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Sunday, February 25, 2024

Altargesteck am 24./25.02.2024 Reminiszere

 



Der Auftakt fand in der Versöhnungskirche (Holweide) am 24.02. und der Abschluß am 25.02. in der Christuskirche (Dellbrück) statt. Der zweite Sonntag der Passionszeit wird auch Reminiscere genannt, eingedeutscht Reminiszere [1] geschrieben. Reminiscere (gedenke!) kommt von: „Reminiscere miserationum tuarum, Domine“ („Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit!“) [2]. Der Wochenspruch greift dies auf: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ [3]     

Der Gottesdienst in der Versöhnungskirche stand unter dem Motto Versöhnung und wurde vom Gospelchor „Fortyseven Eleven“ begleitet. Bei dem Stichwort Köln und dem Hinweis auf Türkis als Image-Farbe kann man schon den Namen entschlüsseln. Es war ein sehr stimmungsvoller Abend. Herzlichen Dank dafür!

Die Predigt erfolgte zu der Geschichte über „Mose richtet die eherne Schlange auf“, die im vierten Buch Mose (Numeri) [4] steht. Die Isrealiten beklagten sich (O-Ton Predigt „sie maulten“ - herzlichen Dank für diesen angemessenen Begriff): „... es ist kein Brot noch Wasser hier, und uns ekelt vor dieser mageren Speise.“ Gottes Enttäuschung war groß. „ Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben.“ Wieder einmal die Schlange, aber diesmal kam die Rettung durch eine Schlange aus Eisen: „Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben.“ Hier könnte man den Ursprung des Äskulapstabes [5] vermuten, aber das ist nicht der Fall, denn der geht auf Äskulap zurück, um dessen Wanderstab sich einer Natter gewunden haben soll. Es gibt auch die Hypothese, es sei aus der Praxis einen parasitären Wurm zu entfernen (Aufwickeln auf ein Hölzchen) entstanden. Es gibt ein Zeichen im PC-Zeichensatz: ⚕. Aber genug von dieser Abschweifung, wer mehr wissen will (und gibt noch viel Interessantes), der muss den Wikipedia-Artikel [5] lesen. Das Alte Testament zeigt viele Strafen auf, aber zeigt immer wieder Wege auf, wie dies zu vermeiden war und ist -: Glaube, Reue, Buße, …


Der Gottesdienst am Sonntag hatte viele Höhepunkte. Die Lesung aus dem zweiten Buch der Könige hat die Fertigstellung des Tempels in Jerusalem zum Thema [6] und nach dem Gottesdienst sollte die Einweihung des Umbaus bzw. der Neugestaltung des Gemeindehauses gefeiert werden. Von diesem Ort wollen auch wir sagen können: „Es soll der Ort sein, an dem mein Name gegenwärtig ist“.

Musikalische Höhepunkte waren die Chorgesänge des Chores „Coro con Spirito“, die teilweise die liturgische Farbe Violett trugen, und der Abschluß des Gottesdienstes mit einem verzaubernden Orgelspiel [7] der Kantorin Mechthild Brand, die auch den Chor leitet.

