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Friday, December 19, 2025

Filialkirche St. Luzia in Engelgau (Eifel)

 


Engelgau [1] ist ein Ortsteil der Gemeinde Nettersheim in der Eifel und ist bereits seit römischer Zeit besiedelt. Etwas außerhalb von Engelgau liegt das Genfbachtal mit der Ahekapelle [2]. Im Jahr 2020 hatte Engelgau 589 Einwohner gehabt und damit erklärt sich auch die Notwendigkeit der Filialkirche St. Luzia, die zur Gemeinschaft der Gemeinden Hl. Hermann-Josef Steinfeld gehört. 

Das Gotteshaus stammt aus dem 15. Jahrhundert, jedenfalls der Westturm; ansonsten wurde der Vorgängerbau abgetragen und ab 1933 ersetzt, so daß die neue Kirche 1937 geweiht werden konnte [3]; der Kölner Architekt Rolf Distel (1897-1968) erstellte die Baupläne. Die aktuelle Kirche wurde 2003/2004 umfangreich saniert [4].

Zu den Fenstern hat die Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. keinen Eintrag; vielleicht liegt das auch daran, daß es kaum künstlerische Gestaltung gibt. Der Organindex führt auch keine Orgel auf. Die Kirche beherbergt allerdings ein Servatius-Reliquar und ein Luzia-Reliquar.




Luzia von Syrakus [5] wurde im Jahre 304 Märtyrerin. Die Mutter wollte Luzia verheiraten, doch diese hatte ihre Jungfräulichkeit Christi gelobt. Eine Wallfahrt zum Grab der heiligen Agatha in Catania (das die mit den Minne di Sant’Agata, also den Brüsten der Hl. Agatha) heilte die Mutter von einer schweren Erkrankung, so daß sie dem Gelübde ihrer Tochter zustimmte. Der zurückgewiesene Bräutigam hatte dann nichts Besseres zu tun, als sie bei der Christenverfolgung anzuschwärzen. Ein Ochsengespann sollte Luzia in ein Bordell bringen, konnte aber Luzia (wie auch 1000 Männer) nicht fortbewegen. Siedendes Öl und weitere Martern konnten ihr nichts anhaben, mit einem Schwertstich in den Hals wurde sie dann aber doch getötet. Das alles geschah nach der Heiligenlegende in Sizilien. Aber gerade in Schweden gehört das Luziafest am 13. Dezember zur Adventszeit. Es werden weiße Gewänder getragen, Gebäck wird aufgetischt, und man singt – hoffentlich nicht mit vollem Mund. Dieses Fest wird als Hinweis auf das Licht, das in die Welt kommt, verstanden.

Wer eher barock ausgeschmückte Kirchen mag, wird von St. Luzia enttäuscht, aber gerade wir Protestanten fühlen uns in einer nicht so reich geschmückten Kirche heimisch. Deshalb mag ich auch diese Kirche und den Spaziergang zur Ahekapelle empfehlen.



Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Engelgau 
[2] Ich erinnere mich, einmal war ich bei schönem Wetter dort, ein anderes Mal schüttete es aus Eimern (siehe letztes Bild).
Die Ahekapelle bei Engelgau / Nettersheim 
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/10/die-ahekapelle-bei-engelgau-nettersheim.html 
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Luzia_(Engelgau) 
[4] https://www.engelgau.de/kirche 
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Lucia_von_Syrakus  
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Lucia.htm 


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Sunday, October 20, 2024

Wieder ein Kreuz mehr am Straßenrand

 


Ich fuhr gestern wieder einmal nach Köln. Jeder hat da so seine Strecke, bis er auf der Autobahn (A1) nach Köln ist. Einer meiner Brüder fährt am liebsten über Wahlen. Meine Schwägerin würde die Strecke über Kall wählen, aber ich fahre am liebsten über Steinfeld, dann auf der L204 durchs Gillesbachtal nach Bahrhaus und dann auf die Verbindungsstraße nach Nettersheim, die dort Steinfelder Straße heißt, und da kommt man auf die L205. Mir gefällt die Strecke am besten, aber meine Schwägerin wendet ein, daß man durch eine gefährtliche Allee und an Wäldern vorbei kommt; aber diese Allee macht auch einen Teil der Schönheit aus. Die Strecke wird auch vom SEV genutzt, allerdings aktuell nicht, da die Ortdurchfahrt in Urft gesperrt ist. Bei dieser Fahrt fiel mir auf, daß es dort einen Unfall gegeben hat. Die Markierungen der Polizei waren noch zu sehen. Hier war ein PKW mit einem Baum kollidiert. Und es war bereits ein Kreuz aufgerichtet. Ich las den Namen Phil, der aus Kall stammte.

Ich glaube kaum, daß ich bin Phil jemals begegnet bin. Ich habe sofort angehalten, als ich diese Stelle sah. Phil feierte vor einigen Monaten seinen 18. Geburtstag.

