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Monday, June 16, 2025

Eröffnungskonzert „Spannungen“ im Kraftwerk Heimbach (Eifel)


Ich hab zwar koa Ahnung, was Musik ist,
denn ich bin beruflich Pharmazeut –
aber ich weiß sehr gut, was Kritik ist:
Je schlechter, desto mehr freun sich die Leut‘!
Georg Kreisler [1]


Gestern ( 15.06.2025) war es soweit, das Eröffnungskonzert von „Spannungen“ fand im Urftkraftwerk Heimbach (Eifel) statt. Mehr zufällig war ich anwesend. Ich fand heraus, daß man über den Großen Kermeter (sehr schöne Waldstrecke) aus Richtung Gemünd nach Heimbach fahren konnte, da die Strecke über Mariawald gesperrt war. Auf den Parkplatz wurde man wie auf einer Fähre eingewiesen; herzlichen Dank an dieser Stelle den Organisatoren, denn wer je das Parkhaus der Kölner Philharmonie benutzen mußte, weiß solch eine professionelle Einweisung zu schätzen, insbesondere bei der Abfahrt. Der Großteil der Autos hat Kennzeichen mit AC, DN und BM.


Das Kraftwerk ist bereits sehenswert, da es sich um ein gut erhaltenes Jugendstil-Gebäude handelt [2]. Man kann die alten Steuerungs-Paneele noch bewundern. Das Kammermusik-Festival „Spannungen“ wurde 1998 von Lars Vogt [3] gegründet. Er leitete das Festival bis 2022 [4]. Die Atmosphäre Kraftwerk erinnerte mich an die Brücke auf einem Schiff. Und sofort war ich auf der Titanic - im letzten Konzert wohlgemerkt. Das diesjährige Motto lautet: Das Echo der Zeit.

Wahrscheinlich war ich der einzige, der sich nicht auf das Konzert vorbereitet hatte. Die Musiker, die Moderatorin (Maja Ellmenreich), das Organisationsteam, der Ton und insbesondere das Publikum -: alle hatten sich vorbereitet, nur ich nicht. Wahrscheinlich eigne ich mich deshalb am besten über dieses Konzert zu schreiben. Ich meine, ich komme dem Kritikerideal von Georg Kreisler als Arzt doch sehr nah heran. Es gibt einen humoristischen Text zu Kritikern von Kurt Schwitters, der mich einmal im Lesesaal der Kölner Universitätsbibliothek (UB) fast um den Verstand gebracht hattee, denn ich wollte nicht laut loslachen, hielt die Luft an und prustete dann los [5].

Ich kam nicht umhin, die Zuschauer genauer zu betrachten -: man trifft sich, ist jovial, viel welkes Fleisch, Kurkonzert, Zombies, DAS Event, Rentner-Dasein, „ich bin Künstler:in“ oder war es „ich bin Medienschaffende:r?  Verzogene oder gebeugte Gestalten, Osteoporose, Gibbus, steifer Gang („Wir sind die Roboter“), ein Hörgerät piepst, fragile alte Damen, schweres Parfüm, bei dem die Obernote fehlt. Genug der bösen Worte! Das ist der äußere Eindruck. Das Innere ist ganz anders, denn es schön und unterstützenswert, wenn sich ältere Menschen zu kulturellen Veranstaltungen begeben.

Und dann wurde musiziert. Es war schön. Kommen doch auch Sie im nächsten Jahr, denn aktuell wird es kaum noch Karten geben, aber geben Sie den Versuch nicht vorschnell auf. Apropos vorschnell -: hier fehlt doch was! Ich komm' noch drauf.