Das Text des Evangeliums steht im Matthäusevangelium [8] – es handelt sich um den Missionsbefehl. Und es folgte die Taufe von Pauline, die einen sehr authentischen Text in der Vorbereitung zu ihrer Taufe geschrieben hatte und den ich hier zitieren wollte. Leider habe ich einen Fehler in meiner Email-Adresse übersehen und so hatte ihn Pauline nicht senden können. Wenn es aber noch klappt, dann füge ich ihn noch nachträglich ein. Für mich war es ein unerwarteter Höhepunkt und ich wünsche Pauline viel Glück und Gottes Segen! Paulines Taufspruch lautet: 
Die Liebe höret niemals auf. (1. Kor 13,8)
Und nun habe ich auch den Text von Pauline:
Liebe ist für mich ein schönes Gefühl. Ich liebe meine Meerschweinchen sehr und das schon von Anfang an.
Sie können alles machen, den Stall dreckig, mich beißen oder kratzen, aber die Liebe, die ich für sie empfinde, hört niemals auf. Liebe zeigt sich, wenn man einander hilft und es sich regelmäßig sagt. Auch in Gedanken kann man Liebe weitergeben. Zum Beispiel wenn man sich an schöne Situationen mit Menschen, die man in sein Herz geschlossen hat, denkt, die schon gestorben sind. Auch an Menschen, die gerade nicht bei einem sind, kann man liebevoll denken. Die Personen/Tiere (Lebewesen), die man wirklich liebt, könnten alles machen und trotzdem ändert es nichts an dem, was man für sie fühlt.Man ist direkt viel glücklicher, wenn man in der Nähe der Person/bei de(n/m) Tier/en ist, die man liebt.

Pauline an die Gemeinde in Dellbrück:
Vertraut darauf, dass irgendjemand einen liebt, auch wenn es nicht so scheint. Sagt öfter, dass man sich liebt. Jede/r sollte daran glauben, dass: „die Liebe niemals aufhört.“ Die Liebe ist eine der wichtigsten Sachen im Leben. Auf der Welt sollte mehr Liebe herrschen. Gott hat uns durch Jesus gezeigt, wie wir Liebe teilen können und wie viel besser die Welt sein kann,
wenn wir anderen mit Liebe begegnen.


Beide Altargesteck zeigen sich bunt. Und wir lassen die Suche nach der liturgischen Farbe Violett aus.


Bevor es zu der Einweihungsfeier ging, war noch ein Blick auf die Ausstellung möglich. Die Künstlerinnen Gertrud Stracke und Ricke Matheisen stellen die Ergebnisse ihrer künstlerischen Auseinandersetzung  mit dem Thema „gedachte räume“ bis zum 15. März 2024 in der Christuskirche aus; Zeiten siehe Homepage der Gemeinde [9]. Mir hatte das Bild besonders gefallen, in dem ich Elemente südamerikanischer und neuseeländischer Kunst sowie die Fibonacci-Spirale zu entdecken meine.

Der Posaunenchor Heilix Blechle
unter der Leitung von Christian Vosseler spielte zur Einweihung auf


Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/article.php#1301 und https://rheumatologe.blogspot.com/2023/03/altargesteck-am-05032023-reminiscere.html  
[2] Ps 25,6
[3] Röm 5,8
[4] Mose richtet die eherne Schlange auf https://www.bibleserver.com/LUT/4.Mose21 4 Mose 21,4–9
[5] ⚕ https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84skulapstab  
[6] https://www.bibleserver.com/LUT/1.K%C3%B6nige8 1 Kön 8,22-30
[7] Eugène Gigout: Toccata in h-Moll
[8] „Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us28  Mt 28,18-20
[9] https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/gedachte-raeume-ausstellung-christuskirche/



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Tuesday, September 26, 2023

Die Gärten Kyotos im Wandel der Jahreszeiten – eine Ausstellung im Japanischen Kulturinstitut in Köln


Die Ausstellung von Farbfotografien „Die Gärten Kyotos im Wandel der Jahreszeiten“ von Mizuno Katsuhiko ist um den Kyoto-Tag am 14. Oktober 2023 herum gruppiert worden. Sie wurde gerade eröffnet und kann noch über den Kyoto-Tag hinaus besucht werden (25.09.2023 – 31.10.2023).

Ich habe früher im Nebenfach Japanologie studiert und bin dabei auch das erste Mal nach Japan gereist (1975). Seit dieser Zeit interessieren mich die Gärten, wobei ich die meisten Gärten in Kyoto und Tokyo, aber auch Gärten im Landesinneren besuchen konnte. Die beiden Bilder hier stammen von einem Besuch im Jahr 2013; sie sind längst nicht so schön wir die von Herrn Mizuno, aber auf diese Bilder habe ich kein Copyright.