Als ich abends aus Köln zurückkehrte, sah ich ein Auto etwas von der Stelle entfernt geparkt, dessen Scheinwerfer jedoch eingeschaltet waren. Jemand – ich nehme an der Vater – war an der Unfallstelle. Ich kann es verstehen, aber gefährlich ist es doch.

Noch am Abend habe ich nachgeforscht, was denn da eigentlich passiert war. Drei Tage zuvor war ein 18jähriger junger Mann gegen diesen Baum gefahren. Diese Nachricht, die ich sah, war von Radio Euskirchen [1] und man sprach von einer lebensgefährlichen Verletzung. Ich las danach einen Artikel vom Kölner StadtAnzeiger [2], der berichtete, daß der junge Mann im Krankenhaus verstorben war. Über die Unfallursache selbst wurde nichts erzählt. In solchen Artikeln geht es mehr um die Einklemmung, daß er gegen den Baum gefahren war und daß 35 Einsatzkräfte dort schweres hydraulisches Gerät eingesetzt hatten, daß die Straße abgesperrt war, aber nun wieder frei war. Auf einem Bild der Feuerwehr, das in dem Artikel benutzt wurde, konnte man das Auto sehen. Über die Unfallursache kann man spekulieren. Was klar ist: der Wagen fuhr auf der Gegenseite über die Grasnabe, um dann in einer Kurve auf den Baum zu fahren. Meine Schwägerin hat schon recht, ohne den Baum dort wäre er auf den Acker oder die Wiese gefahren.  


Ich erinnerte mich, daß ich schon häufiger zwischen den umliegenden Orten an einsameren Stellen Kreuze aufgesucht habe. Meist waren es junge Menschen, die dort verstorben waren. Was die Zeitungs- oder Internetberichte kaum zum Thema haben, sind die Folgen des Todes. Der Tod dieser jungen Menschen betrifft auch deren Familien und  Freundeskreis. Da bin ich auch selber betroffen. Eine meiner Cousinen ist im Alter von 18 Jahren bei einem Verkehrsunfall in den Alpen ums Leben gekommen. Ich habe gesehen, wie noch 20 Jahre später nur die Erwähnung der Cousine Tränen in die Augen meiner Tante und meines Onkels getrieben hat. Was also ist mit diesen jungen Leuten? Ich habe hier einmal ein paar Bilder von solchen Stätten zusammengesetzt. Ich dand eine interessant, denn man hatte einen Stern nach einem dieser Opfer benennen lassen. Es geht darum, wie wir mit dem Tod umgehen, der einen unserer Lieben aus unserer Mitte gerissen hat. Da können neben einem Grab solche Kreuze an der Unfallstelle hilfreich sein.

Wie wird biblisch oder kirchlich damit umgegangen? Da wird häufig Hiob zitiert: „Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“ [3] Aber was ist das nur für ein Zitat? Es ist ein Zitat des sich dem Schicksal Ergebens. Aber ist das Zitat aus dem Römerbrief des Paulus, das wir zum Beispiel im Gottesdienst lesen, wenn wir der Verstorbenen gedenken, so viel geigneter? „Leben wir, so leben wir dem HERRN; sterben wir, so sterben wir dem HERRN. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des HERRN.“ [4] Ich meine Ja, denn es ist hoffnungsvoller. Aber erreicht es auch diejenigen die nicht mehr Glauben oder einen ganz anderen Glauben haben?

Ich habe auf meiner kürzlichen Reise durch den Kaukasus jemanden kennen gelernt, der ehrenamtlich in der Notfallseelsorge tätig war, aber der keiner Kirche angehörte. Ich habe nachgesehen: eine konfessionelle Bindung ist nicht notwendig [5]. Für mich ist das eine sehr hoffnungsvolle Botschaft, daß Menschen in ihrer Not mit und ohne Bibel geholfen werden kann. Und in diesem Sinne hoffe ich, daß die Angehörigen und Freunde von Phil und all den anderen, die im Straßenverkehr umgekommen sind, ihren Frieden finden.

Ich überlegte noch, was man tun kann, um diese Unfälle zu verhindern. Ich meine, daß alle klugen Ratschläge bereits geben wurden. Aber ich möchte nicht versäumen, mehr Tempolimits anzuregen, am beste wäre ein generelles  Tempolimit.


Das hat prinzipiell nichts mit dem Thema zu tun, aber dies sah ich heute
in der Kirche vor dem Gottesdienst, nachdem mir zuvor
meine Fotos angeschaut hatte. Das P und das schwarze Kreuz
mußte ich einfach in Beziehung zum Thema setzen.