Trio für Violine, Viola und Violoncello von Gideon Klein [6]

Es spielten Christian Tetzlaff (Violine), Jan Larsen (Viola) und Krzysztof Michalski (Violoncello). Jan Larsen fuhr sich zwischen den Sätzen durch das schüttere Haar und die Stirn, um den Schweiß fortzuwischen, aber so heiß war es eigentlich nicht. Dafür fuhr sich der Krzysztof Michalski während des Spiels über die Nase. Ja, ich bemerke jede am Thema vorbei gehende Einzelheit. Und niemand hatte mich gewarnt, daß man beim Zuschauen der Kopfbewegungen der Musiker seekrank werden kann. Der frenetische Beifall war gerechtfertigt, wenn ich auch fast ein Knalltrauma erlitten habe. Ich empfand eine Zerrissenheit, medizinisch ausgedrückt ein Wechsel zwischen Manie und Depression oder „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“, aber das wäre ja Goethe. Erst hinterher beschrieb Christian Tetzlaff das Stück ganz anders. Die wichtige Information, daß Gideon Klein [7] das Stück 1944 im Ghetto Theresienstadt geschrieben hat, kam für mich erst nach der Aufführung, so daß ich nicht weiß, ob sein Tod im KZ Fürstengrube (was für ein Name!) mich zu einer anderen Rezeption geführt hätte. Aber das Stück paßte als Echo der Zeit hervorragend ins das Konzept.

24 Préludes op. 28 von Frédéric Chopin
Das Konzert des Pianisten Leif Ove Andsnes war ausgesprochen gut. Bei der Prélude Nr. 4 erinnerte ich mich an den Film „Ein Mann und eine Frau“ (Un homme et une femme) von Claude Lelouch [8], den ich in den 1970iger Jahren gesehen hatte, und jetzt auch noch Truffaut zugeordnet hatte. Allerdings erinnerte ich mich ziemlich gut an Anouk Aimée. Andererseits kam die Musik von Chopin überhaupt nicht darin vor! Wer das Stück nicht kennt, kann es sich hier [9] anhören, leider nicht von Leif Ove Andsnes, denn die Konzertaufzeichnung sendet der Deutschlandfunk erst am 13.07.2025 [10]. Die Musik Chopins spielt im Film „Der Pianist“ von Roman Polański [11] eine Rolle. Der Film entstand nach der Autobiografie „Der Pianist – mein wunderbares Überleben“ (Originaltitel: Śmierć miasta) des polnischen Pianisten und Komponisten Władysław Szpilman. Aber ich habe diesen Film nicht gesehen.
Chopin hatte Teile der Préludes auf Mallorca (Valldemossa) geschrieben, wo er den Winter 1838/39 zusammen mit Geoge Sand und ihren Kindern verbracht hatte [12]. Und mir ging durch den Kopf ein Wintersturm, der über die Insel braust, dunkel und kalt. Dann sah ich die Mandelblüte im Frühling, schließlich ein Paar am Strand, sie in Weiß und er in Schwarz, Frack. Sie trug einen weißen, langen Schale aus einem weichen Stoff, in dem sich der Wind fing und ihn wie eine Fahne von ihr wegtrieb. Der Mann hingegen nahm ihre Hand und küßte sie – wie romantisch! Regenwolken, die an der Insel vorbeizogen und die Fischer, die zurück in den Hafen kamen. Wunderschön, wie die Interpretation gehobener Musik Phantasiegebilde evozieren kann.

Pause
Viele (die meisten) Zuschauer gingen hinaus zum Merchandising. Pausengespräch -: „Wie alt ist die Anita jetzt?“ „41.“ Pausenrückkehrer -: kein Parfüm, es riecht nach Ouzo.

Quintett für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello g-Moll, KV 516, von Wolfram Antonius Mozart [13]
Die Moderatorin las als Einführung einen Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an seinen Vater Leopold Mozart vor. Während des Konzerts selbst dachte ich an Hana Chang, deren Name für mich japanische und chinesische Elemente hat, aber es spielte doch die Koreanerin Hyeyoon Park. Außerdem ist Hana Chang Amerikanerin; Hana
花 und Chang 张. Es war ein außerordentlich ordentlich gespieltes Konzert. Für Einzelheiten zum Stück selbst schauen Sie einmal in Ihren Konzertführer oder hier [14]. Standing ovations! Ich war zu begeistert, um weitere Notizen zu machen.


Zugabe
Ja, die gab es auch. Man zeigte auf der Leinwand bzw. Bildschirmen den letzten Soloauftritt von Lars Vogt vor drei Jahren (Brahms). Die allgemeinde Rührung war groß und gar nicht unerträglich. Hach!