Aktuell war das Interesse bei mir wieder größer, weil einer meiner Brüder nebst Schwägerin eine Reise nach Japan planen. Ich hatte in der 1990iger Jahren bereits das Buch von Günter Nitschke [1] gelesen. Besonders aber hatte mich das Buch von Nakata Akira fasziniert. Das alles war eine gute Vorbereitung, aber eigentlich braucht es die gar nicht.



Man kann sich die Ausstellung einfach anschauen und die Bilder wirken lassen. Sie sind im Erdgeschoss und im zweiten Stockwerk zu sehen. Die Jahreszeiten sind jeweils in Sumi-e Kanji (墨絵漢字) angegeben – also in japanischen Zeichen, die virtuos mit dem Pinsel geschrieben wurden. Da es sich um eine Wanderausstellung handelt, die bereits früher in Köln war (da haben Bruder und Schwägerin sie bereits gesehen), aber auch schon 2008 am Japanischen Kulturinstitut zu sehen war, gibt es auch noch eine Broschüre [2], die damals gedruckt worden war. Die Autorin war Irmtraud Schaarschmidt-Richter, die eine ausgewiesene Kennerin japanischer Gärten war [3].

Über den Fotografen Mizuno Katsuhiko (
水野克比古) ist leider auch auf Japanisch nur wenig im Internet zu erfahren, denn immerhin gibt es 140 Buchveröffentlichungen von ihm. Die meisten sind zu seiner Heimatstadt Kyoto. Wir erfahren, daß er 1941 geboren wurden und schon früh mit der Fotografie begonnen hat. Und aus den mir bekannten Veröffentlichungen läßt sich schließen, daß er sich für Wandel interessiert. Herr Mizuno hat sich „seit 1969 in seiner künstlerischen Arbeit auf die Stadt Kyoto und ihre klassische Kultur spezialisiert. Im Jahr 2000 hat Mizuno in Kyoto eine eigene Photogalerie eröffnet, ...“. Am meisten erfährt man noch aus einem Interview, das zusammen mit seiner Tochter Kayu, ebenfalls Fotografin, geführt wurde; es ist auf Englisch veröffentlicht worden [4].

Der Beginn der japanischen Gartenkunst liegt über 1000 Jahre zurück. Besonders hervorgetan hat sich Kyoto, wo sich seither sakrale wie profane Gärten finden. Wichtig waren seit der Frühphase bereits die Teichgärten, später folgten die Trockengärten. Nach den Gärten die eher dem Genuß von Landschaft dienten, kamen Teegärten oder die auch in Deutschland bekannten Steingärten [5], die einem kontemplativen Anspruch genügen.



Ausstellung:
Die Gärten Kyotos im Wandel der Jahreszeiten – Fotografien von Mizuno Katsuhiko
Ort: Japanisches Kulturinstitut (JapanFoundation), Universitätsstraße 98, 50674 Köln
Dauer: 25.09.2023 – 31.10.2023
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 09:00–13:00 und 14:00–17:00 Uhr, Samstag: 13:30–17:00 Uhr, Sonntag: geschlossen




Links und Anmerkungen:
[1] Günter Nitschke: Japanische Gärten. Benedikt Taschenverlag, Köln, 1993. ISBN: 3822896063.
[2] Nakata Akira (
中田昭 - Photograhper) Tamayo Samejima (鮫島圭代 - English translation): 日本の庭京都 - Japanse Gardens Kyoto). PIE International Ltd., Tokyo 2019. ISBN: 978-4-7562-5217-3.
[2] Die Gärten Kyōtos im Wandel der Jahreszeiten. Photos von Mizunno Katsuhiko. Einführungstext und Legenden von Irmtraud Schaarschmidt-Richter. Herausgeber: Japanisches Kulturinstitut Köln 2008.
[3] Irmtraud Schaarschmidt-Richter (1927-2009) war eine deutsche Germanistin sowie fundierte Kennerin japanischer Kunst, z.B. „Der japanische Garten - ein Kunstwerk“, Buchveröffentlichung aus dem Jahr 1979.
[4] Mizuno Katsuhiko and Kayu: Father and daughter photographers – An interview by John Einarsen, excerpted from KJ70 (Kyoto Lives, 2008)  https://www.kyotojournal.org/kyoto-interview/mizuno-katsuhiko-and-kayu-father-and-daughter-photographers/   
[5] Zen in the Art of Japanese Rock Gardens - https://rheumatologe.blogspot.com/2017/08/zen-in-art-of-japanese-rock-gardens.html
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Friday, June 24, 2022