Links und Anmerkungen:
[1] https://www.radioeuskirchen.de/artikel/schwerer-unfall-in-nettersheim-2132279.html
[2] https://www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/nettersheim/nettersheim-18-jaehriger-nach-unfall-im-krankenhaus-gestorben-880848  
[3] https://www.bibleserver.com/LUT/Hiob1 Hiob 1,21
[4] https://www.bibleserver.com/LUT/R%C3%B6mer14 Röm 14,8
[5] Ehrenamtlich in der Notfallseelsorge!
https://www.zentrum-seelsorge.de/damfiles/default/zentrum-seelsorge/zentrum-seelsorge/arbeitsbereiche/notfallseelsorge/angebote_2019/flyer_nfs_ehrenamt_web.pdf-30fa4be845e140c8daec73b581a147e3.pdf
 
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Thursday, February 8, 2024

Das WinzHaus – Moderner Rückzug

 


Kapitel 6 – Moderner Rückzug

Was wäre der Deutsche ohne seinen Schrebergarten? Bevor ich in einem späteren Kapitel auf meine eigenen Erfahrungen bzw. die meiner Familie zurückkommen, möchte ich diese sehr bürgerlichen oder besser noch kleinbürgerlichen Rückzugsorte beleuchten.

In Arno Schmidts Roman „Das steinerne Herz“ [2] pflegt einer der Protagonisten (Karl Thumann) ein Verhältnis in Ost-Berlin. In der Gartenlaube seiner Geliebten, Line Hübner, übernachten Karl Thumann und Walter Eggers, die andere männliche Hauptperson des Romans. Was erfahren wir über die Gartenlaube im Vorort Adlershof? „... die Hütte : war aus einem Güterwaggon geboren, ...“. Und weiter: „Und 6 mal 3 Meter im Grundriß“. Ob in diesen 18 qm die Küche mit 1,5x3m und ein Vorraum gleichen Maßes inkludiert sind, bleibt unklar. Also haben wir mindestens 18 qm und höchsten 27 qm. Der Garten selbst wird mit 12x29 m, also 348 qm, ausgewiesen. Für Karl ist die Gartenlaube und die Geliebte Rückzugsort von seiner Frau Friede. Karl und Frieda wohnen in Ahlden [3] und dort weit weniger beengt.

Und bei Ost-Berlin sollten wir auch bleiben bzw. der DDR, denn dort ist das Wort Datsche [4]  geprägt worden. Datsche kommt aus dem Russischen дáча datscha und bezeichnet ein Garten- oder Wochenendhaus, das der Freizeit, Erholung und Hobbygärtnerei ermöglicht. Letztlich ist es ähnlich dem, was sonst den Schrebergarten ausmacht, aber es kommen noch andere Aspekte hinzu. Die Datsche kann auch allein stehen so wie eine Jagdhütte, sie kann enger in einem Ferienpark stehen, ähnlich einem Caravanpark – und doch ganz anders, juristisch gesehen.

Nicht ganz so der Park, den ich meine ...


Im Caravanpark herrscht Enge, ähnlich wie in der Stadt, aber man ist nah der Natur. Wahrscheinlich  hat man dort einen Stellplatz, den man für das Wochenende nutzen kann und in den Ferien fährt man weiter weg. Oder man läßt ihn wirklich da stehen, denn manchmal sieht man Zäune mit Blumenkästen. Ein Grund kann sein, daß der Schrebergarten zu aufwändig ist oder man überhaupt keinen Schrebergarten bekommen kann, da die Menge beschränkt ist. Rechtlich benötigt die Aufstellung eines Wohnwagens keine Baugenehmigung und das kann auch ein entscheidender Vorteil sein.

Dann wäre da die Hütte in der Wildnis, aber man kann nicht einfach eine Hütte in der Wildnis aufstellen, zumal es kaum mehr Gelände gibt, das nicht jemandem gehört bzw. von jemandem kontrolliert wird. Sonst würden alle Wälder voll von kleinen Hütten sein, denn mit ca. 1000 € kann man eine Hütte mit 5 qm Fläche erwerben. Gott sei Dank geht das nicht!




Wie sieht es mit Höhlen aus! Mit Höhlen werden wir uns später noch beschäftigen, aber hier soll  erst einmal die Rede von der Höhle als Rückzugsort in unserer näheren Umgebung sein. Die Speleologie als sportliche Wissenschaft meine ich nicht. Ich denke an so eine Höhle, in der man sitzen und meditieren kann. Finden Sie nicht! Also hier in der Gegend sind einige Höhlen, in denen  Fledermäuse leben, z. B. die Mannenberghöhlen bei Nettersheim [5]. Und vielleicht haben Sie schon einmal von der Kakushöhle gehört [6]. Der Besuch lohnt sich. Aber selbst wenn man außerhalb der Saison, unter der Woche an einem verhangenen Tag dorthin fährt, wird man kaum allein sein. Für einen Besuchsort hervorragend geeignet, aber als Rückzugsort ist die Kakushöhle völlig unbrauchbar.

Der moderne Rückzugsort ist denkbar, aber nur mit erheblichen Kompromissen an Nähe zu anderen Menschen bzw. Enge.