Ich gebe gerne Geheimtipps für die Eifel. Die Veranstaltung ist kein Geheimtipp, denn sie ist sehr bekannt. Aber mein Tipp: buchen Sie im nächsten Jahr rechtzeitig!





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Der Musikkritiker / Text/Musik: Georg Kreisler (1959)
https://www.georgkreisler.info/song/der-musikkritiker.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Heimbach 
[3] Lars Vogt (1970-2022) war ein deutscher Pianist, Dirigent und Musikprofessor. https://de.wikipedia.org/wiki/Lars_Vogt 
[4] Diese Jahreszahl ist in [2] mit 2002 angegeben, also fehlerhaft!
[5] („Der Künstler schafft, während der Kritiker schaaft.“) In: Kritiker Tran 27  https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php/Kritiker_(Schwitters) 
[6] Sämtliche Angaben nach: https://www.spannungen.de/konzerteinfuehrung-sonntag-eroeffnungskonzert-pedro-obiera/   
[7] Gideon Klein (1919-1945) war ein tschechisch-jüdischer Komponist und Pianist. https://de.wikipedia.org/wiki/Gideon_Klein 
[8] „Ein Mann und eine Frau (Originaltitel: Un homme et une femme) ist ein Film von Claude Lelouch aus dem Jahr 1966. Der Film gilt als Klassiker des französischen Kinos und wurde in den Kategorien Bester fremdsprachiger Film und Bestes Originaldrehbuch mit einem Oscar prämiert.“ Mit Anouk Aimée als Anne Gauthier und Jean-Louis Trintignant als Jean-Louis Duroc.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Mann_und_eine_Frau  
[9] Khatia Buniatishvili - Chopin - Prelude No 4 in E minor, Op 28
https://www.youtube.com/watch?v=JDZ_DlNfsWk   
https://www.youtube.com/watch?v=yvn4k1nYRaw 
Mir gefällt die zweite Aufnahme besser.
[10] Deutschlandfunk / Kammermusikfest Spannungen 2025 / Sendezeit     So, 13.07.2025 | 21:05 - 23:00 Uhr / https://interface.phonostar.de/radio/kammermusikfest-spannungen-2025/v/230409/2025-07-13 
[11] Übrigens -: drei Oscars! https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Pianist 
[12] https://en.wikipedia.org/wiki/Preludes_(Chopin)  
[13] Geschenkt! Ich dachte ich probiere es einmal. Es spielten Christian Lafette (Violine), Hyeyoon Park (Violine), Rachel Roberts (Viola), Jan Larsen (Viola) und Krzysztof Michalski (Violoncello). 
[14] https://www.kammermusikfuehrer.de/werke/1305 

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Tuesday, January 2, 2024

Musik statt Böller – Orgelvesper in der Basilika Kloster Steinfeld zum Jahreswechsel 2023/2024


Auch zum Jahreswechsel 2023/2024 besuchte ich die Orgelvesper in der Basilika Kloster Steinfeld, die unter dem Motto Musik statt Böller steht. Seit 2008 habe ich fast alle Orgelkonzerte in der Basilika Kloster Steinfeld zu den Jahreswechseln besucht, also überblicke ich 15 Jahre Orgelkonzerte, wobei es Ausfälle (COVID) gab. Das Format hat sich im Laufe der Zeit geändert. Früher war es ein Neujahrskonzert, das kurz nach Mitternacht begann, jetzt begleitet das Konzert den Übergang vom alten zum neuen Jahr unter dem Motto Musik statt Böller. Um Mitternacht gibt es eine kurze Pause für Neujahrswünsche, Meditation und einen Segen. Das Konzert wurde übrigens auch im WDR3 in einer Morgensendung angekündigt.

