.


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Monday, April 1, 2024

K. und die Insel mit der Palme

 


K. wacht aus einem tiefen Schlaf auf. Er ist auf einer Insel mit einer Hütte. Die Insel ist oval, nicht kreisförmig. Er hat keine Vorstellung, wie er dort hin gekommen ist. Er liegt in einer Hütte mit Toilette und einem WaschTisch. Ein FrühStück steht auf einem Tablett. Auf dem Frühstück befindet sich ein gedrucktes Blatt mit Instruktionen. K. könne hier morgens essen, vielleicht auch mittags und den Rest abends. Aber von SonnenAufgang bis SonnenUntergang müsse er auf dem Kreis um die Palme herumGehen. Immer nur gehen. Einen Tag im UhrzeigerSinn und einen Tag gegen den UhrzeigerSinn. An der Palme hinge ein Pfeil, der ihm die Richtung für den Tag wiese. Die Dämmerung aber gehöre ihm. Während er sein TagWerk verrichtet, dürfe er nicht singen, nicht sprechen, nicht spucken, nicht räuspern. Nur gehen.
So beginnt der erste Tag. K. ißt, benutzt die Toilette und eilt zum Weg um die Palme.  Der Sand des Weges um die Palme ist angenehm, weder feucht noch trocken. Er sinkt nicht ein. Und so geht er bis mittags. Da trinkt er kräftig und ißt wenig, benutzt sogar die Toilette. Für K. beginnt der Nachmittag, er geht. Und geht. Und geht weiter. Abends ißt er den Rest seines Mahles Er legt sich auf die BettStatt. Es ist angenehm, nicht zu heiß und schon gar nicht kalt. K. schläft sofort ein. Sein Schlaf ist traumlos, aber tief bis zum nächsten Morgen und K. wacht erfrischt auf. Wieder findet er ein Tablet und ißt sein Frühstück. Sobald die Sonne aber über den Horizont kommt, geht er um die Palme. Er geht immer um die Palme. Mittlerweile hat K. herausGefunden, daß auf der Insel keine andere Pflanze wächst. Um die Insel herum ist nirgendWo eine andere Insel in Sicht. Er kann auch kein Boot in der Ferne, vielleicht am Horizont erBlicken. Und so geht er Tag für Tag. Einen Tag legte sich K. einfach unter die Palme. Da gab es weder Essen noch Wasser. Einen Tag war er in die falsche Richtung gegangen. Da gab es nur Wasser. Da dachte K. sich, diese Experimente wolle er nicht wiederholen. Mit der Zeit geht es sich leichter. Und der Kreis, in dem er läuft, hatte sich etwas tiefer in den Boden gedrückt und der Boden war fester geworden, einfacher zu laufen Und so geht K. weiter Tag für Tag. Auf einmal findet es auf dem Essen ein GlücksKeks. Er ißt den Keks ihn und list den Text. So geht es weiter Tag für Tag. Essen, Gehen, Schlafen. Mit der Zeit kommen die GlücksKekse häufiger und es stehen Texte auf ihnen wie:
Immer noch im Kreis und doch im Unrecht.
Versuche das Nichts zu zerteilen.
Wo warst du, bevor du auf der Insel warst?
Gehe geradeaus in diesem Kreis.
Wie heißt die Palme?
Hör nicht so viel auf den Wind.
Ruf die Fähre vom Festland.
Ist die Palme die Mitte?
Welche Farbe hat die andere Seite der Sonne? (Trickfrage)
Ein Fahrrad würde dir auch nicht helfen.
Du kannst die Luft sieben, so lange du willst, sie wird nicht feiner.
Kokosnüsse fallen lautlos.
Warum wohl regnet es hier nie?
Was kann aus einem schwarzen Loch herauskommen?

Dann denkt K. eine Weile drüber nach und nach einiger Zeit hat er sie vergessen oder ist gelangweilt. Dabei wäre jeder GlücksKeks ein Schritt aus dem GleichSchritt, ein Schritt aus dem Schritt, der war, der ist und der sein würde, ein Schritt aus Schritt und Nicht-Schritt. K. aber beschließt, einfach nur weiter zu gehen.

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Friday, March 29, 2024

Das Schweigen am HafenBecken

 
Sie hörten nicht, was die Mutter hinter ihnen her rief, als sie zum Angeln liefen. Sie überquerten die unterBrochenen Schienen von der Bahn, die früher hier gefahren war. Die in den Platz und die Straße eingelassenen Schienen waren mit Staub zugesetzt. Gras wuchs zwischen den BasaltSteinen. Da standen drei ältere Männer am HafenBecken und angelten. Die beiden etwa vierzehnjährigen Jungen hielten bald ebenso die Angeln in das fast schwarze, ölig glänzende Wasser. Noch nie hatte hier jemand etwas gefangen und obwohl auch keiner etwas aus dem toten Wasser zu ziehen konnte, toten Fisch aßen sie zu Hause ganz gern, nicht nur freitags.

Der linke Junge, blickte über das HafenBecken zu der Halle mit den rostRoten Toren, von denen die Farbe abBlätterte. Sie waren schon lange nicht mehr geöffnet worden. EbenSo verRostet waren die Kräne; sie hatten einmal einen grünen Anstrich gehabt, der nun mehr nach Grau verWittert war. Die Scheiben von den FührerHäusern waren zerbrochen wie die von den LagerHallen.

Der Junge rechts blickte auf das Wasser, von dessen OberFläche sich das SonnenLicht anGewidert abStieß. Er zog die Angel hervor und der Wurm war noch am Haken, aber er bewegte sich nicht mehr. Vielleicht war er ertrunken oder so.

Einer der alten Männer hatte ein HustenAnfall und spuckte ins Wasser, der helle Fleck wollte nicht verSinken, als ob es den Tod bedeutet hätte. Der Alte zog eine zerKnautschte Packung Zigaretten hervor, nahm die letzte Zigarette heraus und zündete sie sich an. GenußVoll sog er den Rauch ein, er hustete nicht mehr. Keiner sagte etwas, aber das war ja auch der Grund für das Angeln -: die Möglichkeit, endlich einmal schweigen zu dürfen.
  
 
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