Links und Anmerkungen:

[1] Hinweise auf das Projekt finden sich in der Einleitung: https://rheumatologe.blogspot.com/2024/01/das-winzhaus-einleitung.html
[2] Arno Schmidt: Das steinerne Herz. Ein historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi. Stahlberg, Karlsruhe 1956. (Die Ausgabe habe ich selbstverständlich nicht, denn die handelt man mittlerweile mit 2000 €. Arno Schmidt und seine Frau Alice lebten 1954 von unter 100 DM monatlich.)
[3] Fotografieren ist suspekt / Wer fotografiert, der macht sich verdächtig. Ich war einmal auf Arno Schmidts Spuren in Ahlden (Aller) und machte Aufnahmen. Als ich ein Haus mit Metzgerei von hinten fotografiere, werde ich spitz gefragt: „Was machen Sie denn da?“ https://rheumatologe.blogspot.com/2018/12/sammelsurium-183-26122018.html
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Datsche
[5] Die Mannenberghöhlen bei Nettersheim https://rheumatologe.blogspot.com/2020/09/die-mannenberghohlen-bei-nettersheim.html
[6] Ein Besuch der Kakushöhle lohnt sich https://rheumatologe.blogspot.com/2020/05/ein-besuch-der-kakushohle-lohnt-sich.html   

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Friday, January 21, 2022

St. Cäcilia in Pesch


Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Cäcilia in Nettersheim-Pesch wollte ich schon seit langer Zeit besuchen, nicht zuletzt, weil die Eltern meiner Schwägerin auf dem Friedhof von Pesch beerdigt worden sind und ich häufiger in Pesch vorbeikomme. Ich dachte immer, daß St. Cäcilia so wie die Kirche St. Goar in Harzheim geschlossen sei. Aber zwischen Harzheim und Pesch verläuft eine Grenze und St. Cäcilia gehört zu den Pfarreien der Gemeinschaft der Gemeinden Hl. Hermann-Josef Steinfeld [1]; und die Kirchen dieser GdG sind geöffnet [2].


Pesch hatte bereits im Jahr 1498 eine Kapelle auf dem Friedhof [3]. Diese Kapelle wurde Pfarrkirche, aber Anfang des 19. Jahrhundert wurde sie so marode, daß ein Neubau notwendig wurde, der dann an der heutigen Stelle, am Rand des Oberdorfes, fast an der Grenze zum Unterdorf erfolgte. Die alte Kapelle wurde abgerissen bis auf die Sakristei, die heute noch als Friedhofskapelle dient. Die Sakristei wurde allerdings erst 1767 an die Kirche angebaut. 1846 wurde die Kirche St. Cäcilia vom Kölner Erzbischof Dr. Paulus Melcher geweiht. In den Jahren 2005 bis 2010 mußten „die Altäre aus dem 18. Jahrhundert sowie die Kanzel, die Kommunionbänke und die Statuen“ restauriert werden. Und kurz darauf (2013-2015) muße eine umfangreiche Renovierung des Innenraumes und der Heizungsanlage durchgeführt werden.


Obwohl ich meine Ungeduld kaum zügeln kann, beschäftigen wir uns zunächst mit der Namenspatronin. Cäcilia ist historisch nicht nachweisbar, aber das ist sicherlich häufig bei Märtyrern der Fall. Auch über die zeitliche Zuordnung herrscht Ungewißheit – zwischen den Jahren 177 und 362 [4]. Die Legende hat es in sich und es lohnt, diese wenigstens auf Wikipedia zu lesen. Stoff für eine Oper mit vielen Toten und gerade der Tod der hl. Cäcilia paßt dazu. Zunächst sollte sie erstickt werden, aber das klappte nicht und dann hat der Henker dreimal versucht, sie zu enthaupten, aber das klappte auch nicht. Sie lebte noch drei Tage, das hatte sie von Gott erbeten, um noch den Rest ihres Vermögens unter den Armen zu verteilen. Sie wurde von Urban zwischen den Bischöfen beerdigt und einige Jahrhunderte später (ca. 821 oder 822) wurden ihre Reliquien mit den Reliquien weiterer Märtyrer in die ihr geweihte Kirche Santa Cecilia in Trastevere überführt. Diese Kirche existiert mit allen baulichen Änderungen heute noch [5]. Leider habe ich das 2010, als ich einige Tage in Trastevere verbrachte, nicht gewußt – sonst hätte ich mich jetzt schön verzetteln können. Ich fasse einmal vorsichtig zusammen: trotz aller möglichen Einwände ist die hl. Cäcilia eine höchst interessante Namenspatronin.



Kommen wir zurück zur Kirche St. Cäcilia in Pesch. Der Hochalter stammt aus dem 18. Jahrhundert und wahrscheinlich die Nebenaltäre und die Kanzel ebenfalls. Aber mich hatten doch wieder die Fenster mehr interessiert. Ja, sie zogen mich sofort in ihren Bann. Hätte ich vorher ein wenig im Internet recherchiert, dann hätte ich den Grund schon da gewußt. Die Glasmalereien sind von Franz Melchior [6], dessen Arbeiten mich schon in St. Antonius in Kreuzberg [7] fasziniert hatten. Ebenso gilt dies für seine Person [8]. Das „Himmlisches Jerusalem“ ist in seiner Bescheidenheit bestechend. Leider verfüge ich nicht das das entsprechende kunsthistorische Wissen, aber es würde mich schon interessieren, wie die ikonografische Entwicklung der Darstellung des himmlischen Jerusalems erfolgt ist. Ich setze hier zwei Mosaike aus Jordanien [9] hinein, damit man das einmal an Beispielen überlegen kann. Im Chor sind noch andere Glasmalereien zu sehen, deren Künstler und Herstellungsjahr unbekannt sind, aber diese haben mir ebenso gefallen. Farblich erinnern sie mich an die späten Farben eines Sonnenuntergangs. Vergleichen Sie einmal das Bild hier mit dem davor gestellt Kreuz und das Bild von der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V., das bildtechnisch so viel besser ist. Aber denkt man ohne das Kreuz auch an: „Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land ...“ [10].