Die Basilika Kloster Steinfeld (St. Potentinus, Felicius, Simplicius Steinfeld) wurde zwischen 1142 und 1150 erbaut und ist eine der frühesten Kirchen im romanischen Stil in Deutschland, aber die Innenausstattung der Basilika ist barock und in ihr steht die 1727 von Balthasar König aus Bad Münstereifel vollendete (rekonstruierte) Orgel. Er verwendete für diese Orgel die alten Pfeifenbestände der Orgel aus dem Jahr 1600. „Mit 35 Registern und 1956 Pfeifen besitzt die Basilika Steinfeld die größte noch erhaltene dreimanualige historische Barockorgel des Rheinlandes.“ [1] Ich fand, daß die Orgel etwas anders klang als früher und im Programmblatt wurde ich dann fündig: die Orgelbaufirma Josef Weimbs aus Hellenthal hat im Frühjahr 2020 Überarbeitungen an der Orgel durchgeführt [2]; übrigens hatte ich dieses Gefühl auch schon beim Jahreswechsel 2022/2023. In der Zwischenzeit hatte ich mich näher mit der Notwendigkeit von (kostenintensiven) Arbeiten zum Erhalt der Spielbarkeit von Orgeln auseinandergesetzt [3].

Auf dem Programmblatt fanden sich die Titel der Kompositionen und die Komponisten mit ihren Lebensdaten, denn die meisten Komponisten gehörten der Barockzeit an. Und bei einem waren diese Daten unvollständig – Joseph Schluty (19. Jh.?). So etwas spornt mich an. Es ist nur wenig bekannt – jedenfalls, wenn man nur im Internet und nicht in einer Spezialbibliothek recherchieren kann. Der vollständige Name ist: Jean Joseph Schluty. Er war Elsässer und lebte von 1829-1920. Als Organist war er in der Kirche St. Caprais und später in der Kathedrale von Agen tätig. 1903 schlug man ihn zum Ritter der Ehrenlegion. In der Verwandtschaft finden sich mehrere Organisten [4].

Für diesem Jahreswechsel spielte Jan Van Mol, der früher Titular Organist an der historischen Orgel der Pauluskirche und Lehrer am Königlich Flämischen Musikkonservatorium in Antwerpen war. Er ist aktuell in den französischen Ardennen an der historischen Orgel von Aubenton tätig. Aubenton liegt nahe der Grenze zu Belgien und Teile der Kirche St. Maria-Himmelfahrt stammen aus dem 11. Jahrhundert [5]. Die Orgel dort stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde 1854 und 1917 überarbeitet. Sie ist in schlechtem Zustand („État de conservation (normalisé): Mauvais état“) [6].

Mir gefielen zwei Stücke am besten: Mein junges Leben hat ein End von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 – 1621) und Marcia Notturna von Jacques Cl.A. Miné (1796-1854). Etwas bestürzter war ich bei Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565 von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), denn da gab es den einen oder anderen Mißklang. Das sollte ich allerdings relativieren, denn auch Markus Ziegler, Dekanatskantor im Dekanat Nassauer Land mit Sitz an der Ev. Stadtkirche Nastätten und Dozent an der Kirchenmusikakademie Schlüchtern [7], der zum Jahreswechsel 2022/2023 spielte, erlaubte sich einige Mißgriffe. Insgesamt überwiegten aber in beiden Konzerten die positiven Aspekte und ich würde Konzerte von beiden Organisten erneut besuchen. Markus Ziegler ist für das Konzert zum Jahreswechsel 2023/2024 vorgesehen [8].



Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/mitternachtliches-neujahrkonzert-in-der.html und https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/orgelkonzert-in-der-basilika-kloster.html
[2] Vierseitiges DIN-A5-Programmblatt zur Orgelvesper Basilika Steinfeld, letzte Seite.
[3] Orgeln der evangelischen Kirchengemeinde Dellbrück/Holweide in Köln.
[4] http://composers-classical-music.com/s/SchlutyJoseph.htm
[5] https://www.pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00115509
[6] https://www.pop.culture.gouv.fr/notice/palissy/PM02000054
[7] https://www.markus-ziegler.com/index.php/biograf.html  
[8] https://www.gdg-steinfeld.de/aktuelles/konzertprogramm-in-der-basilika-steinfeld/

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Sunday, January 1, 2023

Mitternächtliches Orgelkonzert in der Basilika Kloster Steinfeld zum Jahreswechsel 2022/2023