250 Jahre König-Orgel in der Schlosskirche Schleiden

 



Eigentlich war das Jubiläum schon vor zwei Jahren, aber wegen der Pandemie konnte kein Konzert zur Feier stattfinden. Die damals geplanten Sommer-Orgelkonzerte mit Andreas Warler finden deshalb erst jetzt statt. Heute (24.06.2022) fand das erste von drei Konzerten statt.

Über die Schlosskirche Schleiden (katholische Pfarrkirche „St. Philippus und Jakobus“) hatte ich bereits berichtet [1]. Eine Kapelle wurde bereits im Jahr 1230 geweiht [2]. Der spätgotische Hallenbau entstand in der Zeit von 1516 bis 1525. Ich möchte an dieser Stelle abschweifen und auf die herrlichen Fenster hinweisen, die vor 1535 entstanden sind [3]. Leider ist der Künstler unbekannt.

Die Orgel wurde 1770 von Christian Ludwig König erbaut. Christian Ludwig König wurde am 05.05.1717 in Münstereifel, also in der Nähe von Schleiden, geboren und verstarb am 15.04.1789 in Köln. Sein Wirken war allerdings nicht auf die Eifel oder Köln beschränkt [4]. Die Orgel im Kloster Steinfeld (1727) stammt von Ludwig Königs Vater Balthasar König [5]. Einzelheiten zu der König-Orgel hatte Andreas Warler auf dem Programm aufgeführt. 1987/88 wurde die Orgel restauriert und weitgehend so wiederhergestellt, wie sie im 18. Jahrhundert erbaut worden war.

Andreas Warler war früher Organist an der Basilika Steinfeld. Er wechselte in die Nachbar-GdG [Gemeinschaft der Gemeinden] Hellenthal-Schleiden. Dieser Wechsel wurde notwendig, da der Kirchengemeindeverband Kall-Nettersheim ihm keinen vollen Beschäftigungsumfang mehr einräumen konnte. Ich hatte auch z.B. über das Neujahrskonzert 2019 berichtet [6].

Heute spielte Andreas Warler ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Er begann mit Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 538), auch die dorische genannt, und endete mit Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 565). Die beiden Stücke heißen ähnlich, sind aber grundverschieden. Und sie klingen in der Basilika Steinfeld anders als in der Schlosskirche Schleiden. Es war jedenfalls ein sehr schönes Konzert. Außerdem spielte Warler noch einige Concerti und Choräle ( BWV 663,  BWV 595,  BWV 767,  BWV 592,  BWV 654).

Die ausstehenden zwei Konzerte finden wiederum an Freitagsabenden um 19.30 Uhr statt, nämlich am 22. Juli und 19. August 2022. Der Eintritt ist frei(willig) [7].



Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2018/09/schlosskirche-schleiden.html
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Schlosskirche_Schleiden
[3] https://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2939/b2939.shtml
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Ludwig_K%C3%B6nig
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Balthasar_K%C3%B6nig
[6] https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/orgelkonzert-in-der-basilika-kloster.html
[7] https://gdg-hellenthal-schleiden.bistumac.de/aktuelles/nachrichten/a-blog/Sommer-Orgelkonzerte/


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