Ob Sie es glauben oder nicht, der Besuch einer Kirche lohnt immer, ob Sie glauben oder nicht. Der Besuch von St. Cäcilia hat mich sehr erfreut.


Links und Anmerkungen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/St._C%C3%A4cilia_(Pesch)
[2] Ich halte geschlossene Kirchen für einen Widerspruch. Eine lebendige Kirche ist kein Museum.
[3] https://www.gdg-steinfeld.de/die-gemeinden/pesch/st.-caecilia-pesch/
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/C%C3%A4cilia_von_Rom
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Santa_Cecilia_in_Trastevere
[6] http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2895/b2895.shtml
[7] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/12/pfarrkirche-st-antonius-in-kreuzberg.html
[8] Hier zitiere ich den Abschnitt aus [7]: „Franz Melchior ist ebenfalls interessant. Es ist über das Internet nicht sehr viel heraus zu bekommen. Er wurde 1881 geboren und hat sein Geschäft Anfang der 1950er Jahre an einen Namensverwandten (Sohn?) übertragen. Er hatte sich gegen das NS-Regime, Hitler und den Krieg geäußert, was ein Metzger belauscht und zur Anzeige gebracht hatte [8a]. Schließlich wurde er 1943 von einem Sondergericht aufgrund des Heimtücke-Gesetzes – dieses Gesetz ist selbst die größte Heimtücke – zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde angerechnet, aber die hatte nur neun Tage betragen. Die Haft wurde allerdings immer wieder „zur Erledigung kriegswichtiger Glaserarbeiten“ aufgeschoben, bis sich das durch Kriegsende erledigt hatte, bzw. durch die nachfolgende Amnestie.“
[8a] http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/franz-melchior-aeusserte-sich-gegen-das-ns-regime-und-den-krieg/DE-2086/lido/dc00020482
[9] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/12/the-madaba-mosaic-map-in-st-george.html Die eine Darstellung ist auf der Karte von Madaba, über die ich hier bereits geschrieben habe. Die andere Darstellung stammt aus Umm ar-Rasas (UNESCO-Welterbe).
[10] Mt 27,45


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Thursday, December 16, 2021

Der merkwürdige Besuch In der Kirche St. Lambertus in Tondorf


Schon lange hatte ich geplant, mir die Pfarrkirche St. Lambertus in Tondorf anzuschauen, schon in der Zeit, als ich noch ein Haus in der Eifel suchte und eines in Tondorf angeboten wurde … mit 13 Parkplätzen. Nun daraus wurde damals nichts und ich hatte auch nicht die Zeit für St. Lambertus. Immer kam etwas dazwischen. Nicht so gestern.

 

Tondorf gehört zur Gemeinde Nettersheim und St. Lambertus gehört zur Gemeinschaft der Gemeinden Hl. Hermann-Josef Steinfeld [1]. Der Kirchturm ist weithin sichtbar. Aber kommen wir zunächst zu Tondorf. Tondorf wird bereits 898 erwähnt und man schließt aus dem Hinweis auf mehrere Kirchen, daß es damals bereits eine Pfarrkirche gab. 1510 ist diese (?) Kirche baufällig und 1580 wurde ein Neubau begonnen. „Im Jahre 1812 wurde die Kirche wieder durch einen Neubau ersetzt, der am 8. August 1833 geweiht wurde.“[2] Breite und Länge des Hallenbaus werde im Wikipedia-Artikel erwähnt, aber die Höhe des Turmes, die mich interessiert hätte, wird auch sonst nirgendwo (im Internet zugänglich) erwähnt. Interessant ist noch die Ausrichtung der Kirche: nicht nach Osten sondern nach Nordnordwesten [1], wobei Osten ungenau ist, denn Kirchen sind eher zum Sonnenaufgang ausgerichtet, das wäre hier Südosten [3]. Auch wenn das Ostungsprinzip im 15. Jahrhundert endete, bleibt es doch ungewöhnlich.