 



„En el órgano suenen las trompetas des Jucio Final para
que el hombre se vaya acostumbrando a ellas.“
Ramón Gómez de la Serna: Greguerías [1]


Seit 2008 habe ich fast alle Orgelkonzerte in der Basilika Kloster Steinfeld zu den Jahreswechseln besucht. Der Organist war in diesen Jahren Andreas Warler, der dann in die Nachbar-GdG [Gemeinschaft der Gemeinden] Hellenthal-Schleiden wechselte. Und danach kam Corona und für mich war es das erste Konzerte nach Abbau der Pandemie bedingten Einschränkungen. Aber auch das Format hat sich geändert. Früher war es ein Neujahrskonzert, das kurz nach Mitternacht begann, jetzt begleitet das Konzert den Übergang vom alten zum neuen Jahr unter dem Motto: „Musik statt Böller“.

Im Inneren ist die Ausstattung der Basilika Kloster Steinfeld (St. Potentinus, Felicius, Simplicius Steinfeld) barock. Und aus dieser Zeit stammt auch die Orgel. 1727 hatte Balthasar König aus Bad Münstereifel die Orgel vollendet. Er verwendete dafür auch die alten Pfeifenbestände, so dass auch heute noch Pfeifen aus dem Jahr 1600 in der Orgel vorhanden sind. „Mit 35 Registern und 1956 Pfeifen besitzt die Basilika Steinfeld die größte noch erhaltene dreimanualige historische Barockorgel des Rheinlandes.“ [2] Ich fand, daß die Orgel etwas anders klang als früher und im Programmblatt wurde ich dann fündig: die Orgelbaufirma Josef Weimbs aus Hellenthal hat im Frühjahr 2020 Überarbeitungen an der Orgel durchgeführt [3].

Das Programm bestritt Markus Ziegler, Dekanatskantor im Dekanat Nassauer Land mit Sitz an der Ev. Stadtkirche Nastätten und Dozent an der Kirchenmusikakademie Schlüchtern, vollständige Biografie hier: [4]. Er spielte Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Johann Pachelbel (1653-1706), Dietrich Buxtehude (1637-1707), Georg Friedrich Händel (1681-1759), Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788), Johann Gottfried Walther (1684-1748) und Christlieb Siegmund Binder (1723-1789) sowie eine Eigenkomposition (Rondo-Präludium D-Dur) [5].

Georg Friedrich Händels Menuett II aus der Feuerwerksmusik (HWV 351) und Johann Sebastian Bachs Air aus der Orchestersuite Nr. 3 (BWV 1068) paßten thematisch und von der Stimmung her gut und ich hätte am liebsten mitgepfiffen, aber … für mich bleiben das Orchesterstücke. Offenbar war einem großen Teil des Publikums Johann Gottfried Walthers und Christlieb Siegmund Binders Choral und Choralvorspiel zu „Jesus soll die Losung sein“ unbekannt, so daß es zu einem verfrühten Applaus gekommen ist. Deshalb empfehle, an diese Stelle im Programm ein bekannteres Stück zu setzen.

Das Programm für das Jahr 2023 steht bereits fest [6]. „Musik statt Böller“ soll mit dem „Titularorganisten Jan Van Mol (Frankreich)“ [7] am 31.12.2023 um 23:30 Uhr stattfinden. Bitte vormerken!




Links und Anmerkungen:

[1] „In der Orgel erklingen die Trompeten des Jüngsten Gerichts, damit der Mensch sich schon   an sie gewöhnen kann.“ Eigene Übersetzung des spanischen Originals in: Straelener Manuskripte 1-10. Erstveröffentlichungen zeitgenössischer Poesie des Auslands 1984-1990. Faksimile-Ausgabe, Sammelband, Straelen 2000. ISBN-13‏: ‎978-3891070468.
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/mitternachtliches-neujahrkonzert-in-der.html und https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/orgelkonzert-in-der-basilika-kloster.html
[3] Vierseitiges DIN-A5-Programmblatt zur Orgelvesper Basilika Steinfeld, letzte Seite.
[4] https://www.markus-ziegler.com/index.php/biograf.html
[5] https://www.gdg-steinfeld.de/aktuelles/veranstaltungen/a-event/Mitternaechtliches-Neujahrskonzert-in-der-Basilika-Steinfeld-mit-Kantor-Markus-Ziegler-Nastaetten/?instancedate=1672525800000  
[6] Der Flyer für das gesamte Jahr 2023 steht zum Download hier: https://www.gdg-steinfeld.de/export/sites/region-eifel/gdg-steinfeld/.galleries/sonstige-Downloads/Flyer-2023.pdf
[7] Weshalb steht denn da Frankreich? Jan Van Mol ist Belgier (was man schon vom großgeschriebenen Van her annehmen könnte) und seine Webseite ist auf Flämisch (Niederländisch)  verfaßt: https://www.janvanmol.be/crbst_8.html.

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Friday, June 24, 2022

250 Jahre König-Orgel in der Schlosskirche Schleiden

 



Eigentlich war das Jubiläum schon vor zwei Jahren, aber wegen der Pandemie konnte kein Konzert zur Feier stattfinden. Die damals geplanten Sommer-Orgelkonzerte mit Andreas Warler finden deshalb erst jetzt statt. Heute (24.06.2022) fand das erste von drei Konzerten statt.

Über die Schlosskirche Schleiden (katholische Pfarrkirche „St. Philippus und Jakobus“) hatte ich bereits berichtet [1]. Eine Kapelle wurde bereits im Jahr 1230 geweiht [2]. Der spätgotische Hallenbau entstand in der Zeit von 1516 bis 1525. Ich möchte an dieser Stelle abschweifen und auf die herrlichen Fenster hinweisen, die vor 1535 entstanden sind [3]. Leider ist der Künstler unbekannt.

Die Orgel wurde 1770 von Christian Ludwig König erbaut. Christian Ludwig König wurde am 05.05.1717 in Münstereifel, also in der Nähe von Schleiden, geboren und verstarb am 15.04.1789 in Köln. Sein Wirken war allerdings nicht auf die Eifel oder Köln beschränkt [4]. Die Orgel im Kloster Steinfeld (1727) stammt von Ludwig Königs Vater Balthasar König [5]. Einzelheiten zu der König-Orgel hatte Andreas Warler auf dem Programm aufgeführt. 1987/88 wurde die Orgel restauriert und weitgehend so wiederhergestellt, wie sie im 18. Jahrhundert erbaut worden war.

Andreas Warler war früher Organist an der Basilika Steinfeld. Er wechselte in die Nachbar-GdG [Gemeinschaft der Gemeinden] Hellenthal-Schleiden. Dieser Wechsel wurde notwendig, da der Kirchengemeindeverband Kall-Nettersheim ihm keinen vollen Beschäftigungsumfang mehr einräumen konnte. Ich hatte auch z.B. über das Neujahrskonzert 2019 berichtet [6].

Heute spielte Andreas Warler ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Er begann mit Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 538), auch die dorische genannt, und endete mit Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 565). Die beiden Stücke heißen ähnlich, sind aber grundverschieden. Und sie klingen in der Basilika Steinfeld anders als in der Schlosskirche Schleiden. Es war jedenfalls ein sehr schönes Konzert. Außerdem spielte Warler noch einige Concerti und Choräle ( BWV 663,  BWV 595,  BWV 767,  BWV 592,  BWV 654).

Die ausstehenden zwei Konzerte finden wiederum an Freitagsabenden um 19.30 Uhr statt, nämlich am 22. Juli und 19. August 2022. Der Eintritt ist frei(willig) [7].



Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2018/09/schlosskirche-schleiden.html
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Schlosskirche_Schleiden
[3] https://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2939/b2939.shtml
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Ludwig_K%C3%B6nig
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Balthasar_K%C3%B6nig
[6] https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/orgelkonzert-in-der-basilika-kloster.html
[7] https://gdg-hellenthal-schleiden.bistumac.de/aktuelles/nachrichten/a-blog/Sommer-Orgelkonzerte/


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