Ich schaute mir die Kirche von außen und insbesondere den schönen Turm an und betrat dann, schnell den Mund-Nase-Schutz übergezogen, den Vorraum im Turm. Dort kann man Kerzen bzw. Teelichter aufstellen; man stellt heutzutage Teelichter auf, denn die rußen weniger. Und dann ist die Zwischentür verschlossen. Wie ärgerlich! dachte ich. Dann machte ich durch die Glastür einige Fotos, die aber nichts wurden, außer daß sie ein Memento Pandemi ist, weil besonders gut läßt sich der Desinfektionsspender fotografieren. Ich versuchte etwas von der Glasmalerei zu erkennen, viel sah ich nicht und auch von außen betrachtet, dachte ich, nicht viel zu verpassen. Da irrte ich jedoch gewaltig.


Zu Hause rief ich die Seite  die Seite der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. (Leitung Dr. phil. Dipl.-Ing. Annette Jansen-Winkeln) auf, und da wurde ich auch wieder einmal mehr fündig [4]. Die Halbkreis-Ornamente zeigen eine Art Mosaik und stammen etwa aus dem Jahr 1950. Gestaltet wurden sie von Maria Katzgrau (1912-1998). Sie war eine der ersten Frauen, die als selbständig Glasmalerinnen bedeutende Aufträge realisieren konnten [5]. Hingewiesen wurde auch auf die Darstellung der Schöpfungsgeschichte im Franziskushospital in Köln-Ehrenfeld (1959). Wer nun mehr über Maria Katzgrau wissen will, kann den Katalog der Ausstelung noch erwerben [6].


Beim Namenspatron handelt es um Lambert von Lüttich (ca. 635 bis ca. 705). Er „war Bischof von Tongern-Maastricht und Märtyrer.“ [7] Lambert stand im Streit mit der weltlichen Macht. Als der fränkische Hausmeier Ebroin 675 an die Macht gelangte, setzte er Lambert als Bischof ab und verbannte ihn in das Kloster Stablo, der dort bis zu Tode Ebroins im Jahr 682 verblieb. Bischof Lambert verteidigte konsequent die Immunitätsrechte der Kirche gegenüber der Staatsgewalt, so daß es mich beim Lesen gewundert hat, daß man ihn „erst“ etwa 705 erschlagen hat.


Alles in allem eine interessante Kirche, von der ich hoffe, doch einmal das Innere sehen zu dürfen.

Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Lambertus_(Tondorf)
[2] Im Wikipedia-Artikel [1] mit Hinweis auf die Quelle: Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte – Bauart – Ausstattung. Kall 2004, S. 138.
[3] Der Fachbegriff ist Ostung, verwandt mit Orientierung. https://de.wikipedia.org/wiki/Ostung
[4] http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2897/b2897.shtml
[5] Maria Katzgrau. Eine Retrospektive. Glasmalereien, Gemälde, Skulpturen, Entwurfkartons und Zeichnungen. 18. Oktober 2008 - 1. März 2009. https://www.glasmalerei-museum.de/ausstellungen/sonderausstellungen/maria-katzgrau-eine-retrospektive  
[6] Myriam Wierschowski (Hrsg.), mit Texten von Maria Engels, Adam C. Oellers, Dirk Tölke Myriam Wierschowski und Zeitzeugen. Maria Katzgrau. Katalog zur Ausstellung im Deutschen Glasmalerei-Museum Linnich vom 18. Oktober 2008 – 1. März 2009. Linnich 2008. ISBN 978-3-9810046-4-9
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Lambert_von_L%C3%BCttich

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Sunday, July 4, 2021

Die Marienkapelle von Marmagen

 


In der Kapellenstraße von Marmagen liegt die Marienkapelle – wo sonst? Aber ohne Scherz – ich bin dort einmal entlang gefahren und sah das Schild Kapellenstraße. Ich dachte mir, daß dort eine Kapelle sein könnte. Und wirklich so war es.



Im Internet steht nicht mehr, als man in der Kapelle erfahren kann [1]; eher weniger. Frau Odilia Knoll war 1932 schwer erkrankt und es erschien ihr die Jungfrau Maria. Sie legte ein Gelübte ab, daß sie nach ihrer Genesung eine Kapelle mit einem Bild schaffen zu lassen, die ein Gnadenbild enthalten sollte, so wie ihr die Mutter Gottes erschienen war. Frau Knoll hatte noch weitere Erscheinungen bis ins Jahr 1934.



Die „bruchsteinerne Wegekapelle mit Ummauerung“ [2] wurde aus finanziellen Gründen erst 1937 fertig gestellt. Sie steht unter Denkmalschutz. Innen kann man das Gnadenbild, aber auch andere Devotionalien betrachten. Das Fenster mit St. Georg ist leider nicht von der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. [3] erfasst worden.



Wenn man in der Gegend wandert, ist ein Abstecher zur Marienkapelle eine gute Idee.



Links und weitere Angaben:
[1] http://wiki-de.genealogy.net/Marmagen/Marienkapelle
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Marmagen
[3] http://glasmalerei-ev.de/pages/de_kontakt.shtml Frau Dr. phil. Dipl.-Ing. Annette Jansen-Winkeln wird als Kontaktperson genannt. Das ist insofern interessant, da ich z.B. aus Kall-Rinnen (St. Michael) Arbeiten von Ernst Jansen-Winkeln kenne.

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Tuesday, October 6, 2020

Die Ahekapelle bei Engelgau / Nettersheim

 


Zur Ahekapelle gibt es Informationen in Internet, sogar bei Wikipedia [1]. Ich habe sie in der letzten Zeit zweimal besucht. Einmal bei schönstem Wetter und einmal bei Regen. Das war erst vor zwei Tagen. Der Wochenspiegel hatte auf den Franziskussegen für Tiere hingewiesen, aber die falsche Zeit angegeben – anstatt 15:00 Uhr stand da 18:00 Uhr.




Auf der Facebook-Seite, die ich erst nachträglich entdeckt habe, steht es richtig [2]. Ich kam so um 17:45 Uhr, aber da war schon alles vorbei. Die Tiersegnung hätte mich schon interessiert, denn ich habe fast 30 Jahre in einem katholischen Krankenhaus gearbeitet, das zu den Franziskanerinnen Münster / St. Mauritz gehört, und hatte ein berufsbegleitendes Studium an der Philosophisch-theologischen Universität in Münster, das zu den Kapuzinern gehört, absolviert. Aber ich konnte immerhin in den Raum in der Kapelle, der sonst versperrt ist, betreten. Und über den Segen hat die Gemeinschaft der Gemeinden Hl. Hermann-Josef Steinfeld berichtet [3]. Pater Wieslaw Kaczor und sein Kollege Pfarrer Christoph Cäsar haben die Messe und die nachfolgende Tiersegnung gemeinsam unter freiem Himmel gestaltet. Solche Gelegenheiten ökumenischer Feiern sollten wir nutzen.







Der 4. Oktober ist der Gedenktag von Franziskus. Da er von der Gleichheit von Mensch und Tier ausging, gilt er als einer der ersten Tierschützer der Geschichte. So wird der 4. Oktober auch als Welttierschutztag gefeiert. Er stand mit dieser Meinung damals hart am Rand der Häresie.


Der korrekte Name ist Kapelle zum heiligen Bischof Servatius, aber im Volksmund hat sich Ahekapelle durchgesetzt, nach einer alten Ortsbezeichung, die durch einen Grundbucheintrag im Jahr 1501 belegt ist [4]. Servatius wird gegen Fußleiden, Frostschäden, Rheumatismus und Rattenplagen angerufen. Er ist vielleicht auch als einer der Eisheiligen bekannt.


Die Gegend war bereits zu römischer Zeit besiedelt und man nimmt an, dass die Kapelle auf den Überresten einer Villa rustica steht. Der Langbau stammt aus der 11./12. Jahrhundert und der spätgotische Chor wird dem 15. Jahrhundert (zweite Hälfte) zugeordnet. Seit 1680 sind Wallfahrten belegt. Heute führt der Jakobsweg an der Kapelle vorbei.




Sophie Lange berichtet von Sagen um die Ahekapelle, die bereits vor über 100 Jahren gesammelt wurden. Da ist von Tempelherren die Rede, oder von Schätzen und der ergebnislosen Schatzsuche nach ihnen, einem römischen Wachturm und weitere mehr [5].




Die Ahekapelle ist von Nettersheim durch das Genfbachtal oder von Engelgau von der Kirche St. Luzia aus zu erreichen.



Leider wurde kürzlich das Schloss aufgebrochen und dann auch noch der Opferstock ausgeraubt. Wahrscheinlich war nicht viel Geld drin. Die Reparaturkosten liegen sicherlich höher. Es gibt aber auch eine weitere Möglichkeit, die Arbeit an der Kapelle zu unterstützen, nämlich den Förderverein.





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Wednesday, September 16, 2020

Der Rummerschlegel von Zingsheim

 


Ja, Zingsheim ist etwas geschmeichelt, denn der Rummerschlegel liegt etwas über 2 km Luftlinie von Zingsheim (St. Peter) entfernt, aber der Teil der Landschaft mit Gehöften gehört zur Gemarkung Zingsheim [1]. Sophie Lange weiß zu berichten, dass sich der Rummerschlegel früher Rommerschlägel oder Römerschlägelschrieb [2], denn es bezieht sich auf einen römischen Feldherrn, der dort umgekommen und unterhalb der Felsen begraben wurde; „unter ihnen soll der Feldherr in voller Ausrüstung begraben liegen“.



 
Das Dolomitgestein ragt zinnenförmig empor. 1972 entdeckte man bei Grabungen Knochenreste, so dass davon ausgegangen wird, dass hier steinzeitliche Jäger der Ahrensburger Kultur Rentiere gejagt haben.




Man kommt gut über die Eifelschleife Wald-Wasser-Wiesen-Weiten dorthin gelangen, aber auch einfach von der L205 aus wandern. Es ist ausgeschildert. Aktuell ist der Bereich um den Rummerschlegel ziemlich überwachsen, auch mit Brennnesseln, so dass festes Schuhwerk und lange Hosen angeraten sind (auch als Zeckenschutz). Man kann auch rechts im Wald vorbei und zwischen den Felsen hochgehen. Dort findet man in grünlich gedämpftem Licht herrliche moosbewachsene Felsen.





Links und Literturangaben:

[2] https://www.sophie-lange.de/sagen-aus-den-orten-der-gemeinde-nettersheim/zingsheim/index.php#1055639d320971a52


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Wednesday, September 9, 2020

Der Trafoturm von Bahrhaus

 


Ich komme in der letzten Zeit häufiger am Trafoturm von Bahrhaus vorbei. Jedes mal denke ich an einen solchen Turm in Meerbusch neben der Autobahn, wo es von Ossum nach Bösinghoven geht, da ich dort einmal einen Verletzten vorsorgt hatte. Der junge Mann wollte rauchen und die Zigarette war ihm in den Schoß gefallen und so hatte er die Kontrolle über das Auto verloren und war gegen die Trafostation gefahren (51°18'13.4"N 6°38'17.0"E). Die Trafotürme finden sich eher im ländlichen Gebiet als in den Städten.

Der Trafoturm von Bahrhaus steht auch sichtbar am Rand eines Feldes (50°29'59.2"N 6°35'18.8"E). Wie bei vielen dieser Turmstationen sieht man die Originalzuleitungen nicht mehr. Wahrscheinlich werden mittlerweile andere Lösungen für die Bereitstellung von Niederspannung preferiert. Mir gefällt der einfache Backsteinbau.

Neue Trafotürme werden seit etwa 40 Jahren kaum noch errichtet. Deshalb sind Natur- und Denkmalschutz aufgefordert, den Erhalt dieser Türme zu ermöglichen. Ich hoffe, dass dies auch für den Trafoturm von Bahrhaus zutrifft, denn Nettersheim engagiert sich in dieser Hinsicht sehr.





Links und Literaturangaben:

https://de.wikipedia.org/wiki/Turmstation

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Tuesday, September 8, 2020

Die Mannenberghöhlen bei Nettersheim


Bei den Mannenberghöhlen handelt es sich um vier Karsthöhlen in Dolomitgestein im Urfttal im Nordwesten direkt angrenzend an den Ort Nettersheim [1].




Es handelt sich um vier Höhlen mit einem Stollen, die aber alle versperrt worden sind. Die längste Höhle reicht 73 m weit. Der Stollen enspricht sehr wahrscheinlich einer Höhle und geht 100 m in innere des Gesteins. Eigentlich sind es Tropfsteinhöhlen, aber Besucher haben früher diese abgebrochen. Die Eingänge sind in einem mit Eichen und Buchen bewaldeten, steilen Talhang [2]. Die größeren Höhlen sind regelmäßig Winterquartiere von 5-6 Fledermaus-Arten, insbesondere des Großen Mausohrs, allerdings nur mit wenigen Individuen [3]. Der Mannenberg-Stollen ist wahrscheinlich zum Eisenerzabbau angelegt worden [4]. Im 2. Weltkrieg So etwa auch während des Zweiten Weltkriegs (Winter 1944) suchten Nettersheimer dort Zuflucht vor Bombenangriffen.




Hinter der Absperrung beginnt
das dunkle Reich der Fledermäuse -

Belichtungszeit eine Minute!


Es gibt Überlieferungen, dass es unterirdische Verbindungen zwischen den Mannenberghöhlrn, dem Matronenheiligtum Pesch/Nöthen, der Kirche St. Cyriakus und der Kakushöhle. Ich hatte schon einmal auf die Internet-Seite von Frau Sophie Lange hingewiesen [5], die in diese Überlieferungen nicht nur pure Fantasie sieht. "Ein unterirdischer Gang von den Mannenberg-Höhlen bei Nettersheim zur Kakushöhle dürfte genauso unrealistisch sein wie ein Gang von Weyer [St. Cyriakus] zur Kakushöhle" [6]. Sie meint, dass "im Laufe der Zeit aus imaginären Verbindungen "nicht sichtbare", und daher unterirdische Verbindungsgänge geworden sein" können. Ich halte diese Interpretation für schlüssig.



Der Besitzer hat ein Schild anbringen lassen, um Touristen abzuhalten, am Steilhang zu klettern, denn dieser Teil von Nettersheim ist touristische nicht erschlossen. Der Kölner Stadt-Anzeiger: „Alpine Ausrüstung ist da schon fast erforderlich. Mal eben so auf Ledersohlen zur Mannenberghöhle I oder II - davon kann man nur abraten.“ [4] Auch ich rate davon ab.


Wie kommt man dorthin? Man kann die Rosenthalstraße aus Nettersheim hinaus nehmen und kommt dann automatisch dorthin. Man kann aber auch von der Verbindungsstraße der L205 zur L204 von Nettersheim nach Bahrhaus auf dem Parkplatz Via Mansio Nettersheim psrken und von dort zu Fuß gehen; etwa 1 km nordöstlich, hinter der Brücke über Bahnlinie und Urft muss man nach rechts.


Links und Literaturangaben:


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